Star Trek: Picard 1x01

Star Trek: Picard 1x01

Mit der Folge Remembrance startet die US-Serie Star Trek: Picard in ihre erste Staffel. Jean-Luc hat sich vor Jahren auf sein Weingut zurückgezogen und der Föderation den Rücken gekehrt. Plötzlich steht eine junge Frau vor ihm und sucht nach Antworten, was sogleich das Interesse unseres ehemaligen Captains weckt.

Star Trek: Picard
Star Trek: Picard
© Paramount+

Star Trek: Picard

Nachdem das Star-Trek-Franchise durch Star Trek: Discovery neu belebt wurde und dem US-Streamingdienst CBS All Access eine gute bis sehr gute Starthilfe verschaffte, lässt sich nun endlich die zweite „Trek“-Serie des Senders blicken - und wird sicher ähnlich für Furore sorgen. Wobei, halt, mit den kurzen „Short Treks“ gibt es eigentlich nun schon drei Serien. Und weitere sind angekündigt, sowohl in animierter als auch in live action-Form. Für Trekkies (und solche, die es werden wollen) dürfte das neue Jahrzehnt somit einiges bereithalten.

Star Trek: Picard setzt nun über 20 Jahre nach dem letzten Kinofilm mit der Crew aus Star Trek: The Next Generation ein. Im Mittelpunkt steht Jean-Luc Picard (Patrick Stewart), der sich vor langer Zeit von der Sternenflotte abgewandt und auf sein Weingut zurückgezogen hat. Dort ist er von den Romulanern Laris (Orla Brady) und Zhaban (Jamie McShane) sowie seinem Hund „Number One“ umgeben und versucht, seinen Ruhestand zu genießen.

Die Vergangenheit soll Jean-Luc aber schon bald einholen und hat ihn nie so richtig losgelassen, wie bereits der anfängliche Traum mit Data (Brent Spiner) zeigt, bei dem der Mars für ein böses Erwachen sorgt. Im Grunde genommen gibt es zwei wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit, die uns in einem Interview, welches Picard in seinem Anwesen gibt, nähergebracht werden. Die Zerstörung von Romulus durch eine Supernova und der Angriff auf Mars durch Androiden.

Durch das Interview erfahren wir alles Nötige über die jetzige Welt, weshalb Picard sich zurückgezogen hat und wie Laris und Zhaban zu ihm kamen. Seine Antworten auf die sehr eindringlichen Fragen wirken überlegt, sind von humanitären Gedanken geprägt und geben auch durch Mimik und Gesten wunderbar wieder, mit wem wir es bei Jean-Luc Picard zu tun haben. Somit nimmt der Auftakt die erste große Hürde schon fast spielend und führt uns gekonnt in die neue Welt mitsamt der Hauptfigur ein.

Daughter

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Das eigentliche Abenteuer steht schließlich mit Dahj (Isa Briones) unserem ehemaligen Captain gegenüber. Es fällt mit den ersten Szenen - bevor sie Picard aufsucht, dessen Gesicht sie kurioserweise vor Augen hat - nicht schwer, zu erahnen, dass sie eine Androidin ist und davon nichts weiß. Im weiteren Verlauf machen wir zusammen mit Jean-Luc und Dahj ein paar Entdeckungen, ehe ihre (romulanischen) Häscher erneut zuschlagen und Dahj dabei vernichtet wird.

Die Frage nach Dahjs Herkunft steht im Mittelpunkt und soll Jean-Luc noch weiter beschäftigen. Ihre Verbindung zu Data und einem Gemälde, welches dieser bereits vor 30 Jahren gemalt hatte, sorgen für die wohl größte Überraschung der Episode. Ihre Geschichte ist aber auch deshalb fesselnd und spannend, weil Dahj bereits von Beginn an sympathisch wirkt. So verlässt sie Jean-Luc zwischenzeitlich, um ihn nicht in Gefahr zu bringen. Die Regisseurin Hanelle M. Culpepper lässt sich zudem die nötige Zeit, die Story nicht zu schnell zu entblättern, womit auch der letzte Twist gut sitzt. Denn Dahj hat eine Zwillingsschwester, die uns kurz vor Episodenende auf einem romulanischen Stützpunkt präsentiert wird, der verdächtig nach einem Borgwürfel aussieht.

Insgesamt macht der Auftakt storytechnisch einen guten ersten Eindruck und übt mit Leichtigkeit eine Sogwirkung auf den Zuschauer aus. Ähnlich wie bei Jean-Luc wird unser Interesse an Datas „Töchtern“ geweckt, deren Existenz bereits - auch mit Blick auf das Verbot von Androiden - eine große Überraschung ist. Insofern bin ich sehr gespannt auf die weiteren Folgen und Abenteuer, in die sich unser ehemaliger Captain begeben wird.

