Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x18

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x18

In der Folge Bring 'em back Alive der US-Serie Supernatural kommen Dean und sein Begleiter in der Parallelwelt an und stoßen auf ein bekanntes Gesicht. Sam und Castiel kümmern sich derweil um den angeschlagenen Erzengel und im Himmel langweilt sich jemand auf dem Thron.

Mr. Ketch und Dean in „Supernatural“ (c) The CW
Mr. Ketch und Dean in „Supernatural“ (c) The CW
© r. Ketch und Dean in „Supernatural“ (c) The CW

Damn it!

Seinen neuen Posten im Himmel hatte Lucifer (Mark Pellegrino) sich ganz gewiss anders vorgestellt. Dass damit auch Pflichten verbunden sind und er sich als Anführer der Engel erst noch etablieren muss, gehörte sicher nicht dazu. Zum Glück hat er Jo (Danneel Ackles) dabei, die versucht, ihn mit seinen neuen Aufgaben vertraut zu machen. Wozu unter anderem auch das Lauschen nach Gebeten und zuweilen göttliche Intervention zählt. Also probiert Lucy sich daran, zwei Exorzisten unter die Arme zu greifen, die gerade im Begriff sind, einer von einem Dämon besessenen Frau (Bianca Caroca) zu helfen.

Die beiden größeren Abenteuer dieser Woche spielen sich bei Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) ab. Die kleinen Ausflüge zu Lucifer (die es gerne schon vorher hätte geben können) sind aber nicht uninteressant. Lucy ist nicht Chuck (Rob Benedict), hat eine gänzlich andere Persönlichkeit und vor allem nicht viel Geduld. Gebeten zu lauschen nervt ihn sehr schnell und als er doch schließlich beim Exorzismus interveniert, ist es für ihn zwar ein Leichtes, den Dämon aus der Frau zu vertreiben. Aber, nachdem er sich vorstellt, haben die beiden Exorzisten ein neues Ziel, welches sie mit Weihwasser besprenkeln - so lange, bis Lucy die Hutkrempe hochgeht.

Für uns eine amüsante Szene, aber für Lucifer ein Zeichen, dass er sich besser beherrschen muss, um seiner neuen Rolle halbwegs gerecht nachzukommen. Nur: Will und kann er das überhaupt? Wenn er gegen Ende sogar Jo an die Kehle geht und sie sich anschließend von ihm verabschiedet, sollte er vielleicht erkennen, dass er ein kleines Wutproblem hat und trotz Sitz auf dem Thron nicht wirklich Anhänger, die ihn respektieren. Ist letzteres der schlechten „Propaganda“ von Gott über den Teufel geschuldet? Ein bisschen vielleicht. Aber Lucy muss sich an die eigene Nase fassen, um zu erkennen, was er anders machen muss - sonst wird das nichts. Außerdem wird sich gewiss herumsprechen, dass seine schöpferischen Qualitäten (neue Engel erschaffen und so) eine Lüge waren. Da wird das Gefolge schnell unruhig werden.

Mark Pellegrino und Danneel Ackles in „Supernatural“
Mark Pellegrino und Danneel Ackles in „Supernatural“ - © The CW

Kleines Fazit zu dieser Nebenhandlung wäre, dass Lucy es da oben nicht lange aushalten wird. Da Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) sich diese Woche verabschiedet, bleibt da eigentlich nur der Umzug auf den frei gewordenen Höllenthron. Dämonen werden da weit weniger von ihm fordern als Jo und die Engel, womit er sich besser der Suche nach Jack (Alexander Calvert) widmen könnte. Dennoch ist es wieder sehr schön, Pellegrinos Schauspiel zu folgen. Und Frau Ackles weiß auch zu gefallen.

Das ungleiche Team

Dean hatte nicht vor, ein Team mit Arthur Ketch (David Haydn-Jones) zu bilden, was gleich nach deren Ankunft in der Parallelwelt (es ist tatsächlich die richtige und nicht „The Bad Place“) deutlich wird. Um es vorsichtig auszudrücken, werden einige Zuschauer sich bestimmt auch gewünscht haben, dass Arthur einen eigenen Weg einschlägt und sich nie wieder blicken lässt. Aber hey, man muss ihm nach dieser Episode schon zugestehen, dass er ernsthaft bemüht ist, sich zu verändern.

