Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x11

© ared Padalecki in „Supernatural“ (c) The CW
Wayward Sister
Donna Hanscum (Briana Buckmaster) meldet sich eine Woche nach dem Backdoor-Piloten Wayward Sisters zurück. Dieses Mal nicht, um durch Humor zu punkten, sondern, weil ihre Nichte Wendy (Sarah Dugdale) verschwunden und scheinbar in den Händen eines Serienkillers gelandet ist. Steht Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) somit vielleicht ein ganz normaler Fall ohne übernatürliche Elemente bevor? Leider nein, obwohl das sicher mal eine gute Abwechslung gewesen wäre. Eine Woche auf Monster verzichten und die beiden in einen Kriminalfall stürzen lassen, der dem FBI seit zwölf Jahren Rätsel aufgibt: die klar bessere Prämisse.
In diesem ersten Teil des Reviews soll es aber um Donna gehen, die um ihre Nichte bangen muss. Wer sich letzte Woche bereits fragte, wie man die Dame bei den Sisters unterbringen will, bekommt hier eine Antwort. Denn wir erinnern uns kurz, dass Donna neben ihrer Eigenschaft als Sheriff noch eine ganz andere Bindung an die Heimat hat. Und diese Bindung heißt Doug (Brendan Taylor), mit dem Donna schon länger liiert ist. Möchten die Macher Donna in den Club der Schwestern aufnehmen, so müsste Doug ein Teil davon werden oder es müsste ein Bruch zwischen Donna und Doug stattfinden. Ganz offensichtlich entscheiden sich die Macher hier für letzteres und das will nicht schmecken.
Warum? Nun, die Beziehung zwischen Donna und Doug wurde in Plush ganz gut aufgebaut und es war doch sehr schön, dass beide dort am Ende zusammengefunden haben. Absehbar, okay, aber da haben sich die Richtigen getroffen, auch wenn uns Doug bei weiteren Gastauftritten von Donna bislang verwehrt blieb. Aber wir wussten halt, dass da noch jemand ist, mit dem sie ihr Leben teilt.
Für Doug gilt es nun diese Woche, sich mit dem Übernatürlichen auseinanderzusetzen (was Donna ihm offensichtlich verschwiegen hat). Er bekommt das Blut eines Vampirs eingeflößt und läuft somit Gefahr, selbst zum Blutsauger zu werden. Natürlich wird seine Wandlung zum Vampir verhindert, denn die Brüder kennen das Gegenmittel, welches wirkt, solange Doug nicht selbst seine Zähne benutzt.
Die große Frage ist aber, wie er auf die übernatürliche Welt reagiert, nachdem er das Abenteuer überstanden hat. Und diese Reaktion ist nicht so wirklich vereinbar mit seinem Motto, Leuten helfen zu wollen. Denn ganz ehrlich, durch die Offenbarung der übernatürlichen Welt da draußen hat er jetzt ganz andere Möglichkeiten, um Leuten zu helfen. Man könnte es ja verstehen, wenn er Donna einen Vorwurf daraus macht, dass sie ihm diese Welt verschwiegen hat. Aber sich von ihr abzuwenden, weil es diese übernatürliche Welt gibt und er damit nichts zu tun haben will? Blöd. Als wenn den Machern so eben noch eingefallen ist, dass Donna einen „Beziehungsballast“ mit sich rumschleppt, der schnellstens abgelegt werden muss.
Aber zurück zu Donna. Die schlägt sich diese Woche besser als in der letzten. Bestes Beispiel ist die Polizeiarbeit beim anfänglichen Hauptverdächtigen Pastor Don Hankey (Troy Skog), den sie gekonnt befragen darf. In dieser Form erscheint sie jedenfalls wertvoller als in der möglichen Funktion eines Sprücheklopfers aus Minnesota. Etwas Humor ist zwar nie verkehrt, aber abseits davon muss es einfach noch mehr Optionen geben und die werden von Donna in Breakdown gut bedient.

