Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x09

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The Trap
Mit The Trap setzt Supernatural die letzte Staffel fort und setzt direkt dort an, wo uns im Dezember Our Father zurückließ. Mein kleiner Weihnachtswunsch wird in den letzten Sekunden der Folge tatsächlich von Autor Robert Berens und Regisseur Robert Singer berücksichtigt und wir sehen Billie (Lisa Berry) und Jack (Alexander Calvert) in der Leere. „It's time“ - passende Worte, und zwar auch mit Blick darauf, wie die dieswöchige Geschichte endet.
Denn The Trap ist von Wendungen und Offenbarungen gespickt, die den aktuellen Kampf gegen Chuck (Rob Benedict) nur noch aussichtsloser und schwieriger gestalten. Das Wörtchen „hoffnungslos“ kommt da gleich in den Sinn, aber auch wenn es Chuck hier gelingt, Sam (Jared Padalecki) die Hoffnung zu nehmen (wodurch die verbindende Wunde verschwindet und Chuck wieder erstarkt), ist sie bei uns natürlich noch vorhanden. Sie mag aktuell noch in der Leere stecken und weder bei den Winchesters noch bei Chuck registriert sein. Aber sie ist noch da.
In Sachen Gastauftritten fallen diese meist kurz aus und finden sich - neben Billie und Jack am Ende - hauptsächlich in der (möglichen) Zukunft wieder, in der Chuck weggesperrt wurde, Castiel (Misha Collins) das Kainsmal trägt und die Bedrohung durch die Monster immer gewaltiger wird. Jody Mills (Kim Rhodes) und Bobby Singer (Jim Beaver) lassen sich kurz aber schmerzhaft einprägsam blicken. Erwartungen auf Benny (Ty Olsson) im Fegefeuer werden derweil zunichte gemacht, als ein Leviathan (Tom Stevens) dessen Tod verkündet.
Eileen
Dass Chuck nicht zu unterschätzen ist, zeigte bereits das Ende der letzten Episode im Dezember - als er Eileen (Shoshanna Stern) und Sam in eine Falle lockte. Es kommt jetzt aber noch dicker, denn Eileens Rückkehr wurde von Chuck in die Wege geleitet, damit er durch sie ein Auge auf Sam und Dean (Jensen Ackles) haben konnte. Entsprechend ist er auch über alles im Bilde, was unsere Brüder gegen ihn planen - einschließlich des Zaubers, der einst Amara (Emily Swallow) für lange Zeit aus unserer Welt verbannte.
Eileen wird von Chuck instrumentalisiert. Eindeutig gegen ihren (nicht mehr so freien) Willen, was mich schon ein bisschen stutzig macht - schließlich wird der „freie Wille“ sonst immer sehr hochgehalten. Ohne den hätte schließlich auch das 14. Staffelfinale anders geendet. Mag sein, dass Eileen aufgrund ihrer Rückkehr nun etwas anders als die restliche Menschheit ist und deshalb von Chuck benutzt werden kann und sogar mit einem Skalpell in Sams Wunde herumstochert. Trotzdem will das nicht so recht zu dem passen, was wir aus der Serie kennen.
Befürchtungen, Eileen könnte diese Folge nicht überleben, werden derweil geschürt. Schließlich ist Chuck auch über die romantischen Gefühle zwischen ihr und Sam im Bilde und könnte jederzeit versuchen, Sam die Hoffnung durch ihren Tod zu nehmen. In gewisser Weise macht er das sogar mit den Einblicken in die Zukunft, wo Eileens Tod von Dean angedeutet wird. Aber glücklicherweise kann dieses Szenario vorerst zu den Akten gelegt werden. Eileen verlässt zwar am Ende den Bunker - nach allem, was geschehen ist, nicht wirklich verwunderlich - aber zumindest hier bleibt die Hoffnung auf ein Happy End mit Sam bestehen.
Dean und Cas

Wechseln wir jetzt einmal kurz zu Dean und Cas und zum Anfang der Episode. Die Zeit läuft und beide haben nur zwölf Stunden, um ins Fegefeuer zu gehen, die dringend benötigte Zutat für den Zauber zu finden und hoffentlich heile wieder zurückzukehren. Sams und Eileens Verschwinden lässt Dean allerdings die Prioritäten ändern, nachdem er erfährt, wo sie sind und mit wem sie es zu tun haben.
Ohne Cas wäre Dean vermutlich direkt ins Gefecht gestürmt - waffen- und chancenlos. Und auch bei der Ankunft im Fegefeuer muss Cas darauf bestehen, dass man sich nicht trennt. Die Anspannung zwischen Engel und Jäger ist spürbar, womit die eigentliche Mission nicht einfacher wird. Castiel darf als Stimme der Vernunft fungieren, während Dean seine Emotionen schüren muss. Der Knoten platzt erst, als Cas nach der Falle verschwunden und Dean plötzlich auf sich allein gestellt ist.
Ich bin zwar ein wenig enttäuscht über den offscreen-Tod von Benny und darüber, dass wir nicht sehen, wie Cas den Truppen von Eve entkommt, aber die Aufarbeitung des Verhältnisses zwischen Castiel und Dean - die hier im Vordergrund steht - ist sehr gelungen und wird zurecht thematisiert. Die stärkste Szene ist sicher Deans Gebet an Cas - wo alles zum Vorschein kommt, was unser Jäger zuvor weggeschlossen hatte. „You are my best friend, but I just let you go.“ - derart emotional und von den eigenen Schwächen redend, während er in die Knie geht, sieht man Dean nicht oft. Da fließen die Tränen vermutlich nicht nur bei ihm.
Wir können auf jeden Fall erleichtert sein, dass die Reise ins Fegefeuer nicht nur die gewünschte Zutat hervorbringt, sondern unsere beiden Protagonisten endlich wieder zusammengefunden und die Differenzen geklärt haben. Obendrein scheint die Wirkung des „klärenden Gebets“ über beide hinaus zu gehen, denn Sam werden am Ende keine Vorwürfe gemacht. Seine Erklärung, dass er die Einblicke in die Zukunft (nach erfolgreichem Wegsperren von Chuck) für bare Münze genommen hat, ist gut genug für Dean.
Chuck und Sam

