The Shannara Chronicles 2x08

© ruide Allanon (Manu Bennett) geht in sich. / (c) Spike TV
Warlock
Während General Riga (Desmond Chiam) und seine Männer in Warlock das Königreich von Leah einnehmen, können sich Eretria (Ivana Baquero) und Lyria (Vanessa Morgan) gerade noch retten. Königin Tamlin (Caroline Chikezie) hingegen bleibt zurück, um für ihre Sünden zu bezahlen und vor allem, weil es so sehr viel dramatischer ist. Nach einer Menge Einsicht, falsch gehandelt zu haben, schreitet sie schließlich erhobenen Hauptes in den Abgrund, ehe Riga sie stoßen kann. Jax (Gentry White) und Gnom Slanter (Glen Levy) sollen als Verbündete der Elfen als Nächstes dran sein.
Der Tod von König Ander (Aaron Jakubenko) und Königin Tamlin eröffnet die Frage der Thronfolge, die nicht nur auf Blutrecht zurückgeht, sondern übernatürliche Legitimation zu haben scheint. Wie in „The Lord of the Rings“ (der wohl größten Inspiration für „Shannara“) ist es eben nicht nur beliebige Tradition, die eine bestimmte Familie bevorzugt. Einige Personen sind in dieser Welt eben doch mehr wert als andere, weshalb der Stuart of Gondor nie ein so guter Herrscher sein konnte wie der genetisch prädestinierte, am Ende zurückgekehrte König. Das ganze Thema hat heute einen faden Beigeschmack, ist aber keine Seltenheit in der Fantasyliteratur und wurde von Brooks auch für sein Werk übernommen.
Wichtig wird dies in Bezug auf Prinzessin Lyria, die nun der Schlüssel zum Heaven's Well ist, an welchen der Warlock Lord früher oder später heranwollen wird. Aber auch die Thronfolge der Elfen ist davon betroffen, wie wir feststellen, als Mareth (Malese Jow) ihrem bewusstlosen Vater in seine innere Druiden-Matrix folgt. Das Ritual soll ihn aus dem Koma holen, aber Allanon (Manu Bennett) will zunächst seinen verstorbenen Mentor Bremen (Kevin J. Wilson) um Rat fragen. Von diesem erfahren wir, dass es nicht Bandon (Marcus Vanco) war, der als sein Nachfolger vorgesehen war, sondern Mareth, die durch ihre Mutter gleichzeitig die rechtmäßige Herrscherin der Elfen sein müsste.

Eretria wird unterdessen abermals von Visionen von Amberle (Poppy Drayton) heimgesucht und dazu angehalten, dem gemeinsamen Bekannten Wil (Austin Butler) zum Ellcrys in Arborlon zu führen. Dies sei der einzige Weg, die Four Lands zu retten. Der Halbelf hat jedoch mittlerweile sein gesamtes Helden-Mojo aufgebraucht und glaubt speziell nach dem Kampf gegen Bandon nicht mehr daran, noch etwas beitragen zu können.
In der Festung Graymark kommt es schließlich, wie es kommen muss: Bandon stürmt die Bastion der Crimson eigenhändig und beweist abermals, wie OP er eigentlich ist (und wie wenig Chance Wil im Zweikampf mit ihm hatte). Mithilfe des Herzens und des Schädels seines Meisters vollendet er das Ritual und bringt somit den Warlock Lord zurück. Und was für eine Show das inklusive Nu-Metal-Soundtrack und Pyrotechnik im Thronsaal ist, die mit der Überraschung endet, dass der magische Endboss ebenfalls von Allanon-Darsteller Manu Bennett gespielt wird.
Amberle
Zu Beginn der Episode Amberle wird deutlich, dass die Crimson auch das elfische Königreich von Arborlon eingenommen haben. Den Kampf darum haben wir nicht gesehen, aber das ist vielleicht auch eleganter so. Mit großen Schlachten hatte es „Shannara“ bisher nicht so. Eretria ist vor Ort, um einigen Elfen aus der Bredouille zu helfen und ist gegen die Magiegegner gewohnt effektiv. Als jedoch ein weiterer Wraith erscheint, dringt er in sie ein und speist ihre innere Dunkelheit, was düstere Konsequenzen hat, wie wir am Ende der Episode feststellen...
Dunkel geht es auch in Anwesenheit des frisch erwachten Warlock Lords vor sich. Bandon wünscht sich von ihm, dass er Catania (Brooke Williams) wiedererweckt, die nun plötzlich seine große Liebe und Motivation gewesen sein soll. Der Warlock Lord erfüllt seinen Wunsch im Stil einer Bühnenmagiershow und stellt sich danach - Überraschung! - als wenig vertrauenswürdig heraus, indem er die Elfin in einen willenlosen Sexsklavenzombie verwandelt. Bandon soll sich von ihr losmachen und bringt sie auf Geheiß seines Gebieters tatsächlich um, um seine Loyalität zu beweisen. Herrje!
Die einzige Chance gegen die finstere Macht des Warlock Lords ist Shannara-Nachkomme Wil, der sich gerade wieder im Verweigerungsmodus der Campbell'schen Heldensagenschablone befindet und von Eretria dazu gedrängt wird, sich zum Ellcrys zu begeben. Im Inneren des Elfenzauberbaums (das am selben See wie die innere Welt von Allanon gedreht zu worden sein scheint) trifft er schließlich auf die Gestalt von Amberle, die in Staffel eins zum neuen Ellcrys werden musste, um das Reich zu retten. Es gibt nur ein Problem: Das ebenfalls benötigte Schwert von Shannara ist dahin...
Um seinen beschädigten Zauber-Phallus in ganzer intakter Länge wiederherzustellen, muss Wil zunächst über seinen Vaterkomplex und seine quasiverstorbene Exfreundin hinwegkommen, was ihm letztlich gelingt, indem er sein Schicksal als Shannara annimmt. Wie gesagt, das in letzter Zeit auch im Kino wieder sehr beliebt gewordene Schicksalsnarrativ ist hier stark vertreten, wenngleich natürlich legitim argumentiert werden kann, dass Helden, die sich hervortun, obwohl es nicht ihr vorbestimmter Job ist, eigentlich viel heroischer sind.

