Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x14

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Last Holiday
Last Holiday ist über weite Strecken und mindestens in der ersten Hälfte eine Wohlfühl-Episode. Mrs. Butters (Meagen Fey), von Dean (Jensen Ackles) durch den Reset des Bunkers befreit, ist zunächst eine gute Fee (oder Waldnymphe), die unsere Brüder nicht nur im Haushalt unterstützt und leckere Wegpakete für die Jagd zubereitet, sondern insgesamt für das Wohlbefinden aller im Bunker befindlichen Personen sorgt. Inklusive Jack (Alexander Calvert), der sich aus seinem Zimmer wagt, nachdem Mrs. Butters die Initiative ergreift.
Und für meinen Geschmack war das jetzt auch genau die Folge, die wir mit Blick auf die weiterhin anhaltende Pandemie unbedingt brauchen. Ein Lichtblick (hier zunächst für Sam (Jared Padalecki) und Dean), der sich eben nicht nur in der Tatsache bemerkbar macht, dass Supernatural endlich weitergeht, sondern aufzeigt, wie schön das Leben sein kann, wenn man daheim jemanden hat (und sei es nur eine Haushaltshilfe), der/die sich um einen kümmert und Lunchpakete für den „Arbeitstag“ vorbereitet - eine Kleinigkeit, aber eben eine, die man freudig entgegennimmt.
Insofern kann ich schon jetzt schreiben, dass mir diese kleine Folge sehr gut gefallen hat. Der große Kampf mag pausieren, was in Last Holiday passiert, ist weder wegweisend noch groß und insgesamt gibt es - abgesehen von zwei Vampiren, die in Rekordzeit aus dem Weg geschafft werden - nur vier Figuren, um die es sich dreht. Aber die (anfängliche) Herzlichkeit von Mrs. Butters sowie die Tatsache, dass sie am Ende von dannen ziehen kann - mit geöffneten Augen - sind genau das, was vermutlich jeder gerade braucht. Von daher war diese Folge mit ihrer Leichtigkeit auch genau das, was ich gerade gebraucht habe.
Mrs. Butters
Sam ist zu Beginn skeptisch und soll im Folgenverlauf auch ein wenig Recht behalten, denn Mrs. Butters wurde eine klare Linie von den ursprünglichen Men of Letters vorgegeben, die sie einzuhalten gedenkt. Wenn Jack als der Antichrist/Sohn von Lucifer (Mark Pellegrino) im Bunker haust, kann es sich ja nur um ein Monster handeln und Monster gehören nach allem, was ein gewisser Cuthbert Sinclair (Kavan Smith) von sich gegeben hat, eliminiert. Kein Wunder also, dass sie Jack kräfteraubende Smoothies zubereitet, um ihn schließlich gefangen zu nehmen - mit der Absicht, ihn durch Dean oder Sam umbringen zu lassen.
Wobei das Thema „alle Monster sind böse“ eigentlich schon lange nicht mehr gilt. Mrs. Butters weiß das natürlich nicht, denn sie kennt nur die Welt der damaligen Men of Letters, wo eben jedes Monster ins Jenseits befördert werden musste. Und dass diese Monster auch Menschen beeinflussen und auf „ihre“ Seite ziehen können, ist ebenfalls nicht neu. Insofern ist Dean schließlich zusammen mit Jack gefangen und gilt ebenfalls als Bedrohung der „Familie“, die Mrs. Butters schützen möchte. Letzter Ausweg Sam? Nein, wie zu erwarten nicht, denn der wird ebenfalls von Mrs. Butters entlarvt - auch wenn sie hier erstmal Fingernägel zupft und somit versucht, ihn zur „Vernunft“ zu bringen.
Der wohlige Witz ist aber, dass Mrs. Butters selbst ein Opfer ihrer Zeit ist. Vielleicht hätte sie das Thema Jack einfach mal ansprechen und zusammen mit Sam und Dean erörtern sollen, ehe sie zu den (von ihr gewohnten) Maßnahmen übergeht? Aber wie auch immer, sie bleibt trotz aller Versuche, Jack und Dean aus dem Weg zu schaffen, immer irgendwie sympathisch (auch, als sie sich an Sams Fingernägeln zu schaffen macht). Und ganz ehrlich: eine Mrs. Butters, ob nun als Haushelferin, Ersatzmutter oder sonst was, wäre in meinen Augen eine dauerhafte Bereicherung im Bunker. Zwar verständlich, dass sie am Ende von dannen zieht, aber einen solchen (positiven) Einfluss auf unsere Brüder oder auch Jack hat man selten gesehen. Das tat wirklich gut und von daher ist es schade, dass es sich hier wohl um einen einmaligen Gastauftritt handelt.