Wichtigster Punkt dahingehend wäre eben, dass er auch ohne Weiteres hätte Adieu sagen können. Davon abgesehen rettet er Dean das Leben, unterstützt bei der Befreiung von Charlie Bradbury (Felicia Day) maßgebend (ohne ihn hätte Dean schlechte Karten und womöglich schon zu Beginn eine selbstmörderische Befreiungsaktion durchgeführt) und verspricht am Ende sogar, die Lage um Michael (Christian Keyes), Jack und Mary (Samantha Smith) auszukundschaften. Der letzte Punkt ist sogar sehr wichtig, denn, wie wir gesehen haben, nützt es nichts, planlos durch die Gegend zu stolpern. Jedenfalls ist Dean seiner Mutter und Jack diese Woche keinen Schritt nähergekommen (abgesehen davon natürlich, dass er die Welt, in der sie sich befinden, erreichen konnte).

Für mich sieht es jedenfalls so aus, als wenn Arthur kein doppeltes Spiel führt. Er scheint aufrichtig bemüht, sich zu bessern und den Winchesters zu helfen. Letzte Woche hätte man sein Handeln noch als dienlich zur Selbsterhaltung abtun können, aber dem ist offenbar nicht so. Wird Arthur sich folglich rehabilitieren oder es zumindest versuchen? Das Gespräch mit Dean, als die beiden kurz rasten, deutet darauf hin. Dennoch bleibt natürlich ein wenig Unruhe zurück und ja, da sind diverse Möglichkeiten, die Ketch ins Auge gefasst haben könnte und die nicht gutartig sind. Vielleicht spielt er alles nur vor, um sich an Mary zu rächen. Oder er hat es insgeheim auf den mächtigen Jack abgesehen oder will Michael seine Dienste anbieten. Prinzipiell wären da schon einige Theorien, die mit Blick auf den Arthur aus Staffel zwölf Sinn haben würden und ihn letztendlich wieder im Lager der Gegenspieler dastehen lassen. Allerdings hätte er Dean und dessen Vertrauen dazu nicht benötigt, weshalb ich geneigt wäre, Ketch eine Chance zu geben.

Misha Collins und Jared Padalecki in „Supernatural“
Misha Collins und Jared Padalecki in „Supernatural“ - © The CW

Charlie

Der Überraschungsauftritt der Woche geht eindeutig an Charlie Bradbury - aus der Parallelwelt, versteht sich. Im Vorfeld wurde zwar angekündigt, dass sich einige bekannte Gesichter erneut blicken lassen könnten, aber Charlie hatte ich dabei irgendwie nicht auf dem Plan. Tolle Überraschung!

Was mich ein klein wenig wurmt, ist lediglich ihre Rolle beziehungsweise Position in Apocalypse World. So ziemlich alle Charaktere, die wir bislang dort angetroffen haben, sind natürlich von den Ereignissen dort gekennzeichnet, verkörpern aber doch irgendwie das, was man von ihnen erwarten würde oder (nach einschneidenden Ereignissen wie Michael tötet Lucifer) erwarten könnte. Charlie würde ich zwar auch im Widerstand sehen, aber nicht als eine der Personen in höheren Kreisen des Widerstands. In unserer Welt flog Charlie lange Zeit unter dem Radar. Von Monstern und dem Übernatürlichen hat sie erst von Sam und Dean erfahren, wobei, okay, in der Parallelwelt ist das offensichtlich an der Tagesordnung. Dennoch hätte ich Charlie da eher als eine unscheinbarere Natur eingeordnet und weniger als Mitglied vom inneren Kreis des Widerstands.

Abgesehen davon ist ihr Auftritt aber sehr schön. Da können wir auch das Verhalten von Dean zu einhundert Prozent nachvollziehen - dass er sie retten will. Schon alleine, weil er sich die Schuld für ihr Ableben in unserer Welt gibt. Und da sind schon einige Gemeinsamkeiten, was Charlie und Charlie angeht. Aber ob uns die Macher den Charakter schließlich wieder in unsere Welt bringen werden? Keine Ahnung. Würde sich gewiss anbieten und Felicia Day müsste sich nach dieser Episode ohnehin zumindest ein weiteres Mal blickenlassen. Ich bin da jedenfalls sehr gespannt und würde weitere Auftritte sehr begrüßen. Ähnlich übrigens bei Bobby (Jim Beaver), wobei mir da aber schwant, dass der sich am Ende in der Parallelwelt halten wird, um die wiederaufzubauen.

