Revolution 1x11

Das passiert in der Revolution-Folge The Stand:
Charlie (Tracy Spiridakos), Miles (Billy Burke), Aaron (Zak Orth), Danny (Graham Rogers), Nora (Daniella Alonso) und Rachel (Elizabeth Mitchell) flüchten vor General Monroes (David Lyons) Kampfhubschrauber in ein Haus, das glücklicherweise über eine Art stählernen panic room verfügt. Andernfalls würden sie den Raketenbeschuss wohl auch nicht überleben. Monroe und Neville (Giancarlo Esposito) kommen schnell darauf, dass die sechs überlebt haben. Doch ihre Verfolgung ist gar nicht mal Monroes erste Priorität. Er will mit seiner neu gewonnenen Feuerkraft zuerst die Rebellen ausradieren, bevor er sich anschickt, die ehemaligen USA unter dem Dach der Monroe-Republik wieder zu vereinen.
Rachel, die sich der Tatsache bewusst ist, dass Monroe nur durch sie diese Art von Macht nun in den Händen hält, findet, dass sie ihn aufhalten müssen. Der Plan: Rachel will gemeinsam mit Miles einen Freund besuchen, der sie mit der nötigen Bewaffnung versehen soll, um Monroes Hubschrauber zu stoppen. Das erweist sich allerdings als ziemlich knifflige Aufgabe. Unter Führung von Nora machen sich die anderen unterdessen auf dem Weg zum Hauptquartier der Rebellen, um sie zu warnen - und ihnen beim Kampf gegen Monroe zu helfen.
Lernresistent
Während der fast viermonatigen Pause hatten die Macher von Revolution zu verstehen gegeben, dass sie aus den Fehlern des ersten Durchgangs gelernt hätten „47980“. Davon ist in The Stand freilich noch nicht so viel zu sehen. In mancherlei Hinsicht ist die Episode sogar schlimmer denn je.
Taktische Fehler
Konstruiert, unlogisch, unplausibel und (auch im Rahmen der geschilderten SciFi-Welt) unrealistisch - so lauten einige der Kernvorwürfe an Revolution, für die The Stand mehr als genug Beispiele liefert. Die Flucht vor dem Kampfhubschrauber zu Beginn gelingt nur auf der Basis eines schieren Zufalls (dass sie in dem Haus diese merkwürdige Stahlkammer, die ich in der Inhaltsangabe jetzt einfach mal als Panic Room identifiziert habe, vorfinden). Die Piloten haben, obwohl sie 15 Jahre lang keinerlei Training hatten, kein bisschen von ihrer Flugkunst eingebüßt.
Im Schlusskampf leisten sich beide Seiten grobe taktische Fehler. Colonel Starkey (Michael Harding) wartet darauf, dass die Hubschrauber angreifen, bevor er den Feuerbefehl erteilt (vermutlich, weil statische Ziele auch viel zu leicht zu treffen wären). Auch auf jede Art der Flankenbildung wird verzichtet. Die Besatzungen der Kampfhubschrauber liefern sich unterdessen ein - auch für sie verlustreiches - MG-Feuergefecht mit den Rebellen. Statt gleich die Barrikaden der Rebellen mittels Raketenbeschuss zu vernichten.
Die beiden Pferde, die das Gespann von Miles und Rachel ziehen, müssen derweil wohl blind und taub sein. Von dem ganzen Kriegsgetümmel lassen sie sich jedenfalls nicht im mindesten aus der Ruhe bringen.
Als Miles von einer Explosion ausgeknockt wird, verharren Nora und die anderen Rebellen wie die Salzsäulen. Nur Danny erkennt, dass es ja vielleicht eine gute Idee wäre, den Raketenwerfer, der da rumliegt, auch mal zu benutzen.
Ein Katzensprung...
Zum Thema Entfernungen in Revolution gibt es eigentlich nach The Stand kaum noch etwas zu sagen: unsere Helden überwinden selbst die größten Distanzen scheinbar mühelos im Laufschritt. Selbst Hubschrauber werden problemlos zu Fuß verfolgt. Als Neville dagegen vom Lager der Rebellen losreitet, um den Luftangriff vorzubereiten, da schätzt sein Sohn Jason (J.D. Pardo), dass es zwölf Stunden bis zur Attacke dauern werde. Raum und Zeit scheinen in Revolution auf merkwürdige Weise zu Gunsten der Helden gekrümmt zu sein.
