Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x12

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x12

Mit der Folge Galaxy Brain meldet sich die US-Serie Supernatural aus der Pause zurück. Im Bunker beraten Sam, Dean und Cas noch über die weitere Vorgehensweise in Sachen Jack und Chuck, als plötzlich ein neuer Fall an der Tür klopft.

Szenenfoto aus der Supernatural-Folge Galaxy Brain (c) The CW
Szenenfoto aus der Supernatural-Folge Galaxy Brain (c) The CW
© zenenfoto aus der Supernatural-Folge Galaxy Brain (c) The CW

Galaxy Brain

Die Supernatural-Folge Galaxy Brain ist eine recht merkwürdige Mischung ohne großen Spannungsverlauf und mit nur kleineren Portionen Winchester-Action. Es wäre aber falsch, zu behaupten, dass die Folge bloß ein Lückenfüller ist, denn an Ereignissen - auch für das große Geschehen dieser letzten Staffel - mangelt es nicht. Allein Chuck (Rob Benedict) sorgt aktuell dafür, dass die Bedeutung der Welt von Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles), die uns über anderthalb Jahrzehnte hinweg unterhalten hat, in den Vordergrund gerückt wird. Die Vernichtung sämtlicher alternativer Welten/Universen (zu denen unsere „echte“ Realität sicher gehört, gell?), also Chucks clean slate, bewirkt, dass unser Fokus stärker als zuvor auf den Werdegang der Winchesters gerichtet wird. Gleichzeitig wird uns bewusst, wie endgültig die weiteren Episoden sein werden.

Während Chuck seinen Rahmen enger setzt und sein Schaffen auf das Wesentliche (das für ihn Interessante) reduziert, folgt die Handlung im Bunker einem „losen Ende“. Dark Kaia (Yadira Guevara-Prip) (ich nenne sie jetzt einfach mal so) meldet sich zurück, stattet Jody (Kim Rhodes) einen Besuch ab, um Sam und Dean herbeizuholen und vermeldet, dass unsere Kaia noch am Leben ist und aus dem „Bad Place“ gerettet werden muss. Das Abenteuer wird somit eine direkte Folge von Chucks Handeln und unseren Brüdern offenbart sich ein Dilemma. Denn Jack (Alexander Calvert) könnte zwar einen Spalt öffnen, würde damit aber die Aufmerksamkeit von Chuck und damit das Gelingen von Billies (Lisa Berry) Plan riskieren.

Ein bisschen ins Detail geht es gleich noch. An dieser Stelle möchte ich vielmehr anmerken, dass die Folge zweierlei Zweck erfüllt. Zum einen, den Fokus auf das nahende Ende der Serie zu legen und zum anderen, im Zuge dessen auch eine abschließende (?) Geschichte zur Figur Kaia zu erzählen, die nach gelungener Rettung von Jody aufgenommen wird, was Claire (Kathryn Newton) sicher freuen wird. Das nicht in Serie geschickte Spin-off Wayward Sisters erhält somit einen Abschluss, wenngleich es natürlich möglich ist, dass Jody, Donna (Briana Buckmaster) und die anderen Mädels in den verbleibenden Episoden noch vorkommen.

Chuck

Eigentlich habe ich gerade schon genug über Chuck geschrieben, aber um ein paar Dinge komme ich nicht herum. Zunächst einmal ist mir erst in dieser Folge so richtig bewusst geworden, wie gut die Figur als großer Endgegner funktioniert. Wir hatten im Verlauf der Serie einige sehr üble Zeitgenossen dabei und zu den Lieblingen zählen da sicher Lucifer (Mark Pellegrino) und Crowley (Mark Sheppard), die unseren Brüdern immer wieder zusetzten. In Sachen Lucifer fehlt übrigens ebenfalls noch ein Abschluss, auf den wir gespannt sein können. Chuck blieb derweil stets im Hintergrund, obwohl er spätestens mit der Einführung der „Supernatural“-Bücher die Rolle des Strippenziehers übernommen hat und für die elfte Staffel sogar vor seiner Schwester Amara (Emily Swallow), die ebenfalls noch auf einen Abschluss wartet, gerettet werden musste.

