The Blacklist 3x04

Der Blacklister der Woche ist dieses Mal jemand, der seinen Kunden das Ausleben von Rachefantasien gewÀhrt. Um den Djinn ausfindig zu machen, wenden sich Red (James Spader) und Liz (Megan Boone zunÀchst an Aram (Amir Arison), denn ganz ohne die Hilfe des FBI geht es diesmal nicht.
Einmal mehr ist der Fall der Woche hier Mittel zum Zweck und dient bloĂ dazu, unseren beiden Hauptfiguren am Ende ein paar wichtige Informationshappen in die HĂ€nde zu spielen - Ă€hnlich wie Red bereits in der ersten Staffel bei den Blacklistern mit dem Sammeln von Puzzleteilen fĂŒr seine eigenen PlĂ€ne beschĂ€ftigt war. Somit können wir uns allmĂ€hlich darauf einstellen, noch mehr dieser FĂ€lle zu bekommen, bei denen am Ende weitere Informationen ergattert werden, die vermutlich dazu fĂŒhren werden, dass Liz ihren Namen wieder reinwaschen kann.
Die Geschichte des Djinns wird zunĂ€chst einfach gehalten, aber liefert natĂŒrlich wieder ein paar Wendungen auf dem Weg zum Ziel. So entpuppt sich beispielsweise nicht die dafĂŒr in Szene gesetzte Alice (Christina Cole) als die eigentliche Zielperson, sondern eine scheinbare Kundin des Djinns. Nasim Bakhash (Christine Tawfik) hat ihre Profession deshalb aufgebaut, um sich am Ende an ihrem Vater Bahram (David Diaan) zu rĂ€chen, der seinen homosexuellen Sohn einer Geschlechtsumwandlung unterzog.

Wie Nasim dabei an die Ressourcen kam, ihr Netzwerk aufzubauen, bleibt ein Geheimnis. Ebenso mysteriös bleibt es, dass ihr Bruder Hannid (Karan Oberoi) scheinbar nicht wusste, was mit seinem Ă€lteren Bruder passiert ist. Oder wie die groĂ angelegten Racheaktionen so lange unter dem Radar bleiben konnten. SchlieĂlich handelt es sich bei den erwĂ€hnten vergangenen AuftrĂ€gen des Djinns nicht gerade um BagatellfĂ€lle.
Was aber durchaus nachvollziehbar wird, ist die Motivation von Nasim, sich an ihrem Vater zu rĂ€chen, womit die Machenschaften des Djinns sich nicht mehr in ein simples Gut-Böse-Schema pressen lassen. Das wirft ein anderes Licht auf den Fall der Woche, auch wenn die Taten, die hier begangen werden, natĂŒrlich in keiner Weise gerechtfertigt sind.
ErwĂ€hnt werden sollte an dieser Stelle noch, dass Red durchaus bereit war, Nasim am Ende mitzunehmen. In Reds Augen und auch seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, als Nasim ihre Geschichte erzĂ€hlt, fĂŒhlt er mit ihr mit und versteht, weshalb sie ihren Vater in die Mangel nimmt. Liz hingegen verwehrt ihr die Flucht und sorgt somit dafĂŒr, dass sie vom FBI gefangen genommen wird - so, wie es jeder GesetzeshĂŒter wohl machen wĂŒrde.
Red & Liz
Es bleibt weiterhin interessant, Liz auf Reds Seite zu sehen. Die Unterhaltungen des ungewöhnlichen Teams sind auch dieses Mal wieder gelungen, wobei Spader (wie immer) dominiert. ErwĂ€hnenswert ist hier der Moment, als Liz ihre âdunkle Fantasieâ (die gar nicht so dunkel ist) erzĂ€hlt und Red dadurch mitgenommen wirkt. Die GeheimniskrĂ€merei um die Bedeutung, die Liz fĂŒr Red hat, wird uns erneut ins GedĂ€chtnis gerufen. Aber neue Informationen darĂŒber bekommen wir (wie so oft) nicht.
Aufschlussreich war auch Arams Reaktion auf den Besuch der beiden. Er glaubt daran, dass Liz unschuldig ist und zu Unrecht auf der Fahndungsliste steht - im Gegensatz zu seinen Kollegen Samar (Mozhan Marno) und Ressler (Diego Klattenhoff), die Liz sicher direkt in Gewahrsam genommen hĂ€tten. Wobei wir natĂŒrlich nicht vergessen sollten, dass Ressler zwar sehr entschlossen versucht, seine ehemalige Kollegin in die Finger zu bekommen, aber dies wohl eher deshalb macht, um die Ereignisse aus dem letzten Staffelfinale genauer zu beleuchten. Er hĂ€lt sich zwar streng an die Vorschriften, aber vor zwei Wochen hat er viel aufs Spiel gesetzt (was er nicht gemusst hĂ€tte), um Liz das Leben zu retten.
Was langsam allerdings etwas fade wird, ist die Flucht in letzter Sekunde, die Red und Liz auch diese Woche wieder gelingt. In den beiden Auftaktfolgen war das alles noch sehr spannend mit anzusehen, aber mittlerweile sind wir in der vierten Episode und kennen den Ablauf bereits. Um die Spannung wieder anzuziehen, muss sich da bald etwas Ă€ndern. Jedenfalls konnte man zehn Meilen gegen den Wind riechen, fĂŒr wen der Helikopter bestimmt war (und dass das FBI natĂŒrlich in dem Moment keinen eigenen zur Verfolgung parat hat).

