The Blacklist 5x16

The Blacklist 5x16

In der Folge The Capricorn Killer der US-Serie The Blacklist klopft ein alter, ungelöster Fall von Elizabeth Keen an die Tür und erhält auch Einzug in die Sitzungen mit Fulton. Cooper und Red beschäftigen sich derweil mit dem Fall Garvey - jeder auf seine Weise, versteht sich.

James Spader und Hisham Tawfiq in „The Blacklist“ (c) NBC
James Spader und Hisham Tawfiq in „The Blacklist“ (c) NBC
© ames Spader und Hisham Tawfiq in „The Blacklist“ (c) NBC

The Capricorn Killer

Der Fall der Woche kann sich sehen lassen. Sieht es anfangs noch so aus, als wenn ein Serienkiller wieder aktiv geworden wäre, den Elizabeth Keen (Megan Boone) damals nicht überführen konnte, wendet sich das Blatt gleich mehrmals und liefert uns so ganz nebenbei einen tieferen Einblick in ihre Psyche und die Dinge, die sie bereit wäre, durchzuführen. Es wäre ohnehin spannend gewesen, der Auflösung des aktuellen Killers beizuwohnen. Die rituellen Ermordungen der Opfer waren nichts für sanfte Gemüter und eingangs sah es tatsächlich danach aus, als wenn uns The Blacklist bloß einen interessanten Fall der Woche abliefert, um Lizzie ein wenig Seelenfrieden finden zu lassen. Aber weit gefehlt, denn im Folgenverlauf ergeben sich da noch ganz andere, viel interessantere Dinge...

Der „Capricorn Killer“ entpuppt sich nur als Aufhänger. Das wären wir noch gewohnt, denn früher oder später liefert jeder Fall einen gewissen Twist, der mal mehr, mal weniger gelungen ankommt. Hier wird aber ohne jegliche Umschweife klar, dass es verstärkt um Liz und ihre Einstellung zu Killern geht. Da darf dann der eigentliche Blacklister, welcher im Grunde genommen keiner ist - denn der Tipp kam hier ausnahmsweise mal nicht von Raymond (James Spader), sondern von Brandon Graves (Eric LaRay Harvey) -, auch nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Megan Boone in „The Blacklist“
Megan Boone in „The Blacklist“ - © NBC

Elizabeth Keen

Nachdem uns also klargeworden ist, dass Ressler (Diego Klattenhoff), Samar (Mozhan Marno) und Lizzie (diese Woche noch immer ohne ihre FBI-Marke) da weit mehr aufdecken werden als nur einen Serienkiller, der für einige Jahre untergetaucht ist, wird uns das eigentliche Thema deutlich gemacht. Es gilt, einen Mörder zu finden, der es auf Serienkiller abgesehen hat. Und genau das ist wieder eine der interessanteren Prämissen, mit denen sich die Serie zuweilen beschäftigt. In diesem Fall ein Mörder, der es auf Mörder abgesehen hat und diese mit den eigenen Mitteln zugrunde richtet. Interessanter Gedanke und vielleicht auch gar nicht so abwegig, wenn man ein Angehöriger der Opfer des oder der jeweiligen Killer ist. Das gute alte „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ kommt einem dabei in den Sinn...

Aber da hört es noch nicht auf. Für Liz ist der Fall ohnehin sehr brisant, was uns ihre Gespräche mit Fulton (Martha Plimpton) bereits offenbaren und wo wir uns eingangs auch Sorgen darum machen können, ob ihre Evaluierung positiv ausgeht. Ein besonders kritischer Punkt sind da die Akten, die Liz sich durch Red beschafft hat und die Fulton eigentlich als Anlass nehmen müsste, um Madame Keen zurechtzuweisen. Denn hier wird unverblümt eine legale Grenze überschritten, auch wenn die dadurch gewonnen Hinweise sehr nützlich sind... Der aufmerksame Zuschauer bekommt hier somit auch einen Hinweis, dass mit Fulton etwas nicht stimmt. Denn ihre Reaktion auf Lizzies Einsicht in die Akten wäre wohl gänzlich anders ausgefallen, wenn sie tatsächlich nur ihrem Job nachgehen würde. Tut sie aber nicht. Sie entpuppt sich vielmehr als Drahtzieherin hinter Anthony Elliot Hollis (Esau Pritchett), was vielleicht ein wenig zu viel des Guten ist. Mir persönlich ist es jedenfalls ein bisschen „too much“, wenn Fulton sich offenbart - auch, wenn ihre Erklärungen bemerkenswert viel Sinn ergeben.

Viel wichtiger ist dann auch Lizzies Reaktion auf diese Offenbarung. In meinen Augen bestehen kaum Zweifel daran, dass sie den „Sandman“ mit dem Kissen ausgeschaltet hätte, wenn unsere Taskforce nicht so schnell zu ihr aufgeschlossen hätte. Ihr Werdegang deutet genau in diese Richtung und dass sie Fulton davon spazieren lässt, bekräftigt das noch einmal. Wir dürfen uns somit ernsthaft Sorgen um Liz machen, die auch gegenüber Cooper (Harry Lennix) am Ende nicht zugibt, was es mit Fulton auf sich hat. Jetzt hat Lizzie also ihre Marke zurück und Fulton in der Hinterhand. Das alleine ist schon eine unglaublich spannende Entwicklung, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn an anderer Front brodelt es auch gewaltig...