Fall der Woche
Wie oben bereits angemerkt, hätte es diesem Abenteuer vielleicht besser getan, wenn es tatsächlich mal um einen gewöhnlichen Killer gegangen wäre. Die Idee, dass Monster das Darknet benutzen, um ihren Hunger zu stillen, hat zwar schon etwas für sich und der Twist um Agent Clegg (Chris William Martin) hatte ein gewisses Überraschungsmoment, aber andererseits war das nach dem ungewöhnlich langen Folgenaufbau auch wieder recht lahm und gewöhnlich. Zumal die einzigen Personen, um die sich halbwegs bangen ließ, Wendy und Doug waren - während bei Donna, Sam und Dean nie ein Zweifel daran bestand, dass sie überleben würden.
Aber gut, über die Sicherheit bestimmter Figuren brauchen wir ohnehin nicht reden. Die Frage bei den wöchentlichen Fällen ist oft immer, ob sie einen gewissen Mehrwert bieten können und den sehe ich hier einfach nicht (also abgesehen davon, Donna für das Spin-off bereit zu machen). Und dass es noch eine ganze Menge Monster da draußen gibt, die womöglich besser organisiert sind und unter dem Radar der Jäger fliegen, klingt auch nicht gerade neu.
Woraus sich noch etwas mehr hätte herausholen lassen, wäre die potenzielle Zusammenarbeit mit einem „echten“ FBI-Agenten gewesen. Die Vergangenheit der Brüder mit den bundesweiten Gesetzeshütern wird zwar angesprochen (vor allem Sam reagiert hier sehr vorsichtig, wobei wir dazu aber gleich noch kommen und seine Absicht etwas anders ausschaut), aber nicht wirklich genutzt. Man stelle sich nur einmal kurz vor, wie die beiden von Agent Clegg erkannt werden und erneut um ihre Freiheit fürchten müssen, weil sie wieder auf der Fahndungsliste stehen. Oder aber, sie hätten Clegg im Verlauf der Episode von der Existenz des Übernatürlichen überzeugen können und damit einen direkten Verbündeten für die Zukunft erhalten - alleine schon die neuen Ermittlungsmöglichkeiten wären eine nette Ergänzung gewesen. Aber hören wir lieber auf, über weitere (bessere) Möglichkeiten nachzudenken. Punkt wäre einfach, dass sich der Fall weit besser hätte nutzen lassen.

Winchesters
Bei den Brüdern scheint Sam gerade in einer depressiven Phase zu stecken. Kunststück, können die beiden doch kaum etwas wegen Mary (Samantha Smith) und Jack (Alexander Calvert) unternehmen, die momentan in der Parallelwelt feststecken. Da Kaia (Yadira Guevara-Prip) tot ist, haben sie jedenfalls keinen Dreamwalker, den sie nutzen könnten (ganz zu schweigen davon, dass Kaia alleine auch nicht in der Lage war, die richtige Dimension zu finden). Von Castiel (Misha Collins) fehlt übrigens auch noch jede Spur - da wissen Sam und Dean noch nicht einmal, wo der wirklich steckt und wer da am anderen Ende der Leitung antwortet.
Sams Einstellung lässt sich nachvollziehen, auch wenn es für einen neuen Fall natürlich nicht die beste ist. Als Zuschauer sind wir vermutlich ähnlich enttäuscht, dass sich diese Woche an den größeren Fronten nichts tut. Ein wenig Platz wäre hier vielleicht noch gewesen, um wenigstens ein paar kleine Einblicke in die anderen Handlungsstränge zu bekommen, aber leider ist uns da nichts vergönnt.
Dean ist dafür wieder voll in seinem Element - ob nun ein übernatürlicher Fall oder nicht, Hauptsache etwas ablenkende Beschäftigung und wenn man dabei noch einer alten Bekannten helfen kann, umso besser. Das letzte Gespräch der Brüder bereitet ihm allerdings ein wenig Kummer. Hoffen wir mal, dass Sam sich demnächst wieder fängt, denn momentan sieht es so aus, als wären die jeweiligen Einstellungen der beiden mit Blick auf den Staffelbeginn vertauscht worden.
Unterm Strich werden die beiden ein baldiges Erfolgserlebnis brauchen, welches ein wenig über die Auflösung eines gewöhnlichen Falles hinausgehen sollte. Marys Rückkehr wäre ein solcher Erfolg. Oder vielleicht die Befreiung von Castiel. Auf jeden Fall sollte sich da demnächst etwas tun, denn so gut die Staffel bislang auch gefällt, mit Episoden wie dieser stellt man unserer Geduld arg auf die Probe.

Fazit
Leider nicht die erhoffte Rückkehr zu den offenen Handlungssträngen. Im erneuten Gastauftritt kann Donna Hanscum zwar gut punkten und ihre Qualitäten als Ermittlerin unter Beweis stellen, aber der Fall selbst wäre ohne übernatürliche Elemente - die erst spät im Folgenverlauf aufkommen - vielleicht eine ganze Ecke besser gewesen. Interessante Ansätze hätte es genug gegeben. Außerdem drückt Sams depressive Stimmung deutlich auf den Spaßfaktor. Von mir gibt es diese Woche 2,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 1. Februar 2018Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x11 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x11)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x11
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