Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x03

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x03

In der Folge The Scar der US-Serie Supernatural führt eine neue Spur nach Sioux Falls und damit natürlich auch zu bekannten Gesichtern. Castiel und Jack bleiben im Bunker, in dem ein verhextes Mädchen Hilfe braucht.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „The Scar“ (14x03) (c) The CW
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „The Scar“ (14x03) (c) The CW
© zenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „The Scar“ (14x03) (c) The CW

Dean

Dean (Jensen Ackles) ist zurück im Bunker und entgegen der Vermutung, Michael könnte sich noch in seinem Wirt aufhalten, wird ziemlich klar herausgestellt, dass der Erzengel tatsächlich verschwunden ist. Wichtigster Anhaltspunkt dafür ist Dean, der sich eben wie Dean selbst verhält. Dazu gehört es, nicht mit Sam (Jared Padalecki) oder den anderen über die letzten Wochen zu reden, sondern direkt das nächste Abenteuer in Angriff zu nehmen und erst mal anzugeben, sich an nichts erinnern zu können. So bleibt auch der Aufenthalt im Bunker samt Wiedersehen mit Cas (Misha Collins) und Jack (Alexander Calvert) nur sehr kurz, obwohl ihm eine kurze Auszeit sicher nicht geschadet hätte - immerhin gilt es, noch jede Menge neue Gesichter kennenzulernen (diese Woche sehen wir sogar einige davon).

Zugegeben, der Anlass für den erneuten Aufbruch der Brüder ist nicht schlecht gewählt und während die Winchesters zu Jodie (Kim Rhodes) stoßen, bekommen Cas und Jack ein sehr gelungenes Abenteuer im Bunker spendiert. Aber so ganz überzeugt hat mich die Haupthandlung in Sioux Falls nicht. Primär, weil dort der Cliffhanger aus Wayward Sisters aufgegriffen wird, aber sich außer Jodie keine von den Damen blicken lässt. Dafür wird Parallelwelt-Kaia (Yadira Guevara-Prip) mit der aktuellen Handlung um Michael verwoben, was vielleicht auch keine schlechte Entscheidung ist. Immerhin lässt sich so noch ein Nutzen aus dem nicht bestellten Spin-off ziehen.

Der Episodentitel bezieht sich ausschließlich auf Dean, der die titelgebende Narbe an seinem Oberarm entdeckt. Aber neben dieser äußeren Erscheinung, die den wichtigen Hinweis auf eine Waffe gibt, die Michael verletzen kann, sind es Deans innere Narben, die uns beschäftigen und das Geschehen dominieren. Und damit kann man nicht wirklich glücklich sein. Dazu sind wir mit Deans Verhalten einfach schon zu sehr vertraut und rein charakterlich ist es ein Rückschritt, wenn er seinen Ballast die ganze Zeit alleine mit sich rumschleppt und sich wie ein Verrückter ins Abenteuer stürzt, während Sam und Jodie Mühe haben, ihn nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich habe während der Folge jedenfalls festgestellt, dass ich schnell genervt von Deans gewohnter (alter) Masche war. Kaias Analyse, die sehr treffend gewesen sein dürfte, kam da einem Befreiungsschlag gleich. Mir käme es zwar nie in den Sinn, Dean als schwach zu bezeichnen, aber es ist Kaias Worten zu verdanken, dass der „Schutzmantel des Schweigens", in den sich der ältere Winchester-Bruder eingemummt hat, vorzeitig durchbrochen wird. Entsprechend gibt es am Ende im Impala dann doch reinen Wein von Dean, der Sam seine bedrückende Zeit unter Michaels Fuchtel schildert. Geht doch.

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Michael und Kaia

Was Michael angeht, dürfen unsere Protagonisten auf den aktuellen Stand des Zuschauers aufschließen. Neben Werwölfen hat er auch Vampire immun gegen die üblichen Mittel gemacht, so dass die einzige Methode, sich dieser Monster zu entledigen, die „einen Kopf kürzer"-Variante bleibt. Außerdem scheint er tatsächlich eine Armee aufbauen zu wollen und wird sicher noch andere Monster upgraden. Neu ist derweil Kaias Waffe, mit der man ihm zu Leibe rücken kann. Zwar nicht so effektiv wie der Erzengelstecher, aber mit Sicherheit einfacher zu benutzen, denn offensichtlich braucht es dafür keinen Erzengel (und außer Kaia können sicher auch andere diese Waffe schwingen).

