Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x14

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x14

In der Folge Good Intentions der US-Serie Supernatural erfahren wir endlich, was in der Parallelwelt passiert ist und treffen dabei eine bekannte Gastfigur. Im Bunker werden derweil Fortschritte bei der Übersetzung der Dämonentafel erzielt, doch etwas stimmt mit dem Propheten nicht.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ (c) The CW
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ (c) The CW
© zenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ (c) The CW

Gedankenspiele

Der Episodenauftakt zeigt uns Jack (Alexander Calvert), wie er zurück im Bunker ist und die Stimmen von Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) vernimmt, welche gerade erst von irgendwo zurückgekehrt sind. Spätestens beim Feuer ahnen wir allerdings, dass das Szenario nicht der Realität entspricht. Und richtig, einer von Parallelwelt-Michaels (Christian Keyes) Untergebenen, Zachariah (Chad Rook), versucht, Jack durch Gedankenmanipulation gefügig zu machen.

An sich kein schlechter Plan, um auf die Portalfähigkeiten von Jack zugreifen zu können. Die Gedankenkontrolle erklärt dann auch, wie Michael unseren Nephilim davon abhält, einfach mit Mary (Samantha Smith) die Flucht anzutreten. Allerdings fehlt uns noch die kleine Zeitspanne des ersten Kontakts zwischen Jack und Michael - eine kleine, aber mit Sicherheit interessante Lücke, die leider nicht geschlossen wird.

Als Jack schließlich erkennt, was Zachariah mit ihm anstellt, will Michael die Taktik ändern. Wobei hier die durchaus berechtigte Frage aufkommt, weshalb der Erzengel und dessen Untergebenen über volle Kräfte verfügen, während der sonst so mächtige Jack hilflos wirkt. Offensichtlich ist Michaels Hauptquartier mit Siegeln ausgestattet - aber sollten die nicht auch Auswirkungen auf Engel haben oder sind die speziell für Nephilims vorgesehen? Geht letzteres überhaupt, wo Jack doch von einem Erzengel abstammt? Ich bin da jedenfalls ein bisschen verwirrt und nicht ganz überzeugt, ob und wie das funktionieren soll.

Die endlose Apokalypse

Michael lässt Jack jedenfalls in die gleiche Zelle sperren, in der Mary sich befindet. Zeit für die erste größere Szene mit den beiden, die doch sehr zu gefallen weiß. Der gegenseitige Austausch bringt sowohl Mary auf den letzten Stand bezüglich ihrer Söhne und sie wiederum zeigt Jack auf, wie Michael ihn dazu bringen will, für ihn ein Tor in unsere Welt zu öffnen. Hut ab vor Mary, dass sie sich wegen Jacks Herkunft nicht skeptisch zeigt. Es bedarf keiner langen Erklärungen, um ein Team-up zu bilden - ihr reichen die wenigen Worte und Ausführungen von Jack, der sich sehr offen und ehrlich gibt. Gut so.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ - © The CW

Die Flucht der beiden führt uns schließlich zu (der Parallelweltversion von) Bobby Singer (Jim Beaver). In dessen Camp finden Mary und Jack vorerst Zuflucht. Wir erfahren unterdessen von Bobby, weshalb die Parallelwelt einen anderen Verlauf genommen hat als unsere und weshalb es hier keine Winchesters gibt. Dabei werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen wird uns eine plausible Erklärung für den Verlauf der Apokalypse präsentiert, die ohne Winchesters nicht aufgehalten werden konnte. Obendrein haben sich die Engel nach und nach gegen die Menschen gewendet - warum auch immer. Hier hätte es gerne noch ein passendes Motiv geben können, auch wenn es sicher nicht schwerfällt, selbst ein paar Vermutungen anzustellen - immerhin wissen wir aus unserer Welt, dass mit Engeln nicht immer gut Kirschen essen ist. Auch, was Michael angeht, bleiben seine Motive noch sehr schwammig, denn aus reiner Abenteuerlust wird er den Krieg bestimmt nicht zu uns bringen wollen.

Aber zurück zum Thema und somit zur zweiten Fliege. Bobbys Ausführungen zeigen Mary nämlich auf, dass durchaus etwas Positives aus ihrem damaligen Deal mit Azazel hervorgegangen ist. Was passiert wäre, wenn sie den Deal ausgeschlagen hätte, bekommt sie nun mit eigenen Augen zu sehen. Sie braucht sich deshalb folglich keine Vorwürfe mehr zu machen, was ihr einen dringend benötigten, positiven Schub gibt. Unterm Strich spielt Bobby zwar die meiste Zeit den Erklärbären, liefert damit aber eine plausible Entwicklung für die Apokalypse und darf auch bei Mary einen Effekt hinterlassen. Das weitere Szenario ließ sich ein wenig vorhersehen. Jacks Identität trifft bei Bobby, nachdem sie ans Licht gekommen ist, nicht auf Gegenliebe. Erst, nachdem unser Nephilim den Angriff der Engel zurückgeschlagen und das Camp gerettet hat, lässt Bobby seine Skepsis fallen. Mary mag da ein wenig zu voreilig gewesen sein mit der Identitätslüftung und hätte Bobbys Reaktion voraussehen können.

