Revolution 1x14

„Your mom told me to take care of you. So, I figured I drag you in front of a nuclear weapon.“ (Sieh es mal so, Miles, wenigstens ersparst Du Dir damit nervenaufreibende Diskussionen, an deren Ende Charlie ohnehin macht, was ihr in den Sinn kommt)
Das passiert in der Revolution-Folge The Night the Lights Went Out in Georgia:
Ein schwer verwundeter Bote erreicht mit letzter Kraft das Camp der Rebellen: im Gepäck hat er die Information, dass Monroe (David Lyons) dabei ist, die Atombombe, die Randall (Colm Feore) für ihn funktionsfähig gemacht hat, nach Atlanta zu schaffen. Dort will Monroe mittels der Atombombe die Kapitulation Georgias erzwingen. Miles (Billy Burke), Nora (Daniella Alonso) und Charlie (Tracy Spiridakos) machen sich daraufhin ebenfalls auf den Weg nach Atlanta, um die Bombe aufzuspüren. Was den Trip vor allem für Miles sehr schwierig macht: Transportiert wird der Nuklearsprengsatz von Alec (Dayo Okeniyi, „The Hunger Games“), einem früheren engen Vertrauten, den er selbst ausgebildet, dann jedoch schmählich im Stich gelassen hat. Und auch die Präsidentin (Leslie Hope, 24) Georgias ist kein großer Fan von Miles.
Rachel (Elizabeth Mitchell) und Aaron (Zak Orth) besuchen unterdessen eine ehemalige Kollegin (Kate Burton, Scandal) Rachels, von der sie sich zusätzliche Informationen über den Turm erhoffen. Aus sehr persönlichen Gründen ist sie jedoch überhaupt nicht geneigt, sie bei ihrem Plan zur Abschaltung der Naniten zu unterstützen...
Nano Schmano
Auf die Gefahr hin, dem ein oder anderen damit auf die Nerven zu gehen, ist es doch unumgänglich, noch mal auf die Naniten zu sprechen zu kommen: In der vergangenen Folge, The Song Remains the Same, war uns gesagt worden, dass die Naniten auf exakt zwei Dinge programmiert worden sind: die Absorption elektrischer Energie und die eigene Reproduktion.
Wie sich herausstellt, entspricht das offenbar nicht den Tatsachen: Als kleines Nebenprojekt beschäftigen sie sich auch noch mit Krebstherapie (wenn auch ohne bleibenden Erfolg) und machen jedem Schnellkochtopf Konkurrenz. Und obwohl sie offenbar viel komplexer und entwickelter sind, als man uns zunächst glauben machen wollte, besitzen sie aber keinen Ausschalter. Will man sie deaktivieren, so muss man sie alle unterschiedslos kurzschließen. Es wäre wahrscheinlich auch naiv gewesen anzunehmen, dass man unterschiedliche Naniten für unterschiedliche Aufgaben baut - und dass man eine Weg findet, die einen ein- und auszuschalten, ohne dass das Auswirkungen auf die Funktionalität der anderen hat.
Kölsche Gelassenheit
Vielleicht ergibt das alles irgendeinen Sinn, wenn man sich noch dieses oder jenes hinzudenkt, so wie es vor zwei Wochen in einigen Kommentaren vorgeschlagen wurde. Vielleicht sind die Naniten - flexibel wie sie als Erklärungsmuster sind - ja auch für die Reduktion der Distanzen in Revolution verantwortlich, indem sie die Erdoberfläche haben schrumpfen lassen, so dass Atlanta nur noch einen Fußmarsch von Pennsylvania entfernt liegt. Warum nicht?
Wahrscheinlich ist es einfach besser, nicht länger darüber nachzudenken. Bei uns in Köln sagt man: Et es, wie et es. Et kütt wie et kütt. Und vermutlich ist das für Revolution die geeignetere Rezeptionshaltung. Schließen wir die Diskussion um die Naniten deshalb mit einem positiven Ausklang: wie die beiden marodierenden Milizionäre da buchstäblich in ihrem eigenen Saft schmoren, das ist schon ziemlich brutal, aber zugleich tricktechnisch sehr schön gemacht - und auf jeden Fall ein Hingucker.
Schuldgefühle
Im Kern dreht sich die Folge darum, wie Miles wieder und wieder von seiner dunklen Vergangenheit als General der Monroe-Miliz eingeholt wird. Er ist derjenige, der den Atombombenleger trainiert hat. Und der ihn später aus Gründen der Staatsräson an den Feind ausgeliefert hat. Seine Schuldgefühle sind verständlich. Als Zuschauer wird man davon allerdings erst in dem Augenblick wirklich emotional berührt, als Alec seine Sicht der Dinge darlegt, seinen Zorn und seine Verwirrung darüber, dass Miles jetzt auf einmal eine ganz andere Position vertritt als früher. Und das, nachdem Alec seine Lektion in Sachen Staatsräson gerade unter so großen Schmerzen gelernt hat. Doch, Dayo Okeniyis Spiel macht dies zu einem Moment, der einen als Zuschauer nicht kalt lässt.
Bemerkenswert ist auch die Warnung, die er gegenüber Charlie ausspricht, und die Zweifel, die er damit offenkundig gegen ihren Onkel bei ihr sät. Für Miles stellt das Ende eine interessante Wende dar: ausgerechnet, nachdem er sich gerade erst mit seiner Schuld als General der Monroe-Miliz befassen musste, wird ihm von der Präsidentin Georgias ein neues militärisches Kommando angeboten.
M.I.A.
An den Actionszenen rund um die Bombensuche gibt es nichts auszusetzen, die sind durchaus spannnd und temporeich in Szene gesetzt. Für Erstaunen sorgt natürlich, dass von dem Monroe'schen Drei-Mann-Team, welches zu Beginn der Folge die Grenze nach Georgia übertritt, ohne nähere Erklärung plötzlich nur noch Alec übrig ist. Wo sind die beiden anderen hin?
Na ja, und darüber, wie schnell es Miles & Co. gleich zwei Mal gelingt, Alec und die Bombe in einer Millionenmetropole aufzuspüren, müssen wir wohl keine Worte verlieren (wobei die Idee mit den Taschenlampen für die Nahbereichssuche immerhin nicht schlecht ist).
Abrüstung
Ideologisch gibt sich Revolution mit The Night the Lights Went Out in Georgia überraschend progressiv: Nicht nur bekommen wir erstmals im Revolution-Universum eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu Gesicht, nein, am Ende macht Miles auch noch die Atombombe unbrauchbar und stellt sich auf den sympathischen Standpunkt „Keine Atomwaffen für niemanden!“.
Fazit
Die berühmt-berüchtigten Facepalm-Momente sind in The Night the Lights Went Out in Georgia etwas seltener. Über die Naniten komme ich jedoch immer noch nicht so ganz hinweg; vor allem, weil es so offensichtlich ist, wie hier die Logik der Hintergrundgeschichte einem kurzfristigen Gewinn von Dramatik (das Wohl der Welt vs. das Wohl meiner Freundin) geopfert wird.
Trailer zu Folge 1x15 „Home“
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 24. April 2013(Revolution 1x14)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?