Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x12

© ordan Claire Robbins und Elise Gatien in „Supernatural“ (c) The CW
Various & Sundry Villains
Die Vorschau zur Folge Various & Sundry Villains verrät glücklicherweise noch nicht sehr viel, aber wer auf die Namen des Casts achtet, wird dort den einer altbekannten Darstellerin erblicken, deren Figur eigentlich tot sein sollte. Und nein, wir bekommen Rowena (Ruth Connell) diese Woche nicht in Rückblenden zu sehen.
Aber zunächst zu Jamie (Jordan Claire Robbins) und Jennie (Elise Gatien), die sich mit der Hilfe von Liebeszaubern diverse Männer gefügig machen, um ihre Ziele erreichen. Das Intro, bei denen sie Dale (Mike Kovac) ausnutzen und ihn später auf recht unsanfte Weise umbringen, zeigt uns, wie die beiden Hexen sich durchs Leben schlagen und deutet auf eine eher amüsantere Episode hin. Ein neuer Fall der Woche mit zwei Hexen eben, die als nächstes Opfer Dean (Jensen Ackles) auserkoren haben, der eigentlich nur schnell Bier holen will.
Hätte sich die Handlung hier nur auf die beiden Hexen konzentriert, wäre die Episode vermutlich schnell langweilig geworden. Aber glücklicherweise war das nicht der Fall. Dean bleibt nicht die gesamte Folge unter dem Zauber und Sam (Jared Padalecki) muss sich nur kurz mit ihm herumschlagen - gerade lang genug, dass wir belustigt dabei zuschauen können. Obendrein bekommen Jamie und Jennie eine kleine Hintergrundgeschichte serviert, die durchaus amüsant zu verfolgen ist.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das „Black Grimoire“, welches die Brüder seit Regarding Dean (12x11) im Bunker verwahren und auf das die beiden Hexen es abgesehen haben. Denn mithilfe dieses Zauberbuches wollen sie ihre tote Mutter (Sharon Simms) wiederbeleben, was ihnen auch mehr oder weniger gelingt. Zombies zählen doch auch, oder?
Man kann diesem Fall der Woche jedenfalls anmerken, dass er trotz seiner Eigenschaft als (nicht nur, aber doch hauptsächlich) Füllmaterial ganz gut funktioniert. Die beiden Damen haben nämlich einige Probleme dabei, ihr Ziel zu erreichen und machen nicht gerade den hellsten Eindruck. Vielleicht lässt sich monieren, dass der Liebeszauber zu einfach und auch zu mächtig daherkommt, aber unterm Strich war die Geschichte der Plum-Schwestern ein netter kleiner Ausflug und über das von Rowena verursachte Ende der beiden (und ihrer Mutter) ließ sich ebenfalls grinsen.

Rowena is back
Zuvor konnte Rowena schon einmal dem Tod von der Schippe springen. In All Along the Watchtower sah ihr Ableben allerdings recht endgültig aus. Als Arthur Ketch (David Haydn-Jones) in War of the Worlds erwähnt, dass Rowena überlebt hat, konnte man seine Aussage jedenfalls als sehr fragwürdig betrachten. Nun wird klar, dass es ein erster Hinweis auf ihre Rückkehr war, die dieses Mal aufgrund ihres verbrannten Zustands bloß etwas länger dauerte.
Ob man die Folge mag oder nicht, wird vermutlich davon abhängen, was man von Rowena hält. Ich bin da oft zwiegespalten, denn in einigen Episoden gefiel sie mir hervorragend, in anderen wiederum empfand ich die Figur als eher nervend und störend. Ob ich ihre Rückkehr jetzt begrüßen soll, weiß ich auch noch nicht so recht, bin aber recht zuversichtlich.
Zu gefallen wusste jedenfalls ihr Gespräch mit Sam, bei dem die beiden sich über das wahre Antlitz von Lucifer (Mark Pellegrino) austauschen und wie sie damit umgehen. Da machte sich bemerkbar, dass sie charakterlich ein wenig gereift ist. Auch, als die Brüder vom verstorbenen Crowley (Mark Sheppard) berichten, nimmt Rowena die Nachricht mit. Sie mag zwar nicht komplett verändert erscheinen und wechselt selbstredend im Folgenverlauf mehrfach die Seiten, aber unterm Strich sind die vergangenen Ereignisse nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Sam überlässt ihr am Ende sogar die benötigte Seite aus dem Zauberbuch, damit sie ihre Kräfte zurückgewinnen kann. Vielleicht steht sie den Brüdern somit in zukünftigen Treffen wohlgesonnener gegenüber - spätestens dann, wenn es (erneut) gegen Lucifer gehen sollte, der einen gemeinsamen Gegner darstellt und nach dieser Episode wieder auf freiem Fuß ist (sofern er die Kitzelei mit dem Engelstöter überstanden hat).
Fragen können wir uns derweil, ob sie wohl versuchen wird, Crowley wiederzubeleben. Einfach wird das sicher nicht, denn dafür wird sie neben dem Black Grimoire (welches sich zur Wiederbelebung eignet) vermutlich auch den Körper (oder einen Teil davon) ihres Sohnes benötigen. Und den zu beschaffen, erscheint aktuell recht aussichtslos. Aber die Möglichkeit besteht natürlich.

