Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x10

© zenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Nihilism“ (c) The CW
Empfohlener Song zur Lesung des Artikels: Searchin' For A Rainbow
Rocky's Bar
Direkt im Anschluss an den Rückblick der letzten Ereignisse finden wir uns in der Supernatural-Episode Nihilism Rocky's Bar wieder. Dean (Jensen Ackles) hinter der Theke und stolzer Besitzer der Lokalität, Pamela Barnes (Thunderbird Dinwiddie) als Trink- und Flirtgefährtin und außerdem ein paar Vampire, die einen Kopf kürzer gemacht werden müssen. Dass wir uns nicht in der Realität befinden, sondern in Deans Gedankenwelt oder vielmehr in einer Gedankenschleife, die den älteren Winchester-Bruder glücklich stimmen und von der Besetzung seines Körpers durch Michael ablenken soll, liegt direkt auf der Hand. Und zwar nicht nur, weil wir um Pamela Barnes Bescheid wissen (zugegeben, ist schon zehn Staffeln her, dass sie gestorben ist).
Ob Michael hier eine gute Wahl getroffen hat? Nicht einfach zu beurteilen. Irgendwie bin ich mir sicher, dass Gabriel (Richard Speight Jr.) sich an Michaels Stelle etwas Besseres und Überzeugenderes hätte einfallen lassen, um Dean einzulullen. Ohne, dass sich Déjà-Vu-Erlebnisse bemerkbar machen. Irgendwas, wo es zusätzlich noch leckere Burger und Steaks gibt. Und Busty Asian Beauties.
Allerdings animieren die kuriosen Biersorten in der Bar („Cosmic Cowboy“) durchaus zu einer kleinen Suche und ratet mal, was ich dabei gefunden habe: Family Business Beer Company - sollte ich mal in Texas sein, muss ich unbedingt in Dripping Springs auf ein (oder mehrere) Bierchen vorbeischauen. Ackles ist schon ein kleiner Schlingel, hier Werbung für die eigene Bar (wenn auch recht dezent) einzubauen. Aber dieser kleine Fun Fact hat natürlich was und lässt das Szenario auf der Meta-Ebene verdammt genial erscheinen.
Michael
Sam (Jared Padalecki, Castiel (Misha Collins) und Jack (Alexander Calvert) sehen sich derweil mit Michael konfrontiert, der im letzten Cliffhanger seinen perfekten Wirt erneut besetzt hat. Eine kleine Auseinandersetzung später trägt dieser ein paar magische Handschellen, allerdings sitzen unsere Protagonisten trotzdem in der Patsche, weil Michaels Monsterarmee im Anmarsch ist. Zunächst hier, aber auch später im Bunker, als es gilt, zu Dean vorzudringen.
Michael gibt sich über den gesamten Folgenverlauf sehr selbstsicher und ruhig. Seine Attacken sind ausnahmslos verbaler Natur und Ackles scheint in dieser Rolle noch einmal voll aufzudrehen, um Michael die nötige Intensität zu verleihen. Allerdings beschleicht einen sehr schnell das Gefühl, dass alles, was aus Michaels Mund kommt, von Halbwahrheiten und Lügen geprägt ist. Denn weshalb sollte er beispielsweise die Handschellen nicht direkt ablegen oder sprengen, wenn er dazu in der Lage wäre?
Er kann es einfach nicht, ist die simple Antwort. Ähnlich sieht es mit seinen Bemühungen aus, auf Cas, Sam und Jack einzureden. Hier und dort gelingt es ihm zwar, ein paar verbale Schläge auszuteilen und zu unseren Figuren durchzudringen. Meist, indem er ihnen offenbart, wie Dean angeblich wirklich über sie denkt. Ich glaube aber kaum, dass sich einer von ihnen überzeugen lässt und fortan Dean mit zweifelnden Fragen löchert. Höchstens Jack vielleicht, der von allen vermutlich noch am einfachsten zu beeinflussen ist.
Unterm Strich lässt uns das mit einem relativ schwachen Antagonisten zurück. Zwar gut gespielt und sichtlich bemüht, sich aus der Lage des Gefangenen zu befreien. Aber gegen unser Team vermag er (im Gegensatz zur vorherigen Episode) kaum etwas auszurichten und muss sich auf seine Monster verlassen, wenn er befreit werden möchte.
Zu Michael Motiven erfahren wir übrigens endlich ein wenig. Also, weshalb er alles kaputt machen will. Ähnlich wie Lucifer (Mark Pellegrino) will er die Aufmerksamkeit von Gott auf sich lenken, indem er dessen Schöpfung zerstört. Endziel: Gott töten. Da sage ich mal toi, toi, toi. Denn auch wenn das Ende dieser Folge uns einen Eindruck davon gibt, dass Michael sich nicht lange in Deans Gedankenwelt einsperren lässt, muss er sich schon ordentlich ins Zeug legen, um seinen Plan auch nur ansatzweise in die Tat umzusetzen. Da darf er sich Rückschläge wie den heutigen einfach nicht leisten. Ich hoffe derweil, dass das Thema Michael bald abgeschlossen wird. Denn trotz Ackles' darstellerischen Künsten ist die Luft hier irgendwie raus.
Team Winchester