Zeugenschutzprogramm

Dieser Absatz soll nur ein kleines Intermezzo sein. Ian Garvey (Jonny Coyne) hatte beim Mord an Singleton (Evan Parke) einen Zeugen. Und Tony Mejia (Octavio Gomez Berrios) identifiziert Ian auch als Täter, womit es für diesen nun eng werden sollte - aber mehr dazu gleich...

Megan Boone und Diego Klattenhoff in „The Blacklist“
Megan Boone und Diego Klattenhoff in „The Blacklist“ - © NBC

Cooper setzt nämlich Aram (Amir Arison) darauf an, den Zeugen der Tat in Schutzhaft zu nehmen. Unser Computerspezialist wird somit ins Feld geschickt und erlebt bei der Übernahme des Zeugen eine Konfrontation mit Garvey, die nicht ohne ist. Zugegeben, anfangs plaudert Aram mit Ian, ohne so recht zu wissen, wen er da vor sich hat und gibt zu viel von seiner Mission preis. Aber, als es dann (verbal) hart auf hart geht und Ian seinen Standpunkt deutlich macht, gibt Aram nicht nach - was ihm sehr hoch anzurechnen ist. Insofern schön zu wissen, dass unser Agent die Fassung bewahren und durchaus mal durchgreifen kann, wenn er einem der Gegenspieler ins Auge sieht. Bitte mehr davon. Umso bitterer ist es natürlich, dass Aram seine Mission nicht erfolgreich zu Ende führen kann. Für einige Momente können wir da um ihn bangen, denn die Entführung von Tony durch Red hätte auch in einem (tödlichen) Kugelhagel enden können. Zwar verwundert es ein wenig, dass unser Team nicht gleich Red bezüglich der Entführung in Verdacht hat (wer sonst wohl würde Tonys Kidnapping ohne Tote und so elegant durchführen?), aber lange werden unsere Agenten sicher nicht brauchen, um hier Schlüsse auf den Entführer zu schließen. Spannend.

Raymond Reddington

Last but not least müssen wir ein paar Worte über Red verlieren, der mit ganz eigenen Motiven hinter Ian her ist. Das große Geheimnis über die sterblichen Überreste schwebt dabei im Raum, wird selbstredend angesprochen, aber auch nicht gelüftet. War irgendwie klar.

Für Ian wird es diese Woche eng, aber durch den bag of bones hat er doch ein Druckmittel parat, welches Red gerne verschwunden sehen möchte. Wir erfahren hier, weshalb Garvey die Füße in den letzten Monaten stillhielt und noch nichts über Reds Geheimnis preisgegeben hat - ihm fehlt noch das vollständige Bild. Was auch immer das heißen mag...

Red auf der anderen Seite ist zwar in Topform (der doppelte Twist im Motelzimmer ist super), muss sich aber letztendlich Ians Forderung danach, den Zeugen verschwinden zu lassen, beugen. Zwar übergibt er Tony nicht dessen sicherem Tod, sondern behält ihn als Druckmittel, aber er beugt sich irgendwo doch der größeren Forderung. Wobei es kein Missverständnis daran geben kann, dass Ians Tage gezählt sind, sollte Red die Überreste wiedererlangen. Auch hier wieder eine spannende Geschichte. Uns ist zwar klar, dass der liebe Raymond am Ende die Oberhand behalten wird. Aber, wie er das anstellen möchte, bleibt fraglich.

James Spader in „The Blacklist“
James Spader in „The Blacklist“ - © NBC

Das Verhältnis zwischen Red und Liz stand schon zuvor auf dem Spiel, aber diese Woche spitzt sich die Lage weiter zu. Red arbeitet gegen Lizzies Wunsch, Toms (Ryan Eggold) Killer zu überführen, und lehnt sich damit sehr weit aus dem Fenster. Seine Tochter wird es ihm jedenfalls sehr übelnehmen, wenn sie erfährt, dass er hinter Tonys Entführung steckt. Und dann schwebt da noch die Offenbarung über den Leichnam im Raum, die sicher bald aufgelöst wird. Garveys Verhalten lässt darauf schließen, dass es sich dabei nicht nur um die Knochen einer Exagentin wie Katarina Rostova (Lotte Verbeek) handeln kann - dafür scheint die Sache einfach zu groß zu sein. Wir dürfen folglich weiter rätseln, welche Gebeine da so wichtig sind, dass Red sie aus der Welt haben will...

Fazit

Tolle Folge. Was zunächst nach einem interessanten Fall der Woche aussieht, entwickelt sich zu einer Reise in Lizzies Psyche und zu einem moralischen Standpunkt, der durchaus Sorgen bereiten darf. Red spielt erneut sein eigenes Spiel und kommt dem Feuer bedrohlich nahe. Mal abgesehen von kleineren Kritikpunkten eine sehr gelungene Episode, bei der ich mal 4,5 von 5 Sternen vergebe.

Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 15. März 2018

The Blacklist 5x16 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 16
(The Blacklist 5x16)
Deutscher Titel der Episode
Der Steinbock-Killer (Nr. 19)
Titel der Episode im Original
The Capricorn Killer
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 14. März 2018 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 29. Mai 2018
Autor
Taylor Martin
Regisseur
Bill Roe

Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x16

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