Zu Gast bei Asmodeus
Von Lucifers „schwächster Schöpfung“ Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) bekommen wir nichts zu sehen. Castiel (Misha Collins) und Lucy müssen sich zunächst verbal mit dem Dämonen Dipper (Shane Dean) herumschlagen. Wobei sich die kleineren Highlights aber bei den Gesprächen zwischen Cas und Lucifer finden, die verschiedene Themengebiete anschneiden.
Eines davon ist Jack (Alexander Calvert), der von Castiel sehr treffend beschrieben wird. Lucifer hatte da deutlich andere Vorstellungen von seinem Sohnemann und es trifft ihn, dass Jacks Werdegang von diesen Vorstellungen abweicht. Es wäre zwar denkbar, dass hier noch ein Wandel kommt, aber nach allem, was Jack bislang angestellt hat, gibt es eigentlich keinen Grund zum Zweifeln.
Lucifer kann hingegen mit seinen Beschreibungen von Michael (Christian Keyes) punkten, von dem wir sicher nicht das Letzte gehört und gesehen haben. Unangenehm sind bereits die Schilderungen zu Marys (Samantha Smith) Folter, aber uns wird auch unmissverständlich klargemacht, dass Michael einen Weg in unsere Welt finden wird und selbst Lucy Angst davor hat. Es mag zwar noch nicht absehbar sein, wann er den Schritt unternimmt - dazu müssen wir ohnehin erst wieder etwas von der anderen Seite sehen -, aber er wird ihn unternehmen.
Unterm Strich waren die Dialoge zwischen Cas und Lucy eine willkommene Bereicherung. Den beiden könnte man sicher stundenlang zuschauen. Aber es ging auch einen kleinen Schritt in der Handlung weiter, denn am Ende der Episode können unsere Engel sich aus ihrem Gefängnis befreien. Wobei sich allerdings bezweifeln lässt, ob das Team-up weiterhin bestehen bleibt. Denn Lucy hätte gerne eine Portion Grace von Cas, um zu alter Stärke zurückzufinden. Die abschließende Auseinandersetzung zwischen den beiden (dieses Mal nicht mit Worten) lässt auch Zweifel aufkommen, ob Lucifer nächste Woche noch am Leben ist. Aber andererseits, wenn schon ein bestimmter Colt bei ihm nicht wirkt, dann hält er vielleicht auch einen tödlichen Stoß mit dem Engelstöter aus.
Winchesters
Sam behält seine depressive Stimmung von letzter Woche bei. Allerdings schafft er es hier, sich stärker in den Fall einzubringen und das (oben bereits genannte) Gespräch mit Rowena lässt ein wenig tiefer blicken. Wobei es sicher keine gute Idee ist, das wahre Antlitz Lucifers immer wieder zu verdrängen. So was rächt sich auf lange Sicht. Aber vielleicht hat es schon ein wenig geholfen, dass er mit Rowena drüber spricht.
Zwischen den Brüdern gibt es am Ende einen längeren Austausch. Sam macht hier einen nach wie vor hoffnungslosen Eindruck und sieht keine Möglichkeit, an Mary (oder auch Jack) heranzukommen. Aber er öffnet sich gegenüber Dean wenigstens und wirkt weniger verkrampft als zuvor. Für einen kurzen Augenblick sah es sogar so aus, als wenn er sich auch zum Thema Rowena (und Lucifer) genauer äußern wollte, aber dann beschränkt er sich doch auf Mary und Jack.

Dean ist hier leider keine große Hilfe. Aber was soll er auch machen? Er betont zwar wiederholt, dass sie irgendeinen Weg finden werden und wieder alles gut wird. Aber es gibt halt keinen Plan und somit gelingt es ihm auch nicht, neue Hoffnung in Sam zu wecken. Unterm Strich können die beiden nur abwarten und das ist bitter. Bleibt nur zu hoffen, dass Sams Stimmung sich nicht auch bei Dean bemerkbar macht. Andererseits ist Cas jetzt wieder frei und wird den Brüdern sicher schnellstmöglich einen Besuch abstatten. Da kann sich wieder eine ganze Reihe neuer Entwicklungen ergeben. Hoffen wir das Beste.
Fazit
Eine gute Folge. Ob man die Rückkehr von Rowena mag, liegt sicher im Auge des Betrachters, aber ich bin da eigentlich recht zuversichtlich. Der Fall der Woche hatte seine amüsanten Momente und lag damit etwas über dem Durchschnitt. Freuen konnte man sich unterdessen über Castiel und Lucifer, die ein paar schöne Dialoge auf Lager hatten und ihrem Gefängnis am Ende entkommen. Betrüblich bleibt derweil Sams Stimmung, die dringend wieder besser werden muss. Vielleicht schon nächste Woche? Von mir gibt es für diese Folge (leicht aufgerundet) vier Sterne.
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 2. Februar 2018Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x12 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x12)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x12
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