The Shannara Chronicles 2x10

The Shannara Chronicles 2x10

Mit den abschließenden Episoden Wilderun und Blood verabschiedet sich die zweite Staffel der Shannara Chronicles von den Fernsehbildschirmen und lässt den finalen Kampf gegen den bösen Warlock Lord vonstatten gehen.

Der Warlock Lord (Manu Bennett) (c) Spike TV
Der Warlock Lord (Manu Bennett) (c) Spike TV
© er Warlock Lord (Manu Bennett) (c) Spike TV

Wilderun

Die vorletzte Episode Wilderun lässt The Shannara Chronicles direkt dort weitermachen, wo wir vergangene Woche aufgehört haben. Allanon (Manu Bennett) und Mareth (Malese Jow) sind im Begriff, von den Männern der Crimson geröstet zu werden, doch dann erscheint Jax ex Machina (Gentry White) auf der Bildfläche und führt sein Ich-weiß-nicht-wie-vieltes Überraschungs-Rettungsmanöver dieser Staffel durch. Dazu sei gleich gesagt, dass der spannende Aspekt der magiekritischen Crimson-Gruppe mit dem Tod von General Riga (Desmond Chiam) vollkommen links liegengelassen wird. Die verbleibenden Anhänger schließen sich nach einer Ansprache von Jax der Verteidigung von Leah an und das war es mit diesem Handlungsstrang. Enttäuschend!

Von Steampunk-Druide Cogline (Andrew Grainger) erfahren wir, dass der goldene Stein, den Prinzessin Lyria (Vanessa Morgan) von ihrer Königin Mutter erhalten hat, ebenfalls ein mächtiger Elfenstein ist und sie ihn aus Sicherheitsgründen niemals ablegen sollte. Der Ex-Druide räumt auch noch ein, dass er einst das Schwert von Shannara geschmiedet hatte, welches eine Verschmelzung von Magie und Technologie darstellen soll. Inwiefern Technik im Spiel ist, bleibt allerdings ein Rätsel. Vielleicht ist das Schwert bluetoothfähig, wer weiß...

Spike TV
Spike TV - © Spike TV

Eretria (Ivana Baquero) schenkt Cogline endlich reinen Wein ein, was ihr kontinuierliches Abdriften in die Dunkelheit angeht, und wird sofort fachmännisch betreut, indem sie gemeinsam mit Wil (Austin Butler) und Lyria in einen elektrisch abgesicherten Kasten gesperrt wird, der zumindest vor ungeladenem Wraith-Besuch schützen soll. Leider obsiegt während der Sicherheitsverwahrung das Böse in ihr und sie geht auf ihre Verbündeten los. Beim nächsten Mal sollte die potentielle Überläuferin vielleicht doch lieber Einzelhaft genießen.

In Greymark geschieht schließlich, was viele schon fest für letzte Woche vorausgeahnt hatten: Der Warlock Lord (Bennett) pustet Bandon (Marcus Vanco) die Lichter aus, nachdem dieser größenwahnsinnigerweise meint, seinen Meister nicht länger zu benötigen und ihn angreift. Natürlich geht auch dieser Charaktertod eines Bösen nicht ohne die Last-Minute-Einsicht („Allanon hatte Recht...“) vonstatten und als der gute Druide vor Ort erscheint und Bandons Leiche findet, überwältigt ihn die Trauer, versagt zu haben. Den Autoren war das aber nicht genug, weshalb ein weiteres unbekanntes Kind eingeführt und wenige Momente später umgebracht wird, um Allanons Motivation eindeutig zu machen. Dem großen Manu-Bennett-Mirror-Match der Druiden steht jedenfalls nichts mehr im Weg...

