Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x17

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x17

In der Folge The Thing der US-Serie Supernatural sind die Winchesters auf der Suche nach dem Siegel des Salomon. Dabei finden sie mehr, als sie erwartet hatten. Zwischen Arthur und Asmodeus gibt es derweil dicke Luft.

Arthur und Asmodeus in „Supernatural“ (c) The CW
Arthur und Asmodeus in „Supernatural“ (c) The CW
© rthur und Asmodeus in „Supernatural“ (c) The CW

The Thing

Mit The Thing kommt endlich wieder Bewegung in die Staffelhandlung. Was zunächst nach einem Fall der Woche aussieht und die Prämisse hat, bloß eine weitere Zutat für den spaltöffnenden Zauberspruch zu organisieren, entwickelt sich gegen Ende bereits zum eigentlichen Etappenziel. Der Spalt wird geöffnet und Supernatural verabschiedet sich mit einem Cliffhanger. Sieht also ganz danach aus, als wenn die Macher die Handbremse gelöst hätten und der Endspurt zum Finale bereits in vollem Gange ist - vielleicht ein bisschen zu schnell?

Aber fangen wir vorne an. Dean (Jensen Ackles) findet einen Hinweis, wonach die Men of Letters im Jahre 1917 das benötigte Siegel des Salomon gefunden und in einem ihrer (mehreren) Standorte untergebracht haben. Zusammen mit Sam (Jared Padalecki) geht es nach Portsmouth, Rhode Island, wo der Großteil des Abenteuers der Woche wartet - Tentakel-Götter und Nachfahren der Men of Letters inklusive.

Die Story an sich gefällt mir dabei ganz gut. Yokoth und Glythur bringen hier gut was an Potential mit und lassen den Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft an der Tür klopfen, der seine Kreaturen passenderweise auch als interstellare Wesenheiten bezeichnet. Die Hintergrundgeschichte um Diego Avila (Carl Montoya), der sich durch die Ankunft der Götter ein neues Paradies erhofft hat, nun ja, ist in Ordnung und passt da irgendwie hinein. Aber er hätte sich wohl besser genauer über die Wesen informieren sollen, die er da herbeiholen wollte...

Für meinen Geschmack und mit Blick auf Lovecraft könnte die Folge aber ruhig eine ganze Ecke unheimlicher sein. Vor allem beim Endkampf, der die an sich übermächtigen Wesen wieder in ihre Welt katapultiert, kommt dann das Gefühl auf, dass alles schnell zu Ende gebracht werden muss, um noch eben die nächste Story in Gang zu bringen. Ein bisschen schade, wobei mir schon klar ist, dass es aktuell jede Menge Fäden gibt, die weitergesponnen werden müssen und da nur wenig Platz für den Cthulhu-Mythos bleibt.

Die Winchesters und Sandy in „Supernatural“
Die Winchesters und Sandy in „Supernatural“ - © The CW

Ein paar weitere kritische Anmerkungen hätte ich dann auch noch. Zunächst einmal sieht dieser Standort der Men of Letters jetzt nicht danach aus, als wenn dort öfter mal jemand nach Sandy (Magda Apanowicz) schaut. Würden die Nachfahren der Schriftenmännlein, die zudem noch unverhofft zahlreich (und sichtbar tätowiert) auftreten, sich nicht etwas besser um ihre Anlage kümmern? Zumal sie bewandert im Umgang mit ihren Utensilien sind. Da ergeben meterdicke Staubschichten kaum Sinn.

Rein logisch betrachtet hätten Sam und Dean sich eingangs auch fragen können, weshalb die Frau da in Ketten liegt und wie es möglich ist, dass sie in den letzten Jahrzehnten nicht gealtert ist. Stützpunkt der Men of Letters, Frau in Ketten auf einem Altar - da wurde offensichtlich vor langer Zeit mal ein bestimmtes Ritual durchgeführt, von dem die Winchesters etwas mehr in Erfahrung hätten bringen müssen, bevor sie sie befreien (vielleicht hätten sie bei der Gelegenheit auch das ebenfalls benötigte Grace gefunden, welches da in einer Schatulle herumliegt - wo auch immer Diego das herhatte).

Auf der anderen Seite kann man sich rückblickend fragen, weshalb Marco (Ivan Wanis-Ruiz) und Konsorten so direkt und aggressiv vorgehen, während Sandy ihre wahre Natur versteckt - bei ihrem Hunger müsste sie doch direkt zuschlagen. Je mehr ich über die Handlung nachdenke, umso mehr Ungereimtheiten fallen mir auf. Ungereimtheiten, die offensichtlich den etwas größeren Twists (wer ist wirklich gut, wer ist wirklich böse?) geschuldet sind. Ganz zu schweigen von einem Betäubungsmittel, welches Sam gefühlt für nur eine Minute außer Gefecht setzt.

Unterm Strich hätte da doch wesentlich besser an der Handlung gearbeitet werden müssen, auch wenn mir wie gesagt die eigentliche Geschichte recht gut gefällt. Ein etwas konsistenteres Vorgehen aller Figuren wäre ein Anfang gewesen...

