Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x21

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x21

In der Folge Beat the Devil der US-Serie Supernatural planen die Winchesters mit etwas Verstärkung endlich ihre Rettungsmission in die Parallelwelt. Nach Startschwierigkeiten müssen sie dabei auf eine andere Zutatenquelle zurückgreifen - ob das gut geht?

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“ (c) The CW
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“ (c) The CW
© zenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“ (c) The CW

Bliss

Beat the Devil startet mit einem Happy End. Wir sehen Sam (Jared Padalecki), Dean (Jensen Ackles), Castiel (Misha Collins), Jack (Alexander Calvert) und Mary (Samantha Smith) zusammen beim Abendessen - mit Pizza und Bier. Ein Moment der Glückseligkeit, bei dem unsere Figuren über Deans Appetit diskutieren und sämtliche großen Probleme vom Tisch sind und der Vergangenheit angehören.

Natürlich entpuppt sich die Szene als ein Traum. In diesem Fall Sams Traum. Aber diese anfänglichen Szenen sind dermaßen toll eingefangen, dass wir uns direkt wünschen, dieses Ende einmal in der Realität zu sehen zu bekommen. Denn genau so ist ein Happy End gut vorstellbar. Nichts Pompöses, sondern bloß ein gemeinsames, simpel gestaltetes Abendessen, bei dem über Belanglosigkeiten diskutiert wird. Perfekt.

Gabriel bringt's nicht

Zurück in der Wirklichkeit machen sich die Winchesters zusammen mit Cas, Rowena (Ruth Connell) und Gabriel (Richard Speight, Jr.) daran, das Portal zu öffnen. Für einen kurzen Moment gelingt das auch, aber die Menge (und vielleicht auch die Qualität) von Gabriels Grace erweist sich nicht als potent genug, um den Spalt für die anvisierten 24 Stunden zu öffnen.

Der Humor kommt hier definitiv nicht zu kurz. Die Zweideutigkeit in Bezug auf Gabriels eingeschränkte „Leistungsfähigkeit“ ist unverkennbar. Ein peinlicher Moment für den Erzengel, der von den anderen Beteiligten kurz und amüsant kommentiert wird, bevor Cas die einzig mögliche Alternative vorschlägt: Lucifer (Mark Pellegrino).

Selbstverständlich ist gerade Sam von dieser Idee nicht begeistert. Da kommt immer wieder die Zeit im Käfig hoch. Obendrein haben sich bislang alle Kontakte mit Lucifer als gefährlich und unberechenbar erwiesen, auch wenn er hier und dort kurzzeitig mal die Seiten wechselte. Aber Cas hat natürlich recht. Die Winchesters haben Lucifer nun schon seit geraumer Zeit ignoriert, aber sie tragen die Verantwortung für ihn und seine Taten, weil sie ihn befreit haben (ohne ihr Zutun wäre er noch immer im Käfig, auch wenn sein Entkommen nicht wirklich geplant war).

Punkt wäre halt, dass sie sich früher oder später ohnehin um Lucifer kümmern müssen. Und alternativ darauf zu warten, dass Gabriel wieder voll genesen ist und genug Grace übrig hat, ist nicht wirklich eine Option. So viel Geduld bringt niemand mit - erst recht nicht wir Zuschauer. Außerdem könnte die Zeit für Jack und Mary ablaufen, weshalb ein längerer Aufschub nicht in Frage kommt (wir wissen zwar, dass die beiden noch wohlauf sind, aber die Winchesters sind da nicht im Bilde).

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“ - © The CW

Während Sam, Dean und Cas sich zur Diskussion zurückziehen, dürfen wir Rowena und Gabriel dabei zuschauen, wie sie aus dem Fehlschlag heraus romantische Gefühle für einander entwickeln (jedenfalls, wenn man das gegenseitige Abchecken zusammen mit den eindeutigen Gedankengängen der Figuren als romantisch verbucht). Gabriel und Rowena als Pärchen? Das hatte ich sicher nicht auf dem Schirm, ist aber eine drollige Idee, mit der man sich anfreunden kann. Außerdem sind natürlich die Reaktionen der Winchesters und Cas auf das Techtelmechtel unbezahlbar.

