The Blacklist 10x13

The Blacklist 10x13

In der Folge „The Sicilian Error of Color“ der US-Serie „The Blacklist“ begleitet Siya Raymond bei seinen aktuellen Abenteuern. An anderer Stelle wird Arthur Hudson aktiv, um unsere Taskforce genauer unter die Lupe zu nehmen.

Anya Banerjee in der Serie „The Blacklist“
Anya Banerjee in der Serie „The Blacklist“
© NBC

The Sicilian Error of Color

Eine weitere ungewöhnliche Episode erwartet uns diese Woche, denn abermals gibt es keinen Blacklister im eigentlichen Sinne. Haben wir zuletzt einen Blick auf Dembe (Hisham Tawfiq) und seine Vergangenheit erhalten, erhalten wir jetzt Rückblicke auf eine junge Meera Malik (Nikita Tewani), die mit ihrem Partner Nigel Sutton (Harry Haddon-Paton) Geheimdienstarbeit durchführt. Allerdings hat Nigel ein gewaltiges Problem, in das er Meera hineinzieht und welches uns ankündigt, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen wird.

In der Gegenwart observiert Siya (Anya Banerjee) Raymond Reddington (James Spader), wovon Cooper (Harry Lennix) sich einen neuen Fall für die Taskforce verspricht. Doch Red ist mit anderen Dingen beschäftigt und lädt Siya ein, ihn dabei zu begleiten, wie er diverse Antiquitäten „einsammelt“, um diese später weit unter Wert wieder abzugeben. Die titelgebende Briefmarke soll schließlich die Verbindung zu den Rückblicken darstellen und Siya eine Chance geben, mehr über Meera und ihre eigene Vergangenheit zu erfahren. Zwar ist sich Siya bewusst, dass sie die Vergangenheit vielleicht besser ruhen lassen sollte, aber nachdem sie erfahren hat, dass sie adoptiert wurde, ist die Neugierde groß, so dass sie dieser Spur sicher weiter folgen wird.

An anderer Stelle ist Arthur Hudson (Toby Leonard Moore) bemüht, mehr über unsere Taskforce zu erfahren. Nachdem Cynthia Panabaker (Deirdre Lovejoy) seine Anfragen ignoriert, versucht Hudson, sich an Senator Clayton Dorf (Wayne Duvall) zu wenden, doch dessen Terminkalender ist für die nächsten Monate gefüllt, weshalb Hudson einen ungewöhnlichen Weg wählt, um sich mit Dorf zu treffen. Ein Treffen, welches schließlich den Stein ins Rollen bringt und Cooper mehr denn je vor das Problem stellt, neue Erfolge vorzuweisen. Doch noch lassen diese auf sich warten.

Nigel und Meera

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir die Ausflüge in die Vergangenheit gefallen haben. Nach der Offenbarung, dass Siya adoptiert wurde, muss aber natürlich etwas Licht auf Meera geworfen werden. Schließlich wollen wir ähnlich wie Siya auch die komplette Hintergrundgeschichte wissen, da sind diese Rückblicke durchaus hilfreich, auch wenn sie das eigentliche Thema vorerst nur anschneiden und Nigel am Rande die Ereignisse in Kalkutta erwähnt, welche zur Adoption geführt haben und offenbar ein unschönes Geheimnis über Meera beinhalten. Wie dieses aussehen könnte, lässt sich leicht vermuten. Ich würde auf eine schiefgelaufene Mission tippen, bei der Siyas leibliche Eltern getötet wurden, weshalb Meera sich dem Baby angenommen hat - aber dazu werden wir bald sicher noch mehr erfahren.

Szenenfoto aus der Folge „The Sicilian Error of Color“ der US-Serie „The Blacklist“
Szenenfoto aus der Folge „The Sicilian Error of Color“ der US-Serie „The Blacklist“ - © NBC

Vorerst folgen wir Nigel und Meera bei der Arbeit, die durch Nigels Probleme erschwert wird. Er schuldet üblen Typen eine Menge Geld und erpresst Meera mehr oder weniger, ihm die Summe zu besorgen, was sie auch macht. Aber dummerweise reicht der Betrag nicht und da Nigel bereits von seinen Vorgesetzten kritisch beäugt wird, verschlimmert sich auch die Lage für Meera. Sie trifft bei der Mission schließlich eine Entscheidung, die zu Nigels Tod führt und dessen Frau Kathleen (Janet Zarish) zur Witwe macht.

