Supernatural 13x20

© amantha Smith, Alexander Calvert und Tarun Keram in âSupernaturalâ (c) The CW
Unfinished Business
Rowenas (Ruth Connell) Hilfe zahlt sich bereits diese Woche aus. Zwar lĂ€sst die Hexe sich nicht blicken, aber Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) sollen sich in Central City, Colorado, mal nach Gabriel (Richard Speight, Jr.) umsehen. Dort angekommen, schlĂ€gt der Erzengel verwundet bei den Winchesters auf und willigt schlieĂlich ein, ihnen zu helfen - dafĂŒr mĂŒssen aber zunĂ€chst seine âGeschĂ€fteâ abgeschlossen werden.
Richard Speight, Jr. ist diese Woche sowohl hinter der Kamera als auch davor beschÀftigt. Neben seiner Rolle als Gabriel spielt er auch Loki, dessen Aussehen er lange Zeit vor seinem Aufenthalt bei Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) angenommen hatte. Den Zuschauer erwartet hier eine kleine Rachegeschichte. Gleichzeitig bekommen wir ein paar ErklÀrungen zu seiner Vergangenheit.
Im GroĂen und Ganzen hat mir die Geschichte gefallen. Wir bekommen eine gute Portion Figurenzeichnung bei relativ lockerem Abenteuer. Der Humor kommt nicht zu kurz und auch auf der Dramaebene gibt es mit der Vergangenheit von Loki und Gabriel gute Szenen, die die jeweilige (vergangene oder gegenwĂ€rtige) Motivation erklĂ€ren. Lediglich die Vorgehensweise des Erzengels könnte trickreicher sein. Stumpf Fenrir (Sandy Wayne Robson), Narfi (Michael Adamthwaite) und Sleipnir (Fletcher Donovan) abservieren und zuletzt Loki Ă€hnlich unspektakulĂ€r aus dem Verkehr ziehen, geht natĂŒrlich auch. Aber da fehlt dann eben die Finesse, die wir vom Trickster gewohnt sind. AuĂerdem hat Dean irgendwo auch Recht, wenn er das ganze Unterfangen stetig kritisiert. Eine detailreiche Planung - vor allem beim Endkampf gegen Loki, der ihn bereits erwartet - wĂ€re jedenfalls angebracht. Vielleicht mit ein paar kleineren Ăberraschungen auf dem Weg, denn davon gibt es in diesem Handlungsstrang nicht viele.

FĂŒr weitere Gastauftritte von Gabriel wĂ€re es folglich wĂŒnschenswert, wenn er sich wieder verstĂ€rkt bei seinen wohlbekannten Mitteln bedient. Mag sein, dass ihm der SpaĂ daran durch Lokis Verrat vergangen ist. Aber gerade das Trickstertum macht den Reiz bei der Figur aus - das darf auf Dauer einfach nicht fehlen. FĂŒr diese eine Folge geht das aber noch in Ordnung. Mit Blick auf die Zukunft dĂŒrfen wir ferner gespannt sein, wie groĂ Gabriels Rolle ausfallen wird. Gibt er nur Grace etwas her (weiĂ er ĂŒberhaupt schon, dass er da was spenden muss?) oder wird er sich aktiv beteiligen? Und dann ist da auch noch die âdem Himmel gehen die Lichter ausâ-Geschichte, welche Castiel (Misha Collins) bei nĂ€chster Gelegenheit sicher ansprechen wird. Mal schauen, wie sich die Sache entwickelt...
Jack und Mary
Der zweite Handlungsbogen in der Parallelwelt dreht sich um Jack (Alexander Calvert), Mary (Samantha Smith) und... Kevin (Osric Chau)! Wobei wir hier einiges verpasst haben. Was mir besonders fehlt, ist die beziehungstechnische Entwicklung zwischen Mary und Jack. Die hat nĂ€mlich bereits ein Level erreicht, welches fast einer Mutter-Sohn-Beziehung gleichkommt - was durchaus gefĂ€llt. Dennoch gibt es da eine LĂŒcke, die sich durch kleinere AusflĂŒge in den letzten Episoden hĂ€tte schlieĂen lassen. AuĂerdem hĂ€tte ich natĂŒrlich gerne noch die eine oder andere Schlacht gesehen, die Jack fĂŒr den Widerstand in einen Sieg verwandelt.
Aber zurĂŒck zu dem, was tatsĂ€chlich passiert. Der Widerstand kann Erfolge vorweisen und erreicht diese Woche sogar Michaels (Christian Keyes) Lager, welches jedoch - mit Ausnahme von Kevin Tran - verlassen ist. Und der letzte Auftritt vom Propheten der Parallelwelt kann sich in der Tat sehen lassen. Mary und Jack werden ĂŒber Michaels InvasionsplĂ€ne ins Bild gesetzt, wĂ€hrend Osric Chau eine atemberaubende, rĂŒhrende und vermutlich letzte Performance als Kevin abliefert. Da werden auch direkt Parallelen zu unserem Kevin gezogen, die gut zur Figur passen.

