The Blacklist 3x03

Dembe
Eine von zwei kleineren Nebenhandlungen zeigt uns Dembe (Hisham Tawfiq), der sich noch immer in der Gewalt von Mr. Solomon (Edi Gathegi) befindet und bislang noch keine verwertbaren Informationen über Raymonds (James Spader) Aufenthaltsort ausgeplaudert hat - trotz Folter. Die Daumenschrauben werden aber erneut angezogen, denn Dembe ist nicht der einzige, der sich in Solomons Gewalt befindet.
Viele Fortschritte gibt es in diesem Teil der Geschichte nicht zu verbuchen, allerdings ist Red darauf aufmerksam geworden, dass Dembe verschwunden ist und beauftragt Glen „Jellybean“ Carter (Clark Middleton) mit der Suche nach dem Vermissten. Dieser findet schließlich auch in den Videoaufnahmen des Restaurants, in dem Dembe seine Verhandlungen mit Solomon führte, einen entscheidenden Hinweis zu Dembes Schicksal.
Da Reddington nun im Bilde über die Lage seines Freundes ist (oder zumindest eine Vorstellung davon hat, was mit ihm passiert sein könnte), wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis er Dembe zu Hilfe eilen wird. Das verspricht interessant zu werden, auch wenn Glens Suche diese Woche weniger spannend war.
Tom Keen
Tom Keen (Ryan Eggold) ist Teil der zweiten Nebenhandlung, die sich ebenfalls interessant entwickeln könnte. Er bietet Ressler (Diego Klattenhoff) seine Hilfe an, doch dieser lehnt ab. Stattdessen scheint Harold Cooper (Harry Lennix) Interesse daran zu haben, Toms Hilfe wahrzunehmen.
Einerseits ist es schade, dass Donald auf seine Instinkte hört und mit Tom nichts zu tun haben will. Die beiden als Team wäre möglicherweise eine gute Kombination gewesen. Andererseits ist Ressler aber auf dem Pfad der Gerechten, wie seine entschlossene Suche nach der flüchtigen Lizzie (Megan Boone) uns Woche für Woche aufs Neue demonstriert. Von daher war es nicht verwunderlich, dass er dem zwielichtigen Tom einen Korb gibt und dessen Angebot ausschlägt - auch nachdem Cooper ihm zu verstehen gibt, dass er an seiner Stelle Toms Angebot angenommen hätte.
Cooper hingegen ist zur Zeit ein wandelndes Fragezeichen. Wir wissen, dass er Liz helfen möchte und sich in diesem Zusammenhang vorerst auf Karakurt (Michael Massee) fixiert hat. Die zugehörige Akte überreicht er am Ende Tom, der sich damit beschäftigen soll. Wohin dieser Handlungsstrang führt, lässt sich noch nicht genau vorhersagen. Alte Figuren in neuer Konstellation scheinen allerdings das Motto der dritten Staffel zu sein, von daher wird Coopers Zusammenarbeit mit Tom sicher (weiteren) frischen Wind in die Serie bringen.
Food crisis
Der Fall der Woche um Eli Matchett (Don Harvey) ist einer dieser typischen Fälle, die uns The Blacklist bereits mehrfach serviert hat. Das ist aber nicht ganz so schlimm, weil der Fokus größtenteils auf Red, Liz und dem FBI liegt, während Matchetts Machenschaften eher am Rande behandelt werden und eine zusätzliche Beigabe sind.
Schaut man sich die Firma Verdiant, die gentechnisch verändertes Saatgut für Feldprodukte entwickelt, trotzdem mal näher an, fragt man sich sofort, was das wohl für ein Unternehmen sein muss, das global agiert und mit einem speziell dafür zugeschnittenen Virus eine Hungerkrise auslösen könnte. Es gibt zwar tatsächlich solche Produkte - gentechnisch „verbesserter“ Mais, Kartoffeln, et cetera - aber es ist schon ziemlich weit hergeholt, hier von 90% der weltweiten Anbauprodukte zu sprechen. In dem Sinne wäre der Fall höchstens für Verschwörungstheoretiker ein gefundenes Fressen.
Zugute halten kann man dem Blacklister der Woche allerdings, dass dieser scheinbar einfache Fall wie so oft einige „doppelte Böden“ aufweist. So entblättert sich die Kette der Ereignisse erst nach und nach mitsamt kleinerer Wendungen und führt Red und uns schließlich zu Susan Hanover, die auch das Bindeglied zur Cabal-Gruppe darstellt.
Eli Matchetts Motive lassen sich übrigens sehr zwiespältig betrachten. Er will den Reichen (in diesem Fall der großen Firma Verdiant, die den kleinen Farmern das Leben schwer macht) eins auswischen, nimmt dafür aber in Kauf, dass es jede Menge Kollateralschäden gibt. Er macht sich keinerlei Gedanken darüber, dass auch der „kleine Mann“ extrem unter seinem Plan leiden wird. Zwar ist uns klar, dass hier Kritik an großen Unternehmen geübt werden soll und in gewisser Weise funktioniert das auch (schließlich steckte ja Hanover hinter allem), aber Matchett bleibt am Ende bloß ein verrückter Irrer, der aus dem Verkehr gezogen gehört.

