Revolution 1x13

„In this war, we can't get emotional!“
(Ja, Charlie, das sagt genau die Richtige!)
Das passiert in der Revolution-Episode The Song Remains the Same:
Monroe (David Lyons) betraut Neville (Giancarlo Esposito) mit einer wichtigen, streng geheimen Mission. Entgegen aller Bedenken, die Randall (Colm Feore) dagegen äußert, weil er ihn auf Grund seiner schlechten Erfolgsbilanz für ungeeignet hält. Doch Monroe will seinem alten Weggefährten eine letzte Chance geben, sich zu beweisen. Unterwegs gerät der Konvoi von Neville jedoch in einen Hinterhalt der Rebellen. Neville wird von Miles (Billy Burke) und den anderen gefangen genommen.
Rachel (Elizabeth Mitchell) ist dafür, ihn sofort zu töten - wegen all der Dinge, die er ihrer Familie angetan hat. Charlie (Tracy Spiridakos) stellt sich dagegen auf die Seite von Miles und plädiert dafür, Nevile erst mal gründlich zu verhören. Beispielsweise will er ihnen partout nicht verraten, wohin er unterwegs gewesen ist - und was er dort erledigen sollte. Da klassische Folter bei Neville wenig auszurichten scheint, greift Miles zu einer List, um den alten Widersacher zum Reden zu bringen...
Elektro-Viren
Revolution enthüllt in The Song Remains the Same tatsächlich die Antwort auf eine der zentralen Fragen der Serie: Was hat den allgemeinen Stromausfall verursacht? Was genau haben Rachel und ihr Mann da für das Pentagon gebastelt? Wie Rachel gegenüber Aaron (Zak Orth) offenbart, handelt es sich dabei um einen künstlichen Virus, der vom „Tower“ aus mit zwei Kommandos programmiert werden kann: „Reproduktion“ und „Absorption“ von elektrischer Energie.
Wieso ist Strom nicht gleich Strom?
Diese Erklärung lässt offenkundig außer Acht, was schon gleich zu Beginn der Serie in vielen Kommentaren angesprochen worden ist: Die Problematik, dass auch der menschliche Körper - angefangen mit dem Gehirn - auf der Grundlage elektrischen Stroms funktioniert. Nano-Computer, die nur auf zwei Dinge programmiert werden können und über keinerlei Sensorik und Datenverarbeitungskapazität verfügen, mit der sich künstlich-technologische von natürlich-biologischen Stromquellen unterscheiden ließen, hätten sämtliche Tiere und Menschen beim großen Blackout gleich mitabschalten müssen.
Aber gut, scheinbar sind die winzigen Teilchen doch auf irgendeine noch unbekannte Weise schlau genug, dass sie allen biologisch produzierten Strom nicht anrühren.
Taliban
Bleibt noch der bereits in der vergangenen Woche angesprochene Unfug, die Taliban mittels Stromabschaltung bekämpfen zu wollen. Dazu war in den Kommentaren angemerkt worden, dass sich das US-Militär doch mittels der Medaillons vor dem Blackout hätte schützen können. Das ist richtig. Trotzdem bleibt es Unfug. Erstens, zeigt ja gerade die aktuelle Folge The Song Remains the Same auf anschauliche Weise, dass ein Guerilla-Widerstand auch ohne Strom ganz gut klarkommt. Ist bei dem Bombenanschlag auf Nevilles Konvoi eigentlich noch jemandem die köstliche Ironie aufgefallen, dass sich die Rebellen - ihres Zeichens US-amerikanische Patrioten - hier exakt der gleichen Methoden bedienen wie die Taliban in Afghanistan? Ich finde, das hat doch was! Gegen die Taliban sollte der Blackout eingesetzt werden - und am Ende werden wir selbst dadurch zu so einer Art Taliban!
Zweitens, die Sache mit den Medaillons löst das in der vergangenen Woche angesprochene Problem kein bisschen, sondern verschiebt es allenfalls. Denn entweder müsste man die Medaillons auch an zivile Einrichtungen (wie etwa Krankenhäuser) weitergeben, so dass man sie de facto in einem Land wie Afghanistan auch gleich an die Taliban selbst schicken könnte. Und die ganze Operation dadurch hinfällig würde. Oder aber man verteilt die Medaillons nicht an zivile Einrichtungen - und müsste dann hinnehmen, dass Flugzeuge vom Himmel fallen und sich Tausende anderer Katastrophen zutrügen - mit nicht absehbaren zivilen Opfern. Nein, das Ganze ist konzeptionell einfach Murks! Daran gibt es nichts zu rütteln.