Blood

Die politisch komplexere Story um die fundamentalistischen Crimson-Anhänger aus dem Weg geräumt, kann sich The Shannara Chronicles im Finale mit dem Titel Blood voll und ganz auf den reinen Kampf zwischen Gut und Böse konzentrieren. Der geht dann leider genauso abgedroschen vonstatten, wie man es sich nur vorstellen kann, indem sich der gute und der böse Druide gegenüberstehen und guter blauer Zauberstrahl gegen bösen roten Zauberstrahl prescht. Gleichzeitig beinhaltet die Folge einige der klischeehaftesten Dialogfetzen der gesamten Serie, zu denen Perlen wie „Can you feel it? Destiny!!“ oder auch „Light always overcomes darkness!“ zählen. Der unbeeindruckende Zauberkampf endet jedenfalls trotz der Einmischung durch Cogline und dessen elektrischer Feuerkraft mit dem Tod des bereits geschwächten Allanon, der die Fackel des Druidentums an seine Tochter Mareth weitergibt, die als nächste in der Erbfolge gleichzeitig die Königin der Elfen werden soll, was sie verständlicherweise ganz schön stresst.

Eretria und ihre bösen Echsenaugen liefern als frisch rekrutierte Untergebene des Warlock Lords ihre Freundin Lyria aus. Zusammen mit ihr und dem goldenen Elfenstein gelingt es dem Oberschurken, Zugang zum Heaven's Well im Menschenkönigreich zu erlagen und mit seinem Blut das Trinkwasser zu verfluchen. In Leah treibt Eretria weiterhin ihr Unwesen und legt sich sogar mit Jax an, kann aber durch ein wenig Blutmagie und einen Exorzismus von Ghost Buster Cogline kuriert werden. Too easy!

Spike TV
Spike TV - © Spike TV

Mareth und Wil stellen sich unterdessen im Endboss-Kampf dem Warlock Lord, der nach Durchbohrung durch das Shannara-Schwert wie angekündigt zu Boden geht beziehungsweise desintegriert wird. Ein weiterer Kampf, der wirklich nicht unspektakulärer hätte ausfallen können. Der schwer verletzte Wil stellt am Ende fest, dass sein Shannara-Blut das verseuchte Wasser reinigen kann und stürzt sich nach einem dramatischen Abschied (inklusive Knutscherei für Mareth-Wil-Shipper) ins Wasser, das durch seine Shannararigkeit den vollen Geschmack zurückerhält. Die letzten zehn Minuten sind einem Epilog gewidmet, in welchem Eretria sich aus Angst, erneut Böses zu tun, von der frisch gekrönten Königin Lyria trennt und Druidin Mareth plötzlich spürt, dass Wil doch noch irgendwo am Leben ist.

To be continued...

Fazit

Nach einem enttäuschenden Start hatte die zweite Staffel von „The Shannara Chronicles“ (für seine Verhältnisse) ganz schon an Spannung zugelegt, nur um genauso enttäuschend zu enden, wie sie angefangen hat. Miese Dialoge und Schauspieler auf Seifenopern-Niveau waren wir gewohnt, doch in Verbindung mit einer schmerzhaft abgedroschenen Story für das Finale war hier fast gar nichts mehr zu holen.

Mit der plötzlichen Auflösung der Crimson-Gruppe wurde bedauerlicherweise der interessanteste Konflikt der Staffel gelöscht, der sich innerhalb der Welt garantiert nicht einfach so in Wohlgefallen aufgelöst hat und mit dem postapokalyptischen Setting wurde noch weniger angestellt als in Staffel eins. Gleichzeitig ist bis auf eine vage Heldenzuschreibung (destiny!!) immer noch nicht klar, was es mit dem Shannara-Titel auf sich hat.

Ob das Ganze eine treue Adaption der Vorlage ist? Keine Ahnung. Fakt ist, jemand hat sich dazu entschlossen, diese Geschichte zu dieser Zeit auf diese Weise zu erzählen. Doch selbst für Freunde von Young-Adult-Ware dürfte es hier am Ende etwas zu sehr an Substanz oder gar einfachem Unterhaltungswert gefehlt haben.

Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 23. November 2017
Episode
Staffel 2, Episode 10
(The Shannara Chronicles 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Blut
Titel der Episode im Original
Blood
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 22. November 2017 (Spike)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 14. Dezember 2017
Regisseur
Brad Turner

Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 2x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?