Womit wir wieder zum anderen Handlungsstrang wechseln. Dort ist Chuck die Verbindung zu Sam durch die gemeinsame Wunde - von der auch seine Schwächung herrührt - ein Dorn im Auge, der entfernt werden muss. Der Schlüssel liegt aber nicht darin, Eileen in der Wunde stochern zu lassen. Vielmehr muss Chuck Sams Hoffnung vernichten. „You still think that you are the hero of this story. You still think, you can win.“
Womit Chuck nun einen anderen, weit grausameren Ansatz wählt, um Sam zu brechen. Die Ausblicke in die Zukunft sollen zeigen, wo die weitere Reise unserer Brüder und deren Gefährten enden wird. Insgesamt gibt es vier Tage, die bis ins Jahr 2022 reichen, von Verlusten geprägt sind und die Winchesters schließlich als Vampire enden lassen. Ein mieses Ende. Ob es tatsächlich so gekommen wäre, wenn Sam die Waffe eingesetzt hätte? Das weiß nur Chuck und der lügt bekanntlich. Die große Frage ist eher, ob wir nachvollziehen können, weshalb Sam am Ende einen Rückzieher macht.
Und da bin ich tatsächlich geneigt, ihn zu verstehen, was verschiedene Gründe hat. Fangen wir mit dem Kainsmal an, welches Castiel getragen hätte. Wie unangenehm diese Bürde ist, wissen wir bereits und haben es anhand von Cain (Timothy Omundson) und Dean in der Vergangenheit gesehen. Ein Tod hätte dämonische Konsequenzen für den Engel, was den weiteren Weg mit verrückt werden und Ma'lak Box plausibel erscheinen lässt. Etwas skeptischer könnte man derweil die angeführten Verluste betrachten sowie das vampirische Ende der Winchesters - was mit einem verstärkten Monsteraufkommen zu tun hat, sollte Chuck eingesperrt werden. Mit Blick darauf, dass die Welt mit Chucks Tod endet, ist es tatsächlich nicht weit hergeholt, dass seine Gefangenschaft für eine Stärkung der dunklen Mächte und somit mehr Monster sorgt. Natürlich kann Chuck in diesem Punkt gelogen haben, aber an Sams Stelle würde ich vermutlich auch nicht riskieren wollen, da falsch zu liegen.
Aber egal, ob man Sam nun versteht oder nicht. Das Resultat bleibt das gleiche. Chuck hat seine alte Stärke zurück und vorerst gewonnen, während sich unser Team was Neues einfallen lassen muss, um nicht wie in einer der Parallelwelten zu enden. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie keine Chance haben, Chuck umzustimmen oder dieser tatsächlich nach „Earth 2“ aufbricht.
Und jetzt?

Aufgeben steht wohl außer Frage, auch wenn die Umstände jetzt schlimmer aussehen als in der letzten Folge. An Stelle von Sam, Dean und Cas würde ich vielleicht versuchen, Amara zu finden, um von ihr etwas mehr über Chuck zu erfahren und eine Lösung zu finden. Oder ein Gebet an Michael (Jake Abel) losschicken, der eventuell einen Vorschlag hat?
Die letzte Szene zeigt uns natürlich, dass wir da in Kürze noch mit anderen Mächten rechnen können, die vielleicht nur darauf gewartet haben, dass die Verbindung zwischen Sam und Chuck unterbrochen wird. Da bin ich auch sehr gespannt darauf, wie der Plan von Billie aussieht. Ein Team-up mit den Winchesters könnte passieren, muss aber nicht.
Aber welche Überlegungen habt ihr nach dieser Episode? Wie könnte eine Lösung für das „Chuck-Problem“ ausfallen? Welche Figuren werden da zum Einsatz kommen und wie? Und hättet ihr es wie Sam gemacht oder wärt ihr das Risiko eingegangen?
Fazit
Die Rückkehr aus der Winterpause ist auf jeden Fall gelungen. Beide Handlungsstränge sind spannend zu betrachten, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Cas und Dean finden endlich wieder zusammen, während Chuck an Stärke gewinnt und den großen Plan vereiteln kann. Somit steht unser Team nun recht hoffnungslos dar, während die letzte Szene den weiteren Verlauf kaum erwarten lässt. Von mir gibt es diese Woche 4,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 18. Januar 2020Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x09 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x09)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x09
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