Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x13

© ensen Ackles, Jared Padalecki und Danneel Ackles in „Supernatural“ (c) The CW
The lesser of three evils
Arthur Ketch (David Haydn-Jones) meldet sich diese Woche zurück. Er arbeitet noch immer mit (und für) Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) zusammen und erhält die Aufgabe, den frisch entkommenen und geschwächten Lucifer (Mark Pellegrino) zu finden und zu töten. Da Sam (Jared Padalecki), Dean (Jensen Ackles) und Castiel (Misha Collins) Ähnliches vorhaben, dauert es nicht lange, ehe die Wege sich kreuzen.
Während die britischen Men of Letters nichts mehr von sich hören lassen, arbeitet Ketch sich diese Woche wieder in die Reihen der Winchesters vor. Sam und Dean tun sicher gut daran, ihm nicht zu trauen. Dieser Zug sollte auch abgefahren sein, egal, wie nützlich Arthur sich erweisen könnte. Es weiß jedenfalls zu gefallen, wie sie im Folgenverlauf mit Ketch umgehen und keinen Millimeter nachgeben.
Allerdings erweckt das Ende den Eindruck, dass die Winchesters hier nicht um eine Kooperation herumkommen werden, sei sie auch nur vorübergehender Natur. Denn Arthurs Offenbarung, dass er mit Asmodeus gemeinsame Sache macht und er für Sam und Dean als Informationsquelle herhalten will, dürfte der einzige Weg sein, wie unsere Jäger vom Vorhaben und den Mitteln des Höllenprinzen erfahren werden. Und ebendiese Mittel werden sie brauchen, wenn sie Lucifer stoppen wollen.
Unsereins weiß noch nicht so recht, was er von der ganzen Geschichte um Arthur Ketch halten soll. Seine jetzige Rolle wird fraglos noch wichtig werden, aber gerade ihn jetzt wieder in den Fokus zu rücken, bereitet große Bauchschmerzen. Wir wissen übrigens auch nach dieser Episode noch nicht, weshalb er überhaupt mit Asmodeus zusammenarbeitet - wie sieht Arthurs Motivation hier aus? Und wie kommen die beiden überhaupt miteinander aus? Arthur schlägt hier zu Beginn einen Ton an, den sich eigentlich kein Höllenprinz gefallen lassen würde, kommt damit aber durch. Schuldet Asmodeus ihm irgendetwas? Etwas mehr Klarheit zum Verhältnis der beiden wäre sicher hilfreich.

Prince of Hell
Asmodeus ist einer der Gegenspieler dieser Staffel - die beiden anderen sind Lucifer und Parallelwelt-Michael (Christian Keyes). Obwohl wir von Asmodeus schon einiges zu sehen bekommen haben und diese Woche auf den aktuellen Stand gebracht werden, was sein Vorhaben angeht, hinterlässt er aber noch keinen sehr bedrohlichen Eindruck. Vielleicht liegt das ein wenig an seinem Akzent (der in meinen Ohren recht lustig klingt), aber hauptsächlich vermutlich daran, dass er kaum Autorität ausstrahlt. Ein Crowley (Mark Sheppard) mag in dieser Hinsicht zwar ähnlich gewesen sein, konnte dafür aber mit seinen Plänen und seinem Charisma beim Zuschauer punkten. Asmodeus muss sich hier erst noch beweisen und lieferte bislang nur wenige Ansätze für einen würdigen King of Hell ab. Da muss einfach noch mehr kommen, bevor wir ihn ernst nehmen können.
Diese Woche erfährt Asmodeus von der Dämonentafel, die ähnlich wie die Engelstafel einen Weg in die Parallelwelt beschreibt. Donatello (Keith Szarabajka) - der einzige, der das Ding zu entziffern vermag - muss nur noch die Zutaten entschlüsseln. Sam und Dean bekommen somit endlich einen potentiellen Weg zu Mary (Samantha Smith) und Jack (Alexander Calvert) aufgezeigt (wobei wir natürlich erst mal abwarten müssen, welche Zutaten das sind - wenn man bei der Engelstafel Grace benötigt, dürfte die Dämonentafel ähnlich schwierig zu erhaltende Substanzen benötigen). Allerdings werden die Winchesters nicht die ersten sein, denen Donatello das Rezept mitteilt. Dafür hat Asmodeus bereits vorgesorgt, der offensichtlich sehr überzeugend auf jemanden einwirken kann - eine weitere Fähigkeit, die wir jetzt zum Arsenal des Höllenprinzen zählen können.