Der Trickster bringt's noch

Gabriel und Rowena dürfen sich gleich darauf als Team beweisen. Die Szenen in der Bar, die uns einen deprimierten Lucifer zeigen, könnten perfekter kaum sein. Das liegt zum einen daran, dass wir uns in ihn hineinversetzen und seine trostlose Lage nachvollziehen können. Pellegrino brilliert abermals in seiner Rolle und verkauft uns den Teufel, der kurz davor ist, seinen Lebenswillen zu verlieren, mit gnadenloser Authentizität. Wirklich geschickt ist es obendrein, ihn mit Gabriel und Rowena zu konfrontieren - zwei Figuren, die er einst scheinbar (Rowena sogar zweimal) tötete und wo Lucy sich nicht sicher ist, ob er die beiden wirklich vor sich hat oder sich das Ganze nur einbildet.

Zum anderen ist da noch Gabriels Auftritt als Trickster. Ließ sich letzte Woche noch bemängeln, dass er seine bekannten Fähigkeiten nicht einsetzte, so bekommen wir ihn hier endlich wieder in Bestform zu sehen. Offenbar braucht es nicht viel Grace, um den Trickster von der Leine zu lassen und selbst den Teufel zu täuschen - was ein kleiner, aber zu vernachlässigender Kritikpunkt wäre, denn schließlich ist Lucifer ohnehin nicht ganz bei Sinnen. Erst recht nicht nach Rowenas Cocktail.

Untermalt wird die Szenerie dabei von Cat's in the Cradle. Interessante Musikwahl, zumal es in dem Song um eine Vater-Sohn-Beziehung geht. „My boy was just like me“ - interpretiere ich da zu viel hinein oder lässt sich das Lied als ein böses Omen für Jack werten? Immerhin ist der weiterhin in Lucifers Gedankenwelt verwurzelt und am Ende der Episode stehen die beiden sich gegenüber.

Bollocks

Zurück im Bunker dient Lucifer anschließend als Dauerquelle, um das Portal geöffnet zu halten. Macht irgendwie Sinn, nachdem Gabriels Minispende nur ein paar Sekunden lang die Tür zur Apokalypsenwelt öffnen konnte. Allerdings lässt sich recht schnell erahnen, dass Lucy nicht lange in seinem Zustand bleiben wird. Sein Lebenswille mag tatsächlich in Richtung null gehen, aber so ganz aufgegeben hat er doch nicht. Sonst würde er Rowena nicht auf die Nerven gehen, die schließlich einen dummen Fehler begeht.

Hätte sie Lucifer nicht mit einem Zauberspruch zum Schweigen bringen können? Oder mit einem Knebel? Ein paar Ohrstöpsel hätten es bei ihr vermutlich auch getan. Sie durfte nur eines nicht machen: Lucifer erzählen, wo Jack sich befindet. Keine Ahnung, ob sie seine Ausführungen über die Suche nach Jack in der Bar zuvor mitbekommen hat und dass er seinen Sohn in dieser Welt nicht spüren kann. Aber so oder so hätte sie sich nicht zu ihrem verbalen Ausbruch hinreißen lassen dürfen. Das musste einfach nach hinten losgehen.

Zu Gute halten können wir ihr aber, dass sie versuchen wird, das Portal geöffnet zu halten. Ihr Fluchtinstinkt ist zwar zunächst größer, aber es wäre eine Schande gewesen, wenn sie sich nach den letzten charakterlichen Entwicklungen tatsächlich verdünnisiert hätte. Ebenso ärgerlich wäre es gewesen, hätte Lucifer sie abermals aus dem Spiel genommen.

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „Beat the Devil“ - © The CW

Unterm Strich begeht unsere Hexe also nur einen Fehler, der sich zudem absehen und erwarten ließ. Und selbst der lässt sich mit Blick auf den weiteren Verlauf verzeihen - schließlich wird es mit Lucifer in der Parallelwelt deutlich spannender werden. Einen Vorgeschmack bekommen wir bereits diese Woche, was uns zum nächsten Handlungsbogen bringt.

Apocalypse World

Nach der hauptsächlich vergnüglichen ersten Hälfte der Episode begeben sich Sam, Dean, Cas und Gabriel zusammen auf die Suche nach Jack und Mary. Supernatural legt damit den Humor zur Seite und konzentriert sich auf Action und Drama. Deans Befürchtungen von letzter Woche erweisen sich als berechtigt.

