S.W.A.T. Exiles 1x01
Eigentlich war die Sache schon längst erledigt. CBS hatte „S.W.A.T.“ im März 2025 nach acht Staffeln endgültig auslaufen lassen, nachdem der US-Broadcaster die Serie zwei Jahre zuvor schon einmal eingestellt hatte um sie nach nur wenigen Tagen wiederzubeleben. Keine zwei Tage nach dem endgültigen Aus kündigte Sony Pictures Television einen Ableger an. Das Motto lautete „Same quarterback, new team“.
Herausgekommen ist „S.W.A.T. Exiles“, das in den USA seit dem 25. September 2026 bei Starz läuft. Bei uns startet die Serie heute bei Sky und WOW, mit einer neuen Episode pro Woche. Die Rechte hatte sich Sky schon im Sommer gesichert. Ich habe mir die Pilotepisode Clean Entry angesehen und mich gefragt, ob der Wechsel ins Kabelfernsehen mehr bringt als nur ein neues Logo. Jetzt das Angebot von WOW entdecken (Affiliate-Link)
Die Prämisse: Eine letzte Chance für Hondo
Shemar Moore spielt wieder Hondo, der nach einem missglückten Einsatz aus dem Dienst, sagen wir, heraus komplimentiert wurde. Zwei Jahre später holt man ihn zurück, damit er eine experimentelle Einheit aus jungen Außenseitern aufbaut. Hondo soll also nicht nur Einsätze leiten, sondern jetzt auch ein Team formen, dessen Mitglieder mit persönlichen Differenzen und völlig unterschiedlichen Methoden kämpfen. Die Idee einer letzten Chance zur Wiedergutmachung passt gut zu Hondo. Vor allem die Reibung zwischen der erfahrenen Figur und den jüngeren, weniger disziplinierten Officers ist ziemlich vielversprechend.
Shemar Moore trägt die Pilotepisode
Moore ist der Grund, warum diese Serie überhaupt funktioniert. Daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Seine Präsenz vermittelt sofort Vertrautheit, Charisma und emotionale Substanz. Er spielt Hondo ernsthaft und kommandierend zugleich, ohne ins Pathos abzurutschen. Wer ihn noch als Derek Morgan aus „Criminal Minds“ kennt, sieht hier einen älteren und müden Anführer. Die Schuld am Tod des jungen Nico und die zerbrochene Ehe hängen spürbar an ihm. Sein Auftritt allein trägt den Piloten.
Das neue Team bleibt noch blass
Um Hondo herum versammelt sich eine bunte Truppe. Ronen Rubinstein aus „9-1-1: Lone Star“ spielt Callan, Zyra Gorecki aus „La Brea“ ist als Han dabei. Lucy Barrett gibt die frühere Schönheitskönigin und Polizei-Influencerin Sammy oder auch Sam, wenn es mal Ernst wird. Freddy Miyares spielt Cole und Adain Bradley den jungen Henderson. Dazu kommen zwei Serienveteranen in Gastrollen zum Beispiel Hicks. Auf dem Papier ist das ein spannender Mix. Im Pilot bleiben die Figuren allerdings dünn, und die Chemie untereinander ist noch nicht überzeugend entwickelt. Gut, es ist gerade einmal die erste Episode.
Starke Action im finalen Einsatz
Bei der Action macht die Serie dagegen fast alles richtig. Regisseur Kevin Tancharoen („Supergirl“, „Arrow“) inszeniert die taktischen Szenen mit Tempo, der abschließende Einsatz am Ende der Pilotfolge ist unterhaltsam, spannungsreich und keinesfalls hektisch zerschnitten. So muss das sein. Wer „S.W.A.T.“ wegen der Ballerei und flotte Sprüche in hektischen Situationen geschaut hat, bekommt hier genau das, was er erwartet. Technisch wirkt der Pilot sauber und hochwertig, auch wenn sich die Bildsprache kaum von der Mutterserie unterscheidet. Ein höheres Budget sieht man der Episode jedenfalls nicht an. Muss man aber auch nicht. Cable-TV heißt ja nicht unbedingt mehr Geld, sondern weniger Selbstzensur.
Eine Verschwörung als roter Faden
Spannender als der Fall der Woche ist das, was am Rand passiert. Hondo vermutet früh, dass jemand ihn bewusst scheitern lassen will. Die Schlussszene bestätigt das, denn Malik bekommt von einer unbekannten Frau eine Akte unbekannten Inhalts zugesteckt. Damit sitzt ein Maulwurf mitten im neuen Team, und die Spur führt offenbar bis in die Spitze des LAPD. Showrunner Jason Ning („Lucifer“) legt so einen Handlungsbogen an, der über die erste Staffel sicher weiterentwickeln sollte. Zusammen mit den internen Spannungen ist das der interessanteste Teil des Piloten.

Zu nah am Vorgänger
Der Wechsel von CBS ins Cable-TV führt nicht automatisch zu mehr Härte, Tiefe oder erzählerischer Freiheit. Die Episode bleibt im Kern ein klassisches Procedural mit Geballer, Missionen und Zerwürfnissen im Team. Die Verschwörung ist dabei die einzige echte Neuerung. Für Fans der Originalserie ist der vertraute Ton sicher ein Pluspunkt. Kreativ bietet „S.W.A.T. Exiles“ allerdings wenig Neues, und genau das hatte ich mir vom Neustart bei Starz eigentlich erhofft.
Für Fans der alten Formel
Der Pilot von „S.W.A.T. Exiles“ ist ordentliche Unterhaltung mit starker Action und einem Hauptdarsteller, der jede Szene im Griff hat. Die Prämisse ist klar, und der Generationenkonflikt bietet Stoff für mehr als nur eine Episode. Die neuen Figuren müssen allerdings dringend an Profil gewinnen. Wer die alte S.W.A.T.-Formel mag, dürfte mit dem Serienstart zufrieden sein. Wer eine echte Weiterentwicklung des Formats erwartet, wird vorerst enttäuscht. Das Smartphone musste ich zum Scrollen in den Socials nie in die Hand nehmen, trotzdem gibt es von mir 3,5 von 5 Punkten.
Verfasser: Mariano Glas am Freitag, 9. Oktober 2026S.W.A.T. Exiles 1x01 Trailer
(S.W.A.T. Exiles 1x01)
Schauspieler in der Episode S.W.A.T. Exiles 1x01
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