Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x06

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x06

In der Folge Optimism der US-Serie Supernatural gibt es zwei Abenteuer parallel. Während Sam und Charlie dem Verschwinden mehrerer Personen in Tennessee nachgehen, überzeugt Jack Dean von einem anderen Fall und besteht darauf, mitzukommen.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Optimusm“ (14x06) (c) The CW
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Optimusm“ (14x06) (c) The CW
© zenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Optimusm“ (14x06) (c) The CW

Sam und Charlie

Das kleine Abenteuer von Sam (Jared Padalecki) und Charlie (Felicia Day) findet eher am Rande der Supernatural-Episode Optimism statt. Lange Zeit passiert nichts, womit unsere beiden Jäger den Großteil des Tages mit warten und beobachten verbringen. Selbst die Dialoge sind zu Beginn nur spärlich gesät, beschäftigen sich im Folgenverlauf aber mit Charlies Hintergrundgeschichte aus der Parallelwelt und ihrem Vorhaben, die Jagd nach diesem Fall an den Nagel zu hängen.

Was anfangs recht langweilig wirkt, dient dazu, uns den Charakter von Charlie Bradbury aus der Parallelwelt näherzubringen. Das funktioniert insgesamt auch ganz gut, schließlich können wir nachvollziehen, weshalb Charlie der Jagd den Rücken kehren möchte und uns als relativ menschenscheu präsentiert wird. Der Verlust ihrer großen Liebe Kara wiegt noch immer schwer und stellt den größten Unterschied zu „unserer" Charlie dar. Für Sam ist es entsprechend nicht einfach, gegen ihr Vorhaben zu argumentieren und die dringend benötigten Pros aufzuzeigen, die für ihren Verbleib im Bunker sprechen. Aber immerhin ist sie am Ende bereit, darüber nachzudenken.

Was mich ein wenig stört, ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Bobbys (Jim Beaver) Charakterfolge von letzter Woche. Die Parallelen sind mit dem Verlust einer geliebten Person und der Aufstellung von Scheuklappen (oder Mauern) durchaus gegeben, auch wenn der Fall bei Charlie anders gestaltet wird. Außerdem befasste sich Nightmare Logic wesentlich intensiver mit Bobby, als es Optimism mit Charlie macht. Bei Bobby kommt noch hinzu, dass das aktuelle Abenteuer besser auf ihn abgestimmt war und in die Charakterentwicklung integriert wurde. Bei Charlie probieren die Macher das zwar auch - die Montage aus Sams Monolog und den Fliegenmenschen (so nenne ich sie einfach mal), die ihr verstorbenes „bad egg“ auflesen und darum trauern, weiß zu gefallen - aber erreichen nicht die Wucht der Vorwoche.

Was das Monster angeht, wird zwar nicht besonders viel herausgeholt - dazu ist das Abenteuer, welches ohnehin nur am Rande stattfindet, auch zu simpel gestaltet. Aber als B-Movie Fan habe ich mich durchaus über die Referenz an The Fly (dt.: Die Fliege) von 1958 gefreut (übrigens die Vorlage zur verdammt guten und gleichnamigen Neuverfilmung von David Cronenberg mit Jeff Goldblum und Geena Davis aus dem Jahre 1986). Und ist es nicht schön, dass selbst in der 14. Staffel noch etwas Platz für die Erweiterung der Monsterwelt bleibt?

Hier kannst Du „Supernatural: Staffel 14 im Stream (OV)“ bei Amazon.de kaufen

Dean und Jack im Bunker

The CW
The CW - © The CW

Jack (Alexander Calvert) is back! Bereits der Auftakt im Bunker weiß zu gefallen, denn Jack muss sich dort ordentlich ins Zeug legen, um Dean (Jensen Ackles) davon zu überzeugen, ihn mitzunehmen. Keine leichte Aufgabe, schließlich wissen wir alle, wie stur Dean zuweilen sein kann und dass er seine Meinung oft nur in Begleitung von Extremsituationen ändert. Bestes Beispiel sind da die noch immer vorhandenen Schuldgefühle für seine Taten als Michael, die er einfach nicht ablegen kann, obwohl ihn wirklich jeder darauf hinweist, dass er sich nichts vorwerfen muss.

Genialerweise setzt Jack genau dort an. Er zeigt Dean auf, dass er (Jack) Michael bereits vor der Übernahme von Deans Körper hätte vernichten können (als er noch im Vollbesitz seiner Kräfte war) und somit eine ähnliche Schuld auf ihm lastet, wie auf dem älteren Winchester-Bruder. Außerdem ist es unserem Nephilim zuwider, untätig im Bunker herumzusitzen, während draußen ein Fall auf ihn wartet. Wenn jemand diesen Tatendrang nachvollziehen kann, ist es Dean - benutzt dieser doch selbst gerne die Jagd zur Ablenkung. Insgesamt ein sehr guter Start, wobei es nur der Auftakt vom äußerst gelungenen Zusammenspiel Ackles und Calvert ist.

Jack und Harper

The CW
The CW - © The CW

Vielleicht ließ sich recht schnell durchschauen, dass Harper (Maddie Phillips) während des Folgenverlaufs zur Gegenspielerin werden würde. Die Anzahl der möglichen Missetäter ist von Beginn an nicht groß, so dass sich mit dem Ableben von Miles (Eanna O'Dowd) - der typische Red Hering - die Möglichkeiten stark einschränken. Jedenfalls, wenn man auf dem Schirm hat, dass Vance (Sam Robert Muik) nicht allein agiert, sondern jemand anders die Strippen im Hintergrund für Harpers beziehungstechnisches Pech zieht.

