The Blacklist 2x22

The Blacklist 2x22

Die zweite Staffel von The Blacklist geht mit Tom Connolly unspektakulär, aber zutiefst befriedigend zu Ende. Die meisten Handlungsbögen der ersten beiden Staffeln sind nun abgeschlossen, gleichzeitig öffnen sich neue dramaturgische Spielwiesen - ein echter Gamechanger!

Liz Keen (Megan Boone) gehört nun zu den meistgesuchten Verbrechern Amerikas. / (c) NBC
Liz Keen (Megan Boone) gehört nun zu den meistgesuchten Verbrechern Amerikas. / (c) NBC
© (c) NBC

Auf allen erdenklichen Kanälen, sogar in den Reviews amerikanischer Kollegen, ist das Finale der zweiten Staffel von The Blacklist mit „Masha Rostova“ betitelt, dem angeblichen Geburtsnamen von Elizabeth Keen (Megan Boone). Nach dem Vorspann steht nun aber der Blacklist-Name Tom Connolly da. Die entsprechende Seite des Networks NBC zeichnet die Episode ebenfalls mit diesem Titel aus.

I would rather die than be part of this

Diese Diskrepanz spiegelt sich denn auch im Verlauf der Episode wieder, denn Tom Connolly ist ein echter Gamechanger: Am Ende ist nichts so, wie es einmal war. Die Partnerschaft von Liz Keen, ihrem sin eater Raymond Reddington (James Spader) und dem FBI stand zwar von Beginn an auf wackligen Füßen, ich hätte aber nicht erwartet, dass es zu einem solch irreversiblen Bruch kommen würde. Dafür gehört den Autoren der Episode, John Eisendrath und Showrunner Jon Bokenkamp, gehöriger Respekt ausgesprochen.

Statt die Ereignisse der letzten Episode einfach wieder geradezubiegen und für die kommende dritte Staffel alles wieder auf Anfang zu stellen, trauen sie sich eine Neuausrichtung ihrer Geschichte zu. Zunächst erzählen sie aber auf ziemlich unspektakuläre Weise ihre bisherigen Handlungsbögen zu Ende. Liz Keen wird wegen des tödlichen Anschlags auf den Senator verhaftet - so weit läuft alles nach dem Plan der mysteriösen Schattenorganisation Cabal und ihres Handlangers Tom Connolly (Reed Birney).

Doch Harold Cooper (Harry Lennix), der aufrichtige Chef der FBI-black site, will sich nicht weiter den immer irrsinnigeren Forderungen Connollys beugen. Muss er auch nicht, findet er im Laufe der Episode doch heraus, dass die Krankheit, mit der sich Connolly seine Loyalität sicherte, frei erfunden war. Cooper verbündet sich jedenfalls mit Reddington, um Liz aus der Haft zu holen. Das funktioniert auch, obwohl sie auf die gnädige Hilfe des überraschend auftauchenden Donald Ressler (Diego Klattenhoff) angewiesen sind.

Nun, da sich Liz wieder in Freiheit befindet, geht es an die Aufarbeitung der Verschwörung. Reddington versammelt gleichzeitig die besten investigativen Journalisten des Landes, um ihnen ganz Edward Snowden-mäßig die Informationen aus dem Fulcrum zuzuspielen. Während der Jagd nach dem vom Cabal beauftragten russischen Agenten Andropov können Liz und Tom (Ryan Eggold) dessen Tod aber nicht mehr verhindern. Mit ihm stirbt die vermeintlich letzte Quelle, die Liz über die Identität ihrer Mutter, Katerina Rostova, aufklären kann.

I never wanted you to be like me

Von diesem Erlebnis aufgewühlt, flüchtet sie sich erst einmal in die Arme ihres Ex-Verlobten. Nun will sie doch alles hinter sich lassen und einfach nur abhauen. Doch Tom, der sie kurz zuvor noch zu ebendieser Flucht überreden wollte, erkennt: „Wenn Du jetzt mit mir fliehst, wirst Du niemals Antworten bekommen.“ Und weil es sich bei The Blacklist um eine Serie handelt, die sehr spärlich mit der Aufklärung von Geheimnissen umgeht, erkennt Liz, dass ihr neuer alter Lover Recht haben könnte. Also zurück zu Cooper und Connolly, Informationen sammeln.

Der machtberauschte Generalbundesanwalt gibt diese denn auch freimütig preis. Er wolle die gesamte FBI-Taskforce zerschlagen und Reddington auf den elektrischen Stuhl bringen. Das ist zuviel für Liz: Ohne lange zu fackeln, erschießt sie Connolly. Nun gibt es endgültig keinen Rückweg mehr. Ein Gutes hat dieses traumatische Erlebnis indes: Es weckt Erinnerungen, die von Red einst ausgelöscht worden waren. Liz sieht sich darin als kleines Mädchen, das in der ominösen Nacht des Feuers ihren eigenen Vater erschießt.

Sie erkennt, dass Red nicht gelogen hat, als er von sich als Sündenbock für seine Nächsten gesprochen hat. Umso leichter fällt es ihr, den gleichen Status anzunehmen, den ihr Schutzengel schon sein halbes Leben mit sich herumschleppt - als Eintrag auf der Most Wanted List des FBI. Wir befinden uns da schon im Epilog der Episode, der zu den Klängen von Elton Johns „Rocket Man“ die Schicksale sämtlicher Hauptfiguren erzählt: Cooper wird für den Mord an Connolly verhaftet, der Director (David Strathairn) studiert die Schlagzeilen über sich und seine Organisation, Tom Keen verschwindet auf seinem Boot und Ressler ist neuer blacksite-Chef.

In der dritten Staffel können wir also mit einer Neuausrichtung von The Blacklist rechnen - vielleicht ist es genau das, was die Serie nach dieser sehr holprigen zweiten Staffel braucht. Ich habe ja bereits angekündigt, dass ich dann keine Reviews mehr schreiben werde. Bei Episoden wie dieser werde ich da schon fast ein bisschen wehmütig.

Verfasser: Axel Schmitt am Freitag, 15. Mai 2015

The Blacklist 2x22 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 22
(The Blacklist 2x22)
Deutscher Titel der Episode
Masha Rostova
Titel der Episode im Original
Tom Connolly
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. Mai 2015 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 23. Juni 2015
Autoren
John Eisendrath, Jon Bokenkamp
Regisseur
Michael W. Watkins

Schauspieler in der Episode The Blacklist 2x22

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