Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x15

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x15

In der Folge Gimme Shelter der US-Serie Supernatural gehen Jack und Cas einem Fall nach, während Sam und Dean sich auf die Suche nach Amara begeben.

Szenenfoto aus der Supernatural-Folge Gimme Shelter (c) The CW
Szenenfoto aus der Supernatural-Folge Gimme Shelter (c) The CW
© zenenfoto aus der Supernatural-Folge Gimme Shelter (c) The CW

Gimme Shelter

Das Serienende von Supernatural rückt immer näher. Der kleine Rückblick vor Gimme Shelter ruft uns den aktuellen Plan von Sam (Jared Padalecki, Dean (Jensen Ackles), Castiel (Misha Collins) und Jack (Alexander Calvert) erneut ins Gedächtnis: Chuck (Rob Benedict) und Amara (Emily Swallow) müssen beide aus der Gleichung genommen werden, um die Balance zu wahren. Allerdings lässt das Ende der Episode offen, ob sich dieser Plan in die Tat umsetzen lässt. Denn Jack enthüllt gegenüber Cas, dass er als eine Art Bombe fungieren wird, um sowohl Chuck als auch Amara auszulöschen - und selbst dabei aufhören wird, zu existieren.

Es dürfte klar sein, dass nicht nur Castiel damit ein Problem hat. Wir bekommen zwar nicht mehr zu sehen, was er Dean am Ende mitteilt, aber wir können sicher davon ausgehen, dass er unseren Brüdern die Konsequenzen für Jack - sollte der Plan durchgeführt werden - im Vorfeld preisgeben wird. Ob sich aber eine Alternative finden lässt? Und wie sollte die aussehen, denn es wird sich kaum mit Chuck reden lassen. Vielleicht läuft es doch noch auf das Szenario hinaus, welches Sam und Dean bei Amara vorgeben zu verfolgen und Chuck wird eingesperrt? Diese Folge bestärkt mich jedenfalls darin, dass uns den jetzigen Plan betreffend noch ein paar Überraschungen und Wendungen bevorstehen werden und das Ende für alle Beteiligten vorerst noch ungewiss bleibt.

Aber zurück zur Episode. Sam und Dean überlassen die Bühne größtenteils Cas und Jack, die einen Fall lösen müssen, der ausnahmsweise mal nicht auf übernatürliche Eingriffe zurückgeht. Zwar erblicken wir am Ende den Crossroad-Dämon Zack (Adam Beauchesne) im Polizeiwagen, aber ich deute das eher so, als wenn Sylvia (Nicole Munoz) nun ein möglicher Deal bevorsteht (ob Rowena (Ruth Connell) einen solchen Deal absegnet, steht aber wieder auf einem anderen Blatt). Der Fall selbst ist aber auch eher Nebensache und dient hauptsächlich dazu, Castiel und Jack mit Themen wie Religion, Familie und dem eigenen Werdegang zu konfrontieren, was oft gut gelingt und teilweise auch amüsant anzusehen ist. Mich hat übrigens überrascht, dass Sylvia die Täterin ist und irgendwie erscheint mir diese Überraschung nicht sehr plausibel zu sein. Aber dass Jack als des Teufels Sohn zur Rettung Valeries (Sara Southey) eilt und Sylvia als Tochter des Pastors (Steve Bacic) eine Mörderin ist, ist doch irgendwie ein interessanter Kniff.

Jack & Castiel

The CW
The CW - © The CW

Wie wichtig es ist, dass Jack und Cas zusammen auf Tour gehen, um diesen Fall zu lösen, macht sich natürlich vorrangig am Ende bemerkbar, als Jack die „Bombe“ platzen lässt. Aber wie gesagt sind die Themengebiete, die dem Fall zu Grunde liegen, der eigentliche Kern der Episode. Wenn Cas und Jack vor Ort eintreffen, bleibt es zunächst noch relativ harmlos und wir können an vielen Stellen Schmunzeln (Jacks Reaktion auf den Teddybären am Tatort zum Beispiel). Aber wenn die beiden tiefer in die Gruppe um Sylvia und Pastor Joe eintauchen, ihren Ermittlungen nachgehen, werden die Gespräche ernster und es bleibt stets spannend zu sehen, ob Cas oder Jack preisgeben werden, wer sie wirklich sind (kennt ihr eigentlich „Highway to Heaven“ beziehungsweise „Ein Engel auf Erden“ mit Michael Landon und Victor French? Darauf wird ja mehrfach angespielt - hier mal das Intro dazu.)

