Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x03

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x03

In der Folge The Rupture der US-Serie Supernatural unternimmt unser kleines Team aus Sam, Dean, Cas, Rowena und Belphegor einen sehr waghalsigen Versuch, um der Lage Herr zu werden. Magie, Hölle, Dämonen und einige Abschiede erwarten uns. Letztere können einem gar das Herz aus der Brust reißen.

Szenenfoto aus der Supernatural-Folge The Rupture (c) The CW
Szenenfoto aus der Supernatural-Folge The Rupture (c) The CW
© zenenfoto aus der Supernatural-Folge The Rupture (c) The CW

The Rupture

Nachdem Raising Hell bei mir nicht so hoch im Kurs steht, muss ich erst noch ein paar Worte darüber verlieren. Denn The Rupture liefert eine adäquate Erklärung dafür, weshalb sich alles um Harlan (und den dortigen Friedhof) dreht. Hätte man mir diesen Spalt, der direkt in die Hölle führt und offenbar durch Chucks (Rob Benedict) Verkündung des Endes eingetreten ist, vorher mal gezeigt, wäre ich sicher etwas gnädiger gestimmt gewesen. Aber nur ein bisschen, denn eine gewünschte Erklärung dafür, weshalb sich scheinbar alles jetzt um diesen einen Ort dreht, machte nur einen kleinen Teil der letzten Kritik aus.

Das gesagt, wird diese Woche voll aufgedreht und neben der kleinen Erklärung dafür, weshalb die Seelen/Geister gerade dort zum Vorschein kommen, eine ganze Palette an Gefühlen abgeliefert. Ein Ketch (David Haydn-Jones) und Rowena (Ruth Connell) Spin-off wird es definitiv nicht geben, Belphegor (Alexander Calvert) ist hinüber und Cas (Misha Collins) wendet sich von Dean (Jensen Ackles) ab. The Rupture bringt sehr viel Tempo mit, stellt Sam (Jared Padalecki) auf eine harte Probe und lässt das Ende aussehen, als wenn jetzt die meisten Probleme gelöst wären.

Da die Staffel jetzt noch nicht vorüber ist, wissen wir aber, dass da noch mehr im Busch ist. Schließlich fehlen bis dato noch weitere Szenen aus der Leere, was Charaktere wie Jack, Billie (Lisa Berry), Lucifer (Mark Pellegrino) oder die ominöse Kreatur involviert, mit der Cas noch einen unangenehmen Deal hat. Außerdem wird Amara (Emily Swallow) irgendwas anstellen, Chuck ist irgendwo da draußen und ach, es gibt noch so vieles (Michael, Adam, die Büroräume da oben, etc.), was man aufgreifen könnte.

Dass der Spalt durch Rowenas Opfer geschlossen wurde, ist sicher ein Erfolg - wenn auch ein schwerer. Aber wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, was auch ein wenig beruhigend ist. Diese Woche ist die Spannung auf die nächste Folge bei mir jedenfalls höher als letzte Woche. Nicht, weil es auf „Anfang“ zurückgeht, sondern weil das „große Problem“ gelöst zu sein scheint - ohne, dass das der Fall sein kann.

We are all going to die

The Rupture startet mit einem weiteren Versuch von Rowena, die Barriere um Harlan aufrecht zu erhalten. Dazu begibt sich unser kleines Team zum Epizentrum des Geschehens, wo mittlerweile ein großer Spalt klafft, aus dem noch immer Seelen emporsteigen. Doch Rowenas Zauber scheitert - „We are all going do die!“ - und lässt unsere Figuren an einem neuerlichen Tiefpunkt ankommen. Während Dean bereit ist, kämpfend unterzugehen, formiert sich durch Belphegor und Rowena ein letzter Plan, um die „Ghostapocalypse“ zu beenden.

Zugegeben, die Geheimwaffe von Lillith, von der außer Belphegor noch niemand etwas gehört zu haben scheint, wirkt ein wenig aus dem Hut gezaubert. Ähnlich wie Belphegor selbst und sein wahres Motiv, welches uns durch Ardat (Sharon Taylor) erläutert wird. Für mich ist es immer wirksamer, wenn solche Offenbarungen und Gegenstände bereits im Serienmythos etabliert oder zumindest beiläufig erwähnt wurden.