Vielleicht hat es unser Team ein bisschen zu einfach diese Woche. Zuerst schaffen sie es, Michael die Handschellen anzulegen, dann werden sie von den Reapern in den vorerst sicheren Bunker teleportiert und schließlich geht der Plan, in Deans Gedankenwelt vorzudringen und ihn wieder an die Oberfläche zu holen, auf. Auffällig ist natürlich, dass in allen Fällen eine sehr gute Zusammenarbeit stattfindet, die die Resultate erst möglich macht. Dennoch bleibt insgesamt das Gefühl zurück, Sam, Cas und Jack (und Dean) hätten zu leichtes Spiel gehabt. Auch wenn die Lösung nur vorübergehender Natur sein kann. Gefallen hat mir derweil, dass sich kaum einer von ihnen großartig von Michaels Worten beeindrucken lässt. Der Zusammenhalt unserer Familie ist dafür auch einfach zu groß, selbst wenn immer mal kurz kleine Momente möglichen Zweifels an die Oberfläche kommen.
Was Jack betrifft, der gegen Ende die Monster pulverisiert, die in den Bunker vorgedrungen sind, hatte ich schon die Hoffnung, sein Grace wäre wieder ein wenig regeneriert. Aber dem ist wohl nicht so, wie die kleine Standpauke von Cas im Anschluss vermittelt. Jack kann zwar seine Kräfte einsetzen, muss das aber mit seiner Seele bezahlen. Wird somit Zeit, dass sich in einem anderen, länger nicht gezeigten Handlungsstrang um einen gewissen Nick etwas tut. Schließlich wäre es gut, wenn Jack zumindest einen Teil seiner Kräfte gefahrlos einsetzen könnte - wozu er eben das braucht, was Lucifer ihm genommen hat.
Wenn es um das Team Winchester geht, sollten Maggie (Katherine Evans) und die anderen Jäger diese Woche nicht vergessen werden. Hauptsächlich sehen wir sie zwar nur durch die Gegend fahren, aber sie sind die Rückendeckung, die sich Michaels Monstern in den Weg stellen soll. Leider fehlen hier Bobby (Jim Beaver) und Mary (Samantha Smith). Und zwar nicht nur körperlich, sondern auch, was die Führungsqualitäten der beiden betrifft. Denn Maggie scheint durchgehend mit ihrer Aufgabe überfordert zu sein (hoffentlich hat sie Garth (DJ Qualls) nicht vergessen) und verpasst es, Tiger (Brendon Halcrow) nach seinem kleinen Alleingang im Auge zu behalten - was sich später im Bunker natürlich rächt.
Reaper

Wenn man eine Freifahrtkarte braucht, sollte man einen Reaper in der Nähe haben. Oder so ähnlich. Wir werden kurz an Jessica (Kayla Stanton) erinnert, die die Winchesters überwachen soll, als Sam um ihre Hilfe bittet. Allerdings hat Violet (Panta Mosleh) gerade die Winchester-Schicht, so dass es vorerst kein Wiedersehen mit Jessica gibt. Macht aber nichts, denn Hilfe erhält unser Team trotzdem, obwohl Billie (Lisa Berry) eigentlich nicht mehr eingreifen wollte.
Klingt verwirrend, oder? Ist es anfangs auch ein bisschen. Selbst Sam erschließt sich nicht, weshalb sich unser Grüppchen auf einmal doch im Bunker befindet. Die Antwort gibt es erst viel später, als Billie Dean einen Besuch abstattet. Sie mag es zwar nicht direkt sagen, aber für mich steht jetzt fest, dass Billie doch einiges an unseren Brüdern liegt. Sonst würde sie ihre eigenen Regeln nicht brechen und gleich zweimal eingreifen.
Das erste Mal, als die Monster vor der Tür stehen - was sie später als „kalkuliertes Risiko" bezeichnet. Und das zweite Mal, als sie Dean das eine schicksalhafte Büchlein übergibt, welches aufzeigt, wie das Problem Michael zu lösen ist. Seinem Gesichtsausdruck nach ist dieser eine Weg nicht gerade einfach - Begeisterung sieht jedenfalls anders aus. Irgendwelche Spekulationen, was getan werden muss?
Fazit

Für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach für unsere Protagonisten und ein wenig zu schnell in der Handlung, aber eine durchaus gute Folge. Das Ende lässt zudem mit Spannung darauf warten, was Dean unternehmen muss, um das Erzengelchen in seinem Kopfkino loszuwerden. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
Trailer zur Episode Damaged Goods der Serie Supernatural (14x11):
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 18. Januar 2019Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x10 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x10)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x10
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