Star-Crossed 1x01

Star-Crossed 1x01

Die neue The-CW-Serie Star-Crossed versucht, ein politisch relevantes Thema in einen futuristischen Kontext zu setzen. Gleichzeitig wird uns eine klassische Liebesgeschichte präsentiert. Das Ergebnis gestaltet sich jedoch eher platt, klischeebehaftet und wenig überzeugend.

Aimee Teegarden und Matt Lanter als Emery und Roman in der neuen The-CW-Serie „Star-Crossed“ / (c) The CW
Aimee Teegarden und Matt Lanter als Emery und Roman in der neuen The-CW-Serie „Star-Crossed“ / (c) The CW

Der amerikanische Sender The CW hat sich ganz bewusst eine bestimmte Art von TV-Serien auf die Fahne geschrieben. So erreicht das Network auch zweifellos seine auserkorene junge und weibliche Zielgruppe und kann darüber hinaus auch einige Erfolge vorweisen. Beispiele hierfür sind unter anderem TV-Serien wie The Vampire Diaries, Supernatural (seit der zweiten Staffel) oder auch Arrow, obwohl gerade letztere ein neueres und vor allem breiteres Publikum anspricht.

Star-Crossed hingegen ließe sich wohl als ein klassisches Produkt von The CW beschreiben. Die neue Sci-Fi-Teenserie erfüllt dahingehend wohl sämtliche Kriterien, die den Sender so bekannt gemacht haben. Es gibt jugendliche Darsteller, eine (oder vermutlich gleich mehrere) schwülstige Liebesbeziehung(en), dazu eine Highschool, welche als einer der Haupthandlungsorte dient, und reichlich aufgesetztes Drama. „Star-Crossed“ schafft es einfach nicht, diesen typischen Attributen von vielen The CW-Serien zu entrinnen, was wiederum auch genau so gewollt sein könnte.

Zugegeben, die Prämisse von „Star-Crossed“ mag auf den ersten Blick gar nicht einmal so uninteressant sein. Doch diese wird zu oft leider nicht nur zu einfach und platt vorgetragen, sie rückt auch im Laufe der Auftaktepisode immer mehr in den Hintergrund und muss einem drögen Teeniedrama Platz machen. So enttäuscht „Star-Crossed“ trotz einiger ordentlicher Momente insgesamt.

Invasion

Wie bereits erwähnt, gefällt die Prämisse von Star-Crossed, auch wenn sie im Folgenden eher schwach vorgetragen wird. Am 17. September 2014 stürzte auf der Erde ein Raumschiff einer außerirdischen Alienrasse ab. Die „Atrians“ vom Planeten Atria suchten auf der Erde Zuflucht, wurden jedoch eher unfreundlich von den Menschen begrüßt. Zehn Jahre später scheinen die Fronten zwischen der menschlichen und außerirdischen Bevölkerung verhärtet. Letztere leben in einem rund um die Uhr überwachten Sektor und müssen sich tagtäglich den rassistischen Anfeindungen der Menschen stellen.

Jedoch soll die Beziehung zwischen Mensch und Atrianer auf ein neues, friedvolleres Level gehoben werden. So wird ein gemeinschaftliches Schulprojekt gestartet, in dem sieben jugendliche Atrianer an eine normale Highschool versetzt werden. Dies soll wiederum den Weg für ein besseres Zusammenleben ebnen und die Mauern der Rassendiskriminierung einreißen.

In diesem Setting treffen wir auf die beiden Hauptcharaktere, Emery (Aimee Teegarden, Friday Night Lights) und der Atrianer Roman (Matt Lanter, 90210). Beide sind bereits vor zehn Jahren aufeinandergetroffen, als Emery Roman in einer schwierigen Situation geholfen hatte. Jetzt begegnen sie sich abermals, als Emery zurückkehrt zur Highschool und Roman mit seinen atrianesischen Freunden im Rahmen des weiter oben erwähnten Schulprogramms an die Marshall High School kommt.

Test subjects

Eines muss man Star-Crossed lassen: Die allgemeine Idee hinter der Serie mag zwar nicht die originellste sein, jedoch gelingt es den Machern gerade am Anfang, diese eindringlich zu präsentieren. Dabei wird sowohl die Integrations- und Assimilationsproblematik der fremden Alienbevölkerung aufgegriffen als auch wiedergegeben, mit welcher Art von Anfeindungen sich die Atrianer auseinandersetzen müssen. Dies ist zu Beginn der Folge noch relativ subtil gehalten, wird dann aber leider brachial totgeritten. Daran sind größtenteils die Dynamiken unter den einzelnen Figuren Schuld, welche nicht müde werden, uns daran zu erinnern, wie sehr sie doch einander hassen. Dabei geht „Star-Crossed“ Schritt für Schritt die Ernsthaftigkeit verloren und so driftet die Serie immer mehr in Richtung simpler Plattitüden und klischeehafter Handlungsstränge ab.