Dembe
Eine Ăberraschung gab es im Handlungsbogen um Dembe (Hisham Tawfiq), der diese Woche zusammen mit Mr. Vargas (Paul Reubens) einen Fluchtversuch unternimmt. Aber die Freude ĂŒber die geglĂŒckte Flucht hĂ€lt nicht lange an, denn, nachdem Dembe Vargas gezeigt hat, wie er Red zu kontaktieren gedenkt, bekommt er als Dankeschön eine Kugel verpasst. In Wirklichkeit war es also Vargas' Aufgabe, Mr. Solomon (Edi Gathegi) zu helfen.
Vielleicht haben einige Zuschauer schon geahnt, welche Aufgabe Vargas tatsĂ€chlich hatte. Bei Solomons bisherigen Methoden wĂ€re es schlieĂlich durchaus denkbar gewesen, dass er nach der wenig aufschlussreichen Folter auf andere Mittel setzt, um von Dembe die nötigen Informationen zu erhalten. Da kĂ€me jemand, der zusammen mit Dembe ausbricht und anschlieĂend gezeigt bekommt, wie man mit Red Kontakt aufnimmt, gerade recht.
Nur: Steht Vargas nicht eigentlich auf Reds Seite? In Dr. James Covington und Dr. Linus Creel half er ihm jedenfalls, wobei seine LoyalitĂ€t besonders in ersterer Episode verdeutlicht wurde. Es wurde uns sogar vermittelt, dass er zu Reds nĂ€herem Vertrautenkreis gehört, weshalb man sich auch fragen kann, warum er den Weg zur Kontaktaufnahme mit Raymond nicht kannte. Es bleiben in Bezug auf Vargas somit noch einige Fragen offen. Aber die Frage, die uns wohl am meisten interessiert, ist das Schicksal von Dembe. WĂ€re doch schade, wenn er auf diese Weise aus der Serie treten wĂŒrde.
Red konnte derweil durch Leonard Cole (Ned Van Zandt) ein bisschen mehr ĂŒber Dembes Verbleib erfahren und wurde nun auch verstĂ€rkt auf Mr. Solomon aufmerksam gemacht. Die Konfrontation zwischen Reddington und Solomon rĂŒckt damit wieder ein kleines StĂŒck nĂ€her - ein Ereignis, auf das man sich freuen kann.
Tom Keen
Tom Keen (Ryan Eggold) macht sich diese Woche daran, fĂŒr Harold Cooper (Harry Lennix) auf eine neue Undercovermission zu gehen. Halt, das ist nicht ganz richtig! Was er macht, tut er natĂŒrlich in erster Linie fĂŒr Liz. Es besteht wohl kein Zweifel mehr daran, was er fĂŒr sie empfindet und wo seine PrioritĂ€ten liegen. Zuerst wartet er ĂŒber gefĂŒhlte Tage in einem Restaurant darauf, dass sie anruft und jetzt begibt er sich auf die Suche nach Karakurt (Michael Massee) ohne RĂŒckendeckung auf eine Geheimmission - alles, um ihr zu helfen.

Dabei macht es schon SpaĂ, Tom bei seinen Vorbereitungen zu beobachten. Besonders die Sequenz, in der er seinen einstudierten Text aufsagt, wusste dabei zu gefallen. WĂ€hrend der Naziplot der zweiten Staffel da teilweise lĂ€cherlich wirkte, scheint die neue Rolle viel besser ins Bild zu passen. Und ein erster Erfolg lĂ€sst sich diese Woche auch schon verbuchen, denn es gelingt Tom, die Aufmerksamkeit von Asher Sutton (Peter Vack) zu wecken - der erste Schritt in Richtung Karakurt.
Fazit
Eine weitere solide Folge, bei der vor allem die Nebenhandlungen mit ihren Entwicklungen punkten können. Die Haupthandlung mit Red und Liz auf der Flucht scheint sich hingegen von einem Fall zum nĂ€chsten zu hangeln, ohne groĂe Fortschritte zu verbuchen. Zudem kristallisiert sich dort ein wiederholendes Schema heraus. Da ist Vorsicht angesagt, denn, um die Spannungskurve hochzuhalten, bedarf es dann doch etwas mehr als dem, was diese Woche geboten wurde. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zur nĂ€chsten âThe Blacklistâ-Episode, âArioch Cainâ (3x05):
Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 23. Oktober 2015The Blacklist 3x04 Trailer
(The Blacklist 3x04)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 3x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?