Scandal 4x18

Die Episode Honor Thy Father dreht sich - selbstredend - um Väter. Doch wie wir es von Shonda Rhimes gewohnt sind, stehen im Mittelpunkt eigentlich deren Töchter, und am Rande auch ein Sohn. Doch der kann den beiden Töchtern der Stunde - Olivia (Kerry Washington) und Mellie (Bellamy Young) - nicht das Wasser reichen.
Die Verwandtschaft zu Besuch
Mellie im Mittelpunkt einer Story ist ein Erfolgsgarant. Sie hat unterhaltsame und dramatische Momente mit uns geteilt, in der Episode Honor Thy Father laufen diese beiden Strömungen zusammen zu einer Story, bei der selbst Fitz (Tony Goldwyn) überraschend gut abschneidet.
Seit sie ihren Wunsch, als Präsidentschaftskandidatin anzutreten, geäußert hat, hat Mellie endlich wieder mehr eigene Storys. Nun geht es ans Eingemachte, an ihre Herkunft. Wir kennen Fitz' und Olivias ungesunde Väterbeziehungen, nur Mellie schien bisher aus dem Nichts zu kommen. Wie alle anderen hat auch die stilvolle First Lady eine bucklige Seite der Verwandtschaft, die sie nicht gerne im Auge der Öffentlichkeit sieht. Harmony ist der perfekte Alptraum für Mellie und es macht Spaß, dem Aufeinanderprallen der beiden zuzusehen. Doch auch die Reaktionen der anderen Hauptstädter sind sehenswert, Liz' falsches, leicht verunsichertes Lächeln, Cyrus' Grinsen weil er sich auf den großen Knall freut.
Doch am Ende macht jemand anders das Rennen ums Scheinwerferlicht: Fitz. Dass Cyrus (Jeff Perry) behauptet, Fitz hasse nichts mehr als den Wahnsinn, in den Mellie sich von ihrer Familie treiben lässt, kann einen schon wütend machen. Wer kann sich denn nicht eine Sekunde beherrschen, wenn Olivia in der Nähe ist? Wer hat sich denn bitte bis zum Ende wie ein kleiner Junge seinem eigenen Vater gegenüber aufgeführt? Aber gut, für das, was Cyrus sagt, kann ja Fitz nichts.
Fitz ist schon seit längerem eine Figur, die nur selten sympathische Momente hat. Er hat Mellie ihren großen Moment versprochen, aber erst jetzt tut er endlich mal was dafür. Er ist von einer Verschwörergruppe an die Macht gebracht worden, hat nur selten etwas alleine gemacht. Die Würde des Präsidenten steht ihm dementsprechend gut, er lehnt sich zurück und strahlt die Macht und die Zuversicht aus, die Cyrus von ihm verlangt. Mellie hat endlich wieder einmal eine ihrer starken Reden als sie ihn bezichtigt, ihr nicht den Rücken gestärkt zu haben.
Zum ersten Mal geht Fitz auf, dass sein Versprechen, Mellie zu unterstützen, auch von ihm mehr abverlangt als nur gnädig zu lächeln. Er muss seinen Charme für sie spielen lassen, sie unterstützen, in jeder Minute. Und das Wunderbare an der Episode Honor Thy Father ist, dass er es tut. Er braucht seine Zeit, sich an seine neue Rolle zu gewöhnen, aber er tut es.
In der gesamten Laufzeit der Serie Scandal hat er nichts Sympathischeres getan. Er hat schon anderes geopfert, war auch mal nicht ganz so nervig wie in den letzten Episoden. Aber er hat nie seinen bequemen Status verlassen, den der Posten als Präsident ihm verschafft.
Auch die Abwesenheit von Olivia tut ihm und dem Weißen Haus gut. Alleine mit Mellie und Cyrus hat diese Seite der Story interessante Charaktere zu bieten, die einen Plot auch ohne Olivias Hilfe tragen können.
Der erste Tag der Entscheidungsschlacht
Auf der anderen Seite des Hügels beschäftigt Olivia sich mit einem Fall, der exklusiv eingeführt wird, damit sie beschäftigt ist, während die anderen die Story vorantreiben. Allenfalls die Frage nach vererbter Schuld macht den Fall um den Mördersohn und seinen Vater im Todestrakt ein bisschen interessant.
Die Familie wurde vom Selbstmord der Tochter erschüttert und ein Schuldiger war schnell ausgemacht: der Mathelehrer, der seine minderjährigen Schülerinnen verführt. Die Rache hat der Sohn genommen, doch der Vater nimmt die Schuld auf sich, um seinem Sohn ein Leben ermöglichen zu können. Am Ende gewinnt die Wahrheit und erlöst alle. Denn das wunderbare Leben, dass der Vater sich für seinen Sohn gewünscht hat, wird vom langen Schatten der Vergangenheit so sehr beeinflusst, dass er keine Ruhe, keinen Seelenfriede findet. Die Wahrheit bringt die Wende, der Sohn wird angeklagt, aber bekommt den Prozess, der Aussicht auf ein Leben nach der Strafe lässt, der ihm eine zweite Chance einräumt, eine nach den Regeln der Justiz verdiente.
Olivia hat einen Massenmörder zum Vater und der kehrt in der Episode Honor Thy Father zurück. Die Wahrheiten, die über Rowan (Joe Morton) bereits ans Licht gekommen sind, haben Olivia nicht erlöst. Doch für jemand anderen hat dieser Weg funktioniert. Durch die Wahrheit hat Huck (Guillermo Diaz) seine Familie zurückbekommen und David (Joshua Malina) seinen Glauben an das Gute.
Auch wenn die anderen es nicht laut zugeben, aber auch Jake (Scott Foley) und Olivia arbeiten mit an der Offenbarung der Wahrheit, wie das Ende dieser Scandal-Episode zeigt. Die Wahrheit ist der einzige Weg, wie die ihre weißen Hüte zurückbekommen und die Sache um B-613 endgültig abschließen können.
Doch es wird ein harter Kampf werden, ein Krieg, wie Jake betont. Die Episode Honor Thy Father stimmt uns darauf ein. Kurz müssen wir um Jake fürchten, doch am Ende stellt sich heraus, dass das alte Team zusammen steht, selbst Charlie (George Newbern) ist mit an Bord, zumindest kurzzeitig.
Fazit
Die Episode Honor Thy Father bringt eine ungewohnt sympathische Seite von Fitz ans Licht und läutet einen Krieg ein, der spektakulär und emotional werden wird. Und langsam stellt sich die Frage: kann Olivia eigentlich nicht einmal in eine Bar gehen, ohne, dass Rowan bereits einen Mann auf sie angesetzt hat?
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 3. April 2015Scandal 4x18 Trailer
(Scandal 4x18)
Schauspieler in der Episode Scandal 4x18
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