Asmodeus und Arthur

Bei der Nebenhandlung um Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) und Arthur Ketch (David Haydn-Jones) lässt es sich leider auch des Öfteren mit den Augen rollen. Asmodeus will Arthur zeigen, wer die Hosen anhat und der Big Boss ist - warum? Bislang scheinen die beiden doch gut miteinander ausgekommen zu sein und ein ordentliches, geschäftliches Verhältnis zu führen. Ob Asmodeus da etwas benebelt von Gabriels (Richard Speight, Jr.) Grace ist? Und weshalb spritzt er sich das Zeug überhaupt? Ging doch auch lange ohne.

Arthur auf der anderen Seite ist schon recht dumm, überhaupt in den Kampf einzusteigen. Ihm muss doch klar sein, wen oder was er da vor sich hat. Lieber verbal (und scheinbar) anerkennen, dass Asmodeus der Chef ist, als den mächtigen Höllenprinzen zu verärgern. Oder wenn es schon droht, hart auf hart zu gehen, vielleicht für diesen Fall ein Ass aus dem Ärmel ziehen und darauf vorbereitet sein. Ketch hatte doch sonst auch immer eine gute Ausrüstung dabei...

Arthur Ketch und Asmodeus in „Supernatural“
Arthur Ketch und Asmodeus in „Supernatural“ - © The CW

Abgesehen davon ist es sicher keine gute Idee von Asmodeus, Arthur nach dem ungleichen Zweikampf alleine zu lassen. Entführt der im Alleingang mal eben Gabriel und nimmt auch noch die Grace-Vorräte und den Erzengel-Dolch mit... Tja, wer hätte das schon kommen sehen können? Asmodeus offensichtlich nicht. Und gerade mal ein Dämon stellt sich Ketch in den Weg. Tolle Sicherheitsvorkehrungen.

Auch hier bleibt letztlich der Eindruck zurück, dass alles husch, husch gehen musste. Gesetztes Ziel dabei: Arthur und Gabriel in den Bunker bringen und als Bonus noch etwas Grace und den ultimativen Engelsdolch an die Winchesters übergeben.

Winchesters

Was mir diese Woche (wieder) sehr gefällt, sind Sam und Dean. Schon der Anfang ist dank diversen Späßen von Dean sehr amüsant (ich habe bei den Post-its lachen müssen, sorry Sam), wobei sich der Humor bis zum Ende hält („Ghostbusters“-Referenz). Mit Blick auf den Gegner womöglich ein bisschen fehl am Platze, aber die Chemie zwischen den Brüdern passt diese Woche wieder wie die Faust aufs Auge. So muss das.

Etwas kritischer lässt sich da mit Sicherheit das Ende beziehungsweise die letzten Minuten betrachten. Dean will da Hals über Kopf zu Mary (Samantha Smith) und Jack (Alexander Calvert) aufbrechen, während Sam gewiss erst noch eine Nacht drüber geschlafen hätte (diesmal nicht über einem Buch am Tisch, sondern im Bett). Auch, dass Dean ohne Sam aufbricht und dazu noch Arthur mitnimmt, wirkt leicht überstürzt und unüberlegt. Andererseits passt ein solches Vorgehen aber zum älteren Bruder und auch die angeführten Argumente (Gabriels Zustand, Arthurs „Geschenke“, eine Rettungsaktion, sollte Dean nicht wiederkommen) ergeben Sinn. Außerdem, ja bitte, darf es jetzt gerne wieder auf die andere Seite gehen. Lassen wir uns also überraschen, was die verbleibenden Folgen noch bieten werden und wie die Staffel ausgeht.

Wobei: Ist eigentlich sicher, dass Dean und Arthur in der Apokalypse-Welt landen werden? Wir erinnern uns kurz an The Bad Place und die Parallelwelt, in der die Winchesters zuletzt gelandet sind. Gut möglich, dass Dean nächste Woche einem riesigen Affen entgegenblickt.

Fazit

Schwierig. Zum Ende hin wird sehr viel gehetzt, aber dafür geht es mit der Staffelstory weiter. Der Fall der Woche hat zahlreiche Ungereimtheiten an Bord, ist aber dennoch irgendwie in Ordnung, weil die grundsätzliche Idee was Spezielles hat. Das Zusammenspiel der Winchesters ist ein klarer Pluspunkt, auch wenn sich kurz vor Ende gegebenenfalls etwas mit der Stirn runzeln lässt. Ketch und Asmodeus wirkt zu forciert. Ich komme da in etwa auf drei Sterne, lege aber noch einen halben Stern Vorfreude, clam cakes und stuffies drauf: 3,5 von 5 Sternen.

Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 6. April 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x17 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 17
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x17)
Deutscher Titel der Episode
Das Ding Aus einer Anderen Welt
Titel der Episode im Original
The Thing
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 5. April 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 18. November 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 18. November 2018
Autor
Davy Perez
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x17

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