Aber das ist Schnee von gestern. Worauf ich vielmehr hinaus will, ist die Tatsache, dass Chuck eher im Hintergrund aktiv war und sich erst mit dem Ende der 14. Staffel in den Vordergrund stellte und zum Endgegner wurde. Er war irgendwie immer dabei. Und das wirkt in vielerlei Hinsicht stimmig und passend, schließlich hatte bereits Serienschöpfer Eric Kripke mit der fünften Staffel ein Ende der Sorte „Kain und Abel“ für die Brüder vorgesehen. Dies verfolgt Chuck ebenfalls, wie uns die zahlreichen Alternativen (Welten) bereits aufgezeigt haben, in denen dieses Ende stattgefunden hat. Und es wurmt ihn, dass sich unser Sam und unser Dean diesem Schicksal widersetzen. So sehr, dass er jetzt sämtliche Alternativen aus dem Verkehr nimmt, um sich einzig und allein auf diese, unsere Supernatural-Welt zu fokussieren.

Seine (eingeschränkte, aber dazu komme ich gleich noch) Allmächtigkeit stellt hier auch die meisten anderen Bösewichte in den Schatten. Denn was ist schon die Apokalypse einer Welt im Vergleich zur Zerstörung, die Chuck jetzt gerade veranstaltet? Um „The Bad Place“ mag man kaum trauern, aber was ist mit all den anderen Welten wie „Earth 2“? Und wie fies ist es, dem armen Radio-Shed-Angestellten (Nicco Del Rio) kurz vor dem Ende noch ein „You'll be fine“ mit auf den Weg zu geben?

Abgesehen vom „Crisis on Infinite Earths“-Szenario, von dem wohl keine Serie auf dem US-Sender The CW verschont bleibt, weiß die Umgebung und die Art und Weise, wie Chuck seine Monologe abhält, zu gefallen. Schon die Idee, die verschiedenen Welten auf den Fernsehgeräten abzubilden, ist ziemlich großartig. Hinzu kommen Chucks Abhandlungen über verschiedene Shows, abgesetzte Spin-offs und dergleichen, womit die Metaebene betreten wird. Und da Supernatural immer wieder mal davon Gebrauch macht, wirkt auch das stimmig.

Kaia

The CW
The CW - © The CW

Ich muss mir jetzt wohl ein rotes Kreuz im Kalender machen. Bringen die Macher uns doch glatt eine vermeintlich tote, weibliche Figur zurück, ohne auf die Parallelweltvariante oder einen Zauber zurückzugreifen! Mit Dark Kaia ließ sich rechnen, aber die Rückkehr der „echten“ Kaia hätte ich sicherlich nicht erwartet - eine gelungene Überraschung.

Wobei ich vom Abenteuer selbst - sowohl vorher, als Dark Kaia Jody gefangen nimmt, als auch später, als es durch den Spalt geht - etwas mehr erwartet hätte. Dark Kaia kommt bei mir jedenfalls nie als Bösewicht an, obwohl sie eingangs (tote Kuh und so) als solcher inszeniert werden soll. Mit allem, was nach „Jodys Rettung“ passiert, fragt man sich jedenfalls, weshalb Dark Kaia nicht von Beginn an ein einfaches Gespräch mit den Winchesters gesucht hat - wäre vermutlich auch schneller gegangen, als erst eine Kuh zu töten, Jody zu überwältigen und auf die Ankunft von Sam und Dean zu warten. Auf der anderen Seite, wenn man sie zunächst für einen Bösewicht hätte halten sollen, sind die Szenen im Bunker zu lasch angelegt. In der Vergangenheit und auch zu Beginn dieser Folge hat Dark Kaia auf mich jedenfalls nie den Eindruck erweckt, dass sie groß mit sich diskutieren oder sich gar (wie im Bunker geschehen) lange hinhalten lässt. Zugegeben, sie liegt da in Ketten und es gibt diese schöne Szene mit Jack, die vieles wieder wettmacht. Aber einen durchdachten Plan hatte Dark Kaia offenbar nicht, womit auch ein bestimmtes Maß an Aggressivität fehlt, welches sie in vorherigen Folgen immer wieder an den Tag gelegt hatte.

