Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x02

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x02

In der Folge Gods and Monsters der US-Serie Supernatural folgen Sam, Mary und Bobby einer Spur nach Duluth. Castiel kümmert sich derweil um Jack und Nick, die sich verstärkt mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Gods and Monsters“ (14x01) (c) The CW
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Gods and Monsters“ (14x01) (c) The CW
© zenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Gods and Monsters“ (14x01) (c) The CW

Nick

Die Vermutung, dass Lucifer sich noch irgendwo in Nick (Mark Pellegrino) versteckt befindet, können wir nach dem Ende von Gods and Monsters sicher noch nicht zu den Akten legen. Denn selbst, wenn der Teufel ein für alle Mal vernichtet wurde, hat da etwas auf Nicks Psyche abgefärbt und dieses Etwas scheint zu wachsen.

Aber fangen wir vorne an. Castiel (Misha Collins) darf in Gods and Monsters Kindermädchen für Nick und Jack (Alexander Calvert) spielen, während Sam (Jared Padalecki), Mary (Samantha Smith) und Bobby (Jim Beaver) dem Tipp von Schwester Jo (Danneel Ackles) nach Duluth folgen. Klingt für die drei im Bunker erst mal nicht wirklich interessant, aber dank Gabriel (Richard Speight, Jr.) auf dem Regiestuhl, sehr gut geschriebenen, gespielten, nachvollziehbaren und emotional packenden Dialogen sowie einer ordentlichen Portion Spannung ergeben sich da in allen drei Haupthandlungen ausschließlich tolle Szenen.

Die „Paarung" Castiel und Nick fesselt vor allem deshalb, weil die Themen so gut gewählt sind. Gleichzeitig würde ich meinen, hier noch den schwächsten der drei Handlungsstränge vor mir zu haben, obwohl dieser auch sehr gut ist. Die Wirt-Thematik beispielsweise trifft voll ins Schwarze. Nick darf sich zu Recht fragen, wo der Unterschied zwischen Castiel und Lucifer liegt, wenn beide ihren Wirtskörper permanent besetz(t)en. Cas gerät da ein bisschen in Erklärungsnot, wir sehen aber, wie stark ihn die Anschuldigung trifft und seine abschließende Bemerkung über (den toten) Jimmy Novak als sein größtes Bedauern hinterlässt ihre Wirkung. Dennoch wäre es vielleicht angebracht gewesen, Nick gegenüber noch mehr Kontext zu liefern. So hätte er beispielsweise Claire (Kathryn Newton) erwähnen können, die ja noch immer da draußen ist.

Andererseits ist es gerade die Familienthematik, die bei Nick mit Fortschreiten der Episode eine immer größere Rolle spielt. Nick wird zu Beginn der Folge hauptsächlich von Lucifers schrecklichen Taten gequält, von denen er durchaus einiges mitbekommen hat. Erst Castiel ruft ihm wieder ins Gedächtnis, dass er zuvor ein Familienvater war, der Frau und Kind verloren hat - was ihn für Lucifer zugänglich machte. Die Nachforschungen zum Tod seiner Familie lassen Nick letztendlich auch wieder einen dunkleren Pfad beschreiten, wobei uns da aber noch etwas vorenthalten werden könnte.

Die brennende Frage ist einfach, was Arty Nielson (Michael Bean) damals tatsächlich gesehen hat - oder ob er nur vorgab, etwas gesehen zu haben -, und die bleibt vorerst unbeantwortet. Für mich ist die Antwort jedenfalls Dreh- und Angelpunkt dafür, ob ich den Mord an Arty nachvollziehen kann oder nicht. Entsprechend könnte sie auch untermauern oder negieren, dass in Nick noch ein Lucifer schlummert. Aber wir müssen wohl noch ein wenig warten, um genau zu wissen, ob Nicks Aktionen und Reaktionen, die stellenweise sehr eindeutig an den gefallenen Engel erinnern, auf ebendiesen zurückzuführen sind oder nicht.

Jack

The CW
The CW - © The CW

Entgegen Castiels Rat, sich auf die Zukunft zu konzentrieren und aus der jetzigen, kräftelosen Situation das Beste zu machen, entscheidet sich Jack diese Woche dafür, Kellys (Courtney Ford) Eltern (gespielt von Fred Keating und Chilton Crane) einen Besuch abzustatten. Auch in diesem Fall ist es Cas, der die Familienthematik eingangs anführt und damit Jack zu einem ebenso unerwarteten Ereignis veranlasst.

Das Gespräch mit Kellys Eltern hat mir sehr gefallen. Jack musste sich auch zurückhalten, was die Wahrheit angeht, denn größere Offenbarungen wären bei Jack Kline und seiner Frau sicher ein Schlag in die Magengrube gewesen, ganz zu schweigen davon, dass wir eine weitere „das Übernatürliche existiert da draußen"-Szene erhalten hätten, die sich nur schwer hätte bewerkstelligen lassen (jedenfalls aus Sicht der Glaubwürdigkeit). Wobei Kellys Eltern vielleicht erahnen, dass ihre Tochter nicht mehr lebt und Jack ihr Enkel ist - der Hinweis auf die Ähnlichkeit von Jack und Kelly war schon recht eindeutig.

