The Blacklist 10x12

The Blacklist 10x12

In der Folge „Dr. Michael Abani“ der US-Serie „The Blacklist“ erhält Dembe einen Hilferuf aus der Vergangenheit. Während der Fall sich entwickelt, taucht für Cooper und die Taskforce eine neue Bedrohung auf, die ihre Arbeit infrage stellen könnte.

Hisham Tawfiq in der Serie „The Blacklist“
Hisham Tawfiq in der Serie „The Blacklist“
© NBC

Dr. Michael Abani

Erneut gibt es keinen Blacklister im eigentlichen Sinne, denn Dr. Michael Abani (Cyrus Farmer) ist mit Sicherheit kein Verbrecher, sondern kümmert sich um seine Patienten, die in Krisengebieten zu Hause sind. Seine Verhaftung samt drohender Exekution ist vielmehr der Aufhänger zur aktuellen Folge, die uns in Dembes (Hisham Tawfiq) Vergangenheit führt und diese beleuchtet. Dabei kommen die Ereignisse in Marseille zur Sprache und wir erfahren, weshalb aus dem jüngeren Dembe (Emeka Anammah) und Aissa (Zainab Jah und Sibongile Mlambo in der jüngeren Version) kein Paar wurde.

Währenddessen ist die Taskforce auf der Suche nach Raymond Reddington (James Spader), der Agnes (Sami Bray) einen Besuch abstattet und später auch Dembe unterstützen soll. Denn der Kongressabgeordnete Arthur Hudson (Toby Leonard Moore) ist auf die sogenannte „Taskforce 836“ aufmerksam geworden, die ein ungeheures Budget verschlingt. Er will sich mit Panabaker (Deirdre Lovejoy) treffen und unangenehme Fragen stellen, womit Cooper (Harry Lennix) unter Druck gerät, weil die letzten Resultate unserer Taskforce weniger erfreulich waren.

Für mich ist diese Episode mehr oder weniger zwar „nur“ ein Filler, aber wenn Dembe im Vordergrund steht und zudem noch von Donald (Diego Klattenhoff) und Red unterstützt wird, natürlich willkommen. Außerdem tut sich mit Hudson eine neue Bedrohung auf, die noch brisant werden und einen anderen Weg aufzeigen könnte, weshalb es sich hier um die letzte Staffel handelt. Ob dieser Weg jetzt verfolgt und nicht nächste Woche bereits abgehandelt wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Dembe und Aissa

Ich wurde diese Woche tatsächlich positiv überrascht, denn mir haben alle Rückblicke darauf, wie Dembe und Aissa sich kennen und lieben gelernt haben, sehr gefallen. Da wurde eine Lücke gefüllt, die uns zeigt, weshalb die beiden zusammengekommen sind und weshalb sie sich wieder getrennt haben, obwohl sie offensichtlich noch immer sehr viel füreinander empfinden. Im Grunde genommen eine tragische Geschichte, für die der Faktor „Red“ verantwortlich ist. Aber mehr Dembe ist immer gut und wir erfahren endlich, was damals in Marseille passiert ist, als er Red das Leben rettete und deshalb ein entscheidendes Dinner mit Aissa verpasst hat beziehungsweise zu spät kam.

Sowohl die jüngeren als auch die älteren Darsteller machen hier einen sehr guten Job und liefern die Emotionen ab, die uns treffen. Wenn dann auch noch Isabella (Danaya Esperanza) und Ella (Leah Janvier) auftauchen, ist Dembes kleine Familie komplett.

Storytechnisch wurde der Verlobte von Aissa im Jemen verhaftet und soll in 72 Stunden hingerichtet werden. Da Dr. Abani kein US-Bürger ist, muss Aissa auf die Hilfe von Dembe hoffen, der von seinen Kollegen unterstützt wird. Donald hilft ihm am meisten, wenn beide zum Beispiel Jonathan Rapchinski (Paul Fitzgerald) befragen, der sich später (für uns wenig überraschend) als Übeltäter entpuppen soll. Aber ohne die Hilfe von Raymond hätte es für Abani und Aissa ein böses Ende gegeben.

Zainab Jah in „The Blacklist“
Zainab Jah in „The Blacklist“ - © NBC

Was mich am meisten bewegt hat, ist die Gutherzigkeit, die Dembe in fast jeder Szene zeigt. Er hätte auf Aissas Hilferuf nicht reagieren müssen, er hätte jede Hilfe ablehnen können, nachdem er erfahren hat, dass er ihren Verlobten retten soll. Aber Dembe ist treu, was damals auch für Red galt, dem er das Leben gerettet hat und somit setzt er alle Hebel in Bewegung, um den Wünschen von Aissa nachzukommen. Ob er zwischenzeitlich gehofft hat, wieder mit Aissa zusammenzukommen, falls Abani der Missetäter gewesen wäre? Gut möglich, wobei Aissa aber noch immer so resolut ist wie damals, als sie mit Dembe im schwangeren Zustand Schluss machte, weil er sie belogen hat. Und wir haben natürlich im Hinterkopf, dass Dembe als Reds rechte Hand zwar treu war, aber mitunter auch für seinen Boss und Lebensretter tödlich unterwegs war.

