Sex Education Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Sex Education Staffel 1

Sex Education Staffel 1 Episodenguide

Review zu Sex Education Staffel 1

Diese Kritik bezieht sich auf alle acht Episoden der ersten Staffel von „Sex Education".

Streaminganbieter Netflix hat sich inzwischen zu einer der großen Onlineheimaten gemausert, wenn sich Serienkonsumenten auf die Suche nach Coming-of-Age-Geschichten oder Young-Adult-Stoffen begeben. Die Beliebtheit dieses Genres ist einfach erklärt: Entweder man ist selbst noch jung und Teil der Zielgruppe - oder man ist einmal jung gewesen und kann daher recht unproblematisch eine Verbindung zu jugendlichen Protagonisten aufbauen, die sich irgendwie durch ihren stressigen Schulalltag manövrieren, unerwartete, hormonell bedingte Veränderungen durchmachen und langsam die Schwelle zum Erwachsenenalter überschreiten. Die Auswahl an derartigen Serien ist mittlerweile gigantisch groß, allein im Hause Netflix vergeht gefühlt kaum ein Monat (wenn nicht sogar gerade mal eine Woche), in dem nicht das nächste Format von diesem Schlag seine Premiere feiert.

Es ist eben ein gern gesehenes Thema, dieses Älterwerden und das Ausloten neuer Möglichkeiten, die sich einem jungen Menschen auf einmal eröffnen. Die Kunst ist es für Serienmacher und -macherinnen indes, eine Geschichte zu erzählen, die sich so profilieren kann, dass sie nicht in der Masse an Genrekollegen untergeht. Und zwar selbst dann, wenn den meisten potentiellen Zuschauern die Erzählung aufgrund genretypischer Merkmale sicherlich mehr als vertraut verkommt. Und das ist Laura Nunn mit ihrer neuen Dramedy Sex Education definitiv gelungen, die in Zusammenarbeit mit den beiden Regisseuren Kate Herron („Five by Five“) und Ben Taylor (Catastrophe) eine sehr kurzweilige, direkte, feinfühlige und wunderbar unangenehme Serie geschaffen hat, die das Herz am rechten Fleck trägt und ihren besonderen Charme hervorragend einzusetzen weiß.

Auf dem Papier klingt „Sex Education“ nicht wirklich nach einer ganz gewöhnlichen, 08/15-Genreserie, was auf die besondere Prämisse zurückzuführen ist: Der junge Otis Milburn (Asa Butterfield) ist der klassische Außenseitertyp und wird von seinen Mitschülern an der Moordale Secondary School eigentlich kaum wahrgenommen. Während sein bester Freund, der homosexuelle Eric (Ncuti Gatwa), gerne mehr ins Rampenlicht rücken würde, ist Otis eigentlich ganz zufrieden mit seiner Rolle am Rand der Schulgesellschaft. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er gemeinsam mit der hochbegabten Rebellin Maeve (Emma Mackey) eine Art Sexualklinik für die liebestollen, teils promiskuitiven Schülerinnen und Schüler der Moordale Secondary ins Leben ruft.

Mit den Beziehungs- und Sexsorgen anderer lässt sich bare Münze machen und Otis ist trotz eigener Probleme sexueller Natur wie geschaffen als Therapeut und Seelsorger, denn: Seine Mutter Jean (Gillian Anderson) verdingt sich als zertifizierte Sexualtherapeutin, wodurch Otis sein Leben lang hilfreiche Einblicke in das Thema erhalten hat, die er nun im Zusammenspiel mit einer guten Portion jugendlicher Weisheit auf sein neues Klientel anwendet. Er kennt aber bei weitem nicht die Antworten auf alle Fragen und durchlebt selbst eine äußerst schwierige, verwirrende Zeit des Erwachenwerdens, der ersten Liebe und des ersten Mals. Obendrein steckt seine Mutter auch noch immer wieder ihre Nase in seine Angelegenheiten, aus Sorge um ihren Spross, aber auch, weil sie sich ebenfalls an einem nicht gerade einfachen Punkt in ihrem Leben wiederfindet.

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Stille Wasser...

Die vergleichsweise außergewöhnliche Ausgangssituation in Sex Education ist ein exzellentes Mittel zum Zweck, um gleich zur Sache zu kommen, wenngleich man nach nur wenigen Episoden feststellen wird, dass die Netflix-Serie bekannten Mustern des Genres folgt und gar schamlos so einige oft gesehene Klischees abarbeitet. Da wäre zum Beispiel die Schule als klassischer Ort des Geschehens, mit all ihren Hierarchien und Archetypen (einsamer Bully, attraktives Dummchen, tratschende Starschüler). Peinliche Partyerlebnisse, schwierige Eltern-Kind-Beziehungen, ein mitunter sehr holpriges, sexuelles Erwachen der Hauptfigur... Wir kennen es nur zu gut. Und dennoch entwickelt „Sex Education“ recht schnell seinen eigenen Reiz, so dass selten Langeweile aufkommt.