Ich für meinen Teil bin ähnlich naiv wie Jack an Harper herangegangen und hatte sie bis zum Twist nie in Verdacht, selbst für ihr „Pech" verantwortlich zu sein. Warum? Weil der Plan unserer FBI-Agenten nicht schlecht ist. Ob nun „good cop" und „bad cop" oder „mighty mouse" und „old man" - die Herangehensweise (von Jack), um Harper Informationen zu entlocken, macht unheimlich Spaß. Weil wir eben wissen oder zumindest erahnen, wie unbeholfen Jack im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht ist oder sein wird. „The talk“ und vor allem entsprechende Erfahrungen fehlen ihm eben noch (wobei ich hoffe, dass wir dieses Gespräch zwischen Dean und Jack noch zu sehen bekommen), von daher ist damit zu rechnen, dass er trotz relativ eindeutiger Offerten von Harper nicht in der Lage sein wird, mit ihr im Bett (oder auf der Couch) zu landen.

Derartige Situationen laden oft zum Fremdschämen ein, wenn sie falsch angegangen werden. Das ist hier eindeutig nicht der Fall, denn sowohl Calvert als auch Phillips (und das Drehbuch) schaffen es, jegliche Peinlichkeiten zu umgehen. Sicher, hier und dort gibt es ein Augenzwinkern zu vermerken (zwinker), aber die Situation zwischen Harper und Jack gerät nie derart aus dem Ruder, dass man sie nicht als natürlich oder gar als unglaubwürdig bezeichnen würde. Sehr schön ist in dieser Hinsicht auch, dass Jack einen großen Eindruck bei Harper hinterlässt und dieser dazu führt, dass sie später ins Grübeln kommt.

Necromancer

Die Reanimation von Toten ist uns gelegentlich schon über den Weg gelaufen (also, abseits von der Reanimation unserer Brüder oder Mary (Samantha Smith) oder Rowena (Ruth Connell) oder so). Hier wird dieses Mittel anders genutzt, was einerseits erfreulich ist und uns einen potenziellen, wiederkehrenden Gegner beschert, andererseits aber auch einen Plot-Twist mit sich bringt, der nur bedingt funktioniert.

Können wir Harper tatsächlich nachvollziehen? Unsereins nicht wirklich, weil schon allein die Kuschelei mit einem Toten sehr kalt werden dürfte (wenn sein Körper nicht gerade durch einen Saunagang aufgeheizt wird). Weshalb also sollte Harper den Zombie bevorzugen, wenn sie es auch anders oder sogar besser haben kann?

Aber zurück zum Twist. Der funktioniert deshalb nicht so gut, weil die Figur Harper zuvor deutlich anders angegangen wurde. Optimistisch (wie der Titel verlangt), vielleicht ein bisschen naiv, aber eben sehr sympathisch mit Blick auf Jack oder gar Winston (Amitei Marmorstein), dem sie offenbar das gemeinsame Abendessen nicht ausschlagen möchte, obwohl sie keine Gefühle für ihn hat. Die Überraschung, dass sie hinter Vance steckt und darum bemüht ist, dass er seine Konkurrenten vernichtet, ist zwar ein Twist, aber kein guter. Eine Wende um 180 Grad passt einfach nicht zu ihrem Charakter, der zuvor noch gegenteilig dargestellt wurde.

Dean und Jack im Abenteuer

Wenn man Dean und Jack im Verlauf dieses Abenteuers sieht, finden sich viele Parallelen zu Cas (Misha Collins) in vergangenen Abenteuern, der sich diese Woche leider eine Auszeit nimmt. Dean möchte den Ton angeben, entwirft die Pläne und versucht - soweit möglich - Jack zu schützen. Aber am Ende ist es Jack zu verdanken, dass Vance gestoppt wird. Der Plan mag zwar von Dean stammen, aber Jack nimmt eine Schlüsselrolle ein.

Und das verdeutlicht sehr gut, dass unsere beiden Jäger hier zusammen und nicht gegeneinander spielen, auch wenn dieser Eindruck stellenweise entstehen mag. Aber Fakt ist, dass Jack und Dean sehr gut zusammen funktionieren. Die beiden bilden diese Woche ein tolles Team, liefern Humor und Drama ab, gerne mehr davon.

Fazit

The CW
The CW - © The CW

Supernatural lässt nicht nach. Sam und Charlie mögen vielleicht nicht so gut zusammen funktionieren, wie das Team-up von Jack und Dean, aber das war vielleicht auch Absicht. Das eigentliche Abenteuer besteht ohnehin aus dem Fall des Necromancers Harper, die uns vielleicht noch öfter besuchen wird. Auf jeden Fall bietet die Haupthandlung sehr viel positives und macht durchgehend Spaß, auch wenn der Twist nicht so recht einleuchten will. Ich verbleibe auch diese Woche bei vier von fünf Sternen.

Trailer zur Episode Unhuman Nature der Serie Supernatural (14x07):

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 17. November 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x06 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 6
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x06)
Deutscher Titel der Episode
Optimismus
Titel der Episode im Original
Optimism
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 15. November 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 15. September 2019
Autor
Steve Yockey
Regisseur
Richard Speight Jr.

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x06

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?