Supernatural 9x17

© ean (Jensen Ackles) und die Flasche... - âSupernaturalâ / (c) The CW
Daheim im Bunker
Die Suche nach Abaddon (Alaina Huffman) ist der wichtigste Punkt auf Deans (Jensen Ackles) Agenda in der Episode Mother's Little Helper der Serie Supernatural. Als Sam (Jared Padalecki) auf einen neuen Fall aufmerksam wird, bleibt Dean angeblich deshalb zurĂŒck, weil die Suche nach dem Knight of Hell PrioritĂ€t fĂŒr ihn hat. Im Verlauf der Folge stellt sich aber heraus, dass die Benutzung des âFirst Bladeâ deutliche Spuren beim Ă€lteren der Winchester-BrĂŒder hinterlassen hat. WĂ€hrend Sam unterwegs ist, gibt sich Dean dem Alkohol hin.
Sam merkt zu Beginn der Episode an, dass Dean einen besessenen Eindruck erweckt. Damit liegt er richtig, aber auch gleichzeitig falsch. Nicht Abaddon bereitet ihm Kopfschmerzen, sondern das âFirst Bladeâ und wie sich die Benutzung des Messers angefĂŒhlt hat. Crowley (Mark Sheppard) beschreibt es als ein MachtgefĂŒhl und Deans Blick wandert immer wieder zum Kainsmal - ein Zeichen dafĂŒr, dass er die Waffe wieder in HĂ€nden halten und einsetzen will. Er versucht zwar, sein Verlangen im Alkohol zu ertrĂ€nken (wie viel muss Dean eigentlich trinken, um besoffen zu werden?), aber es lĂ€sst ihn nicht los.
Der Handlungsstrang, der sich um Crowley und ihn entwickelt, ist von starken Charakter-Momenten geprĂ€gt, die Ackles sehr gut vermitteln kann. Es ist ungewohnt, Dean in der Rolle des SĂŒchtigen - beziehungsweise in der Rolle des Problembruders zu sehen - normalerweise ist es Sam, der mit derartigen Problemen zu kĂ€mpfen hat(te). Dabei ist es auch fraglich, ob er den JĂ€ger nur deshalb daran gehindert hat, um ihn vor der Gefahr zu schĂŒtzen oder weil Crowley momentan die einzige Verbindung zum âFirst Bladeâ ist. Vermutlich beides. Es wird sicher noch interessant, wenn der Kampf gegen Abaddon ansteht und Dean die Waffe erneut schwingen darf.
Crowleys Anwesenheit, gespickt mit den ĂŒblichen witzigen Bemerkungen, dient hier dazu, Dean das Problem zu vermitteln und den Fokus am Ende wieder auf die Suche nach Abaddon zu richten. Ob er tatsĂ€chlich weiterhin nach menschlichem Blut sĂŒchtig ist und sich damit abgefunden hat oder ob er das Dean gegenĂŒber nur vorgibt, spielt eigentlich keine Rolle. Crowley spricht immer mit gespaltener Zunge und ausgetrickst hat er Dean so oder so mit Hilfe seines dĂ€monischen Begleiters.
Milton, Illinois
Sams Fall mutet anfangs sehr kurios an. Die Einwohner der Stadt Milton haben ganz offensichtlich ein ĂŒbernatĂŒrliches Problem, denn die harmlosesten MitbĂŒrger scheinen plötzlich verrĂŒckt geworden zu sein und gehen auf ihre Mitmenschen los. Von DĂ€monen, Engeln oder anderen MissetĂ€tern fehlt aber zunĂ€chst jede Spur. Erst spĂ€ter offenbart sich, dass den Einwohnern ihre Seelen entrissen und sie so ihrer Menschlichkeit beraubt wurden. Hilfestellung und eine interessante Hintergrundgeschichte bekommt Sam dabei von Julia Wilkinson (Jenny O'Hara).
Eine schöne Ăberraschung, dass der Fall der Woche sich als eine Art Origin-Story von Abaddon entpuppt. Naja, nicht wirklich Origin in Bezug auf den Knight of Hell, aber zumindest die Anfangsgeschichte zu dem momentanen Host des DĂ€mons, Josie Sands. Die RĂŒckblicke nach 1958 und wie es zur Ăbernahme von Josie kam, sind jedenfalls gut umgesetzt. Huffman darf dabei ihr Können unter Beweis stellen und zieht wie ein Magnet die Aufmerksamkeit des Zuschauers an sich.