Auch die Darsteller leisten ihren Beitrag, dass Star-Crossed eher nur vor sich hinplätschert und nicht richtig überzeugen kann. Sehr oft fühlen sich die jeweiligen Darbietungen nämlich zu aufgesetzt und überdramatisiert an. Ganz davon abgesehen, dass hier ein/e DarstellerIn besser als die/der jeweils andere aussieht und so gut wie keine/r von ihnen als Jugendliche/r im Alter von 16 Jahren durchgeht. Auch hier hätte es „Star-Crossed“ gutgetan, ein wenig herunterzufahren und nicht gleich dermaßen auftischen zu wollen.

So verpuffen nämlich viele augenscheinlich dramatischen Momente - sie laufen schlichtweg ins Leere. Die Autoren versuchen, dies dann durch eher überbordende Musik zu kaschieren. Das kann zwar vielleicht den einen oder anderen emotional abholen, doch auch dieser Ansatz ist insgesamt viel zu einfach, um zusammen mit der Pilotfolge von Star-Crossed dramaturgisch nachhaltig in den Köpfen der Zuschauer hängenzubleiben.

These things take time

Darüber hinaus erkennt der gemeine Serienfan sogleich bekannte Muster, wodurch Star-Crossed zu schnell zu vorhersehbar wird. Natürlich bauen Emery und Roman eine besondere Beziehung zueinander auf und natürlich ist Emerys Vater Chef der Sektorsicherheit und Romans Vater wiederum ein Botschafter der Atrians, welcher tragischerweise am Ende der Episode von Emerys Vater erschossen wird. Hier erkennt selbst der Laie, dass die Serienmacher ein wenig zu weit gegangen sind und die Auftaktfolge zu sehr überladen haben - ein klassisches Problem vieler Pilotepisoden.

Bereits jetzt erahnt man diverse aufgesetzte Konflikte, gefährliche Dreiecksbeziehungen und Verrat untereinander, was man alles viel subtiler und angenehmer hätte einführen können. Doch auch hier bedient The CW seine Zielgruppe, welcher die ausführlich erklärte Ausgangslage mehr als nur auf dem Silbertablett präsentiert wird. Dabei ensteht dann sogar der Eindruck, dass die Prämisse von Star-Crossed nicht nur immer mehr in den Hintergrund rückt, sondern auf viel zu einfache Aspekte runtergebrochen werden könnte. So könnte am Ende nur noch ein launisches Highschoolliebesdrama mit leichten „Romeo und Julia“-Anleihen übrigbleiben. Es wäre zu früh, um jetzt schon derartig über „Star-Crossed“ zu urteilen, jedoch gibt es bereits in der Auftaktepisode genügend Hinweise, die eben genau auf eine solche Entwicklung hindeuten.

Fazit

Das grundlegende Konzept von Star-Crossed hätte durchaus Potential, durch originelle Einfälle und eine subtilere Inszenierung zu überzeugen. Leider verspielen die Serienmacher im Laufe der Auftaktepisode von „Star-Crossed“ viele ihrer Trümpfe recht leichtfertig. Dabei darf man aber auch nicht abstreiten, dass einige wenige Momente ganz nett gelungen sind. Auch visuell hat man schon weit Schlechteres gesehen - die Sektorzone der Atrians weiß hier zum Beispiel mit ihrer Shanghai-Bangkok-Optik aus zusammengewürfelten Behausungen gut zu gefallen.

Jedoch hapert es in Star-Crossed gleich an mehreren anderen Stellen: Die recht eindimensionalen Charaktere fallen durch übertriebene und aufgesetzte Darbietungen negativ auf und schnell wird der Fokus auf eine uninspirierte Teenieliebesgeschichte gelegt. Hinzu kommen einige fragwürdige Momente, welche schlichtweg wenig Sinn ergeben (zum Beispiel der geheime Safrangarten auf den Dächern über der Sektorzone, von dem niemand etwas weiß, welcher jedoch problemlos von einem der ständig umherfliegenden Hubschraubern entdeckt werden könnte).

Man merkt Star-Crossed zwar eine gewisse politische Relevanz an, doch daraus wird in der Pilotepisode einfach viel zu wenig gemacht. Dies kann sich zwar noch in den folgenden Episoden ändern, doch es besteht die Sorge, dass dies zu simpel behandelt wird und somit die Bedeutung der hier gegebenen Thematik zu kurz kommt. Genrefans, die sich von der Pilotfolge nicht haben abschrecken lassen und Hoffnung haben, dass eine ausgewogenen Balance zwischen politisch relevantem Hintergrund und zwischenmenschlichem Drama doch noch eintritt, dürften wohl dranbleiben. Wie so viele andere Formate des Senders The CW hat auch „Star-Crossed“ das allgemeine Potential, sein Publikum zu finden. Der Verfasser dieser Rezension gehört jedoch nicht zu diesem und wird damit wohl auch nicht alleine dastehen.

Verfasser: Felix Böhme am Dienstag, 18. Februar 2014

Star-Crossed 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Star-Crossed 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Zwei Welten
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 17. Februar 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 1. Juni 2015
Autor
Meredith Averill
Regisseur
Gary Fleder

Schauspieler in der Episode Star-Crossed 1x01

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