Die Rettung unserer Kaia verläuft derweil fast ereignislos. Eine Situation (rote Augen im Dunkeln) mag brenzlig wirken, verfliegt aber sogleich wieder beziehungsweise wird von Dark Kaia mit Erklärungen weggeredet. Der Trip in die Parallelwelt wird damit zum Spaziergang und es muss erst zum Schluss ein wenig gelaufen werden. Nicht gerade das, was man vom „Bad Place“ erwarten würde.

Ansonsten ist es aber schön zu wissen, dass Kaia und Claire sich wiedersehen werden. Letztere ist in dieser Folge zwar abwesend, aber mit Blick auf den ungewissen Ausgang ist das verständlich. Schließlich kann Jody nicht wissen, ob die Rettung gelingen würde oder nicht. Womit wir auch zum nächsten Thema kommen...

Gespräche

The CW
The CW - © The CW

Es gibt für unsere (Gast-)Figuren einiges zu besprechen. Jack und Kaia sind dabei die Dreh- und Angelpunkte, wobei Jack (nach der Offenbarung des Plans am Ende von The Gamblers) von Beginn an das größere Thema ist und auch bleibt. Vor allem Sam ist sich nicht sicher, ob der von Billie geplante Weg des Nephilims der richtige ist. Wie weit kann man Billie überhaupt trauen und besteht (auch aufgrund seiner stark dezimierten Seele) bei Jack nicht doch noch das Risiko, durch eine mögliche Beseitigung Chucks zum Monster zu werden?

Aber welche Alternativen bleiben unserem Team? Gibt es überhaupt welche? Sicher ist, dass Jack aktuell die einzige (Geheim-)Waffe ist, mit der man Chuck die Stirn bieten könnte. Vielleicht ändert sich das in Zukunft noch, wenn oder falls Amara ins Spiel kommt. Vielleicht aber auch nicht. Sam, Dean und Cas bleibt vorerst keine andere Wahl, als auf Jack und dessen Fähigkeiten zu setzen, die noch weiter ausgebaut werden müssen.

Mit Dark Kaia und Kaia ergibt sich für Jody und Cas schließlich einiges an Gesprächsstoff, die sich in dieser Folge tatsächlich erstmals in Person gegenüberstehen. Kaum zu glauben, aber mir fällt auch keine Folge ein, in der die beiden miteinander zu tun hatten - was mit Blick auf Claire schon recht verwunderlich ist. Der gegenseitige Austausch über Claire, das Risiko einer Rettung Kaias und schließlich die Frage, ob Jody mit durch den Spalt gehen soll, werden thematisiert und adäquat behandelt. Da lässt sich nichts dran aussetzen.

Mein Gesprächshighlight ist aber der Austausch zwischen Dark Kaia und Jack. Da wird nämlich die Frage beantwortet, ob Jack seine Menschlichkeit verliert oder nicht. Er trifft hier die Entscheidung, seine Fähigkeiten einzusetzen, um den Spalt zu öffnen und Kaia zu retten - weil er sieht, dass die Findung eines alternativen Weges zu lange dauert. Somit riskiert er, auf Chucks Radar zu landen, um „nur“ eine Person zu retten. Eine sehr menschliche Entscheidung, wobei aber trotzdem mit Bedacht vorgegangen wird.