Die Gründe dafür sind zahlreich. Zunächst einmal scheint Serienschöpferin Laurie Nunn ganz genau zu wissen, was für eine Geschichte sie erzählen will. Stilsicher packt sie das Genre bei den Hörnern und formt aus all den bekannten Elementen etwas Eigenes. Das beginnt mit der eigenwilligen Ausstattung und dem Kostümdesign. Den Zuschauern wird suggeriert, dass die Zeit in dem kleinen fiktiven Örtchen Moordale (gedreht wurde in Wales) scheinbar stehen geblieben ist, dass wir uns in den frühen 90er Jahren befinden (bis auf einmal das erste Smartphone gezückt wird), wodurch Sex Education sich sogleich einen originellen visuellen Flair ranschafft, der das Interesse weckt. Zur flexiblen, frischen Kameraführung gesellt sich dann noch ein hervorragender Soundtrack, der das Lebensgefühl und die aktuellen Umstände unserer Charaktere treffend umschreibt. Das Resultat: Man fühlt sich wohl an diesem kleinen, malerischen Ort, ein Idyll zwischen grünen Hügeln, durch das sich ein flacher Fluss windet.

Vom äußeren Erscheinungsbild der Netflix-Produktion geht es weiter zu den zahlreichen Figuren, die diese Serienwelt bevölkern. Wir lernen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Persönlichkeiten mit herausstechenden Merkmalen kennen, von denen viele die meiste Zeit nach außen hin eine Maske tragen, hinter die wir Zuschauer mit fortschreitender Laufzeit immer mehr blicken können. Die besondere Stärke von „Sex Education“: Die Geschichte dreht sich nicht nur um Otis und um seine Mutter Jean. Man greift auf eine buntgemischte Auswahl von Charakteren zurück, die allesamt fein ausgearbeitet sind und sich unsere Aufmerksamkeit verdient haben. Erst so entsteht eine komplette, lebendige Welt, durch die sich die Protagonisten der Serie bewegen. Uns werden immer wieder neue Perspektiven offenbart, was die Serie ungemein bereichert und herrlich abwechslungsreich macht.

Der Löwenanteil fällt nach wie vor Asa Butterfield - perfekt in seiner Rolle als sozial ungeschickter Sonderling mit großem Herz - oder aber auch der fantastischen Newcomerin Emma Mackey zu, die in ihrer komplexen Rolle als Maeve superb aufspielt. Doch auch der eher unbekannte Ncuti Gatwa zeigt sein großes Talent als Eric, der weder in der Schule noch im Kreise seiner Familie einen Platz zu finden scheint. Viele Figuren wirken auf den ersten Blick so, als wären sie nur für einen einfachen Witz entworfen worden. Der Ersteindruck täuscht, verbirgt sich doch so viel mehr hinter ihrer Fassade. Eine Gillian Anderson wird da schon fast zwangsweise zum Spielen der zweiten Geige verdonnert, doch die erfahrene Schauspielerin nimmt diese Position mit großer Freude an. Der Einflussbereich ihres Charakters beschränkt sich größtenteils auf das traumhafte Haus, in dem Jean und Otis leben, wohin man immer wieder gerne zurückkehrt. Warum? Weil auch Jean weitaus komplexer ist, als man zunächst denken mag, weil sie ihr eigenes Kreuz zu tragen hat und weil Anderson, gezielt eingesetzt, mit ihrer nonchalanten, aufgesetzten britischen Art ein Quell mehrerer urkomischer Szenen ist.

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Let's talk about sex

Die Charaktere, der Cast und die handwerkliche Umsetzung stimmen in Sex Education also. Doch wie steht es um den Inhalt der Serie? Hier gelingt den Verantwortlichen eine schöne Balance zwischen den ganz normalen Unannehmlichkeiten, die man in jungen Jahren durchlebt, und tiefgreifender Charakterentwicklung. Ein pikantes Problem der sexuellen Art hat sicherlich Unterhaltungsfaktor, doch was oft zu Beginn einen humorvollen Unterton hat, geht dann nicht selten in eine tragische, bedrückende Richtung, um dann in eine ehrliche Lektion über einen selbst umgekehrt zu werden. Das Thema Sex wird zu einer Art Instrument gemacht, um nicht nur die physische, sondern eben auch die emotionale Komponente einer solchen Beziehung zwischen zwei Menschen zu illustrieren, ob sie sich nun lieben oder nicht.

Tatsächlich kann sich dies gelegentlich etwas formelhaft anfühlen, sind viele Episoden doch wie folgt aufgebaut: Otis und Maeve kümmern sich um eine/-n Mitschüler/-in, die/der ein Problem sexueller Natur hat. Nach etwas Hin und Her und amüsanten Momentaufnahmen kommt es zu einer empathischen Lösung des Problems, die zumeist auch auf Otis und Maeve anwendbar ist, da sie sich in gar nicht so unähnlichen Situationen wie ihre Klienten wiederfinden. Diese Art der Verknüpfung ist smart, die Handlung verläuft wie am Schnürchen. Es handelt sich aber auch um ein Schema, das ein Risiko birgt, da der Eindruck entstehen könnte, die Macher würden immer wieder auf den gleichen Trick vertrauen, um ihre Geschichte voranzutreiben.

