Supernatural 9x18

© em>Meta Fiction</em>: Castiel, Sam und Dean in âSupernaturalâ / (c) The CW
Der Strippenzieher
Gleich zu Beginn von Meta Fiction scheint Metatron (Curtis Armstrong) sich direkt an den Zuschauer zu wenden und auch der Vorspann deutet zunĂ€chst darauf hin, dass die aktuelle Folge eine Geschichte innerhalb der Geschichte wird. Erinnerungen an The French Mistake (6x15) werden dort wach, schlieĂlich wurde damals schon ein Abenteuer auf der Meta-Ebene erzĂ€hlt. Aber ganz so weit treibt es diese Episode dann doch nicht, obwohl es sicher interessant gewesen wĂ€re, in einem Fall der Woche eine komplett erfundene Geschichte ĂŒber Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) aus Metatrons Sicht prĂ€sentiert zu bekommen. Denn mit Geschichten scheint der mĂ€chtige BĂŒcherwurm sich auszukennen.
Im Verlauf der Folge dĂŒrfen wir jedenfalls einige Einblicke in die PlĂ€ne von Metatron bekommen. So sieht er sich als den Helden, der zusammen mit seinem Gefolge - allen voran Gadreel (Tahmoh Penikett) - das Böse bekĂ€mpft. Als seinen Hauptgegenspieler hat er dabei Castiel (Misha Collins) auserkoren, den er sogar verschonen möchte, nachdem er sĂ€mtlichen anderen Widerstand ausgelöscht hat. Soweit jedenfalls lĂ€sst Metatron seine PlĂ€ne durchblicken, aber es lĂ€uft nicht alles so, wie er es geplant hat. Sein gröĂtes Problem bei der Fertigstellung seines âSkriptsâ: Castiel möchte ĂŒberhaupt kein AnfĂŒhrer sein. Und das ist genau der Knackpunkt, um den es diese Folge geht.
Ein alter Bekannter
Der ĂŒberraschende Auftritt von Gabriel (Richard Speight Jr.), aus Ă€lteren Folgen auch als der âTricksterâ bekannt, ist ein kleines Highlight. Nachdem er in Hammer of the Gods (5x19) eigentlich den Löffel abgegeben hat, ist dem Star aus âCasa Eroticaâ eine RĂŒckkehr vergönnt - weitere Auftritte nicht ausgeschlossen, wie man den Bewegungen seiner Augenbrauen entnehmen kann.
Der Sinn und Zweck fĂŒr seine RĂŒckkehr wird schlieĂlich deutlich als Castiel durchschaut, dass er nur Teil einer der Trickster-ĂŒblichen RealitĂ€tsmanipulationen ist: Castiel soll die Engel gegen Metatron anfĂŒhren und hĂ€tte er anhand seines Mantels nicht erkannt, dass mit ihm gespielt wird, wĂ€re er bereits hier den Weg des AnfĂŒhrers gegangen, da Gabriel sich den angreifenden Engeln stellen wollte und dabei vermutlich âgetötetâ worden wĂ€re. So aber misslingt dieser Plan vorerst und alles, was Gabriel Castiel noch raten kann, bevor er wieder verschwindet, ist Metatron zuzuhören.
Es war schon toll, den Trickster wieder in seinem bekannten Element zu sehen. Von seinem Humor hat er dabei nichts verloren, was fĂŒr einige der witzigeren SprĂŒche der Folge sorgt. Das Zusammenspiel mit Castiel konnte sich ebenfalls sehen lassen und wĂ€re wohl Ă€hnlich verlaufen, wenn er nicht im Auftrag von Metatron gehandelt hĂ€tte. Wie weit man seine Geschichte seit Hammer of the Gods dabei glauben kann und ob er wirklich tot ist oder nicht, wird in gewohnter Manier leicht zweifelhaft vermittelt. Es wĂ€re aber schön, wenn er in Zukunft weitere Auftritte bekommt - vielleicht zur Abwechslung mal auf der Seite der Guten?
Castiel
Im Alleingang jagt Castiel Metatron hinterher und stöĂt dabei auf ein merkwĂŒrdiges Symbol, welches Engel anlockt, woraufhin er die Winchesters alarmiert. Den Spuren folgend, teilen sich die drei auf, um zwei mögliche Orte fĂŒr Metatrons nĂ€chsten Auftritt abzudecken. Castiel ist dabei wieder alleine, bis er auf Gabriel trifft.