Aber damit noch nicht genug. Am Episodenende erfahren wir, was Asmodeus in der Zwischenzeit getrieben hat. Und das war nichts Geringeres, als sich den Engelstöter eines Erzengels zu besorgen - eine, wenn nicht gar die einzige Waffe, die Lucifer zu töten vermag - und obendrein noch jemanden, der diese Waffe nutzen kann: Gabriel (Richard Speight, Jr.). Wobei diese Überraschung die Frage aufwirft, weshalb Gabriel noch unter den Lebenden verweilt. Hatte Lucifer ihn nicht getötet? Gut, okay, beim Trickster konnten wir uns nicht wirklich sicher sein, aber „WtF“? Einerseits sicher schön, Gabriel wieder dabeizuhaben, andererseits kam letzte Woche gerade erst wieder eine andere Figur von den Toten zurück, womit man kaum noch etwas auf die Todesfälle geben kann.
Unterm Strich ist Asmodeus somit für die nächsten Episoden gewappnet. Ob er seine Mittel auch einzusetzen vermag, steht aber noch auf einem anderen Blatt. Da wird auch viel von Ketch abhängen, der die Winchesters informieren könnte. Bei mir macht sich jedenfalls die Vermutung breit, dass Asmodeus erst gar nicht zum Zug kommen wird und schneller wieder abtreten könnte, als es den Anschein hat. Vielleicht ist so ein Höllenprinz auch notwendig, um das Portal in die Parallelwelt zu öffnen, wer weiß.

Lucifer
Nach dem kleinen Kampf zwischen Castiel und Lucifer am Ende der letzten Episode konnten wir uns kurzzeitig Sorgen um beide Figuren machen. Während Castiels Wunde hier anfangs doch größer war, als es den Anschein hatte, sah es um den ohnehin schon geschwächten Lucifer schlimmer aus. Wie er überleben konnte? Die Erklärung von Asmodeus muss hier offensichtlich herhalten - durch einen normalen Engelstöter kommt man dem Teufel nicht bei.
Uns erwartet diese Woche eine kleine Odyssee unseres angeschlagenen Bösewichts, bei der wir erneut die darstellerischen Fähigkeiten von Mark Pellegrino bewundern dürfen. Das gesagt, sorgen einige Dinge aber dennoch für leichtes Stirnrunzeln. Beispielsweise sehen wir, wie Lucifer sich Cupid (Robert Rozen) vornimmt und dessen Grace zu sich nimmt - was kaum einen Effekt hinterlässt. In der nächsten Szene torkelt der Teufel derart durch die Gegend, dass man meinen könnte, sein Zustand hätte sich verschlechtert. Sollte da nicht das Gegenteil der Fall sein? Wäre besser gewesen, wenn man hier den Teil mit Cupid weggelassen hätte, denn die weitere Entwicklung hätte auch so funktioniert.
Jedenfalls ist Lucy nach wie vor geschwächt - so sehr, dass sich menschliche Gefühle wie Hunger bemerkbar machen und wir ihn von einer Seite sehen, die einen ungewohnt verzweifelten Eindruck hinterlässt. Erste Hilfe erhält unser Teufel von Tim (Neil Webb), durch den er von Schwester Jo (Danneel Harris) erfährt, die Menschen für Geld heilt und offensichtlich ein Engel ist.