Dass der Prophet letzten Endes als SelbstmordattentĂ€ter fungiert (und damit Michaels Plan fĂŒr ihn durchzieht), lĂ€sst sich natĂŒrlich kritisch betrachten. Warum nur, Kevin, warum? Andererseits wird Jack, der am liebsten sofort hinter Michael hergejagt wĂ€re, dadurch aber eine Lektion erteilt. Verluste lassen sich nicht immer vermeiden und Marys Sorgen sind berechtigt. Niemand weiĂ, wie mĂ€chtig Michael tatsĂ€chlich ist und wie eine direkte Konfrontation zwischen Erzengel und Nephilim ausgehen wĂŒrde (auch wenn wir alle unser Geld auf Jack setzen). Gut möglich, dass Jack nur mit den Fingern schnipsen muss, um Michael verpuffen zu lassen. Andererseits kann der Erzengel diese Woche eine ganze Reihe WiderstĂ€ndler ausschalten, ohne selbst anwesend zu sein - da dĂŒrfte er bei einer direkten Konfrontation ebenfalls gut vorbereitet daherkommen.
Unterm Strich hat mir auch dieser Handlungsbogen sehr gefallen. Von den angesprochenen Kleinigkeiten abgesehen fehlt mir eigentlich nur eine gröĂere Portion Charakterisierung bei Michael, dessen Auftritte rar gesĂ€t sind und der diese Woche erneut durch Abwesenheit glĂ€nzt. Um ihn als eine groĂe Bedrohung zu etablieren, muss da einfach noch mehr kommen.
Winchesters
WĂ€re es nicht schön gewesen, wenn Sam und Dean ihre Linie der Einigkeit weiterverfolgt hĂ€tten? Diese Woche kommt es zwischen den beiden jedenfalls wieder zu Spannungen. Anfangs ist das noch durch Deans Unlust, Gabriel beizustehen, begrĂŒndet. LĂ€sst sich auch nachvollziehen, dass er möglichst schnell wieder in die Parallelwelt möchte, um Mary und Jack zu retten. Aber seine Antihaltung gegenĂŒber Gabriel und dessen RacheplĂ€nen ist mit Fortschritt der Episode dann doch ein wenig nervend. Wobei, er hat ja schon Recht, wenn er meint, dass aus RacheplĂ€nen kaum Gutes hervorkommt.
Sam gefÀllt mir da diese Woche besser und von ihm kommt auch der Vorschlag, Gabriel zu helfen, damit dieser wiederum den beiden hilft. Eine Hand wÀscht die andere und so. Allerdings hÀtte er sich an einer Stelle ruhig verbal mehr ins Zeug legen und von seiner Zeit im KÀfig berichten können - das wÀre doch ein schöner Konter darauf gewesen, was Gabriel in den sieben Jahren bei Asmodeus durchgemacht hat. Und vielleicht eine kleine Chance, den Erzengel umzustimmen, ohne dass er sich an Loki rÀcht.

Der gröĂere Konfrontationskurs zwischen den BrĂŒdern kommt aber erst am Schluss. Deans AlleingĂ€nge sind es, die da sauer bei Sam aufstoĂen. Und das zu Recht. Deans BeschĂŒtzerinstinkt und seine Selbstlosigkeit in allen Ehren, aber die beiden sind nun mal seit 13 Staffeln ein Team und konnten sich hauptsĂ€chlich deshalb so lange behaupten, weil der eine stets fĂŒr den anderen da war. Ein Solo ist und war da immer riskant, so viel sollte er wissen. Nicht, dass ich grundsĂ€tzlich etwas gegen Konflikte bei den beiden hĂ€tte. Die prĂ€gen die Serie Ă€hnlich wie das FĂŒreinandereinstehen. Aber wenn schon Meinungsverschiedenheiten, dann bitte besser eingearbeitet und vor allem mit Blick auf die 13 Jahre an Erfahrungen, die die beiden bislang sammeln konnten.
Fazit
Auch wenn im Text da oben einige Kritikpunkte durchscheinen, die sich mehr oder weniger stark gewichten lassen, ist Unfinished Business unterm Strich eine gute Folge. Beide HandlungsstrĂ€nge bringen das gröĂere Geschehen voran und setzen den Kurs aufs Finale, wobei es an Charaktermomenten, Humor, Spannung und Drama nicht mangelt. Hier und dort wĂ€re noch etwas Luft nach oben, auĂerdem hĂ€tten sich noch ein paar andere Figuren blickenlassen können... Aber Anlass zum Jammern gibt es nicht wirklich. Ich lasse vier von fĂŒnf Sternen springen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 27. April 2018Supernatural 13x20 Trailer
(Supernatural 13x20)
Schauspieler in der Episode Supernatural 13x20
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