Wie war das noch...?
Fraglich ist auch, wie sich die Idee vom schief gelaufenen Test mit Rachels Reaktion zu Beginn des Piloten („It is happening“) in Einklang bringen lässt, wo man keineswegs den Eindruck hatte, dass hier etwas überraschend daneben gegangen ist, sondern vielmehr eingetreten ist, womit sie und ihr Mann schon durchaus gerechnet haben. Aber gut, Schwamm drüber!
Neville
Kommen wir lieber zu aktuellen Folge, die zumindest, so weit es Neville angeht, ein paar richtig gute Momente hatte: der Auftakt war schon klasse, als Neville ganz offenkundig nicht weiß, wo er seit Randalls Ankunft in der Hierarchie steht - und wie er auf dessen Provokation reagieren soll. Er versucht, vorsichtig zu sein, kann seinen Ärger aber doch nicht ganz unterdrücken. Das ist gut geschrieben - und bei aller berechtigter Kritik an den schauspielerischen Leistungen in Revolution auch sehr gut von Giancarlo Esposito gespielt.
Auch die Szene mit seinem Sohn (J.D. Pardo) ragt heraus: Nate glaubt, dass sein Vater ihn belügt, damit er ihm zur Flucht verhilft. Dabei ahnen wir auf dem Hintergrund unseres Wissens über Nevilles Vergangenheit, dass er sehr wahrscheinlich die Wahrheit spricht. Dass es ihm tatsächlich darum gegangen ist, aus Nate einen harten Kerl zu machen, so einer, wie er selbst - vor dem Blackout - ganz und gar nicht gewesen ist und deshalb immer auf der Verliererseite gestanden hat. Dass sich Nates Besuch bei seinem Vater außerdem als eine List herausstellt, mit der es Miles gelingt, aus Neville eine Information herauszukitzeln, für die er sonst wahrscheinlich zimlich lange auf ihn hätte einhämmern müssen, macht diese Szene schließlich zu einer richtig runden und vergnüglichen Sache.
Der Nagel des Anstoßes
Wie gesagt: es gibt in The Song Remains the Same schon ein paar richtig gute Szenen. Aber dann natürlich auch wieder viel Fragwürdiges. Als da dieser dicke fette Nagel auf dem Boden liegt, den Neville, aber natürlich niemand sonst dort sieht, da konnte man sich schon die Haare raufen (von der Frage, wie es ihm an Händen und Füßen an einen Stuhl gefesselt gelungen ist, den Nagel überhaupt aufzuheben, sehen wir jetzt mal ab - und sagen, dass Neville in seiner Jugend beim Zirkus gewesen ist; so, Problem gelöst!).
Auf aussichtsloser Mission
Rachel löst in The Song Remains the Same ihre Tochter offiziell als nervigste Figur der Serie ab: da kann man noch nicht einmal wirklich Elizabeth Mitchell einen Vorwurf machen. Die Rolle ist einfach so sprunghaft und erratisch geschrieben, dass man sich langsam fragen muss, ob da nicht irgendeine Form von bipolarer Störung in der Familie liegt. Dazu gibt sie sich - entgegen aller Beteuerungen der Autoren - wieder mal vollkommen unnötig rätselhaft. Warum soll es so gefährlich sein, zum Tower zu gehen? Warum geht sie am Ende trotzdem los, obwohl sie doch vom Scheitern ihres Vorhabens felsenfest überzeugt zu sein scheint? Wenn die Mission so wichtig ist, warum begleitet sie niemand sonst außer Aaron (der sich bislang nur selten als nahkampftauglich erwiesen hat)?
Mit der Frage, wieso es niemandem in der Welt von Revolution gelungen ist, Fahrräder im Betrieb zu halten, es aber nach wie vor Laboratorien gibt, die in der Lage sind, portable Atombomben herzustellen, beschäftigen wir uns dann beim nächsten Mal etwas näher.
Fazit
Ach, Revolution! Was für eine tolle Serie hätte aus Dir werden können!
Trailer zu Folge 1x14 „The Night the Lights Went Out in Georgia“
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 10. April 2013(Revolution 1x13)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?