The Blacklist 2x06

Zu Beginn der neuen Episode der NBC-Actionserie The Blacklist bekommen wir Zuschauer einen Einblick in die Kindheitsgeschichte von Dembe (Hisham Tawfiq), dem treuen Assistenten von Raymond „Red“ Reddington (James Spader). Freilich wird erst am Ende der Episode enthüllt, dass es sich tatsächlich um Dembe handelt - eine gelungene Abwechslung zur sonst so starren und undurchsichtigen Charakterzeichnung einer Figur, die seit der Pilotepisode mitmischt.
Somebody's poaching the poachers
Reddington stößt seinen Protegé Elizabeth „Liz“ Keen (Megan Boone) daraufhin auf die Spur des berüchtigten „Mombasa-Kartells“, das sich auf die Jagd gefährdeter Tierarten spezialisiert hat. Er offeriert dabei einen seltenen Einblick in sein Seelenleben, als er durchblicken lässt, dass ihm Tierschutz besonders am Herzen liegt. Derweil wird ein mit dem Kartell assoziierter Tierhändler in einem Pariser Hotelzimmer ermordet und mit einem Ohrstecker versehen. Seine Leiche wird wenige Tage später an der Küste der russischen Halbinsel Kamtschatka angespült. Nachdem Liz zunächst ob Reds Vorschlag skeptisch war, sieht das FBI nun ausreichend Gründe, um den Fall anzunehmen. Die Entscheidung wird durch den Fund einer zweiten Leiche in Japan validiert.
Liz wird derweil von ihrem Bodyguard mit dem Codenamen „Ronaldo“ in das ominöse Kellerverlies gerufen, da es dort ein großes Problem gebe. Unter einem Vorwand stiehlt sie sich aus dem FBI-Quartier. Gespannt warten wir Zuschauer auf die Auflösung, was wohl hinter der rätselhaften Tür stecken mag. Zunächst fordert Ronaldo seine unerwartete Mitstreiterin aber dazu auf, Reddington von dem Problem zu berichten. Sie reagiert jedoch damit, ihn verhaften zu lassen und sich dadurch Zeit zu erkaufen. Reddington landet einmal mehr in den Abendnachrichten, was eine mittelgroße Überraschung ist, stolziert er doch nunmehr seit knapp dreißig Episoden ohne größere Vorsichtsmaßnahmen durch Washington. Der in den Medien als „Concierge of Crime“ Betitelte durchschaut Liz' Plan jedenfalls sofort, schafft es aber nicht, sie zum Verrat ihres Geheimnisses zu bewegen.
In den Wäldern Alaskas treibt indes eine unheimliche Familie ihr Unwesen. Die Kincaids haben ihr Leben der Taxidermie verschrieben. Das Ausstopfen und Präservieren von Tieren ist ihnen aber schon lange nicht mehr genug. Sie sind dazu übergegangen, Menschen zu ermorden, zu häuten und in lebensechte Puppen zu verwandeln. Ermittlungsgenie Aram Mojtabai (Amir Arison) kommt ihnen schließlich auf die Spur. Seine Ermittlungserfolge präsentiert er stolz.
Die neue Kollegin und potentielles love interest Samir Navabi (Mozhan Marno) hatte ihm zuvor einen vielsagenden Blick zugeworfen, als sie referierte, zu welchen Zwecken (unter anderem bei Erektionsstörungen) die Produkte von Tierhändlern eingesetzt würden. Diese kleinen Charaktermomente waren in der ersten Staffel größtenteils auf Red und Liz beschränkt, nun statten die Autoren auch ihre Nebenfiguren damit aus. Schön.

FBI-Agent Donald Ressler (Diego Klattenhoff) macht sich auf den Weg nach Alaska, um dort die Machenschaften der Kincaids aufzudecken. Er ist offensichtlich abhängig von Schmerzmitteln und scheut nicht davor zurück, sich selbst körperliches Leid zuzufügen, um an neuen Stoff zu kommen. An der Hütte der Horrorfamilie angekommen, dauert es nicht lange, bis er in deren Fänge gerät. Er befindet sich dort in Gesellschaft eines chinesischstämmigen Tierhändlers, den er selbst wenige Stunden zuvor noch befragt hatte. Nach kurzer Inhaftierung in einem Tierkäfig werden beide entlassen - aber nicht in Freiheit, sondern für die Jagd des jüngeren Kincaid-Sohnes Matthew (Carel Struycken, der Riese aus Twin Peaks!). Mit einer List gelingt es Ressler jedoch, seinen Häscher zu überwältigen.
One hand washes the other
Red deckt unterdessen ein Komplott zwischen Familie Kincaid und seinem Bekannten Jeff Pearl (Peter Fonda) auf. Der geriert sich vordergründig als Kämpfer gegen den Tierhandel. In Wahrheit versucht er - laut eigener Aussage -, ein Monopol im weltweiten Tierschmuggel zu erlangen. Nur so könne dieser Markt wirksam kontrolliert werden. Vor dem kurzen Exkurs in rudimentäre Grundlagen der Makroökonomie erfahren wir zudem, dass Pearl seine Konkurrenz eliminieren will, indem er die führenden Köpfe einzeln an die Taxidermisten ausliefert. Red glaubt ihm diese Geschichte zwar, lässt ihn aber trotzdem nicht leben. Der gute Dembe plädiert noch für das Leben des Mannes, Red gibt jedoch lieber seinen persönlichen Rachegelüsten den Vorzug - natürlich nicht, ohne zuvor noch eine Liste der Anführer des Mombasa-Kartells zu akquirieren.
Die Creep-Familie begeht schließlich kollektiven Selbstmord, Skye (Phyllis Somerville) und „Buttercup“ gar in einer Badewanne. Red, der sich schon zuvor bei seiner vermeintlichen Tochter Zoe (Scottie Thompson) als „Kenneth“ vorgestellt hatte, verbringt mehr Zeit mit ihr. Sie scheint sehr angetan von dem charmanten Bösewicht. Da Red sie bisher nicht explizit als seine Tochter bezeichnet, sondern Liz lediglich eine solche Vermutung geäußert hat, gehe ich einfach mal davon aus, dass wir irgendwann erfahren, dass sie tatsächlich nicht seine Tochter ist.
Bis zur Aufklärung darüber müssen wir uns bestimmt noch viele Episoden gedulden. Immerhin erfahren wir in The Mombasa Cartel, wen Liz im geheimnisvollen Kellerverlies gefangen hält. Es ist niemand Geringeres als ihr Ehemann Tom (Ryan Eggold)! Was sie mit ihrem Gefangenen anfangen will, erfahren wir indes nicht. Trotzdem: Ein Anfang ist gemacht. Endlich.
Verfasser: Axel Schmitt am Dienstag, 28. Oktober 2014The Blacklist 2x06 Trailer
(The Blacklist 2x06)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 2x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?