The Americans 1x05

Die Episode Comint zeigt eindrücklich, was für eine große Rolle Sex in der Welt der Spionage spielt. Und das geht nicht ohne große Opfer, in dieser Episode meistens auf Kosten der beteiligten Frauen.
Im Bett mit Vielen
Dass sexuelle Beziehungen ein guter Weg sein können, um an Informationen zu gelangen, das haben die vergangenen Episoden der Serie The Americans bereits gezeigt. Wir haben sowohl Elizabeth (Keri Russell) als auch Philip (Matthew Rhys) beim außerehelichen Beischlaf gesehen. Und damit sind die beiden in den meisten Fällen sehr rational umgegangen. Doch dass dieser Weg auch ganz andere Tücken als mögliche Eifersucht hat, zeigt sich jetzt.
Elizabeth gerät in eine schwierige Lage mit jemand, der Gefallen daran findet, ihr Schmerzen zuzufügen. Doch ihre Reaktionsmöglichkeiten sind begrenzt. Sicher, nach allem was wir von ihr gesehen haben, könnte der Mann binnen weniger Sekunden bewusstlos oder gar tot auf dem Bett liegen, doch diese Option gibt es in ihrer Welt nicht. Sie muss sich ihn als Informationsquelle warmhalten. Und tut das, was sie gut kann: Sie setzt vor Philip ein tapferes Gesicht auf und spielt die Angelegenheit herunter. Von diesen beiden ist Elizabeth diejenige, die sich mehr unter Kontrolle hat. Sie verliert das große Ziel, den Dienst am Mutterland selbst, auch unter diesen Umständen nicht aus den Augen.
Von Philip haben wir bereits gesehen, wie sich seine Wertvorstellungen verändern. Im Mittelpunkt seines Interesses steht immer weniger Russland und immer mehr seine Familie. Die unterschiedliche Entwicklung der beiden ist ein schwelender Konflikt, der in der Episode Comint durch Philips Beschützerinstinkt zu einem weiteren, kleinen Ausbruch kommt. Der große Knall steht noch bevor.
Informationen durch Intimität
Auf einem ähnlichen Weg wandelt Nina (Annet Mahendru). Zwischendurch schien es so, als wenn ihre Enttarnung unmittelbar bevorsteht und sie zu einem weiteren Bauernopfer in diesem Kampf wird. Doch nun gewinnt sie neue Wichtigkeit im Erzählplot.
Stans Fürsorge, gepaart mit den Eheproblemen der Beemans, lässt eine zukünftige Affäre der beiden nicht unmöglich erscheinen. Wie Philip ist Stan (Noah Emmerich) gefangen zwischen dem, was er intuitiv gerne tun würde und dem, was er als seine Pflicht empfindet. Ob er nun Gefühle für Nina entwickelt oder nicht, in jedem Fall ist er von ihrer verzweifelten Entscheidung, sich auf ihren Boss einzulassen, geschockt. Vielleicht auch in erster Linie von der Tatsache, dass sie Stan selbst als Initialzünder dafür empfindet. Er hat ihr gesagt, sie sei hübsch. Und auch vor der Mattscheibe kam es zunächst so an, als wenn er sie darauf hinweisen wollte, sich diesen Vorteil zunutze zu machen. Doch seine spätere Überraschung lässt darauf schließen, dass er Nina dieses Kompliment wirklich ohne derartige Hintergedanken gemacht hat.
Vermischung
Stan und Philip scheinen auf dem besten Weg zu sein, Freunde zu werden. Und es sieht so aus als wenn Stan auch das ganz ohne Hintergedanken angeht. Er hat sich durch seinen nächtlichen Einbruch in die Jenningsche Garage davon überzeugt, dass er überreagiert. Auch wenn Philip noch vorgibt, das alles aus Vorsicht zu tun, er scheint es doch auch zu genießen, einfach Zeit mit einem anderen Dad aus der Straße zu verbringen. Über Stan kann er beide Bedürfnisse verbinden: Er tut etwas, was im Sinne des KGB logisch erscheint und er tut etwas, was ihn näher an die Vorstellung einer normalen Familie bringt. Gleichzeitig spioniert er den Feind aus und findet einen neuen Freund.
Auch auf anderer Ebene beginnen die beiden Parteien Überschneidungen zu zeigen. Die Frau, an der Stans Partner Chris (Maximiliano Hernandez) interessiert ist, ist auch genau die Frau, der Philip eine verhaltene Liebesbeziehung vorspielt um ihr Informationen zu entlocken.
Die Serie The Americans schürt Konflikte auf allen Ebenen, die sich nicht nur politisch, sondern auch emotional entladen könnten.
Und dabei vergessen die Serienmacher auch die Spannung nicht. Elizabeth, wie sie von einem Kofferraum in den nächsten klettert, gibt wieder einmal eine gute Szene zum Mitfiebern ab.
Fazit
Für Fans der Serie The Americans geht es auf hohem Niveau weiter. Die Episode Comint schürt weitere Konflikte in vielerlei Hinsicht und behält dabei sogar noch einige zunächst unbeachtet in der Hinterhand, wie die Annäherung der Kinder der Jennings und Beemans. Die Figurenzeichnung und auch die Darstellung lassen nichts zu wünschen übrig, dazu kommen die Spannung und das Zeitkolorit. Da die Serie bereits für eine zweite Staffel verlängert worden ist, darf man sich schon jetzt entspannt zurücklehnen und gebannt weiterverfolgen, wie die Stricke sich langsam aber sicher um alle Beteiligten zusammenziehen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 28. Februar 2013(The Americans 1x05)
Schauspieler in der Episode The Americans 1x05
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