Aber der Punkt ist einfach, dass die Katze eben nicht aus dem Sack gelassen wird und wir dafür die emotionalen Szenen erhalten, die auf die Tränendrüse drücken. Das ist unerwartet, gerade für Supernatural, wo sonst in (gefühlt) jeder zweiten Folge eine oder mehrere Gastfiguren auf die Existenz des Übernatürlichen aufmerksam gemacht werden.

Zurück im Bunker führt Jacks Abstecher zunächst zu seinen Großeltern und anschließend zu einem weiteren ausgezeichneten Dialog. Cas verurteilt zwar mehr oder weniger den Ausflug, lässt aber auch anmerken, dass Jacks Schweigen von Güte geprägt ist: „What you did, you did from a place of kindness. There are worse ways to be human than to be kind.

Und wie schön war bitte das Thema Dean (Jensen Ackles) beziehungsweise Michael eingebaut? Klar, Sam, Cas und auch wir Zuschauer sind sehr daran interessiert, dass Dean gerettet wird. Aber sollten alle Stricke reißen und sich keine Möglichkeit ergeben, was würde Dean dann wollen? Guter Punkt, Jack! Wobei das Ende der Episode diesen Punkt leider ein wenig unterminiert, macht es doch den Anschein, dass das Problem bereits gelöst ist. Oder nicht?

Duluth

The CW
The CW - © The CW

Entgegen des Staffelauftakts agiert Cas zu Beginn wieder vernünftig und begleitet Sam, Mary und Bobby nicht auf deren Suche nach Dean, weil er von Michael aufgespürt werden könnte - geht doch! Das Abenteuer der drei ist anschließend wieder recht typisch gestaltet und ein guter Ausgleich zu den eher dramatischeren Szenen im Bunker. Ein bisschen Humor, ein bisschen FBI-Outfit und vor allem natürlich eine solide Spur zu Michael, der sich in Experimenten übt. Unsere Jäger erwarten da im Endkampf ein paar Überraschungen, auf die sie sich schnell einstellen müssen - was an die Anfänge der Serie erinnert.

Im Fokus steht in diesem Handlungsstrang vor allem Michael, der uns bereits in den ersten Minuten der Folge eine Idee davon gibt, was er vorhat. Es gilt, den Monstern dieser Welt (zunächst den Vampiren, anschließend den Werwölfen) ihre Schwächen zu nehmen, um sie stärker zu machen. Was also, wenn die Jäger mit ihren üblichen Methoden keine Monster mehr unschädlich machen können? Da klopft schon die Apokalypse an der Tür und, was Rudelführer Philippe (Ben Wilkinson) zunächst als Utopie abtut, könnte schnell Realität werden.

Außerdem erweist sich Michael berechnender als zuvor. Der Tipp von Jo, das Entkommen von Lydia (Meganne Young) und deren Hinweis auf Michaels Aufenthaltsort: alles geplant. Unsere drei Jäger sollten in die Falle laufen und vielleicht (aber nur vielleicht...) sollten sie auch überleben. Hängt davon ab, ob Dean jetzt wirklich wieder Dean ist oder nicht.

Unsereins hätte da gerne noch mehr von Ackles als Michael gesehen und hofft, dass die ganze „Michael ist verschwunden"-Geschichte nur eine Farce ist. Denn weshalb sollte Michael seinen perfekten Wirtskörper (siehe Staffel fünf) verlassen? Ergibt nicht wirklich Sinn. Außerdem wäre damit die ganze Angelegenheit um Deans Rettung bereits jetzt zu Ende und der oben angeführte Dialog zwischen Cas und Jack irgendwie sinnlos. Nee, Michael wird da als Dean den anderen nur was vorspielen - das ist jedenfalls meine Vermutung. Aber was meint Ihr?

Fazit

The CW
The CW - © The CW

Eine nahezu perfekte Episode, die mich vollkommen unerwartet getroffen hat. Ein paar kleinere kritische Anmerkungen sind zwar vorhanden, aber sie fallen entweder nicht großartig ins Gewicht oder werden (leider) aufgeschoben, bis weitere Episoden die nötigen Antworten liefern. Gods and Monsters hat mir jedenfalls mal wieder aufgezeigt, wie gut selbst die leiseren Momente sein können und dass die Serie selbst in der 14. Staffel noch zu überraschen weiß. Von mir gibt es diese Woche viereinhalb von fünf Sternen, wobei das halbe Sternchen mehr mit der einen oder anderen Antwort durchaus drin gewesen wäre...

Der Trailer zur Episode The Scar (14x03) der US-Serie Supernatural:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 20. Oktober 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x02 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 2
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x02)
Deutscher Titel der Episode
Götter und Monster
Titel der Episode im Original
Gods and Monsters
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 18. Oktober 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 1. September 2019
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
Richard Speight Jr.

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x02

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