Geheimniskrämerin
Auf dem Paley Festival sagte Revolution-Produzent Jon Favreau noch, dass Figuren, wenn sie keinen guten Grund haben, ein Geheimnis zu bewahren, das auch nicht tun sollten. Von einer Besserung in dieser Hinsicht kann in The Stand jedoch keine Rede sein. Rachel ist befreit. Sie und die anderen haben einen langen Fußmarsch vor sich. Trotzdem blockt sie jeden - verständlichen - Wunsch nach einer Erklärung damit ab, dass es so furchtbar „kompliziert“ sei. Ja, dann fang doch schon mal an zu erzählen!
Die Auflistung der Fehler und Ungereimtheiten lässt sich vermutlich noch um Einiges fortsetzen (gerne in die Kommentare damit). Trotzdem soll die Folge auch nicht in Bausch und Bogen verdammt werden. Ja, sie hat durchaus auch gute und interessante Momente.
Wendepunkt und neuer Ansporn
Beispielsweise die Entscheidung der Autoren, Danny zu töten. Sehr guter Schachzug! So holprig und gezwungen sein Tod auch inszeniert worden ist (siehe oben). Zehn Folgen lang ging es in Revolution darum, Danny zu finden und zu retten. Dann haben sie ihn gefunden und gerettet - und jetzt war auf einmal alles umsonst. Für Rachel ist das ein besonders schmerzhafter Moment. Nicht nur weil sie die Mutter ist, sondern auch, wie uns die Rückblende in Erinnerung ruft, weil sie ja überhaupt erst auf den Pakt mit dem Verteidigungsministerium - vertreten durch Randall (Colm Feore) - eingegangen ist wegen der Aussicht auf (medizinische) Rettung für ihren Sohn. Sie hat Monroe das Medaillon gegeben, um Danny zu retten. Immer ging es für sie nur darum. Und jetzt haben sich all die Mühe und all die Opfer als vergeblich erwiesen. Das ist schon ein ziemlich bitterer Moment für sie.
Zugleich findet Revolution durch Dannys Tod zu einer neuen narrativen Triebfeder. Mit finsterer Entschlossenheit verkündet Charlie die Rache für seinen Tod zum neuen leitenden Handlungsziel. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte noch die Möglichkeit bestanden, dass die Figuren, wie Aaron vorgeschlagen hat, einfach nach Hause gehen. Das ist nun nicht mehr möglich: ein Mord ist geschehen - und verlangt danach, gesühnt zu werden. Das ist nicht gerade neu, aber gibt dem Plot auf jeden Fall eine klare Richtung vor. Während sich Randall ausgerechnet General Monroe andient - und damit auch auf Seiten der Antagonisten für eine klare Front sorgt.
Die Frau meines Bruders
Es gibt auch einige für die Beziehungen der Figuren interessante Szenen: zum Beispiel Neville, der seinen verstoßenen Sohn Monroe gegenüber kurzerhand für tot erklärt. Oder auch das höchst eigenartige Gespräch zwischen Rachel und Miles, in dem ziemlich deutlich wird, dass sich zwischen ihnen etwas zugetragen hat, das sich zwischen Schwager und Schwägerin besser nicht zutragen sollte. Pikant! Und auch der Cliffhanger, in dem Rachel ein blinkendes Was-auch-immer aus dem Leichnam ihres geliebten Sohns herausschneidet, ist nicht ohne.
Fazit
Doch das reicht leider nicht aus. Die guten Momente, die es gibt, sind begraben unter Schichten von Absonderlichkeiten und Absurditäten, die es einem schwer machen, sich überhaupt in die Handlung zu versenken. Von dem ziemlich penetranten Patriotismus einmal ganz zu schweigen.
Trailer zu Folge 1x12 „Ghosts“
[videosj=revolution-1x12-trailer]
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 27. März 2013(Revolution 1x11)
Schauspieler in der Episode Revolution 1x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?