Dilemma

Jack löst das Dilemma, welches ich eingangs weiter oben kurz angesprochen hatte. Während Sam und Dean noch Bücher wälzen, um Hinweise darauf zu finden, wie man ohne Jacks Fähigkeiten zum „Bad Place“ gelangen kann, Cas mehrfach probiert, den zwielichtigen Sergei (Dimitri Vantis) zu erreichen und Michael (Jake Abel) außer Reichweite ist, bleibt in Anbetracht des Zeitdrucks auch nur die Möglichkeit, das Risiko einzugehen.

Reaper Merle (Sandra Ferens) hat natürlich Einwände und, wie Billie, hauptsächlich das große Ganze vor Augen, welches aufs Spiel gesetzt wird. Eine Wahl bleibt ihr aber nicht und somit entschließt sie sich für den bestmöglichen Weg, der darin besteht, den Bunker möglichst effektiv gegen Chucks Wahrnehmung abzusichern. Begriffe wie Winchester dumb fallen dabei und ganz ehrlich, Merle hinterlässt auf mich einen sympathischen Eindruck und hat die Sense am Ende nicht verdient.

Bleibt erst mal zu hoffen, dass Chuck tatsächlich nichts von Jack mitbekommen hat. Mit Blick darauf, dass er vorher schon in Dark Kaias Gedankenwelt eindringt - wofür er seine Fähigkeiten benutzt, bevor der Bunker besser abgesichert ist - können wir das durchaus infrage stellen. Andererseits hängt es vielleicht von der Größe des Einsatzes ab, ob Chuck darauf aufmerksam wird und die Öffnung eines Spalts dürfte mehr Aufmerksamkeit erregen als ein kleiner Trip in die Gedankenwelt, oder?

Billie

The CW
The CW - © The CW

Billie tritt erst am Ende auf und setzt unser Team darüber ins Bild, dass Chuck auf Zerstörungskurs ist und nur diese eine Welt übrigbleiben wird.

Außerdem wird uns bestätigt, was Death (Julian Richings) bereits vor langer Zeit verkündet hatte: Chuck ist sterblich, seine Allmächtigkeit somit begrenzt. Auch für ihn gibt es ein Buch in der Bibliothek des Todes und darin spielen Jack, Sam und Dean größere Rollen.

Es gibt zwar keine genaueren Ausführungen darüber, wie unser Team jetzt weiter vorgehen soll. Dennoch ist es schön, eine Bestätigung über gewisse Dinge zu erhalten, wobei ich mich am meisten über den Rückblick mit Julian Richings gefreut habe. Ein wenig Erklärungsbedarf bleibt dennoch übrig, wie beispielsweise Deans Buch, welches vormals auf die Box am Boden des Ozeans hinauslaufen sollte oder der Fakt aus der elften Staffel, wonach Chucks Ableben zum Ende der Welt führt. Letzteres wird zwar angesprochen - offenbar geht es auch ohne Gott - aber da fehlt mir noch ein wichtiges Puzzleteil, welches Billie womöglich verschweigt.

Fazit

Ganz ohne Kritik und Fragen kommt Galaxy Brain zwar nicht aus und für meinen Geschmack fehlt es ein bisschen an Spannung und Action, aber unterm Strich hat mir die Episode gut bis sehr gut gefallen. Man spürt förmlich, wie das große Endspiel, die finale Auseinandersetzung näherkommt und ungleich manch anderer Staffel gibt es hier in Form von Jack einen Plan dafür. Ob der sich tatsächlich umsetzen lässt, bleibt natürlich abzuwarten. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Hier noch der Serientrailer zur Episode Destiny's Child (15x13) der US-Serie Supernatural:

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Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 18. März 2020

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x12 Trailer

Episode
Staffel 15, Episode 12
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x12)
Deutscher Titel der Episode
Das große Ganze
Titel der Episode im Original
Galaxy Brain
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 16. März 2020 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 28. Februar 2021
Autoren
Robert Berens, Meredith Glynn
Regisseur
Richard Speight Jr.

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x12

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