Besagtem Risiko wirkt man jedoch clever entgegen. Zum Beispiel, indem man Otis in seiner Funktion als junger Sextherapeut fehlbar macht. Wäre er allwissend oder würde er sich zumindest so aufführen, würde der Charakter wohl kaum zu ertragen sein. Butterfield legt jedoch eine natürliche Bodenständigkeit und Unsicherheit an den Tag, die ihn nicht nur sympathisch, sondern auch nachvollziehbar macht. Und so geht es schon bald nicht mehr nur um das auffällig rallige Verhalten der gesamten Schülerschaft der Moordale Secondary, sondern eben auch um Otis selbst, seine persönlichen Beklemmungen und seine Gefühle für die unnahbare Maeve. Diese mag vielleicht nicht die gleichen Ängste und Sorgen wie Otis haben, ist tief in ihrem Inneren aber ähnlich verunsichert und verletzlich, so hart ihre Schale auch scheinen mag. Als Außenstehender möchte man den beiden (und vielen anderen Figuren) fortan nicht mehr von der Seite weichen, man interessiert sich für ihren Werdegang und dafür, wie sie die ihnen gestellten Herausforderungen bewerkstelligen werden.

Sex Education spielt gekonnt die Karte aus, dass sich der Großteil der Zuschauerschaft recht schnell mit den Hauptfiguren der Serie identifizieren kann. Man geht unverblümt mit einem Tabuthema um, das eigentlich kein Tabuthema ist, aber nach wie vor dazu gemacht wird. Manchmal erscheinen einem die verschiedenen Charaktere vielleicht schon ein wenig zu erwachsen (die meisten von ihnen sind zwischen 16 und 17 Jahre alt), aber die Art und Weise, wie charmant und überlegt man mit Themen wie Sex, Beziehungen und der ganz persönlichen Entwicklung seiner selbst umgeht, lassen etwaige Ungereimtheiten schnell in den Hintergrund rücken. „Sex Education“ ist eine sehenswerte Coming-of-Age-Serie, die ironischerweise mehrmals sehr reif und weise wirkt, aber dabei nie vergisst, was es bedeutet, jung und unerfahren zu sein. Eine Mischung, die von Erfolg gekrönt ist.

Der Trailer zur Netflix-Serie Sex Education:

«Sex Education» Trailer

Sex Education Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Folge 1
11. Januar 2019

Otis' (Asa Butterfield) Mutter Jean (Gillian Anderson) ist Sextherapeutin. An seinem ersten Schultag nach den Ferien erzählt ihm sein bester Freund Eric (Ncuti Gatwa), dass alle außer ihnen in... weiterlesen

1x02 – Folge 2
11. Januar 2019

Auf der Hausparty einer Mitschülerin versucht sich Otis (Asa Butterfield), von Maeve (Emma Mackey) motiviert, als kostenloser Sextherapeut um für seine Sexklinik zu werben. Das Pärchen, das er... weiterlesen

1x03 – Folge 3
11. Januar 2019

Während Otis (Asa Butterfield) seine feuchten Träume über Maeve (Emma Mackey) auslebt, geht diese zu einer Abtreibungsklinik. Dort muss sie erfahren, dass sie für die Abtreibung jemanden... weiterlesen

1x04 – Folge 4
11. Januar 2019

Otis (Asa Butterfield) ist in Maeve verliebt (Emma Mackey), die allerdings immer noch was mit Jackson (Kedar Williams-Stirling) am Laufen hat. Um ihr zu imponieren bekommt dieser Ratschläge von... weiterlesen

1x05 – Folge 5
11. Januar 2019

Maeve (Emma Mackey) und Jackson (Kedar Williams-Stirling) sind seit einem Monat zusammen, weswegen sie zum Essen bei seinen Eltern eingeladen wird. Die Stimmung kippt als diese Maeve nach ihrer... weiterlesen

1x06 – Folge 6
11. Januar 2019

Eine Rückblende zeigt, wie Otis (Asa Butterfield) seinen Vater beim Sex mit seiner Patientin erwischt und es seiner Mutter erzählt, was zu deren Scheidung führt. In der Gegenwart rät sein... weiterlesen

1x07 – Folge 7
11. Januar 2019

Maeve (Emma Mackey) wird von Jackson (Kedar Williams-Stirling) überredet, zum Schulball zu gehen. Otis (Asa Butterfield) fragt Ola ( Patricia Allison) sein Date zu sein. Maeve versucht ihre... weiterlesen

1x08 – Folge 8
11. Januar 2019

Nach dem Schulball findet Mr Groff (Alistair Petrie) Sean's (Edward Bluemel) Drogen und nimmt an, dass die Sexklinik dem Drogenhandel dient und Maeve (Emma Mackey) und Otis (Asa Butterfield) daran... weiterlesen

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