Auf der Flucht
Unser Hauptaugenmerk liegt wieder auf Red und Liz, die sich trotz laufender Fahndung mit dem Fall Verdiant befassen. Dabei können sie sich glücklich schätzen, dass sie nicht länger in ihrer hübschen Containerwohnung auf offener See geblieben sind - denn das FBI um Ressler ermittelt schon zu Beginn der Episode in Nullkommanix, wie die beiden letzte Woche entkommen konnten. Ein bisschen zu effektiv, möchte man meinen - würden die immer so schnell darauf kommen, wo sich die Top Ten der Fahndungliste gerade befindet, wäre diese demnächst nicht mehr nötig, weil alle bösen Buben ruckzuck hinter Gittern wären. Aber gut, irgendwie müssen ja die spannenden Momente generiert werden, in denen Ressler bloß ein paar Sekunden zu spät dort auftaucht, wo Red und Liz gerade noch waren. Besser wäre es allerdings, wenn man die Güte der Ermittlungsarbeiten auf Dauer nicht derart überstrapazieren würde.
Das Team-up von Reddington und Keen weiß aber weiterhin zu gefallen. Erwähnenswert ist hier besonders der Vorfall mit dem Gesetzeshüter, der Liz zu schaffen macht. Die Situation lässt sich zwar als Notwehr auslegen - schließlich hob der Mann seine Waffe und wollte abdrücken - aber für sie ist es ein herber Schlag, möglicherweise Schuld am Tod eines Polizisten zu haben. Wenn sie in Reds Welt und an seiner Seite bleibt, wird sie bestimmt noch öfter in solche Situationen geraten. Ob sie dafür jemals bereit sein wird? In dieser Episode ist sie es offensichtlich noch nicht, und es ist nur schwer vorstellbar, dass sie sich jemals auf dieser Seite des Gesetzes wohlfühlen wird.

Aber das will sie ja auch gar nicht. Ziel ist es schließlich, die eigene Rehabilitation hinzubekommen - was Cabal bewirken könnte. Es sind genau zwei Forderungen, die Red durch Susan an die Gruppe stellt: Lizzie zu rehabilitieren und ihm den Director (David Strathairn) auszuliefern. Mal schauen, wie diese Forderungen angenommen werden. Mit Blick auf Solomons Suche nach Red scheint es allerdings unwahrscheinlich, dass die Gruppe sich da in nächster Zeit kooperativ zeigen wird. Im Gegenteil: Dembe wäre vielleicht ein wirksames Druckmittel, um Red vorerst Einhalt zu gebieten.
Fazit:
Nicht ganz so gelungen wie die beiden Auftaktepisoden, liefert uns Eli Matchett eher eine bessere Durchschnittsfolge der Serie. Die Mängel liegen hauptsächlich am Fall der Woche, aber auch in Sachen Tempo und Spannung wurde ein wenig zurückgeschraubt. Die beiden Nebenhandlungen befinden sich noch im Aufbau, wobei sich bei Dembe und Solomon sogar für diese Woche eine Art Stillstand verzeichnen lässt. Dennoch gefällt der Fokus auf unsere beiden Hauptfiguren und deren Häscher, denn trotz manch unglaubwürdig guter Ermittlungsarbeit entstehen dort die besten und spannendsten Momente der Folge. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
Promo zur Episode 3x03 der Serie „The Blacklist“: Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 17. Oktober 2015The Blacklist 3x03 Trailer
(The Blacklist 3x03)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 3x03
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