The Alienist Staffel 1
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Das historische Kriminaldrama The Alienist gehört zu einem speziellen Schlag von Serien. Eben jene, die sich zu ihrem Beginn unheimlich schwer tun und teilweise selbst im Weg stehen, weil man sich nicht wirklich im Klaren darüber ist, was für eine Geschichte man eigentlich erzählen möchte. Mit der Zeit entwickeln die Verantwortlichen aber scheinbar ein Gefühl dafür, was den Kern des Formats auszeichnet und womit man sein Publikum letztlich fesseln kann. Meistens zieht es sich jedoch etwas hin, um sich neu auszurichten. Die AMC-Produktion Halt and Catch Fire ist ein perfektes Beispiel dafür, wo nach einer durchschnittlichen ersten Staffel erfolgreich gezielte Veränderungen vorgenommen wurden. Das Resultat: Über drei weitere Staffeln hat sich eine ganz andere, aber wesentlich interessantere, mitreißende Serie entwickelt, die sich auf fast schon wundersame Weise neu erfand.
Die TNT-Serie „The Alienist“ - eine Adaption des gleichnamigen Romans von Caleb Carr und ab heute, den 19. April unter dem etwas merkwürdigen Titel „Die Einkreisung“ komplett auf Netflix verfügbar - gestaltet sich ganz ähnlich, wenn nicht sogar viel extremer. Hier kann man als Zuschauer innerhalb einer Staffel von insgesamt zehn Episoden direkt an dem komplexen Prozess der Selbstfindung teilnehmen, den das Format peu à peu durchläuft. In Anbetracht der Tatsache, dass die Serie in einem Stück abgedreht wurde, ist dies durchaus faszinierend. Denn „The Alienist“ schlägt gerade in seiner Anfangsphase in alle denkbaren Richtungen aus und wird sich erst in den finalen Zügen darüber bewusst, was die Erzählung eigentlich antreibt. Dies hat man wiederum mit den Charakteren der Serie gemein, die über weite Strecken ähnlich ziellos durch den Plot streifen. Ein perfider Schachzug der Serienmacher? Oder doch nur ein glücklicher Zufall?
True nature
„The Alienist“ beginnt als eine Art brutale Murder-Mystery, geht im New York des späten 19. Jahrhunderts doch ein schrecklicher Serienmörder um, der männliche, minderjährige Prostituierte aufs Übelste zurichtet. Der Psychologe beziehungsweise „Alienist“ Dr. Lazlo Kreizler (Daniel Brühl) setzt sich mit diesen Fällen auseinander und arbeitet dabei mit dem Illustrator John Moore (Luke Evans) und der Polizeisekretärin Sara Howard (Dakota Fanning) zusammen. Doch damit nicht genug. Aus der Murder-Mystery wird rasch auch ein Politdrama, das sich mit den undurchsichtigen Machtverhältnissen zu dieser Zeit im Big Apple und dem prominenten Problem der Polizeikorruption beschäftigt. Obendrein will man aber auch ein authentisches, realitätsnahes Zeitdokument sein, ebenso wie ein tiefsinniges Charakterdrama, das die unterschiedlichsten Facetten und persönlichen Dämonen seiner zentralen Figuren aufdecken will.
Man möchte sehr viel und von allem etwas in dieser Serie verpacken. Wenig überraschend übernimmt man sich dabei, was sich besonders in der ersten Hälfte der Staffel zeigt. Manchmal pulsiert das Format förmlich, so zum Beispiel, wenn es der hervorragenden Inszenierung gelingt, die unromantische, beinharte Lebensrealität New Yorks im Jahr 1896 einzufangen. Dann machen wir wiederum einen abrupten Sprung in die korrupten Kreise der Stadtregierung, wo die Reichen und noch viel Reicheren nach ihrem Gutdünken die Politik bestimmen, was den jungen Polizeichef Teddy Roosevelt (der spätere US-Präsident) komplett desillusioniert und an den Grundfesten der Moralität zweifeln lässt. Aber wir haben keine Zeit zu verlieren, also schnell zurück zu einer plotgetriebenen Schnitzeljagd nach Hinweisen, wie man den schrecklichen Mörder überführen kann. Und wenn dann noch Zeit ist, dann könnten wir ja noch etwas mehr über die bunte Riege an Hauptcharakteren erfahren, von denen ein jeder seinen Ballast zu schleppen hat.

Sympathy for the devil
In The Alienist werden sämtliche Register gezogen, um der Bezeichnung „Prestigedrama“ gerecht zu werden. Doch eine Bindung zu der Zuschauerschaft mag sich nicht wirklich aufbauen. Woran das liegt? Wenn aus augenscheinlicher Komplexität eine ausufernde Überfrachtung und Überladung an tollen Ideen wird, zwischen denen nur selten Einklang herrscht. „The Alienist“ steht mit diesem gängigen Problem in der Welt der Serien nicht allein auf weiter Flur. Sich aus einer solchen selbstverursachten Bredouille wieder rauszumanövrieren, das ist die große Herausforderung. Und „The Alienist“ nimmt diese an - mit Erfolg.
Stichwort Selbstfindungsprozess. Nachdem die Serie in ihren ersten fünf Folgen nicht so recht weiß, was sie überhaupt will, und jede vorstellbare Facette dieser düsteren Geschichte mehr oder minder oberflächlich angeschnitten wird, geht nach gut der Hälfte der zehnteiligen ersten Staffel ein kleiner Ruck durch die Serie - und zwar zum Besseren. Die Charaktere sprechen endlich mehr Klartext, ihre persönlichen Problemen werden clever in die Erzählung und die Suche nach dem Serienkiller eingewoben und es entsteht eine Dringlichkeit, die zuvor nicht wirklich spürbar gewesen ist. Der Fokus rückt urplötzlich mehr auf die Figuren und den Fall, der sie beschäftigt.