Aber das soll nur ein klitzekleiner Kritikpunkt sein, denn was Rowena betrifft, liefert Autor Robert Berens gut ab. Wir wissen bereits, dass sie durch Sams Hand sterben wird und als sie eingangs im Zauberbuch blättert, gibt es kurz ein Bild zu sehen, aus dem sich ablesen lässt, wie ihre Reise enden wird - ein kleiner Teaser innerhalb der Episode, den man leicht übersehen kann.

Arthur Ketch

Arthur Ketch gehört zu den Figuren, von denen wir uns diese Woche verabschieden müssen. Am liebsten wäre er wieder direkt ins Geschehen eingestiegen, aber ehe er die Gelegenheit dazu erhält, schaut Ardat bei ihm vorbei und beendet seine Reise innerhalb der Serie.

Ein wenig schade ist es schon, dass Ketch einen solch abrupten Abgang erhält, zumal sein Zusammenspiel mit Rowena letzte Woche sehr gelungen war und ich gerne mehr davon gesehen hätte. Andererseits ist Ketch seit seiner Einführung in Staffel 12 nie ein besonderer Sympathieträger gewesen und hatte es entsprechend schwer, sich vom Gegner zum Verbündeten der Winchesters zu mausern - was ihm nie vollständig gelungen ist. Erst hier, in seinen letzten Momenten und als er sich weigert, Ardat die gewünschten Informationen zu geben, können wir erkennen, wie groß seine Verbundenheit zu unseren Brüdern mittlerweile geworden ist.

Insgesamt hätte ich dem Abgang des Briten eine größere Bedeutung gewünscht. Nicht unbedingt im Ausmaß von Rowenas Opfer, aber eben mehr als durch einen Dämonenbesuch im Krankenhaus ein Ende zu finden. Zumal seine Weigerung, Ardat den Aufenthaltsort von Belphegor zu nennen, im Anschluss wieder entkräftigt wird. Wann lernen Serienfiguren endlich, ihre Smartphones mit Passwörtern zu sichern?

Belphegor und Castiel

The CW
The CW - © The CW

Belphegor und Castiel dürfen gemeinsam in die Hölle hinabsteigen, um einen wichtigen Teil des Plans zu erfüllen. Auf dem Weg dahin kommt es zu vielen, kleineren Dialogen, die mir doch unterm Strich sehr gefallen haben. Castiels Abneigung gegenüber dem Dämon ist natürlich ein wesentlicher Aspekt, während Belphegor teils versucht, die Stimmung ein wenig aufzulockern.

Anhand der Gespräche kommen aber auch einige Vorahnungen beim Zuschauer hoch. Beispielsweise, wenn es darum geht, dass die Winchesters Belphegor nur benutzen. Da kommt nämlich schnell die Frage auf, wie es um das Verhältnis von Dean und Cas bestellt ist, welches sich in den letzten Episoden zusehends verschlechtert hat. Befürchtungen, dass die beiden möglicherweise einen Konflikt erleben, der dazu führt, dass Castiel die Gruppe verlässt, werden am Ende sogar bestätigt. Wobei mir dieser Ausgang nicht unbedingt gefällt und hoffentlich nur vorübergehender Natur ist. Man kann sich hier auch schnell auf beiden Seiten (Cas und Dean) wiederfinden, aber insgesamt muss ich zugeben, in diesem Fall eher bei Cas zu sein. Und was haltet ihr von dem Konflikt?

Eine andere Vorahnung kommt derweil in Bezug auf Belphegor hoch, während Engel und Dämon vor der Box mit Lilliths Horn stehen. Denn da wird bereits im Vorfeld klar, weshalb Cas mitkommen musste und dass das ominöse Horn von Beginn an Belphegors Ziel war. Schade übrigens, dass Castiels Singsang nicht vollständig gezeigt wurde - ich hätte Collins gerne mal auf Henochisch singen gehört. Jedenfalls bestätigt Ardat, dass Belphegors Absichten nicht darauf aus sind, den alten Zustand der Hölle wiederherzustellen und dass das Horn noch eine andere Funktion hat.

