Supernatural 12x07

© am und Dean in âSupernaturalâ / (c) The CW
Zwei BrĂŒder, ein DĂ€mon und ein Engel
Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) warten schon lĂ€nger auf eine Nachricht von Castiel (Misha Collins) und/oder Crowley (Mark Sheppard), die sich vor ein paar Folgen auf die Spur von Lucifer - momentan verkörpert vom gealterten Rockstar Vince Vincente (Rick Springfield) - gemacht haben. Diese Woche ist es endlich so weit, denn Vincente bringt seine alte Band (Ladyheart) wieder zusammen und plant scheinbar ein groĂes Comeback. Bevor es aber um den Teufel gehen soll, ein paar Worte zu unserem Verfolgerteam. Bei denen gab es nĂ€mlich die besten Momente der Episode.
ZunĂ€chst einmal steht Dean weiterhin in Kontakt mit Mary (Samantha Smith), die langsam, aber sicher im Internet- und Handyzeitalter angekommen ist. Das kleine Spielchen zwischen ihr und Dean war so gesehen ein kleines Highlight und lĂ€sst uns wissen, dass ihre Auszeit wohl tatsĂ€chlich nur kurz sein wird. Und war Sam sogar ein bisschen eifersĂŒchtig auf Dean?

Abgesehen davon gab es auch wieder einige humorvolle Szenen, die uns die Folge ĂŒber bei der Stange hielten. Gurkenwasser, Hair Rock und die Winchesters im Rockeroutfit seien hier genannt. Aber auch verschiedene Szenen mit Crowley und Castiel, der offensichtlich die Schnauze voll von seinem Begleiter hat, lieĂen einen schmunzeln. Zu kritisieren gibt es hier allerdings, dass die vier trotz ihres „Team-up“s recht wenig effektiv wirken. Trotz vereinter KrĂ€fte und verschiedener Möglichkeiten schaffen sie es zunĂ€chst nicht, an Vince Vincente heranzukommen.
Gut, dass Castiel bei Tommy (Woody Jeffreys) keinen Erfolg hat oder die Winchesters an der PR-Agentin (Sandy Sidhu) scheitern, lieĂe sich vielleicht noch verkraften. Aber zumindest bei Crowley, der Russell (Kadeem Hardison) in die Mangel nimmt und zuvor noch damit protzte, dass L.A. quasi ihm gehört, hĂ€tte es doch anders ausgehen können. So mĂŒssen die vier erst bis zum letzten Moment auf einen Hinweis warten, wo der groĂe Auftritt von Vince und seiner Band stattfinden soll - da erwischt man sich als Zuschauer tatsĂ€chlich dabei, auf die Uhr zu schauen.
Lucifer
Schauen wir ein paar Episoden zurĂŒck, als Lucifer den Körper von Vince Vincente ĂŒbernahm. Da hatten wir noch einen recht guten Eindruck von der neuen Rolle, die Rick Springfield vergönnt war. Wir waren zuversichtlich, dass der neue Lucifer sich lohnen könnte. Dank Rowena (Ruth Connell) durfte man sich fragen, ob Springfield wohl noch lĂ€nger die Rolle verkörpern wird oder Lucy einen Weg findet, den Wirtskörper wieder brauchbar zu gestalten.
Letzteres war nun der Fall, aber nur kurz. Adam (John Connolly) und Gordy (Jeff Evans Todd) beschwören in einer eher amateurhaften Sequenz den Teufel herbei, liefern ihm ein Artefakt zur Heilung, machen ihn darauf aufmerksam, dass sein Wirtskörper berĂŒhmt ist und erhalten als Belohnung ein gebrochenes Genick. Sah nach einem netten Auftakt aus, zumal wir jetzt eine ungefĂ€hre Idee davon bekamen, wie Lucifer mittels Vince Vincente gedenkt, einen groĂen Aufstieg hinzulegen.