Das größte Problem, welches ich mit der präsentierten Geschichte habe, ist Meera selbst. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass sie der Zwickmühle entkommen will und entsprechend einen Weg finden muss, um ihr Problem loszuwerden und dieses Problem ist Nigel. Aber ihn bewusst sterben zu lassen, so schwer sie ihre Tat nachher auch bereuen mag, lässt sämtliche Sympathiepunkte, die sie vorher bei uns aufbauen konnte, wieder verfliegen. Ich habe dabei nichts gegen ein paar Grauzonen, in denen Malik sich bewegt, denn die passen sehr gut zur Serie und unseren Figuren. Aber dieser Ausweg passt nicht zu der Figur, die uns in der ersten Staffel - damals gespielt von Parminder Nagra - begleitet hat. In meinen Augen hätte hier eine weniger drastische Lösung gewählt werden müssen, um uns Meera weiterhin sympathisch zu halten.

Was Nigel betrifft, sieht das übrigens ähnlich aus, aber spiegelverkehrt. Sympathiepunkt kann er kaum gewinnen, wenn er Meera unter Druck setzt und erpresst. Aber am Ende soll er ein liebevoller Ehemann und Briefmarkensammler gewesen sein? Schwer nachvollziehbar, zumal die Episode es verpasst, uns in den Rückblicken mehr von Nigels Privatleben zu zeigen. Wenn Kathleen da am Ende über ihren verstorbenen Mann spricht, kam mir jedenfalls nie die Idee, dass es sich dabei um Nigel handeln könnte. Denn ein solcher Nigel wurde uns nicht vorgestellt.

Raymond Reddington

Wer diese Woche allerdings reichlich Sympathiepunkte sammeln kann, ist Raymond Reddington. Dem können wir immer noch stundenlang zuhören, wenn er Geschichten erzählt und dabei zuschauen, wie er mit Personen wie Heinrich Wittelsbach (Frank Ridley) umgeht, von dem er die titelgebende Briefmarke erhält. Aber trotz dieser vertrauten Vorgehensweise hat Red sich verändert. Denn die Reise, die er mit Siya durchführt, soll dazu dienen, um zahlreiche, äußerst wertvolle Antiquitäten an neue Besitzer zu verteilen. Und zwar weit unter Wert oder sogar kostenlos. Da fragt sich bestimmt nicht nur Cooper, ob mit Red alles in Ordnung ist...

Janet Zarish und James Spader in „The Blacklist“
Janet Zarish und James Spader in „The Blacklist“ - © NBC

Mir ist diese Woche endlich aufgefallen, wohin die Macher mit Raymond unterwegs sind, der ja schon zu Staffelbeginn viele der sonst üblichen Verhaltensweisen abgelegt hat. Öffentliche Verkehrsmittel und eine einfache Lebensweise gehören neuerdings dazu, auch wenn er diese Woche wieder mit dem Privatjet unterwegs ist. Aber dass er jetzt seine wertvollsten Schätze abstößt, mit der Absicht, andere Menschen glücklich zu machen und vor allem ohne großartige Gegenleistung, ist ungewöhnlich selbstlos und gutherzig. Offenbar ist er um Wiedergutmachung bemüht und hat sich für einen eigenen redemption-Arc entschieden. Das wirft dann doch ein anderes Licht auf die letzten Episoden.

Siya

Siya ist das perfekte Beispiel für diesen neuen Red. Herbie (Alex Brightman) ermutigt sie anfangs, sich mit ihren Fragen an Raymond zu wenden, aber sie hat natürlich auch noch Donalds (Diego Klattenhoff) Worte im Hinterkopf, die davor warnen, sich in Reds Schuld zu begeben. Denn die anschließend geforderten Gegenleistungen sind beziehungsweise waren oft mehr als denjenigen lieb war, die Red einen Gefallen schuldeten. Tatsächlich warnt er sie auch davor, in der eigenen Vergangenheit zu bohren. Aber nicht, weil er ihr anschließend gefährlich werden könnte, sondern weil sie vielleicht Dinge über Meera erfährt, die sie gar nicht wissen möchte - was uns anhand der Rückblicke veranschaulicht wird.