Die große Frage ist und bleibt natürlich, wo Michael jetzt hin ist. Ich glaube, wie gesagt, nicht, dass er es sich auf dem Rücksitz seines Wirts bequem gemacht hat und auf den passenden Moment lauert, um wieder ans Steuer zu gehen. Rein theoretisch mag diese Möglichkeit noch existieren, aber Michael hätte wohl spätestens im Kampf eingegriffen, sah es doch so aus, als wenn Kaia sich davonmacht und sein Wirt dem Untergang geweiht war. Ganz zu schweigen davon, dass Cas zu Beginn etwas hätte wittern müssen, falls Michael noch irgendwo in Dean stecken sollte. Da heißt es abwarten, wohin es Michael derweil wirklich verschlagen hat.

Kaia ist zwischenzeitlich als Gegenspielerin der Woche nicht schlecht gewählt. The Bad Place könnte sich im Verlauf dieser Staffel noch als eine der Episoden entpuppen, die lösungsweisend zum Michael-Problem ist und außerdem noch mehr von den Wayward-Sisters auf den Plan rufen. Wie gesagt, es ist einfach schade, dass außer Jodie keine von den anderen Damen anwesend ist. Aber: Was nicht ist, kann ja noch werden. Am ehesten vermutlich Claire (Kathryn Newton). Mir würde es jedenfalls gefallen, wenn das Spin-off irgendwo im Hintergrund doch noch stattfindet und vielleicht sogar eine Einzelfolge in dieser Staffel erhält. Lässt sich nach der aktuellen Entwicklung auch wunderbar mit den Winchesters verknüpfen, wenn beispielsweise Claire, nachdem sie von Jodie informiert wurde, erfolgreich bei der Suche nach Kaia ist und am Ende die Waffe bei Sam und Dean abliefern kann. Freut mich jedenfalls, dass die Wayward Sisters noch nicht zu den Akten gelegt wurden.

Derweil im Bunker

Jules (Catherine Lough Haggquist) bringt Lora (Natasha Calis) in den Bunker, die von einer Hexe befreit wurde, aber noch immer mit einem Alterungszauber versehen ist. Cas gibt sich alle Mühe, Lora von diesem Zauber zu befreien, aber weder Engelsmagie noch Rowenas (Ruth Connell) telefonisch übermittelter Gegenzauber zeigen Wirkung.

Diese kleine, aber feine Nebenhandlung ist selbstredend Jack gewidmet. Zunächst von Dean schroff zurückgewiesen, spielt unser kräfteloser Nephilim mit dem Gedanken, sich davonzumachen. Ähnlich, wie Lora es damals getan hat und schließlich bei einer Hexe gelandet war, deren wahre Intention erst später deutlich wurde. Eine klare Lektion für Jack, dessen gefühlte Nutzlosigkeit mit dem Ende der Folge schlicht weggewischt wird.

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Es gibt an dieser Nebenhandlung nicht viel zu beanstanden. Gut, vielleicht hätte Lora oder einer unserer Protagonisten auf die Idee kommen können, dass ihr Amulett die Ursache für den beschleunigten Alterungsprozess darstellt - als Zuschauer kommt einem dieser Gedanke nämlich blitzschnell. Aber es geht auch nur bedingt darum, Lora zu retten. Vielmehr geht es um Jack und Cas. Denn Jack vertraut darauf, dass Castiel eine Lösung für Lora findet, verspricht ihr sogar, dass dieser - „einer seiner Väter" - sie retten wird. Und wäre es Cas tatsächlich gelungen, Lora von der dunklen Magie zu befreien, dann wäre dieser Handlungsstrang überflüssig gewesen.