Weitere Figuren

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Natürlich erwarten uns neben Dahj (und Soji) noch ein paar andere neue Gesichter. Zu nennen sind hier Dr. Agnes Jurati (Alison Pill), die im Daystrom Institut auf Okinawa arbeitet und Narek (Harry Treadaway), der uns nur sehr kurz in den letzten Szenen vorgestellt wird. Wie bereits bekannt sein dürfte, werden diese beiden Figuren für den weiteren Verlauf der Geschichte noch wichtig, schließlich werden Pill und Treadaway als Hauptdarsteller gelistet.

Nach der ersten Folge will ich mir aber noch kein Urteil über diese beiden neuen Figuren erlauben, denn dazu sind die Auftritte in der Tat zu kurz. Es lässt sich zwar schon absehen, weshalb Jurati für die weitere Geschichte von Bedeutung ist und auch, dass Narek und Soji schnell Freunde (oder mehr) werden, aber für mehr reicht die kurze Screentime der beiden noch nicht.

Abzuwarten gilt derweil auch, welche anderen, bekannten Gesichter aus den alten Serien uns noch erwarten beziehungsweise wann sie ihre Auftritte haben und wie groß die dann ausfallen. Bereits in den Trailern ließen sich mehrere Figuren blicken, so dass wir uns sicher sein können, dass nicht nur Data (und B-4, der tatsächlich im Koffer aus dem Trailer liegt) vorkommt. Somit ist die Serie auch unter diesem Gesichtspunkt spannend und Vorfreude auf diese kommenden Auftritte ist ebenfalls gegeben.

Atmosphäre, Sets, Optik

CBS All Access
CBS All Access - © CBS All Access

Bereits im Vorfeld wurde von den Machern angesprochen, dass sich jede neue Star Trek-Serie anders anfühlen soll. Star Trek: Picard ist selbstverständlich an Star Trek: The Next Generation angelehnt, was nicht nur durch den Hauptdarsteller bemerkbar wird. Insgesamt wirkt hier alles heller, bunter und „freundlicher“ als in Star Trek: Discovery, wo uns die Auftaktfolgen direkt in einen Krieg hineinwarfen.

An Licht mangelt es Star Trek: Picard jedenfalls nicht, womit die unterschiedlichen Orte und Sets auch meist voll zur Geltung kommen und erkennen lassen, dass an dem Budget nicht gegeizt wurde. Allein schon Picards Anwesen ist eine Augenweide und selbst, wenn es mal etwas dunkler wird, ist es nie zu dunkel. Im Archiv (und nicht nur dort) erwarten uns zudem zahlreiche Gegenstände, die auf die alte Serie beziehungsweise Picards Vergangenheit anspielen - manche mehr, manche weniger prominent in Szene gesetzt.

Optisch fühlt sich die neue Serie gut und richtig an, das Intro sieht interessant aus und baut direkt ein paar Hinweise auf die Handlung ein und musikalisch passt es für meinen Geschmack auch. Somit fällt es leicht zu glauben, dass wir uns in der Zukunft von Star Trek: The Next Generation befinden, obwohl es damals natürlich um die Qualität noch nicht so gut bestellt war. Mir ist es jedenfalls sehr leichtgefallen, in diese positiv(er) anmutende Atmosphäre einzutauchen.

Wobei natürlich nicht alles positiv wirken soll und diverse Ereignisse dann auch entsprechend gestaltet sind. Wenn Dahjs Freund zum Beispiel eine Klinge in die Brust bekommt oder auf die Zerstörung von Romulus oder die Attacke auf den Mars gelenkt wird, ist die Wirkung deutlich anders - ist aber eben auch so gewollt. Positiv anmerken möchte ich derweil noch die Choreografien bei den beiden Actionsequenzen mit Dahj. Die haben mir wirklich sehr gut gefallen.

Fazit

CBS All Access
CBS All Access - © CBS All Access

Jean-Luc Picard ist zurück und beschert uns mit Remembrance einen schönen wie spannenden Auftakt, der Lust auf das weitere Abenteuer macht. Patrick Stewart findet mit Leichtigkeit in seine alte Rolle zurück, während die Geschichte von Dahj mit einigen wohl platzierten Überraschungen aufwarten kann. Qualitativ ist Star Trek: Picard derweil ganz vorne dabei und lässt kaum Wünsche offen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen (ein bisschen Luft nach oben muss einfach bleiben). Und von Euch?

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Hier noch der Trailer zur neuen US-Serie „Star Trek: Picard“:

Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 23. Januar 2020

Star Trek: Picard 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Star Trek: Picard 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Gedenken
Titel der Episode im Original
Remembrance
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 23. Januar 2020 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 24. Januar 2020
Autoren
Michael Chabon, Alex Kurtzman, Kirsten Beyer
Regisseur
Hanelle M. Culpepper

Schauspieler in der Episode Star Trek: Picard 1x01

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