Das Zusammenspiel von Harris und Pellegrino weiß hier zu gefallen. Es mag anfangs zwar leicht merkwürdig erscheinen, dass Jo sich relativ furchtlos zeigt, aber sie erhält im Verlauf der Episode eine gute Hintergrundgeschichte (vermutlich eine der besten, die jemals ein Gastrollen-Engel erhalten hat), die ihre Motivationen erklärt. Ihr alter Job in der oberen Etage und auch, wie sich die anderen Engel später ihr gegenüber geben, zeigen jedenfalls gut auf, weshalb sie ein Bündnis mit Lucifer eingeht und ihm sogar hilft, als die Winchesters, Castiel und schließlich Ketch auf der Matte stehen. Gute Einführung von Schwester Jo in die Serie.
Wobei es ein wenig fraglich ist, wie Jo bei ihrem Geschäft so lange unter dem Radar bleiben konnte. Müsste es sich nicht herumsprechen, wenn jemand derartige Wunder vollbringt? Gerade solche Berichte mit übernatürlichem Touch wecken doch oft die Aufmerksamkeit von Jägern, auch wenn Jo den Menschen (gegen Bezahlung) hilft. Hmm.
Zuletzt sei noch angemerkt, dass das Ende dieses Handlungsstrangs wieder kurios anmutet. So cool die Szene mit „Hail to the king, baby!“ auch gewesen sein mag - es will Lucy auf dem Himmelsthron nicht so wirklich schmecken. Und wie erschafft man eigentlich neue Engel? Benötigt man dazu nicht einen großen Vorrat an Grace? Ich wäre zwar gewillt, mich von der neuen Situation positiv überraschen zu lassen, sehe das Ganze aber noch recht skeptisch. Abwarten.
Castiel und die Winchesters
Was unseren Engel angeht, wurde oben bereits erwähnt, dass es am Episodenanfang nicht gut für ihn aussah. Als er dann plötzlich wieder aufsteht und ein paar Kids erschreckt, kommt jedenfalls der Verdacht auf, dass hier noch ungeahnte Folgen von „The Empty“ in Castiel schlummern. Allerdings ist das der einzige Moment, der bislang diese Vermutung aufkommen lässt (mal schauen, ob in der Richtung noch mehr kommt).
Wichtiger ist auch, dass Cas sich bei Sam und Dean zurückmeldet und erst einmal erklärt, wo er die letzten Wochen gewesen ist, dass Lucifer zurück ist, ein gewisser Michael eine kommende Gefahr darstellt und mit wem die beiden sich da telefonisch tatsächlich unterhalten haben. Außerdem ist es schön, die drei wieder im Team agieren zu sehen. Echte Fortschritte gibt es anschließend zwar nur begrenzt, aber immerhin sollte Donatello mithilfe der Dämonentafel dafür sorgen, dass Sam wieder hoffnungsvoller wird. Auch bestätigt Cas, dass Mary noch lebt, was ebenfalls Anlass zur Hoffnung bietet.

Einen soliden Plan hat unser Trio allerdings noch nicht. Was Dean da kurz aufzählt, klingt alles andere als sicher. Optional auf Ketch als Verbündeten zurückzugreifen, wäre riskant (siehe oben) und sollten sie Rowena (Ruth Connell) um Hilfe bitten (was sich aufgrund Lucifers Rückkehr anbieten könnte), wäre auch hier fraglich, ob die Hexe nicht schließlich eigene Motive mitbringt, die sich negativ auf die Brüder auswirken.
Die Aussicht auf eine erfolgreiche Rettung von Mary und Jack ist bislang noch sehr dünn. Wobei es langsam auch an der Zeit ist, einen neuen Blick aus der Parallelwelt zu erhalten. Seit The Bad Place haben wir nichts mehr davon gesehen und mit Blick darauf, dass nur noch zehn Episoden in dieser Staffel übrig sind, sollte sich an der Front mal langsam was tun.
Fazit
Eine gute Folge. Nicht ohne ein paar Mängel oder (neue) Situationen, die ein wenig Bauchschmerzen bereiten, aber es sieht ganz danach aus, als wenn die Staffelhandlung wieder Fahrt aufnimmt. Persönliche Highlights würde ich bei Lucifer und Jo sehen, während mir Ketch und Asmodeus nicht so gut gefallen. Aber auf jeden Fall schön, Cas wieder mit den Brüdern zusammenzubringen. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 9. Februar 2018Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x13 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x13)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x13
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