Die Ausflüge in Richtung der politischen Irrungen und Wirrungen dieser Zeit an diesem Ort werden zurückgefahren oder eben so in die Handlung integriert, dass sie sich organisch und als ein Teil des Ganzen anfühlen. Dadurch werden gewisse Themenbereiche zwar von jetzt auf gleich gänzlich ignoriert (die Opfer und ihr Verständnis von Sexualität zum Beispiel), aber lieber so, als wenn man sich halbgar mit einer Thematik befasst, ohne jemals zum Punkt zu kommen, geschweige denn dem Thema überhaupt gerecht zu werden. Mut zur Lücke, heißt es so schön vereinfacht. „The Alienist“ würde gern mehrere Serien auf einmal sein. Daran scheitert man jedoch. Also gilt es sich anzupassen.
A study of the human mind
Aus bereits erwähnter Frustration wird plötzlich Faszination, da es ungemein spannend zu beobachten ist, wie sich das Format verändert und sukzessive weiterentwickelt, wie wir mehr über die Charaktere erfahren und interessante Dynamiken sowie Konflikte aufgebaut werden. Diese kommen rein theoretisch ohne schicke Schauwerte (die jedoch stets gegeben sind) aus und setzen auf menschliches Drama, das bewegt und berührt. Zum Ende hin offenbart „The Alienist“ dann ein extrem verletzliches Innenleben, genauer: unsichere, komplexe Figuren, die sich längst nicht mehr nur den Kopf darüber zerbrechen, wie ein Mensch andere Menschen umbringen kann. Sie versuchen, ihre eigenen Psyche einzuordnen, sich und ihr Verhalten zu verstehen und Gründe dafür zu finden, warum sie so sind wie sind.
Vielleicht kann man dadurch eine Art Empathie für den Mörder aufbauen, diesen nachvollziehen und seine gestörten Verhaltensmuster erklären. Vielleicht aber eben auch nicht, weil die menschliche Psyche - zumindest zu dieser Zeit, aber auch oft genug noch heute - so unerklärlich, undurchschaubar und unberechenbar ist. Es braucht etwas, doch glücklicherweise pendelt sich „The Alienist“ nach einem durchwachsenden Auftakt sehr gut ein, als hätte man selbst erkannt, wo der Reiz dieser Erzählung liegt und was die wahre Stärke dieser Serienproduktion ist.
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Wounded children
Da fragt man sich natürlich schon, warum die Macher am Anfang der Staffel bereitwillig so ein Risiko eingehen, Zuschauer mit ihrer Unentschlossenheit und Wechselhaftigkeit abzuschrecken. The Alienist, hervorragend besetzt und mit feinem Auge in Szene gesetzt, legt sich eigenhändig etliche Stolpersteine in den Weg, möglicherweise aus reiner Selbstüberschätzung. Andererseits ist es mittlerweile auch eine valide, wenn auch von mir persönlich nicht all zu gern gesehene Strategie im Seriengeschäft geworden, mit seinem „Produkt“ möglichst viele Genre und Facetten auf einen Schlag anzubieten. Dadurch kann man wiederum ein sehr breites Publikum anzusprechen, von dem man sehr wahrscheinlich nicht jeden halten kann, aber eben genug, um nicht komplett baden zu gehen.
Am Ende von „The Alienist“ steht eine mitunter extrem emotionale, ehrliche Auseinandersetzung der Figuren mit sich selbst. Die Geschichte, die mit der Suche nach einem Mörder und Antworten auf die Frage begonnen hat, was diesen motiviert, vollführt eine smarte Wendung hin zu den Ermittlern, die über zehn Episoden harte Rückschläge hinnehmen mussten, immer wieder auf die Probe gestellt wurden, unbequeme Wahrheiten über sich und ihre Mitmenschen erfahren haben und nun mit all diesen Dingen weiterleben werden und müssen.
Of monsters and men
Der Weg bis zu diesem Punkt ist zwar anfänglich und zwischendurch immer wieder etwas holprig. Man müht sich bisweilen ab, ein schockierendes Drama auf mehreren Ebenen zu erschaffen, was zwar ambitioniert, aber auch ein wenig vermessen erscheint. Es muss doch nicht immer der große, makellose Wurf sein, vor allem direkt aus dem Stand heraus. Für mich als Zuschauer ist es dann wiederum sehr befriedigend, dass die Serie nach einem schwierigen Start dann Schritt für Schritt mehr Halt findet, irgendwann nicht mehr jedem verlockenden Abzweig folgt und zum Schluss selbstsicher durchs Ziel marschiert.
Besonders spannend ist nun im Fall von „The Alienist“, wie sich die Serie hierzulande auf Netflix schlagen wird. Daniel Brühl, der sich mittlerweile seine Sporen in Hollywood mehr als verdient hat, könnte ein Grund sein, warum das hiesige, deutschsprachige Publikum der Serie eine Chance geben wird. Darüber hinaus hat man gegenüber der linearen Ausstrahlung in den USA vor einigen Wochen einen großen Vorteil: Der Konsument kann sich nach eigenem Ermessen durch die Serie arbeiten und muss sich nicht Woche für Woche gedulden, bis eine neue Episode erscheint. Und bei einer Serie wie The Alienist, wo es wie bereits erwähnt ein ganzes Weilchen braucht, bis man sich gefunden und die eigenen Stärken erkannt hat, dürfte dies gar nicht mal so schlecht sein.
Trailer zu „The Alienist“:
«The Alienist» Trailer
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