Revolution 1x12

Das passiert in der Revolution-Folge Ghosts:
Nach Dannys Beerdigung beziehen Charlie (Tracy Spiridakos), Rachel (Elizabeth Mitchell) und Aaron (Zak Orth) gemeinsam mit den Rebellen ein neues Lager. Was auch Rachel nicht ahnt: Randall (Colm Feore) benutzt die Medaillons als Peilsender, um sie und die anderen aufzuspüren. Er hat sich mit Monroe (David Lyons) verbündet - und ihm genug Energie versprochen, um den ganzen Kontinent unter seine Kontrolle zu bringen. Dazu braucht Randall alle Medaillons, deren er habhaft werden kann, und er braucht dazu Wissenschaftler wie Rachel. Schon bald stattet er mit einem schwer bewaffneten Trupp Milizionäre dem Lager der Rebellen einen Besuch ab.
Miles (Billy Burke) und Nora (Daniella Alonso) sind unterdessen auf der Suche nach einem alten Kameraden von Miles, der bei seinem ersten Anschlag auf Monroe mitgemacht hat - und dessen Hilfe er jetzt wieder in Anspruch nehmen möchte. Jim Hudson (Malik Yoba, Alphas) lebt allerdings unter falschem Namen eine beschauliche Existenz als Ehegatte und Bibliothekar und hält gar nichts davon, diese aufzugeben. Er ändert seine Meinung erst, als ein Trupp Milizionäre in der Stadt auftaucht - auf der Jagd nach ihm und Miles.
Kurz und klein
Ghosts hätte eine hübsche, geradlinige Actionfolge werden können. Miles und Nora müssen sich bei der Rekrutierung von Verstärkung der Miliz erwehren, während gleichzeitig das Rebellen-Lager, in dem sich Charlie und die anderen aufhalten, von Randall und den an ihn ausgeliehenen Milizionären umzingelt und gestürmt wird. Das ist über weite Strecken auch gar nicht mal so schlecht gemacht. Klar, die Actionszenen sind übertrieben. Wie Charlie einem ihrer Gegner mal so eben einen Pfeil in die Brust rammt oder das Trio Miles, Nora und Jim mit einer ganzen Einheit von Soldaten fertig werden, das ist schon abenteuerlich. Andererseits: Beim „A-Team“ hat es uns früher doch auch nicht gestört! Von daher gehen solche Dinge schon als genrebedingt in Ordnung.
Der elektrische Taliban
Anders sieht es dagegen schon mit den Hintergründen zum Blackout aus, die wir in Ghosts kennen lernen. In Rückblenden sehen wir, wie Randall die Nachricht vom Tode seines Sohnes erhält, der im Krieg gefallen ist. Daraufhin treibt Randall das Blackout-Projekt voran, welches offenbar als Waffe in Afghanistan eingesetzt werden soll. Randalls Masterplan gegen die Taliban in den Bergen von Afghanistan: ihnen einfach den Strom abschalten. Überhaupt scheint er der tiefen Überzeugung zu sein, dass kriegerische Auseinandersetzungen irgendwie auf Elekrizität zurückzuführen sind - und es deshalb besser ist, wenn nur eine kleine Elite diese in den Händen hält. Das ist schon ziemlich wirres Zeug, das er da zusammenfabuliert.
Es lohnt sich jedoch durchaus, noch mal einen Moment bei dem ursprünglichen Plan zu verweilen, der zu einem lokal begrenzten Blackout in Afghanistan führen sollte. Das könnte in die Geschichte eingehen als die so ziemlich dümmste Idee, die jemals in einer Fernsehserie artikuliert worden ist. Mit einer solchen geistigen Negativleistung kann ja selbst Homer Simpson kaum konkurrieren. Denken wir das doch mal zu Ende: Wir haben im Afghanistan-Krieg eine Seite, deren Kriegsführung ganz zentral von satellitengestützter Aufklärung, ferngesteuerten Drohnenangriffen und elektronischen Gadgets wie Nachtsichtgeräten und Laser-Markierungen abhängt. Und wir haben die andere Seite, die ohnehin schon unter schwierigsten Bedingungen in Höhlen und Bergdörfern haust. Welcher der beiden Kriegsparteien würde ein Stromausfall á la Revolution wohl mehr schaden?
Wenn die übrige Erklärung für den Blackout von ähnlicher Qualität ist wie das, was Ghosts hier bietet, will man sie am Ende vielleicht besser gar nicht wissen.
Emotionale Schwankungen
Charlie ist und bleibt derweil von ausgesuchter emotionaler Wankelmütigkeit. Schien sie am Ende von The Stand mit ihrer Mutter im Rachedurst vereint, verweigert sie ihr in Ghosts zu Beginn bei Dannys Beerdigung sogar die Hand und keilt später verbal mächtig gegen sie aus (nur um am Ende nach überstandener Krise natürlich friedlich in Mamas Schoß zu ruhen). Auch Charlies Einstellung dem Töten gegenüber unterliegt offenkundig der Tagesform: zwischen Gewissensbissen und (wie hier) eiskalt.
Fazit
Da schien Colm Feore alias Randall der im Vergleich zu Monroe wesentlich bessere und charismatischere Bösewicht. Und dann das! Seine Backstory, die auch den Hintergrund für den Blackout liefert, lässt einen als Zuschauer nur fassungslos an den Kopf greifen.
Trailer zu Folge 1x13 „The Song Remains the Same“
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 3. April 2013(Revolution 1x12)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?