Aber Pustekuchen. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Dabei hatte die Idee durchaus was fĂŒr sich. Möglichst viele AnhĂ€nger bekommen, die neuen Medien dafĂŒr nutzen und nebenbei noch rockige Musik abliefern. Wenn der Teufel schon kein Interesse an âSatanistenâ wie Adam und Gordy hat, wĂ€re das vermutlich der moderne Weg, um möglichst viele AnhĂ€nger zu gewinnen. So fĂ€llt das Interesse an Roseleen (Crystal Allen) zunĂ€chst auch groĂ aus und Vince testet sehr eindrucksvoll, was Rose bereit ist, sich (fĂŒr ihn) anzutun. Nur reicht ihm das nicht. Und er hat auch keinerlei Interesse daran, Musik zu machen. Womit die ersten Fragezeichen auftauchen und wir wissen wollen, was er denn nun eigentlich vorhat.
Kein Plan ist der Plan. Gegen Ende darf Vince unseren Helden erklĂ€ren, dass er keinen Plan hat, sich erneut von Gott vernachlĂ€ssigt fĂŒhlt und einfach nur möglichst groĂe Unruhe stiften will. Auch wenn Sam hier meint, dass ein planloser Lucifer beĂ€ngstigender wĂ€re, ist es doch verdammt schade, was aus der Figur mittlerweile geworden ist. Wird er nun alle paar Wochen mal vorbeischauen - stets in anderer Form -, um einem Fall der Woche beizuwohnen und etwas Ărger zu stiften? Bleibt zu befĂŒrchten...
Rant
Womit wir zum gröĂten Minuspunkt der Episode kommen. Lucifer hat seine Bedrohlichkeit verloren. Ja, er bringt hier im Minutentakt Leute um und unsere vier Helden haben keine Idee, wie sie ihm den Garaus machen können, geschweige denn, wie sie ihn in den KĂ€fig zurĂŒckbringen (vielleicht hĂ€tten sie mal Rowena fragen sollen...). Trotzdem nimmt man ihn nicht mehr als Bedrohung wahr.
Ein Beispiel: Er teilt ordentlich aus, was vor allem Castiel und Crowley zu spĂŒren bekommen. Aber das wirkt alles wie lahmes GeplĂ€nkel. Wo bleibt der Fingerschnipps, mit dem er einst Castiel explodieren lieĂ? Warum lĂ€sst er Crowley am Leben? Und die Ausrede gegenĂŒber den Winchesters, dass sie zusehen sollen, wie er alles kaputtmacht, war einfach nur dĂ€mlich. Statt seine KrĂ€fte an den DiskotĂŒren zu verschwenden, wĂ€re es doch ein Leichtes fĂŒr ihn gewesen, das eine oder andere Genick zu brechen. Immerhin stehen ihm hier die Leute gegenĂŒber, die vielleicht doch einen Weg finden, seine Existenz zu beenden.

Dem Teufel fehlt einfach die Gravitas, die er damals mal hatte. Im fünften Staffelfinale ging es noch um etwas. Eine lange vorbereitete Geschichte wurde zu einem Ende gebracht und Lucifer versprĂŒhte eine Macht, die uns sorgenvoll um unsere Figuren bangen lieĂ. Das ist mittlerweile alles futsch. Am Ende der Episode wirkt Lucy geradezu wie ein weinerliches Kind - und dabei war er mal der ultimative Gegner.
Es ist wirklich enttĂ€uschend, dass hier - trotz einiger guter AnsĂ€tze - so wenig aus der Figur herausgeholt wird. Vielleicht wĂ€re es besser gewesen, wir hĂ€tten ihn in dieser Staffel nicht wiedergesehen. Der Rezensent ist jedenfalls sehr enttĂ€uscht und befĂŒrchtet das, was der Teufel selbst in der Folge von sich gab: Es existiert kein Plan mehr fĂŒr Lucifer.
Fazit
Satz mit x, das war wohl nix. Besonders Ă€rgerlich wirkt dabei, dass einige angedeutete Ideen im Verlauf der Folge im Nichts verpuffen und man sich das gesamte Vince-Vincente-Kapitel auch hĂ€tte sparen können. Einzige Lichtblicke waren unsere vier Helden, die aber auch unter ihren Möglichkeiten blieben. Vergessen wir diese Episode lieber schnell wieder und hoffen auf ein gutes Mid Season-Finale. Von mir gibt es diese Woche (beide Augen zugedrĂŒckt) 1,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 3. Dezember 2016Supernatural 12x07 Trailer
(Supernatural 12x07)
Schauspieler in der Episode Supernatural 12x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?