Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x10

© zenenfoto aus der Supernatural-Folge The Heroes' Journey (c) The CW
The Heroes' Journey
Das letzte Treffen mit Chuck (Rob Benedict) hat Konsequenzen für Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) hinterlassen. Denn es fällt schwer zu glauben, dass die beiden tatsächlich (und rein zufällig) derart viel Pech haben können. Der Gedanke, dass Chuck die beiden triezt, liegt nahezu auf der Hand. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass dem allmächtigen (?) Schreiberling ein bestimmtes Ende vorschwebt, womit unsere Figuren (bis zum Finale) quasi „sicher“ sind.
The Heroes' Journey wird sicherlich die treue Zuschauerschaft ein wenig spalten. Wer sich zur Abwechslung eine lockere und größtenteils witzige Episode wünscht, wird (sehr) gut bedient. Wer hingegen auf den weiteren Fortschritt zum chuckigen Problem - neue Lösungsansätze, Blick in die Leere, Amara (Emily Swallow) und dergleichen - gespannt ist, darf wieder warten. Vielleicht verschmerzbar, weil immerhin auf die Auswirkungen des letzten göttlichen Treffens angespielt und mit ihnen gespielt wird. Außerdem ist Garth (DJ Qualls) dabei. Aber ob das reicht?
Für meinen Geschmack ist diese Heldenreise eine Episode, die gerne früher hätte stattfinden können. Vielleicht in den ersten - sagen wir fünf? - Episoden dieser Staffel, um zu zeigen, dass das Ende sich nähert und Chuck den Heldenstatus von Sam und Dean - der wesentliche Punkt dieser Folge - stark geschmälert hat. Da hätten sich für die letzte Staffel die Eigenschaftswerte der Brüder gut runterschrauben lassen, um die gewöhnlichen Gegner (Geister, Dämonen und Co.) wieder stärker - und schwerer zu besiegen - darzustellen. Aber gut, noch haben wir zehn Episoden vor uns und falls die Winchesters in Alaska nicht fündig werden, könnten dank verstärktem Pechlevel beziehungsweise „Normalität“ durchaus noch spannende Folgen dabei sein, die andernfalls nicht funktionieren würden.
Garth

Aber ganz gleich, ob man diese Episode nun als passend oder unnötig empfindet, sie hat Garth an Bord. Und Garth geht es gut. Er mag nicht normal sein, weil er und seine Familie zu den Werwölfen gehören. Aber er ist so dicht an einem normalen Leben dran, wie es unter diesen Umständen nur geht. Da blicken selbst die Winchesters ein wenig sehnsüchtig nach bestandenem Abenteuer noch einmal zurück zum Haus der glücklichen Familie, wo Garth und Ehefrau Bess (Sarah Smyth) gerade zu „Werewolves of London" tanzen. Hier das Video zum Song.
Mit Blick auf den letzten Auftritt von Garth, den er ohne Familie absolvierte und der nicht ohne war, durften wir uns fragen, wie es um ihn diese Woche bestellt ist. Offensichtlich bittet er die Winchesters um Hilfe, die herausfinden sollen, weshalb Brad (Jesse Hutch) - der Cousin von Bess - halbtot aufgefunden wurde. Bis die beiden die Bitte bekommen, sind wir aber schon so weit, dass wir wissen, dass sie Hilfe benötigen werden. Von daher ist auch klar, dass Garth sich früher oder später in Gefahr begeben wird, um den Winchesters beizustehen oder sie gar zu retten - ernsthaft, dass Garth Sam und Dean aus der Patsche hilft, ist so klar wie Kloßbrühe. Die große und spannende Frage dabei ist nun, ob Garth das Abenteuer überleben wird.
Gerade mit Blick auf die vielen, vergangenen Staffeln sorgt diese Frage tatsächlich für Spannung - einfach, weil wir wissen, dass manche Charaktere nur zurückgeholt werden, um kurz darauf in die ewigen Jagdgründe einzugehen. Zum Glück nicht so bei Garth, was mich tierisch (oder gar wölfisch?) gefreut hat. Im Gegenteil, er wird hier zum Helden des Abenteuers, befreit Sam und Dean, jagt den Schauplatz der Monsterkämpfe in die Luft und ist schließlich auch derjenige, der Maul (Daryl Ducharme) aus dem Verkehr zieht. Sein Happy End ist somit sicher und wohlverdient. Mögen Bess, Garth, Gertie (Emma Oliver), Sam (Austin Brody) und Castiel (William Brody) ein glückliches, langes Leben haben!
Erkältung und Zahnschmerzen