Die spannendste Konfrontation kommt allerdings in Graymark zustande, wo die beiden Big Bads - Anti-Magie-Fanatiker General Riga und Pro-Magie-Fanatiker Warlock Lord - gegeneinander antreten. Riga glaubt zwar, gegen Magie immun zu sein, doch das gilt offenbar nur für direkte Magieeinwirkung und nicht dafür, von magisch bewegtem Stacheldraht aufgeknüpft zu werden. Wie der Warlock Lord dem General anschließend mit einer Hand den Kopf abreißt, ist dermaßen over the top, dass es schon wieder amüsanten B-Movie-Charme hat.
Während sich der dunkle Herrscher und Bandon nun auf die Suche nach Lyria machen, geraten andernorts Mareth und Allanon in Gefahr. Sie befinden sich mitten in Mareths Training zur nächsten Druidin, als sie von Mitgliedern der Crimson überfallen werden und auf dem Scheiterhaufen sterben sollen. Hocus Cliffhangerpokus!
Fazit
In den beiden Folgen Warlock und Amberle wird abermals die Tolkien-Connection in den Büchern von Terry Brooks deutlich und nicht nur in Bezug auf Elemente wie Wraiths oder magisch-giftige Klingen. Auch die unangenehmer aufstoßenden Konzepte wie Erbrecht und genetische Superiorität geraten ins Zentrum der Geschichte, wenn es zum Beispiel heißt: Allanon, du Dummkopf! Natürlich war der dreckige Bauernjunge Bandon nicht der nächste Druide. Kein Wunder, dass er durch die verführerische Magie böse wurde. Selbstverständlich war deine hochwohlgeborene Tochter die für das Amt Auserwählte!
Doch, während man Mareth als engagierte Sympathieträgerin zumindest ihre Position gönnt, wird es langsam etwas ermüdend, wie sich Wil als sogenannter Shannara (ebenfalls ein geerbter Titel) immer noch ganz schön bitten lässt, endlich die für ihn bestimmte Heldenrolle anzunehmen. Etwas, für das seine Zauberbaum-Exfreundin erst noch einmal in Mädchengestalt schlüpfen muss, um es zu richten, wobei auch Dad noch mal vorbeischaut, um ihm zu sagen, wie dufte er ihn findet.
Der Cliffhanger ist natürlich etwas albern, denn wer wird schon glauben, dass die beiden Druiden kurz vor dem großen Gut-gegen-Böse-Showdown in der nächsten Woche den nun generallosen Pappnasen der Crimson-Gruppe zum Opfer fallen? Mit Wil und seinem Schwert in Position, Team Warlock auf der anderen Seite und Evil-Eretria als Wildcard kann es jedenfalls schnurstracks Richtung Finale gehen.
Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 16. November 2017(The Shannara Chronicles 2x08)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 2x08
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