The Blacklist 2x04

The Blacklist 2x04

In Dr. Linus Creel schafft es The Blacklist wieder, den übergreifenden Handlungsbogen mit der Episodengeschichte zu verbinden. Das macht den Fall der Woche um eine Verschwörung der Regierung interessanter. Unverständlich bleibt der Umgang der Serie mit ihren Geheimnissen.

Das gesamte Team jagt Dr. Linus Creel. / (c) NBC
Das gesamte Team jagt Dr. Linus Creel. / (c) NBC

Dr. Linus Creel (David Costabile) ist ein Psychologe, der für ein geheimes Programm der amerikanischen Regierung namens Sub-Project 7 Sozialexperimente durchführt. Dabei identifiziert er mögliche Träger des sogenannten Killergens, um ihren vermeintlich angeborenen Tötungsdrang zur Explosion zu bringen. Deshalb verzeichnet das FBI einen Anstieg von Gewalttaten durch unbescholtene Bürger.

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Seine Nachforschungen werden von einem verdeckten Budget der Regierung finanziert und von einem anerkannten Politiker überwacht. Am Ende kommt heraus, dass Creel mit seiner Forschungsarbeit das Ziel verfolgte, eine Behandlung für die Träger des Killergens zu finden und ihnen Hilfe anzubieten. Für ihn sind diese Menschen nämlich Opfer ihrer genetischen Prädisposition, Geisel des Gencodes ihrer Eltern. Die Regierung hat jedoch an therapeutischen Maßnahmen keinerlei Interesse, sie will aus den Trägern Killermaschinen machen. Oder so - ganz klar wird das nicht.

Um Einsichten in Creels bisherige Forschungsarbeit zu bekommen, erklärt sich Liz Keen (Megan Boone) bereit, sich als mögliche Kandidatin für seine Experimente auszugeben. Sie gibt vor, sich wegen ihres dauerhaft untreuen Ehemanns namens Tom das Leben nehmen zu wollen. Im Verlauf des Gesprächs lässt sie jedoch erahnen, dass sie viel lieber anderen Menschen Leid zufügen würde. Spätestens da spitzt Creel die Ohren. Im Überwachungsfahrzeug, wo Aram Mojtabai (Amir Arison) und Samir Navabi (Mozhan Marno) dem Gespräch lauschen, werden indes Wetten darüber abgeschlossen, welcher Teil ihrer Geschichte wahr ist.

Zwar glaubt Navabi am Ende, dass sie die Wette verloren hat. Im Verlaufe des Gesprächs stellt sich jedoch heraus, dass Liz überwiegend die Wahrheit erzählt. Dies ist denn auch der interessanteste Teil dieser Episode. Wir erfahren nicht wirklich etwas Neues, bekommen jedoch einen seltenen Einblick ins Seelenleben der gebeutelten Agentin. Zwangsläufig kommt sie dabei auch auf die nebulöse Rolle ihres Vaters zu sprechen, der angeblich bei einem Feuer umgekommen ist, als sie gerade einmal vier Jahre alt war.

Es gehört mittlerweile zum guten Ton der Serie, wiederholt minimale Hinweise auf Reds (James Spader) mögliche Vaterschaft zu streuen, diesen aber nie ernsthaft nachzugehen. Ich habe aufgehört, mich darüber zu echauffieren, machen die Autoren doch ein ums andere Mal deutlich, dass sie keinerlei Interesse an einer Aufklärung dieses mysteriösen Verwandschaftsverhältnisses haben.

How much does she know?

Deswegen hielt sich auch mein Interesse am Abschlussgespräch zwischen Liz und Naomi Hyland (Mary-Louise Parker) in Grenzen. Darin wurden einmal mehr enigmatische Andeutungen gemacht, die aber kaum zu entziffern sind. Natürlich muss Naomi verschwörerisch säuseln, dass Red nicht der ist, für den Liz ihn hält. Und als die Unterhaltung zwischen den beiden interessant zu werden droht, platzt Red herein und begräbt die Hoffnungen von Liz und die der Zuschauer auf zumindest punktuelle Aufklärung.

Zuvor hat Red mithilfe seines neuen Sidekicks Mr. Vargas (Paul Reubens) dafür gesorgt, dass Frank Hyland (Lee Tergesen) seine Ehefrau dazu überredet, Reds Fluchtplan wahrzunehmen und die Familie in Sicherheit zu bringen. Bevor das Ehepaar Hyland aber in seine neue Existenz aufbrechen kann, raunt Naomi ihrem Exmann noch eine letzte Mahnung entgegen: „You need to tell her.“ „Du musst es ihr erzählen.“ Was immer „es“ auch sein mag.

Immerhin erfahren wir von einem ungewohnt ehrlichen Red, dass der Scharfschütze in seinem Auftrag handelt, um Liz zu beschützen. Sie will das alles gar nicht, hat aber wohl keine andere Wahl, als sich weiter beschatten zu lassen. Am Ende genehmigt sie sich ein Feierabendbier und überlegt, ob sie eine verschlossene Tür mit den entsprechenden Schlüsseln öffnen soll. Waren das die Schlüssel, die sie einst bei Tom gefunden hatte? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir diesen Schauplatz schon einmal gesehen hätten. Mit einer schnellen Aufklärung dieses neuen Rätsels sollten wir aber nicht rechnen.

Hat man sich einmal damit abgefunden, dass die präsentierten Geheimnisse nur sehr langsam oder auch gar nicht aufgelöst werden, kann man mit The Blacklist einigen Spaß haben. Wenn, wie in Dr. Linus Creel, die Rolle des Episodenbösewichts glänzend besetzt ist und Spader als Reddington zu witziger Hochform aufläuft, offenbart die Serie ihr gemütliches Unterhaltungspotential. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Verfasser: Axel Schmitt am Dienstag, 14. Oktober 2014

The Blacklist 2x04 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 4
(The Blacklist 2x04)
Titel der Episode im Original
Dr. Linus Creel
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 13. Oktober 2014 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 16. Dezember 2014
Autor
Mike Ostrowski
Regisseur
Michael W. Watkins

Schauspieler in der Episode The Blacklist 2x04

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