Die eigentlichen Sorgenkinder sollen diese Woche Sam und Dean selbst sein, was uns viele lustige Szenen beschert. Ich bin mir zwar nicht sicher, wie ich den bizarren Traum von Dean einordnen soll, als er seine Zähne durch Garth behandeln lässt, aber ansonsten hat mir der Humor - der oftmals auf die Kosten unserer Brüder geht - sehr gefallen. Der Kampf gegen die Monster steht entsprechend nicht im Fokus und wird erst spät in der Episode aufgegriffen. Die „Gegner“ sind zunächst eine Erkältung bei Sam und Zahnschmerzen bei Dean - wobei auch hier Garth (und Bess) als Retter fungieren. „Here comes the airplane.“ Oder auch: „Mommy, the giant is crying.“
Das Thema Normalität bietet in der Tat viele lustige Ideen, die von Autor Andrew Dabb und Regisseur John Showalter entsprechend in die Folge eingebaut und inszeniert werden. Stellenweise - wie anfangs in der Küche, als Sam das Abendessen vorbereitet - vielleicht ein bisschen übertrieben, aber andererseits ist vermutlich das gerade der Punkt. Und die Frage danach, weshalb sich diverse Helden nie mit normalen Alltagsproblemen herumschlagen müssen, ist durchaus berechtigt. Die Antwort ist natürlich einfach, denn in Heldengeschichten ist oftmals kein Platz für die gewöhnlichen Probleme, mit denen wir uns tagtäglich herumschlagen müssen. Ich müsste nun auch nicht unbedingt sehen, wie Bruce Wayne sich mit einem grippalen Infekt herumschlägt oder wie kompliziert ein Toilettengang von Black Widow aufgrund des hautengen Kostüms wird. Dennoch wäre es manchmal keine schlechte Idee, etwas mehr Normalität bei solchen Heldengeschichten zu zeigen.
Doch auch abseits dieser vielen, „normalen“ Probleme der Winchesters gibt es ein paar gelungene Szenen, die auf die Lachmuskeln drücken. Zu nennen wären hier beispielsweise die Namen von Garths Zwillingen - Deans Blick, als der zweite Name „Castiel“ lautet, ist schlicht unbezahlbar und ähnlich habe ich sicher auch dreingeschaut, bevor ich lachen musste. Oder die Diskussion mit Garth, welche teilweise mit der Nennung von Haupt- und Nebenfiguren in die Meta-Ebene abdriftet.
Nett finde ich auch, dass Charlie (Felicia Day) kurz erwähnt wird und dass Castiel (Misha Collins) jetzt - leider offscreen - im Himmel vorbeischaut. Es hätte sich ohnehin angeboten, noch einen zweiten Handlungsstrang mit in die Episode aufzunehmen. Der hätte auch nicht groß sein müssen, ein paar kurze Einblicke hätten gereicht.
Ansonsten dürfen wir überrascht sein, dass das Normalitätsproblem der Winchesters am Ende der Episode noch nicht gelöst ist. Vielmehr erhalten wir einen kleinen Cliffhanger mitsamt einem letzten Schmunzler (oder Seufzer?), als der Impala erneut streikt. Mal schauen, was die nächste Woche für unsere Jäger bereithält.
Fazit

An sich gibt es nicht viel auszusetzen an The Heroes' Journey. Ungewöhnliche und lustige Folgen gehören zur Serie und lassen sich pro Staffel oft ein- bis zweimal blicken - nicht immer treffen sie dabei meinen Geschmack, aber diese hier ist schon aufgrund der Idee etwas Besonderes und es war wirklich schön, Garth und seine Familie dabeizuhaben. Der Wermutstropfen liegt vielmehr in der Unterbrechung des übergeordneten, letzten Kapitels - was gerade nach dem kurzen Blick in die Leere am Ende von The Trap für leichte bis schwere Enttäuschung sorgen kann. Meine Lachmuskeln meinen aber, dass vier von fünf Sternen auf jeden Fall drin sein müssen. Und wie sieht das bei euch aus?
Der Serientrailer zur Episode The Gamblers der Serie Supernatural (15x11):
Hier kannst Du „Supernatural: Season 15 (OV) im Stream“ bei Amazon.de kaufen
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 25. Januar 2020Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x10 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x10)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?