Ăberhaupt sind die RĂŒckblicke in die Vergangenheit der Men of Letters ein kleines Highlight der Episode. Wir bekommen hier zu sehen, wie Abaddon zunĂ€chst fĂŒr das Ăbel im Kloster verantwortlich ist und Henry Winchester (Gil McKinney) zusammen mit Josie der dĂ€monischen Brut Einhalt gebietet. Mit Blick darauf, wie gefĂ€hrlich die DĂ€monen am Anfang der Serie noch waren, wirkt der Kampf vielleicht ein wenig zu einfach. Aber es war schon relativ cool anzusehen, wie Henry mal eben den Bannspruch aufsagt und damit einen DĂ€mon besiegt. Das groĂe Lob geht allerdings an Abaddon, die sich hier in die Men of Letters einschleicht - damit gibt es eine ErklĂ€rung dafĂŒr, wie es ihr gelingen konnte, von Josie Besitz zu ergreifen und fĂŒr die (beinahe) Vernichtung der Men of Letters zu sorgen.
Im Hier und Jetzt steht Sam allerdings der Kampf noch bevor und diesmal kann er sich nicht auf Dean als Rettung verlassen. Nachdem Julia ihre Geschichte erzÀhlt hat, stellt er sich alleine dem Kampf und kann nur aufgrund eines kleinen Tricks - vermutlich inspiriert von Julias Geschichte - siegreich von dannen ziehen.
Aber dieser Sieg entpuppt sich nur als Tropfen auf dem heiĂen Stein. Abaddon war in den vergangenen Wochen nicht untĂ€tig und hat nicht nur Milton als Ort zur Seelenbeschaffung auserkoren. Mit Hilfe der Seelen kann sie DĂ€monen erschaffen und baut sich damit eine Armee auf - unabhĂ€ngig davon, ob Crowleys ehemalige AnhĂ€nger bei ihrem Spiel mitmachen. Was die Episode Mother's Little Helper damit zeigt: Abaddon ist nicht zu unterschĂ€tzen. Sie hat vielleicht nicht den diabolischen Charme eines King of Hell, sondern benutzt eher die Holzhammer-Methode. Aber das macht sie nicht weniger gefĂ€hrlich. Ihre Vernichtung dĂŒrfte somit alles andere als einfach werden (auch wenn es sicher schon absehbar ist, dass sie von Dean getötet werden wird).
Gesamteindruck
Supernatural-Darsteller Misha Collins gibt mit dieser Folge sein RegiedebĂŒt (abgesehen vom dreiminĂŒtigen Kurzfilm âStranger Dangerâ von 2010). Auch wenn die Episode eher ruhig daher kommt und keine groĂartigen Ăberraschungen oder Wendungen parat hat, hat er doch einen guten Job mit Mother's Little Helper geleistet und darf gerne öfter auf dem Regiestuhl Platz nehmen.
Was die Folge an sich angeht, liefert sie einige interessante Informationen ĂŒber Dean und Abaddons PlĂ€ne. Damit reiht sie sich in die fĂŒr den Staffelbogen relevanten Episoden ein. Der Konflikt zwischen den BrĂŒdern tritt abermals in den Hintergrund, wird aber sicher wieder eine gröĂere Rolle spielen, wenn es auf das Finale zugeht. Immerhin nimmt die Kain und Abel Geschichte eine gröĂere Bedeutung ein und sollte auch im Zusammenhang mit dem âFirst Bladeâ entsprechend zur Geltung kommen.
Dabei bleibt noch abzuwarten, ob das Problem zwischen Sam und Dean diesmal endgĂŒltig gelöst oder mit der zehnten Staffel erneut hinter dem Ofen hervorgeholt wird. Der Rezensent wĂŒrde es jedenfalls begrĂŒĂen, wenn die Sache mit dieser Staffel abgeschlossen und in der neuen Season das Winchester-Team von derartigen Konflikten verschont wird. Die beiden haben noch genug zu tun und brauchen sich dabei nicht noch gegenseitig im Wege stehen.
Fazit: Eine solide Folge, die an beiden Fronten ĂŒberzeugen kann. Stellenweise vielleicht etwas zu ruhig und fĂŒr Supernatural-VerhĂ€ltnisse ein wenig auĂer der Reihe, was den erhöhten Drama-Anteil bei Dean angeht. Dennoch sehr stimmig inszeniert. Von der Sorte dĂŒrfte es gerne öfter Mal eine Episode geben. Von mir bekommt die Folge 4 von 5 Sternen.
Trailer zur Episode Meta Fiction der Serie âSupernaturalâ (9x18)
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 27. MÀrz 2014Supernatural 9x17 Trailer
(Supernatural 9x17)
Schauspieler in der Episode Supernatural 9x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?