Vielleicht hätte ein Dean Winchester tatsächlich erstmal hingenommen, Belphegor diese Macht zu geben, wenn dafür das gegenwärtige Geister- und Seelenproblem gelöst worden wäre. Schließlich wurde nicht selten ein Problem mit einem neuen gelöst, wenn man auf diverse Staffelfinale der Serie blickt. Castiel ist aber nicht Dean und verhindert, dass Belphegor zu einer größeren Bedrohung wird. Dass der Dämon sich in Jacks Körper befindet, tut natürlich sehr weh. Dennoch bin ich der Meinung, dass Cas hier richtig handelt, auch wenn die Vernichtung von Belphegor und des Horns Folgen für eine weitere Figur hat.

Rowena

The CW
The CW - © The CW

Womit wir zu Rowena kommen. Unsere Hexe ist wesentlich länger ein Teil der Geschichte der Winchesters als ein Arthur Ketch und wurde bereits Ende der achten Staffel erstmals von Crowley (Mark Sheppard) erwähnt. Wobei sich durchaus Parallelen zu Ketch finden lassen, denn Rowenas Werdegang verlief ähnlich schwankend wie der des Briten, wenn auch etwas „magischer“.

Bei ihr fällt mir der Abschied jedenfalls wesentlich schwerer als bei Ketch. Die Szenen, in denen sie Sam überzeugt, ihr das Leben zu nehmen, lassen sich nicht einfach ansehen und werden sicher nicht nur bei den beiden Figuren für Tränen gesorgt haben. Es ist aber klar, dass es für Sam keine Alternative gibt. Denn ohne das Horn ist Rowenas Opfer die einzige Möglichkeit, das aktuelle Dilemma zu beenden. Ich werde sie auf jeden Fall vermissen.

Interessant übrigens, dass die Prophezeiung sich damit erfüllt, die wir seit Funeralia kennen. Offenbar ist an den Büchern der Reaper doch etwas mehr dran, als sich nach dem angeblich einzigen Weg, Parallelwelt-Michael zu stoppen, annehmen ließ. In gewisser Weise folgt Sam damit einem größeren Plan, womit wir uns schnell fragen könnten, ob dieser Plan nicht ähnlich einschränkend ist wie der im jüngsten Staffelfinale von Chuck. Und werden die Autoren sich noch an die Aussage von Death (damals verkörpert durch Julian Richings) erinnern, was Chuck betrifft?

What now?

Mit The Rupture wird quasi ein dreiteiliger Prolog zur aktuellen Staffel beendet. Das Problem, welches sich aus dem Cliffhanger in Moriah ergeben hat, scheint behoben. Nicht ohne Verluste, aber Sam und Dean werden nun erstmal ein wenig aufatmen können und vielleicht ein paar „normale“ Fälle lösen, ehe der größere Faden wieder aufgegriffen wird. Gerne übrigens mit Parallelhandlungen von anderer Stelle, ehe diese wieder zu den Winchesters führen.

Aber was meint ihr, wie es nun weitergeht?

Fazit

Eine gute bis sehr gute Folge, die mit einigen Verlusten daherkommt. Die Geister-Apokalypse scheint vorerst abgewendet worden zu sein (zu schnell?), wofür nicht wenige unserer Protagonisten (zu viele?) einen hohen Preis zahlen mussten. Zu hoch? Die Antworten auf diese Fragen liegen mal wieder im Auge des Betrachters. Unsereins ist noch etwas mitgenommen und überrascht - irgendwo zwischen Begeisterung und Trauer gefangen - wobei die positiven Aspekte aber deutlich überwiegen. Vier von fünf Sternen würde ich meinen. Und ihr?

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 26. Oktober 2019

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x03 Trailer

Episode
Staffel 15, Episode 3
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Ruptur
Titel der Episode im Original
The Rupture
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Oktober 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 31. Januar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 31. Januar 2021
Autor
Robert Berens
Regisseur
Charles Beeson

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x03

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