Vorweg ein paar Worte zu Castiel und Gabriel. Der Erzengel wird über die Situation des Himmels ins Bild gesetzt und kann sich ein paar Gedanken zu einer potenziellen Rückkehr in die Büroräume machen. Vielleicht ist ein „Screw-up“ ja tatsächlich nicht die schlechteste Idee, um die Lichter da oben wieder zum Leuchten zu bringen. Ansonsten bekommen die beiden leider nicht viel zu tun. Im Kampfgetümmel glänzen sie durch Abwesenheit, obwohl sie nur wenige Meter entfernt Steine zur Seite räumen sollten. Haben die beiden nichts vom Kampf mitbekommen? Jedenfalls tauchen sie deutlich zu spät auf und vermögen es nicht, Sam vor dem Tod zu bewahren. Über Cas können wir uns sogar ärgern, weil er Dean zum Weitergehen bewegt - „He's gone.“ und „We don't have time.“ - ernsthaft? Keine Zeit, um den möglicherweise nur verletzten Sam aus den Fängen der Kreaturen zu befreien und zu heilen? Tolles Team.

Ansonsten finde ich den Tunnel als kürzesten Weg ein wenig unglücklich gewählt. Klar, enge Räume und Dunkelheit tragen besser zur Atmosphäre bei und wirken deutlich bedrohlicher als offenes Gelände. Und da man die Zeit knapphalten muss, steht ein Umweg außer Frage. Dennoch fiel dieses Hindernis etwas unglaubhaft vom Himmel. Als wenn man eben noch eine unangenehme Überraschung platzieren wollte…

Was hingegen sehr gut für mich funktioniert, sind die Monster. Vampire wurden vielleicht schon etwas zu oft in der Serie eingesetzt, aber sie hier als ausgehungert und entsprechend aggressiv zu präsentieren, gibt einen besonderen Kick. Erst recht, wenn sie sich über Sam hermachen, ihn tödlich verletzen und schließlich wegschleppen, während Dean (selbst im Kampf verwickelt) tatenlos zuschauen muss. Als Zuschauer sind wir zwar gewohnt, hin und wieder einen der Winchesters über die Klinge springen zu sehen - Rückkehr garantiert. Dennoch sitzt der Schock hier ganz gut. Genau das eben, was Dean letzte Woche angesprochen hatte und was das Wiedersehen mit Mary und Jack zu einem bittersüßen, emotional packenden Moment gestaltet.

Ein bisschen beanstanden lässt sich vielleicht die Vorhersehbarkeit bei Sams Wiederauferstehung. Lucifer ist der offensichtlichste, der dafür in Frage kommt (Jack wäre eine andere Möglichkeit gewesen) und man lässt uns kaum Zeit, um Sams Tod ein bisschen sacken zu lassen. Vielleicht hätte uns eine Woche bis zur Auflösung da gutgetan und eine intensivere Wirkung erzielt? Oder ist es doch besser, nicht lange zu warten, weil er ohnehin wiederkommen muss? Ich tendiere da zur ersten Option.

Wie auch immer. Sam bleibt keine Wahl und so spaziert er mit Lucifer am Ende ins Camp von Mary und Jack. Großartige letzte Szenen, die uns ohne viele Worte anhand der Gesichter der Figuren deutlich machen, was in ihnen vorgeht. Freude, Erleichterung, Überraschung und ein bisschen Ungläubigkeit bei Sams Auftritt, gefolgt von einem Wechsel zu noch mehr Überraschung, Erkenntnis über Sams Rückkehr und natürlich sorgenvolle Blicke auf den Teufel. Eine sehr spannende Ausgangssituation für die nächste Folge.

Fazit

Großartig. Wobei mir die erste Episodenhälfte ein kleines bisschen besser gefallen hat. Weniger vorhersehbar, besserer Einsatz der Gastfiguren und irgendwie auch stimmiger. Die zweite Hälfte liefert zwar deutlich mehr Action und die dramatischen Momente verfehlen nicht ihre Wirkung, aber es bleibt kaum Zeit, das Gesehene zu verarbeiten. Etwas weniger Tempo gegen Ende und die Episode wäre perfekt gewesen. Von mir gibt es daher 4,5 von 5 Sternen.

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 5. Mai 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x21 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 21
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x21)
Deutscher Titel der Episode
Tod dem Teufel
Titel der Episode im Original
Beat the Devil
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 3. Mai 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 25. November 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 25. November 2018
Autor
Robert Berens
Regisseur
Philip Sgriccia

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x21

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