Stattdessen bekommen wir und Jack aufgezeigt, dass Castiels Versuche sich als nutzlos entpuppen. Lora erliegt sogar dem Zauber, was zu einem Schockmoment führt. Und ganz ehrlich, ich hätte an der Stelle damit gerechnet, dass die Lektion für Jack nun einfach daraus besteht, dass bisweilen auch Cas nutzlos sein kann und es immer mal Verluste gibt.

Aber halt, anschließend findet unser Nephilim die Lösung und kann Lora sogar wiederbeleben. Ein toller Schachzug der Macher. Jacks Selbstwertgefühl steigt enorm und er heimst sich am Ende sogar ein großes Lob (und eine Entschuldigung) von Cas ein. Womit eigentlich nichts mehr einer Beteiligung von Jack an neuen Abenteuern im Wege stehen sollte.

Eigentlich. Wäre da nicht dieser blutige Husten, der ein schlechtes Omen für Jacks Zukunft mit sich bringt. Hoffentlich versucht er nicht, seine missliche Lage vor den anderen zu verstecken. Wobei wir uns fragen können, weshalb er überhaupt erkrankt ist. Das Fehlen von Grace alleine kann es doch nicht sein, oder? Eine Erkältung, okay, möglich. Aber Bluthusten? Da muss was anderes dahinterstecken.

Sonstiges

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- Bobby (Jim Beaver) und Mary (Samantha Smith) habe ich schon ein wenig vermisst. Besonders Mary, weil die Wiedersehensszene mit Dean bereits letzte Woche nicht so dolle war - da ist sie zwar anwesend, aber viel mehr auch nicht.

- Und was ist mit Maggie (Katherine Evans)? Im Auftakt dabei und seitdem nicht wiedergesehen. Schade, hätte gedacht, sie würde präsenter in den weiteren Folgen sein.

- Eröffnungsszene der Brüder: Super getroffen. Sams Bart rockt.

- Spoiler-Thematik der letzten Woche (in den Kommentaren): Nun ja, manchmal ist meine Neugierde auch größer und ich klicke entsprechende Artikel an. Aber im Endeffekt ärgert man sich immer darüber. Daher versuche ich wieder und wieder, die Finger davon zu lassen. Verdirbt nur den Spaß. Obwohl, scheinbar ist Dean jetzt tatsächlich erst mal ent-Michaelt worden. Rückkehr nicht ausgeschlossen, weil der noch irgendwo da draußen ist und Dean sein Jawort bereits gegeben hat. Aber Dean ist vorerst Dean. Oder gibt es da noch Gegenstimmen?

- Nick (Mark Pellegrino). Interessante Theorien, die ich da gelesen habe. Ich denke aber nicht, dass er seine Familie umgebracht hat. Müsste die ursprüngliche Folge zwar auch auffrischen, aber Lucy hat da aus dem Schmerz und der Hoffnungslosigkeit gezehrt, Versprechungen gemacht und anschließend das Jawort bekommen. Nick jetzt als Mörder der eigenen Familie zu offenbaren, wäre... irgendwie doof.

Fazit

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Ich bin da ein wenig hin- und hergerissen. Jack und Cas im Bunker, die Lora retten wollen, war verdammt gut und effektiv, auch wenn der kleine Cliffhanger etwas Bauchschmerzen oder Husten bereitet. Bei der Haupthandlung mit den Winchesters überwiegen sicher die positiven Seiten, aber da wäre doch mehr drin gewesen. Wie oben gesagt: gute Ansatzpunkte, aus denen sich auch in Zukunft noch einiges herausholen lässt, dafür aber auch wieder ein typischer Dean, der mit seiner verschlossenen, voranstürmenden Art schnell nerven kann. Glücklicherweise wendet sich das Blatt da aber noch. So insgesamt sind dreieinhalb oder vier Sterne sicher in Ordnung. Ich runde mal auf und nehme vier von fünf Sternen.

Trailer zur Episode Mint Condition (14x04) der US-Serie Supernatural:

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 27. Oktober 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x03 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 3
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Narbe
Titel der Episode im Original
The Scar
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 25. Oktober 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 8. September 2019
Autor
Robert Berens
Regisseur
Robert Singer

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x03

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