Andererseits ist ihre Ehrlichkeit natürlich positiv zu betrachten. Bobby auf der anderen Seite hätte Jack trotzdem eine Chance geben können, setzt er seine Fähigkeiten doch ein, um die Kinder zu unterhalten und genießt offensichtlich Marys Vertrauen. Aber mit Blick auf die Engel der Parallelwelt können wir durchaus nachvollziehen, dass er Jack schnell wieder loswerden möchte. Der Angriff von Zachariah liefert anschließend ein Highlight der Episode. Wir bekommen zu spüren, wie hilflos die Menschen hier sind und wie hoffnungslos der Überlebenskampf erscheint. Diesmal sind es nicht Worte, sondern Taten, die uns die Apokalypse und den Krieg demonstrieren. Außerdem sehen wir natürlich, wie Jack sich schließlich zur Wehr setzt und seine Macht gegen die Angreifer entfesselt. Was uns zum nächsten Thema bringt.

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ - © The CW

Der Junge trifft in dieser Episode eine ganze Reihe guter Entscheidungen. Bobbys warnende Worte (dass sich jeder Engel früher oder später gegen die Menschen gewendet hat) behalten wir zwar auch mit Blick auf Jack im Hinterkopf, aber da müsste schon einiges passieren, um ihn vom rechten Weg abzubringen. Jedenfalls hätte unser Nephilim durchaus Marys Worten Folge leisten und sich verstecken können, während das Camp niedergemetzelt wird. Macht er aber nicht. Seine Gesinnung zwingt ihn dazu, nicht tatenlos zuzuschauen oder gar dem Geschehen den Rücken zu kehren. Stattdessen greift er ein und darf den Tag retten, während die Angreifer einer nach dem anderen verpuffen. Tolle Show, die einmal mehr unterstreicht, dass Jack eine der mächtigsten Figuren ist, die die Serie hervorgebracht hat - und sie steht auf der guten Seite.

Jacks finaler Entschluss, Michael gegenüberzutreten und ihn zu töten, lässt dann aber wieder die Alarmglocken schrillen. Wir dürfen zwar gespannt auf die Auseinandersetzung warten und können den Entschluss nachvollziehen, aber irgendwo im Hinterkopf kommt Bobbys Warnung da wieder zum Vorschein. Und hat der gute Michael hier nicht auch den bösen Lucifer besiegt, bevor er sich gegen die Menschen wandte? Andererseits hat Jack keine große Wahl. Will er Bobby und den anderen ein besseres Leben verschaffen, führt kein Weg an Michael vorbei. Ganz zu schweigen davon, dass der auch in unsere Welt eindringen will. Warten wir mal ab, was die Macher da für uns noch parat haben...

Falsche Propheten

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ - © The CW

Bei den Winchesters tut sich derweil auch einiges. Donatello (Keith Szarabajka) macht Fortschritte bei der Übersetzung des dringend benötigten, portalöffnenden Zauberspruchs und dessen Zutaten, wirkt aber gleichzeitig ziemlich mitgenommen von seiner Arbeit. Irgendwie hatte ich erwartet, dass er mit der Zutatenliste direkt zu Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) laufen würde (das war doch der Plan, oder?) - aber stattdessen übergibt er Sam und Dean das Rezept (welches sich später als falsch entpuppt). Außerdem hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, dass Donatello keine Seele mehr besitzt. Aber das liefert eine ganz gute Erklärung für den Einfluss, den die Übersetzung der Tafel auf ihn hat.

Dass Donatello am Ende der Episode hirntot ist, lässt darauf schließen, dass wir nicht mehr viel von ihm zu sehen bekommen werden. Schade, denn der alte Kauz war durchaus sympathisch und lieferte hier und dort auch gute Portionen wohldosierten Humors. Es war zwar absehbar, dass er auf die eine oder andere Art und Weise (ich hätte auf Asmodeus getippt) nicht mehr lange dabei ist, aber dennoch hätte man sich erhofft, dass ihm ein besseres Schicksal winkt.