Die Handlung dreht sich dabei - wie oben bereits angemerkt - hauptsĂ€chlich um die Entwicklung Castiels. Metatron lĂ€sst durch Gadreel die Symbole verteilen, um Engel anzulocken und vor eine Wahl zu stellen: Entweder sie folgen von nun an Metatron oder sie werden getötet. Auf diese Art verschafft sich Metatron ein Gefolge und löscht gleichzeitig den Widerstand aus. Somit versammelt also nicht nur Abaddon (Alaina Huffman) eine Armee um sich und die Lage spitzt sich fĂŒr die Winchesters und Castiel immer weiter zu. Alleine deshalb schon darf man gespannt sein, wie das nĂ€chste Staffelfinale aussehen wird.
Aber zurĂŒck zu Castiel: Immer wieder wird er darum ersucht, sich als AnfĂŒhrer aufzuschwingen. Angefangen vom ĂŒberlebenden Engel zu Beginn der Episode, ĂŒber Gabriel, bis hin zum persönlichen GesprĂ€ch mit Metatron. Dabei wird er zuletzt auch unter Druck gesetzt und darauf hingewiesen, dass sein Vorrat an âGraceâ (welches er von einem anderen Engel gestohlen hat) endlich ist und ihn frĂŒher oder spĂ€ter âausbrennenâ lassen wird. Trotzdem bleibt er stur, was eine FĂŒhrungsrolle angeht. Erst am Ende trifft er die Entscheidung, das besagte Symbol fĂŒr sich selbst zu nutzen und seinerseits ein Gefolge aufzustellen - also folgt er doch Metatrons PlĂ€nen? Hat er eingesehen, dass ihm keine andere Wahl bleibt oder hat er einen eigenen Plan und spielt jetzt nur zum Schein das Spiel des Strippenziehers mit? Immerhin ist er jetzt belesener als zuvor und könnte auf sein neues Wissen zurĂŒck greifen.
Winchesters
FĂŒr die beiden BrĂŒder wird es auch nach dieser Episode nicht einfacher. Abaddon versammelt weiterhin neues Gefolge um sich, Crowley (Mark Sheppard) ist noch immer im Besitz des âFirst Bladeâ, Gadreel sorgt dafĂŒr, dass Metatron weitere Truppen bekommt. Dazu kommt noch, dass Metatron in dieser Folge geradezu ĂŒbermĂ€chtig, ja schon fast gottgleich zu sein scheint. Er kann sich ĂŒber die gĂ€ngigen Symbole, mit denen Engel gebannt werden können, hinwegsetzen und macht sich sogar darĂŒber lustig. Wie sollen die beiden da noch Paroli bieten? Die Lage sieht da sehr aussichtslos aus. Bei Abaddon weiĂ man zumindest um eine Waffe Bescheid, mit der sie niedergestreckt werden kann und bei ihr funktioniert auch die ĂŒbliche Magie. Gegen Metatron hingegen scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Ob da in den verbleibenden Folgen noch ein Joker auftaucht? Abwarten.
Was das VerhĂ€ltnis zwischen Sam und Dean angeht, tut sich diese Woche nicht viel. Sie arbeiten zusammen, Dean bekommt von Gadreel eine Lektion ĂŒber Sam, aber an sich bewegen sich beide auf den ĂŒblichen ausgetretenen Pfaden. Vor allem Dean fĂ€llt hier wieder negativ auf, da er auf Nachfrage stets sein ĂŒbliches „I'm fine.“ von sich gibt - womit er weiterhin lĂŒgt und seiner Verschwiegenheit treu bleibt. Er hat Castiel auch nichts vom Kainsmal erzĂ€hlt und lĂ€sst erneut eine Gelegenheit aus, nach dem bedrohlichen âPreisâ zu fragen, den das Mal mit sich bringt - eine Frage, die Castiel vielleicht beantwortet hĂ€tte (immerhin erkennt er das Zeichen auf Deans Arm).
Auf die Staffel geblickt haben Nebenfiguren wie Crowley oder Castiel jedenfalls eine weit interessantere Entwicklung durchgemacht als die beiden BrĂŒder. Selbst Gadreel konnte hier mit einem unverhofften Todeswunsch mehr Interesse wecken als der andauernde Trott von Sam und Dean.
Fazit: Eine etwas andere Folge, die hauptsĂ€chlich durch diverse Gastdarsteller punkten kann und einen kleinen Einblick in Metatrons PlĂ€ne und Macht gibt. Vor allem Gabriels Auftritt wusste zu gefallen, wĂ€hrend die Winchesters mit ihren gewohnten Verhaltensarten allmĂ€hlich auf die Stimmung drĂŒcken. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zur âSupernaturalâ-Episode âAlex Annie Alexis Annâ (9x19)
Verfasser: Christian SchÀfer am Mittwoch, 16. April 2014Supernatural 9x18 Trailer
(Supernatural 9x18)
Schauspieler in der Episode Supernatural 9x18
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?