Besonders beeindruckt war ich vom Vorstellungsgespräch, welches Cas seinem Ziehsohn abnimmt. Autor Davy Perez schreibt da sehr elegant Castiels Werdegang in einen Monolog, findet eine treffende Zusammenfassung für alle wichtigen Ereignisse der letzten beziehungsweise aller Staffeln mit dem Engel, ohne aber Himmel und Hölle beim Namen zu nennen. Und der Vortrag des Monologs entfaltet dennoch seine Wirkung. Ähnlich gut empfinde ich die Entwicklung zwischen Sylvia und Jack, die am Ende leider dadurch getrübt wird, dass Sylvia die Täterin ist. Und die Diskussionen zwischen Cas und Joe über Gott und Götter, Glauben und „das zu tun, was gut und richtig ist“ waren auch mindestens interessant anzusehen und anzuhören.

Jack wirkt zwar unterm Strich etwas unbeholfener, wenn es um die Interaktionen mit der Gruppe geht, aber das ist auch nur wieder verständlich, weil Cas wesentlich erfahrener ist. Trotz der Themen und guten Dialoge könnte man jetzt natürlich behaupten, dass der Fall ja nur deshalb so gestrickt wurde, damit man die unterbringen konnte. Und ein wenig hingebogen wirkt das alles auch auf mich, weil es schon derbe mit dem Zufall zugehen muss, wenn diese Themen gerade jetzt - innerhalb eines Falls - angesprochen werden.

Amara

The CW
The CW - © The CW

Die Chancen für Sam und Dean, auf Amara zu treffen, werden uns von Beginn an als dünn angegeben. Aber wer die Opening Credits und darin die Darstellernamen verfolgt, weiß genau, dass es ein Wiedersehen geben wird. Chucks Schwesterherz kommt unseren Brüdern sogar auf der Strecke entgegen und statt Rippchen oder Burger möchte Amara lieber mal was Neues ausprobieren und Piroggen verköstigen.

Das Gespräch verläuft dann erstmal nicht so, wie Sam und Dean es sich erhofft hatten. Wirklich geplant hatte auch keiner von beiden, was man ihr denn jetzt genau erzählen wollte, um sie in die Falle zu locken. Chuck wegsperren zu wollen klingt zwar halbwegs überzeugend, aber Amara lehnt erstmal ab und verweist dabei auf die besondere Verbindung zu ihrem (Zwillings-)Bruder.

Allerdings startet Dean mit der Frage nach Sinn und Zweck von Marys (Samantha Smith) damaliger Rückkehr schließlich noch einen Versuch, der von Erfolg gekrönt ist - immerhin will Amara jetzt drüber nachdenken, ob sie unseren Brüdern hilft. Wobei dieses Gespräch, welches nur zwischen ihr und Dean stattfindet, das Highlight der Episode ist. Amaras Antwort auf Deans Frage ist perfekt und treibt ihm das Wasser in die Augen. Gleichzeitig ergibt sich durch diese Antwort aber auch die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass auch sie an einer „Traumwelt“ (oder Vergangenheit) festhält. Wir sehen förmlich in Amaras Gesicht, wie ihre Meinung zum Thema Chuck dahinbröckelt und sich (schmerzhafte?) Unsicherheit breitmacht. Toll gespielt von beiden Darstellern.

Fazit

Eine gute und für die Figuren wichtige Episode, die mit ihrem Ende Unsicherheit darüber weckt, ob man mit Blick auf Jacks Schicksal den Plan durchziehen sollte. Allerdings komme ich bei der Haupthandlung um den Mordfall nicht umhin, eine gewisse zweckmäßige Konstruiertheit zu entdecken und bin mit der Auflösung (der Enthüllung des Täters) nicht wirklich zufrieden. Von meiner Seite gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 17. Oktober 2020

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x15 Trailer

Episode
Staffel 15, Episode 15
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x15)
Deutscher Titel der Episode
Zuflucht
Titel der Episode im Original
Gimme Shelter
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 15. Oktober 2020 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 14. März 2021
Autor
Davy Perez
Regisseur
Matt Cohen

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x15

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