Jack
Anfangs hatte ich noch die Befürchtung, Jack würde die gesamte Episode über nicht zu sehen sein und nur in seinem Zimmer hocken. Stattdessen nutzt Last Holiday den Gastauftritt von Mrs. Butters dazu, ihn aus seiner Höhle zu locken und an dem teilhaben zu lassen, was womöglich die titelgebenden „letzten Feiertage“ sind. Dadurch, dass Jack seine Seele zurückhat, erfasst er erst seine vergangenen Taten - vornehmlich natürlich den Tod von Mary (Samantha Smith), den er verursacht hat.
Entsprechend gibt es neben den ganzen Wohlfühlmomenten und witzigen Szenen auch ernste Konversationen, die sich mit Jack und Mary beschäftigen. Das wichtigste Gespräch findet dabei zwischen Jack und Dean statt und dreht sich eben um den Mord an Mary. Natürlich kann Dean nicht einfach vergeben und vergessen - das wäre wohl auch sehr unglaubwürdig - aber immerhin findet auf emotionaler Ebene eine gewisse Aufarbeitung des Geschehens statt. Und das ist für beide Figuren wichtig und förderlich, wenn sie sich zusammen den kommenden Aufgaben stellen wollen. Schließlich hat Sam recht, wenn er zu Beginn zu Dean meint: „Ignoring your trauma doesn't make you healthy.“
Winchesters
Für unsere Brüder gibt es diese Woche eine kleine Verschnaufpause, auch wenn es dank des frisch aktivierten Monsterradars mehrere offscreen-Jagdeinsätze gibt und Mrs. Butters später noch zu einem Problem wird. Aber vornehmlich steht erstmal der Humor im Vordergrund, wobei Deans Nachtgarderobe (sicher eine Referenz an ScoobyNatural (13x16) - ähnlich wie Deans Unterwäsche, die Mrs. Butters da gerade hochhält, als Dean erstmals auf sie trifft) hervorsticht. Sam darf zwischenzeitlich bei einem Abenteuer Thors Hammer tragen, den wir erstmals in What's Up (8x02) gesehen haben. Was ist euch noch aufgefallen?

Ansonsten war es etwas schade, dass Sams Date mit Eileen (Shoshannah Stern) ebenfalls zu den offscreen-Abenteuern zählt. Ich hoffe ja, dass wir Shoshannah Stern in den letzten Episoden noch einmal zu sehen kriegen (und natürlich nicht in einer Folge, in der ihre Figur Eileen noch stirbt). Vielleicht im Finale und in einem möglichen Happy End für Sam?
Deans Blick durch das Teleskop, welches laut Mrs. Butters Einblicke in andere Dimensionen/Welten gewährt, zeigt derweil auf, dass Chuck (Rob Benedict) mit seinem Zerstörungsfeldzug fertig zu sein scheint. Insofern waren das jetzt für Sam, Dean und Jack wohl wirklich die letzten unbeschwerten Tage, ehe es unaufhaltsam aufs Finale zu geht. Die abschließenden Worte zur Episode überlasse ich jetzt Mrs. Butters: „Dean, eat your vegetables. And Sam, cut your hair. And Jack, go save the world.“
Fazit
Endlich geht es weiter! Zunächst zwar nur mit einer kleineren, eher humorlastigen Episode, aber vielleicht war das jetzt auch die letzte dieser Art. Und als Wiedereinstieg nach der unfreiwilligen Pause leistet Last Holiday mit der ganzen Unbeschwertheit und Herzlichkeit einen sehr guten Job. Für mich genau der richtige Einstieg, der mir auch vier von fünf Sternen wert ist. Aber wie hat euch die Folge gefallen?
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 10. Oktober 2020Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x14 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x14)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x14
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