Whatever It Takes

Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“
Szenenfoto aus der „Supernatural“-Episode „Good Intentions“ - © The CW

Konzentrieren wir uns jetzt auf Sam, Dean und Castiel (Misha Collins). Sam bekommt in dieser Folge am wenigsten zu tun, da er dem kleinen Abstecher von Dean und Cas fernbleibt. Seine deprimierende Haltung kann er durch den Plan, der bereits Früchte trägt, aber ablegen, was schon mal ein guter Fortschritt ist (Depri-Sam war kaum zu ertragen). Im Grunde genommen hätte ich hier auch nur einen kleinen Kritikpunkt (abgesehen von dem, was weiter unten noch angeführt wird) und der betrifft die kleine Lücke vor beziehungsweise nach der Werbepause, als Donatello mit der Flasche nachschlägt. Wie kann Sam ihn dennoch überwältigen und einsperren? Im einen Moment sah es nicht gut für Sam aus und als Dean und Cas zurückkommen, hat er Donatello bereits hinter Schloss und Riegel? Da fehlt doch was. Man muss dem Zuschauer sicher nicht alles auf dem Präsentierteller servieren, aber etwas mehr wäre an dieser Stelle gut gewesen.

Dean und Castiel werden derweil von Donatello auf Zutatensuche geschickt. Gog (Michael Jonsson) und Magog (Andre Tricoteux) sind hier das Ziel, deren Mythologie (link=https://de.wikipedia.org/wiki/Gog_und_Magog,siehe hier) sich durchaus sehen lassen kann und nun in Supernatural eingeflochten wird - wenn auch nur kurz. Während Dean sich von der „Kleidung“ der beiden amüsiert zeigt, ist es zunächst an Cas, den älteren Winchester-Bruder auf die nicht einfache Aufgabe aufmerksam zu machen. Wieder einmal ein schönes Zusammenspiel und der Kampf ist auch gut in Szene gesetzt. Obendrein ist der kleine Twist, dass Gog und Magog die benötigten Zutaten nicht abliefern konnten, doch irgendwie überraschend (sofern man Donatellos Spielchen nicht gerochen hat).

Nun aber zu dem, was die Überschrift da oben bereits zum Ausdruck bringt. „Whatever it takes“ ist selbstverständlich ein Zitat von Dean, welches ihm auch gegen Episodenende von Cas an den Kopf geworfen wird. Und wir können unseren Trenchcoatträger durchaus verstehen. Die Bedrohung durch Michael ist ernst, was die Brüder noch nicht so wirklich einsehen (wollen). Sam und Dean sind da mehr auf Mary und Jack fokussiert, deren Rettung höchste Priorität hat. Das ist vollkommen in Ordnung. Weniger in Ordnung ist allerdings, dass die beiden so vehement alles ablehnen, was Castiel anbietet. Gut, Donatello zu töten, um einen neuen Propheten (mit Seele) zu bekommen, ist natürlich inakzeptabel. Das letztendliche Resultat zum Propheten eigentlich auch. Aber es hätte sich angeboten, dass die Brüder da nicht am gleichen Strang ziehen und entweder Sam oder Dean (eher Dean) bei Cas ist. Die Konflikte der beiden sind nicht immer gut gelungen, aber hier hätte sich durchaus was Diskussionswürdiges angeboten.

Da die Diskussion ausblieb, steht Cas nun am Ende als Miesepeter dar, der Donatello in den Hirntod geschickt hat. Und ja, seine Vorgehensweise ist rücksichtslos. Aber kann man es ihm verübeln? Da steht so viel auf dem Spiel, dass ich mich durchaus bei ihm wiederfinde. Die Zeit drängt eben und das Resultat ist auch nicht ohne. Wobei die echte Zutatenliste schon ein wenig schlucken lässt. Wurde Gabriel (Richard Speight, Jr.) dafür zurückgeholt? Bitter. Aber wie dem auch sei, Lucifer (Mark Pellegrino) schwebt im Himmel, insofern wird den Winchesters nur bleiben, sich in Asmodeus' Lager zu begeben, um Gabriels Erzengel-grace zu bekommen. Kein leichtes Unterfangen - und die anderen Zutaten stimmen auch nicht gerade zuversichtlich.

Fazit

Endlich gibt es mehr zu Jack und Mary, ganz zu schweigen von der Parallelwelt. Alleine deshalb ist die Folge schon sehr gelungen. Das Sahnehäubchen ist aber ein gewisser Bobby, der durch den Bart sehr viel erklären darf. Der Winchestersche Storystrang hätte mehr brüderliche Konflikte zeigen können, ist aber an sich in Ordnung, auch wenn man sich um Castiel sorgen darf, der eine härtere Linie fährt. Von mir gibt es diese Woche 4,5 von 5 Sternen. Denn da war so viel Gutes dabei, dass die (kleineren) Mängel nicht schwer ins Gewicht fallen.

Trailer zur Episode A Most Holy Man der Serie Supernatural (13x15):

Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 2. März 2018

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x14 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 14
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x14)
Deutscher Titel der Episode
Gute Vorsätze
Titel der Episode im Original
Good Intentions
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 1. März 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 4. November 2018
Autor
Meredith Glynn
Regisseur
P.J. Pesce

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x14

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?