Als kleinen Kritikpunkt an dieser Geschichte hätte ich nur, dass Dembe für Aissa Kontakt zu Red aufnimmt und dafür einen Weg wählt, den er der Taskforce vorenthält. Denn daraus lässt sich schließen, dass er Reds Geheimnisse weiterhin bewahrt und noch nicht vollständig im Team FBI angekommen ist. Aber das soll nur ein kleiner Kritikpunkt sein, denn ohne Reds Unterstützung wäre diese Geschichte wesentlich tragischer ausgegangen, als sie ohnehin schon war. Apropos Red, wieder einmal löst er ein Problem auf seine Art und Weise und darf den Tag retten, ohne dass unser Team davon profitiert. Womit wir zum nächsten Thema kommen.

Hudson vs. Taskforce

Nachdem ich mich jetzt mehrere Wochen darüber beschwert habe, dass Cooper und zuletzt auch Panabaker den Schwamm über gewisse Ereignisse legen, gibt es mit Arthur Hudson jetzt jemanden, der die Arbeit der Taskforce in Frage stellen wird. Entsprechend benötigt Harold neue und frische Resultate, die den Nutzen unseres Teams aufzeigen, denn auf die alten kann er nicht mehr zurückgreifen. Blöd nur, dass Red aktuell nicht gerade kontaktfreudig ist und neue Fälle beziehungsweise Blacklister eine Rarität darstellen, eben weil unser „Concierge of Crime“ seinen Namen aus dem Archiv heraushalten möchte.

Harold befragt in Bezug auf Hudson einen alten Kontakt - Edwards (Malachy Cleary) - und erfährt, dass mit Hudson tatsächlich nicht gut Kirschen essen ist. Der Kongressabgeordnete hat eine Nase dafür, geheime Operationen aufzudecken, die unnötig viel Geld verschlingen und widmet sich jetzt der Taskforce unseres Teams, womit dringend ein neuer Blacklister her muss, den unser Team verhaften kann. Bleibt zu hoffen, dass Cooper dahingehend bald wieder Erfolge verzeichnen kann, aber aktuell sieht es mau aus.

Mir wäre es natürlich lieber gewesen, wenn sich die Staffelgeschichte in Richtung „Red vs. Taskforce“ entwickelt hätte, aber die Untersuchung, die Hudson jetzt einleitet, dürfte ähnlich spannend werden. Daher sind Fälle gefragt, in denen unsere Taskforce mit der Hilfe von Red Verhaftungen vornehmen kann, um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Oder Cooper müsste zusehen, dass er die alten Fälle wieder auf den Stand bringt, den sie einst hatten. So schwer sollte das nicht sein, denn HexRoot hat ja „nur“ den Namen Raymond Reddington gelöscht, daher sollte es möglich sein, die alten Fälle zu rekonstruieren.

Raymond Reddington

Es ist schon fast witzig, wie Red den Kontakt mit Cooper umgeht, aber trotzdem in der Lage ist, Agnes einen Besuch abzustatten. Diese Nebengeschichte, die viel Eiscreme und Filme beinhaltet, hätte Harold eigentlich voraussehen müssen. Schließlich ist Agnes die wichtigste Person in Reds Leben und die Einzige, die er regelmäßig besucht. Daher hätte Harold auf die Idee kommen müssen, das eigene Heim zu überwachen, um Red ausfindig zu machen.

Sami Bray und James Spader in „The Blacklist“
Sami Bray und James Spader in „The Blacklist“ - © NBC

Was Red angeht, machen ihn seine Besuche bei Agnes sympathischer denn je. Auch, dass er Dembe im aktuellen Fall hilft, zeugt von Treue gegenüber denjenigen, die ihm wichtig sind oder waren. Entsprechend haftet auch Raymond ein gewisses Maß an Treue und Gutherzigkeit an, wenngleich seine Methoden fragwürdig bleiben. Die große Frage ist jetzt, ob er bereit ist, unserer Taskforce neue Fälle zu bescheren, mit denen sie Hudson überzeugen können. Denn das ist das neue und aktuelle Problem, welches es zu lösen gilt. Mit dem Ausscheiden von Wujing (Chin Han) sollte unser Fedoraträger jedenfalls seine Position neu überdenken und denjenigen helfen, die darauf vertrauen, dass er sie nicht im Stich lässt.

Fazit

Diese Woche gibt es mit Dembes und Aissas Geschichte kaum etwas zu meckern. Mir hat es jedenfalls gefallen, wie diese kleine Lücke gefüllt wurde und dass Reds ehemalige rechte Hand dabei im Vordergrund stand. Mit Arthur Hudson gibt es außerdem eine neue Bedrohung, die die Taskforce in Frage stellen könnte. Nicht wirklich das, was ich mir vorgestellt hatte, aber Hauptsache eine relevante Bedrohung. Und Red? Da bleibt abzuwarten, wie er weiter vorgehen wird. Ich würde dreieinhalb von fünf Sternen springen lassen. Und Ihr?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 20. Mai 2023
Episode
Staffel 10, Episode 12
(The Blacklist 10x12)
Deutscher Titel der Episode
Dr. Michael Abani (Nr. 198)
Titel der Episode im Original
Dr. Michael Abani
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 14. Mai 2023 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 12. August 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 12. August 2023
Autoren
Jon Bokenkamp, Lukas Reiter, Katie Bockes, Jon Bokenkamp
Regisseure
Cort Hessler, Michael Caracciolo, Matthew McLoota, John Terlesky

Schauspieler in der Episode The Blacklist 10x12

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?