Derweil im Bunker

Gabriel (Richard Speight, Jr.) zeigt zunächst keine Zeichen der Besserung. Selbst, als Sam und Cas (Misha Collins) ihm sein Grace unter die Nase halten, will er davon nichts wissen. Schwieriger Fall, wobei aber später ersichtlich wird, weshalb der Erzengel sich so schweigsam gibt und aus seinem „Kopfversteck“ nicht emporkommen möchte. Erst Sams sehr gelungener Monolog vermag da eine Veränderung zu bewirken. Was wiederum Asmodeus und ein paar seiner dämonischen Schergen auf den Plan ruft...

Diese (zweite) Haupthandlung war die wichtigste, die uns diese Woche gezeigt wurde. Lucifers Ereignisse lieferten uns einen Anhaltspunkt, weshalb er dem Himmel wieder Adieu sagen könnte und bei Dean beziehungsweise Jack und Mary sind wir unterm Strich nicht wesentlich weiter (außer halt, dass Ketch als Verbündeter wieder wichtig werden könnte und Charlie in der Parallelwelt wohlauf ist). Hier aber gilt es, Gabriel zurück ins Spiel zu bringen. Im Prinzip einer der größten Joker überhaupt, denn ohne Erzengel-Grace gibt es kein Portal in die Parallelwelt.

Wobei ich diese ganze Grace-Geschichte ein bisschen verwirrend finde. Asmodeus hat sich lange Zeit bei Gabriel verköstigt, aber der erlangt hier am Ende wieder nahezu volle Funktionsfähigkeit und kann Asmodeus sogar ohne direkte Berührung töten. Lucifer (der schon etwas mächtiger sein sollte) hatte derweil nach einem einmaligen Entzug von Grace (durch Michael) große Probleme, überhaupt irgendwas zu bewirken. Da sehe ich schon diverse Mythologieprobleme, die je nach Drehbuch zurechtgeschustert werden - nicht gut.

Misha Collins und Richard Speight Jr. in „Supernatural“
Misha Collins und Richard Speight Jr. in „Supernatural“ - © The CW

Aber wie dem auch sei, wir haben unseren Trickster wieder! Vielleicht hätten Sam und Cas vorhersehen sollen, dass er kein Teamplayer ist - und den Bunker entsprechend als Gefängnis für Engel kennzeichnen sollen. (Das würde dann auch Cas daran hindern, sich wieder zu verpieseln...)

Zuletzt müssen wir noch über das Ende reden. Gabriel ist weg, Sam und Cas stehen mit leeren Händen da und Dean ist heiß auf die nächste Parallelweltmission. Dumm gelaufen. Aber aus Zuschauersicht auch wieder köstlich. Alle haben was erreicht, aber die Zukunft ist ungewiss. Nachdem die letzte Folge (unnötig stark) auf die Tube drückte, muss jetzt also erst Gabriel gefunden und überzeugt werden. Denn sonst gibt es keinen Übergang zur Parallelwelt und auch keine Rettung von Jack und Mary. Aber den Trickster ins Boot zu holen wird nicht einfach werden. Schon gar nicht, ihm zu vermitteln, dass er (erneut) etwas Grace opfern muss.

Fazit

Gute Folge, die zwar das Tempo im Vergleich zur letzten Woche deutlich zurückschraubt, aber sich komplett der Staffelhandlung widmet. Lucifers Werdegang verläuft nicht wie geplant und erfordert ein Umdenken seinerseits, während Sam und Dean diese Woche getrennt voneinander Erfahrungen sammeln, die sich auf die Zukunft auswirken werden. Und dann ist da noch ein unerwarteter Gastauftritt, der sehr vielversprechend aussieht. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen.

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Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 13. April 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x18 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 18
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x18)
Deutscher Titel der Episode
Die Mission
Titel der Episode im Original
Bring 'em Back Alive
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 12. April 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 18. November 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 18. November 2018
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
Amyn Kaderali

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x18

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