The Blacklist 2x21

The Blacklist 2x21

Karakurt ist in den USA und plant für die mysteriöse Organisation Cabal eine Reihe verheerender Anschläge. Können Liz Keene und Raymond Reddington das verhindern? The Blacklist erhöht zum Ende der zweiten Staffel das Tempo.

Liz Keen (Megan Boone) in der Episode „Karakurt“ / (c) NBC
Liz Keen (Megan Boone) in der Episode „Karakurt“ / (c) NBC
© (c) NBC

Während dieser neuen Episode von The Blacklist kam mir ständig der Gedanke, dass hier eine Geschichte in eine einzige Folge gequetscht wird, die viel mehr verdient hätte, vielleicht sogar eine ganze Staffel - aber mindestens eine halbe. Das Format würde der Actionserie 24 dann noch mehr ähneln, hätte aber vielleicht auch die Möglichkeit, an deren bisweilen hervorragende Qualität heranzureichen.

It's a false flag operation

Weil die Erzählzeit aber so stark komprimiert wird, bleibt kaum Spielraum, um die Handlung einigermaßen kohärent vorzutragen. Für mich muss bei Serien nicht immer jedes Handlungsdetail vollkommen logisch konstruiert sein. Wenn aber solch eklatante Lücken klaffen wie in Karakurt, dann ärgert mich das. Dann habe ich das Gefühl, dass sich die Autoren schlicht zu wenig Mühe geben, dass sie glauben, ihren Zuschauern würden solche Ungereimtheiten nicht auffallen.

Warum hat man Karakurt nicht einfach schon vor fünf oder sechs Episoden eingeführt? Dann hätte man sich auch all die Lückenfüller sparen können. Und man hätte Zeit gehabt, um die Motivationen all jener Spieler zu beleuchten, über die wir bisher nichts wissen. Die mysteriöse Organisation ist ebendas: mysteriös. Wir kennen ihre Beweggründe nicht, wir wissen nur, welche Ziele sie verfolgt. Einen neuen Kalten Krieg anzetteln oder Liz Keen (Megan Boone) als russische Spionin brandmarken, ist ja schön und gut. Aber wozu das Ganze?

Wir werden es wohl nie erfahren. Wir werden nur von einem Twist zum nächsten geschleift. Auch 24 hatte viele Logiklücken und kaum nachvollziebhare Wendungen, doch die Bösewichte, überhaupt die Figuren, bekamen anständige Motivationen und Vorgeschichten zuerkannt. Wir Zuschauer konnten dadurch verstehen, was diese Charaktere antreibt - und konnten so mit ihnen mitfiebern. Bei The Blacklist passieren Dinge einfach, weil das Drehbuch es so vorsieht. Die Autoren richten sich nicht nach einer vorhandenen Charakterzeichnung, es ist andersrum: Die Charakterzeichnung richtet sich nach dem Plot.

Bestes Beispiel hierfür ist diese neue Episode, die an ihrem Ende Liz zum Ziel des Cabal macht, obwohl das keinen nachvollziebharen Grund hat. Klar, das Autorenteam wird im Staffelfinale schon irgendeinen aus dem Hut zaubern. Der mag etwas mit der ominösen Katerina Rostova - Liz' angeblicher Mutter - zu tun haben oder auch nicht. Vielleicht will der Cabal mit dieser neuen Volte ja auch Reddington (James Spader) erpressen. Vielleicht, weil er Liz' Vater ist?

Keep your eyes open and your mouth shut

In diesem Falle hätten die Dunkelmänner Liz ja auch einfach entführen können. Schließlich sind sie laut ihrer Aussage so mächtig, dass sie sogar wissen, wie man an Reddington selbst rankommt. Noch mächtiger als der amerikanische Geheimdienstapparat - kein Wunder, haben sie diesen doch erfolgreich infiltriert, siehe Tom Connolly (Reed Birney). Durch das Ende wird denn auch ein Großteil der Episode obsolet, liefen doch bis hierher alle Handlungsstränge darauf hinaus, dass Liz vom Cabal zur russischen Spionin gemacht wird.

Es war also alles eine riesige Verschwörung, ja? All die Ermittlungserfolge von Red und des FBI haben dazu geführt, dass Liz als Trägerin eines Supervirus zur unfreiwilligen Täterin wird. Hierfür mussten so viele Rädchen passgenau in die nächsten greifen, so viele Unwahrscheinlichkeiten wahrscheinlich werden, dass es fast schon unmöglich ist, daraus eine glaubwürdige Geschichte zu stricken. Die Lösung für alles? Der Cabal ist übermächtig. Wir werden in der kommenden Episode eine Antwort auf die Frage bekommen, was die Organisation mit dieser Aktion bezweckt. Dieses Ziel wäre angesichts ihrer Allmacht wohl aber mit großer Sicherheit auch ohne die Beschuldigung von Liz erreichbar gewesen.

Doch der große Überraschungsmoment musste her. Jetzt haben wir ihn. Bald werden wir die Motivation dahinter erfahren. Sie wird sich wahrscheinlich leer und ernüchternd anfühlen. Aber dann können wir ja wieder zurückkehren zur Frage aller Fragen. Ihr wisst schon, was ich meine.

Verfasser: Axel Schmitt am Freitag, 8. Mai 2015

The Blacklist 2x21 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 21
(The Blacklist 2x21)
Titel der Episode im Original
Karakurt
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. Mai 2015 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 16. Juni 2015
Autor
Daniel Knauf
Regisseur
Steven A. Adelson

Schauspieler in der Episode The Blacklist 2x21

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?