Suits 7x16

© USA Network
Die Episode Good-Bye ist ein Staffelfinale, denn eine weitere Suits-Staffel ist bereits bestellt. Doch mit denen sechs vorherigen hat es nicht viel gemeinsam. Denn dieses Mal fühlt es sich wirklich wie ein Serienfinale an. In gewisser Weise ist es das auch. Es ist der Abschied von zwei wichtigen Figuren, die von Anfang an dabei waren, es ist der Anfang eines Spin-offs einer weiteren Figur aus der Urbesetzung. Alles in allem ist es der Abschied von der Serie, wie wir sie kennen und gleichzeitig der Beginn einer neuen. Ist dieser Spagat gelungen?
Jessicas Chicago: You're not in Kansas anymore.
Harvey (Gabriel Macht) fliegt nach Chicago, um Jessica (Gina Torres) zu helfen und wird dort noch vorm Gepäckband von einer Drohgebärde empfangen, die der Mafia würdig ist.
Schnell bemerkt man auch einen der Grundpfeiler dieser Episode, nämlich die Funktion als Backdoor-Pilot für das Spin-off mit Gina Torres im Mittelpunkt. Wir sehen in Rückblicken, wie Jessica aufgewachsen ist, wie sie wurde, was sie heute ist und wieso sie nicht zurückweichen wird, auch wenn der Bürgermeister einer amerikanischen Millionenstadt einen Preis auf ihren Kopf aussetzen sollte. „Wenn du denkst, dass du nur ein Mädchen bist, dann ist das auch alles, was du jemals sein wirst“, sagt ihr Vater zu ihr im Schulalter. Das hat Jessica verinnerlicht. Sie weiß, was sie kann und sie würde sich eher über- als unterschätzen - eine Qualität, die wir an Harvey oft sehen. Nur hat Jessica eine höhere Treffisicherheit als ihr ehemaliger Schützling.
Wir erfahren auch, dass sie Harvey in die Schusslinie holt, weil sie Jeff (D. B. Woodside) schützen will, der sich an ihrer Seite sofort in den Kampf schmeißen möchte. Und sich berechtigterweise Sorgen um sie macht...
Wir lernen Jessicas Gegnerin kennen, die rechte Hand des Bürgermeisters, pardon, die Anwältin der Stadt, Keri Allen (Rebecca Rittenhouse, Blood & Oil). Die scheint im ersten Eindruck überraschend unvorbereitet, wenn auch gelungen angriffslustig. Sie lenkt Jessica in die Richtung von Pat McGann, einem zwielichtigen Bauunternehmer. Den trifft sie natürlich in luftiger Höhe auf einer Baustelle. Wie kann es eigentlich sein, dass Jessica nicht vorher darauf gekommen ist, mit ihm zu sprechen? Na ja, sie muss halt erst noch lernen, dass man in Chicago mehr als nur teure Schuhe braucht...
Vor Gericht sieht es dann auch nicht mehr so gut aus, weil Jessica ihr New Yorker Leben lang ihre Tante nicht angerufen hat. Harveys wenig glaubwürdiger Ausraster am Flussufer ist ja auch nur dafür da, dass Jessica ihre traurige Kindheitsgeschichte rausholen kann. Aber wieso hat sie den Tod ihres Vaters nicht vor Gericht zum Besten gegeben, oder ihre Tante darauf vorbereitet? Also in diesem Teil der Geschichte sind alle sehr Suits-untypisch schlecht vorbereitet.
Als Allererstes hätte Jessica ehrlich sein müssen zu Angela (Chantel Riley) und ihrer Tante (Juanita Jennings). Das versucht sie dann, zur Hälfte der Episode Good-Bye nachzuholen.
Als sie selbst dann von Harveys Flughafenstalker bedroht wird, sieht sie, wie ernst es ist. Und wo ist eigentlich Jeff die ganze Zeit? Er wäre kein schlechter Eisbrecher bei Jessicas Verwandten gewesen.
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Unterwegs wird Jessica dann auch noch Harvey los und kümmert sich um ihr Happy End alleine. Es braucht halt doch nur eine Jessica Pearson, um jemanden wie McGann zur Strecke zu bringen. Damit arbeitet sie sich bis zu einem Treffen mit dem Bürgermeister vor, allerdings nicht im Büro, sondern nachts auf einer Baustelle. Bobby Golec (Morgan Spector), der gewählte Offizielle, führt sich noch gruseliger auf als der schmierige Bauunternehmer. Am Ende bekommt Jessica jedoch keine Mafiabehandlung, sondern ein Jobangebot. Wir dürfen gespannt sein, wie ihr neues Arrangement in dem anstehenden Spin-off rüberkommt.
