Revolution 1x16

Revolution 1x16

Love, exciting and new. Come aboard... Ach nein, das ist ein ganz anderes Love Boat. In der Revolution-Folge The Love Boat muss Miles auf eine gemeinsame Mission mit dem verhassten Neville gehen.

Hegen alles andere als zarte Gefühle füreinander: Charlie und Neville. / (c) NBC
Hegen alles andere als zarte Gefühle füreinander: Charlie und Neville. / (c) NBC

You are the most irritable pain in the ass I have ever known!“ (Neville fasst die allgemeine Gefühlslage Charlie gegenüber sehr treffend zusammen)

Das passiert in der Revolution-Folge The Love Boat:

Miles (Billy Burke) ist immer noch schwer von Emmas Tod getroffen. Er will Monroe (David Lyons) um jeden Preis besiegen. Die Maßnahmen, die er dazu ergreift, wecken jedoch mehr und mehr die Besorgnis von Charlie (Tracy Spiridakos) und Nora (Daniella Alonso). Da taucht auf einmal Neville (Giancarlo Esposito) auf - mit einem Brief von Präsidentin Foster (Leslie Hope), der ihm die Autorität über die Truppen Georgias gibt. Miles ist also gezwungen, mit dem alten Widersacher zusammenzuarbeiten. Gemeinsam gehen sie auf eine Mission, um einen Wissenschaftler (Timothy Busfield, Studio 60 on the Sunset Strip) aus der Monroe-Republik zu entführen, der gerade dabei ist, für Bass eine waffenfähige Version des Anthrax-Erregers herzustellen.

Aaron (Zak Orth) und Rachel (Elizabeth Mitchell) sind derweil immer noch auf dem Weg nach Westen, Richtung Turm. Vor Hunger können sie kaum noch laufen. Sie finden zwar eine Siedlung, wo sie jedoch nichts zu essen bekommen. Als Aaron ungefragt etwas mitgehen lässt, führt das zu einer gewalttätigen Eskalation...

Wie gehabt

Im Grunde gilt für The Love Boat das bereits in der letzten Woche zu Home Gesagte: Revolution ist dann am besten, wenn sich die Serie auf geradlinige Actiongeschichten konzentriert. Nicht nur, weil die Schießereien immer schön anzusehen sind. Auch die im Revolutionskontext auftretenden moralischen Konflikte, wie etwa hier die Frage, wie weit man im Krieg gehen darf, werden durchaus befriedigend erzählt.

Verwunderung

Dass Charlie in diesem Konflikt auf einmal die Stimme der mitfühlenden Vernunft und des ethischen Verhaltens ist, kann einen natürlich schon etwas irritieren. Schließlich war sie in der Vergangenheit selbst bereit, zur Erreichung ihrer Ziele über Leichen zu gehen, und ist zuletzt als Zicke ohne richtigen Grund unterwegs gewesen. Aber gut: sie ist nun mal etwas sprunghaft, da darf man sich einfach nicht mehr wundern.

Wundern muss man sich, wie schon in den Kommentaren zur vergangenen Folge angesprochen worden ist, allerdings darüber, welch ungemein großes Vertrauen, die Präsidentin Neville entgegenbringt, dass sie ihn, kaum dass er aus den Diensten Monroes desertiert ist, mit einer derart wichtigen Aufgabe betraut. Ein sehr naheliegender Gedanke - der dem Rezensenten während der Folge auch mehrfach gekommen ist - wäre ja eigentlich, dass Neville ein doppeltes Spiel versuchen könnte: Er lockt Miles unter dem Vorwand einer Mission über die Grenze, um ihm eine Falle zu stellen und an Monroe auszuliefern, um sich dadurch wieder in dessen Gunst zu bringen.

Gespanntes Arbeitsklima

Neville tut dies nicht (möglicherweise, weil er sich nicht sicher sein kann, ob die Auslieferung von Miles ausreichen würde, um Bass zu besänftigen). Stattdessen liegt er mit Miles, seinem Sohn (J.D. Pardo), aber vor allem mit Charlie im Dauerclinch. Besonders die Szene im Versteck, als zuerst Neville seine Waffe dem Wissenschaftler an die Schläfe hält, bevor Charlie ihre Pistole auf Neville richtet, während draußen die Monroe-Soldaten das Schiff durchsuchen, hat etwas. Die Nerven der Beteiligten sind zum Zerreißen gespannt, was natürlich gerade von Giancarlo Esposito hervorragend transportiert wird. Ein Zucken, so meint man, könnte ausreichen, um eine grauenhafte Kettenreaktion in Gang zu setzen.

Mundraub

Im B-Plot wird uns nach längerer Zeit mal wieder das Ausmaß der sozialen Dystopie vor Augen geführt: Es ist eine Welt, in der nur jeder schaut, dass er und die Seinen durchkommen. Und in der selbst ein nachvollziehbares Vergehen wie Mundraub mit Waffengewalt geahndet wird. Eine gewisse Ironie liegt durchaus darin, dass uns die Hunger-Story an die Rückblende (kurz nach dem Blackout) in Chained Heat erinnern könnte. Damals hatte Rachel den vor Hunger Verzweifelten über den Haufen geschossen; nun findet sie sich in der umgekehrten Situation wider (und schießt denjenigen über den Haufen, der das Essen seiner Kinder verteidigt).

Die Enthüllung, dass zwischen Aaron und dem Turm eine Verbindung besteht, der er sich selbst nicht bewusst ist, weckt - entgegen aller Stimmen im Kopf, die einem sagen, sich besser nicht all zu viel davon zu versprechen - die Neugier des Zuschauers. Regelrecht Angst ruft dagegen der Cliffhanger mit dem Monster, das aus der Tiefe kam, hervor. Nicht so sehr Angst um Grace (Maria Howell), sondern Angst vor der haarsträubenden Erklärung, die uns danach bestimmt wieder blühen wird...

Love Boat

Der Episodentitel The Love Boat ist einerseits wohl ironisch zu verstehen. Die Serie „Love Boat“ war in den 70er Jahren das US-Äquivalent zum deutschen „Traumschiff“, von dem der rostige Dampfer, mit dem Miles & Co. unterwegs sind, natürlich nicht weiter entfernt sein könnten. Andererseits ist „The Love Boat“ durchaus wörtlich zu nehmen: Nachdem Miles den dunklen Pfad, den er zusammen mit Neville bis hin zur Geiselnahme von Frauen und Kindern beschritten hat, wieder verlassen hat, belohnt Nora ihn mit fleischlichen Freuden.

Die Szene ist dabei auch ein Beleg für den perfekten Sitz von Frisuren in der Welt von Revolution. Egal, was die Figuren auch tun, Noras Haare verrücken keinen Millimeter, sondern bleiben immer vor ihren Brüsten drapiert. Ob die Naniten wohl auch darauf programmiert sind...?

Trailer zu Folge 1x17 „The Longest Day“

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 8. Mai 2013
Episode
Staffel 1, Episode 16
(Revolution 1x16)
Deutscher Titel der Episode
Level 12
Titel der Episode im Original
The Love Boat
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 6. Mai 2013 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 9. Januar 2015
Autor
Melissa Glenn
Regisseur
Charles Beeson

Schauspieler in der Episode Revolution 1x16

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