Daher muss ich meine Meinung von vorhin über die Rückblicke und Meera ein wenig revidieren, denn ohne dunkle Geheimnisse hätte Reds Warnung kaum Sinn ergeben. Ein wenig irritierend bleibt vielleicht, dass Red von Beginn an eine gewisse Briefmarke an Kathleen verkaufen wollte und mit Hilfe des Schecks Siya eine Spur gibt, der sie in die Vergangenheit folgen kann. Aber ob sie dieser Spur folgt oder nicht, bleibt ihre Entscheidung. Außerdem bleibt fraglich, wie viel Kathleen über Meera und die damaligen Geschehnisse weiß. Falls Siya hier nachforscht, was sie bestimmt machen wird, ist es folglich noch ein langer Weg, ehe sie ein vollständiges Bild von ihrer Ziehmutter und der eigenen Vergangenheit erhalten wird.

Arthur Hudson

Unser neuer Gegenspieler (?) Arthur Hudson muss derweil einige Hürden überwinden, wenn er der geheimnisvollen „Taskforce 836“ auf die Schliche kommen will. Nachdem Panabaker schweigt und Dorf einen vollen Terminkalender hat, wagt Hudson einen Überraschungsbesuch bei Dorf, der gerade in einem seiner Lieblingsrestaurants speist. Dorf scheint sich zunächst wenig für die Taskforce mit dem Riesenbudget zu interessieren und hält Hudsons Gesuch für einen Publicity Stunt. Aber nachdem er erfahren hat, dass diese Aufdeckung auch in seinem Interesse sein könnte, welches unter anderem den Wählerstimmen dient, hat Hudson am Ende doch einen Partner gefunden, mit dem er eine Untersuchung einleiten kann.

Toby Leonard Moore in „The Blacklist“
Toby Leonard Moore in „The Blacklist“ - © NBC

Wie gefährlich diese neue „Bedrohung“ wirklich wird, muss sich natürlich erst noch herausstellen. Im Vergleich zu diversen Geheimorganisationen oder großen Bösewichten der vergangenen Staffeln scheint Hudson eher ein kleiner Fisch zu sein, der mit einem Besuch von Red womöglich wieder ruhiggestellt werden könnte. Aber nach allem, was wir jetzt über den „neuen Red“ gelernt haben, wird diese Option sicher nicht verfolgt.

Ganz zu schweigen davon, dass Hudsons Fragen durchaus legitim sind und er nicht den Eindruck erweckt, Dreck am Stecken zu haben. Daher wird Cooper wohl oder übel neue Resultate abliefern müssen, die den Nutzen der Taskforce aufzeigen. Das geht natürlich nicht ohne Red, der auch verspricht, die gemeinsame Arbeit mit Cooper bald fortzusetzen. Aber wie das aussehen wird, bleibt offen, denn es ist nur schwer vorstellbar, dass es wie in der Vergangenheit läuft. Schließlich hat Red seinen Namen nicht ohne Grund aus den Akten verschwinden lassen und sicher nicht vor, erneut als Hinweisgeber und Helfer dort aufzutauchen.

Fazit

Raymond Reddington in alter und neuer Form bleibt nach wie vor der größte Pluspunkt, den die Serie zu bieten hat und darf diese Woche Siya durch seine (neue) Welt führen, was unterhaltsam wie immer ist. Die Rückblicke in Meeras Vergangenheit haben mir jedoch weniger zugesagt, auch wenn ich verstehen kann, weshalb wir dort auf dunkle Geheimnisse treffen müssen. Hudson kann derweil Fortschritte verbuchen, womit Cooper mehr denn je unter Druck gerät und sich die Frage stellt, ob und wie es mit der Taskforce weitergehen wird. Von mir gibt es diese Woche drei von fünf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 26. Mai 2023
Episode
Staffel 10, Episode 13
(The Blacklist 10x13)
Deutscher Titel der Episode
Der sizilianische Farbfehler
Titel der Episode im Original
The Sicilian Error of Color
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 21. Mai 2023 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 12. August 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 12. August 2023
Autoren
Jon Bokenkamp, Lukas Reiter, Katie Bockes, Jon Bokenkamp
Regisseure
Cort Hessler, Michael Caracciolo, Matthew McLoota, John Terlesky

Schauspieler in der Episode The Blacklist 10x13

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?