Robert Zane kommt: My name comes first!
Zu Hause in New York versucht Louis (Rick Hoffman), mit Robert (Wendell Pierce) zu sprechen, doch der ist nicht mehr besonders kooperativ. Einen neuen Plan bringt Alex (Dule Hill) ins Spiel. Er geht zu seinem alten Erzfeind Eli (John Kapelos) und versucht die Partner, die klagen, in dessen Kanzlei unterzubringen, was ihm dank Druckmittel auch gelingt. Der Plan dahinter ist, dass sie durch die Jobangebote beweisen können, dass die ehemaligen PSL-Anwälte nicht beschädigt, sondern umworben sind - trotz der unseligen Mike-Geschichte.
Ohne Harveys Coolness sieht Louis trotz dieses guten Tricks im Konferenzraum ziemlich blass aus und muss sich vor Gericht zerren lassen. Donna (Sarah Rafferty) muss also Mike (Patrick J. Adams) aus seinem Charity-Fall holen. Er versucht, Robert davon zu überzeugen, selbst mit zahlreichen Partnern zu SL zu stoßen, so dass die auf der anderen Seite sie nicht überstimmen können. Im letzten Moment und dank Mikes Hilfe kommt Robert zu Louis' Rettung, auch wenn er ihn im Anschluss dann doch mittelschwer beleidigt. Ist vermutlich ein Versuch, sein eigenes Territorium abzustecken, denn von der nächsten Staffel an heißt es wohl Zane Specter Litt.

Rachels und Mikes Ritt in den Sonnenuntergang: We'll be running a firm in Seattle
Und dann ist da ja auch noch der Fall des Bräutigams. Mike muss feststellen, dass seine Gegner mehr Vorarbeit geleistet haben, als er dachte und auch, dass Oliver (Jordan Johnson-Hinds) mal wieder versagt hat im Vorfeld. Gut, dass Rachel (Meghan Markle) und Mike wieder mal den richtigen Dreh finden, das Ganze doch noch zu einem Erfolg zu bringen.
Unterdessen hat Rachel die Initiative übernommen und ist zu Forsyth gegangen, um über den nun doch ehrbaren Job in Seattle zu sprechen. Es wird also doch kein Island-Jahr für die beiden, dafür aber ein emotionaler Freundschaftsmoment für Rachel und Donna. Aber wer könnte auch nur für einen Moment glauben, dass Donna die Neuigkeit nicht sofort an Harvey weitergeben würde?
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In den letzten zehn Minuten ist es dann so weit. Donna hat in Rekordzeit eine romantische Hochzeit auf die Beine gestellt und wir dürfen uns über schöne Ehegelübde, ein hübsches Kleid und jede Menge tiefe Blicke freuen. Das Jawort ist dann aber nicht das Ende, denn neben Rachel verabschiedet sich ja auch Mike mit dieser Episode aus der Story. Ob es ein Abschied auf Raten wird wie bei Jessica bleibt abzuwarten, aber es ist nur folgerichtig, dass die beiden zentralen Figuren dieser sieben Staffeln noch ein paar Extraminuten bekommen. Harvey und Mike verabschieden sich an der Bar mit einer kurzen Unterhaltung und einer emotionalen Umarmung.
Fazit
Good-Bye ist eine bis an den Rand vollgepackte Episode. Der größte Teil davon ist nach allen Maßstäben gelungen, die die Serie Suits uns in sieben Staffeln vorgegeben hat. Fernab von Kitsch wird die Hochzeitsszene in knackigen zehn Minuten über die Bühne gebracht, auch der Abschied zwischen Harvey und Mike wird eine kurze, aber emotionale Angelegenheit.
Der Abschied als Brautpaar ist für Mike und Rachel sehr passend, schließlich handelte die Serie auch immer davon, wie die beiden zusammenfinden können.
Als Backdoor-Pilot funktioniert die Episode auch gut, denn Jessica hatte schon immer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da braucht es nicht viel, um eine bestechende Story aufzubauen. Dass sie sich auf neues Terrain begibt, fernab der Hochglanzbüros der New Yorker Wolkenkratzer macht die Sache erst richtig spannend.
Die letzten Minuten des Staffelfinales widmen sich der Serienzukunft. Wir sehen, wie Jeff sich enttäuscht von Jessica trennt und wie Donna und Harvey auf die Tanzfläche ziehen.
Verfasser: am Donnerstag, 26. April 2018(Suits 7x16)
Schauspieler in der Episode Suits 7x16
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