Ray Donovan 4x08

Nachdem in Ray Donovan zuletzt Rays (Liev Schreiber) FixertÀtigkeiten im Mittelpunkt standen, bekommen wir in dieser Woche mit The Texan eine Episode serviert, in der es vor allem um die Familie geht. Und trotz fehlender Actioneinlagen wird es dabei zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Where's the Gun?
Dabei steht zunÀchst Conor (Devon Bagby) im Mittelpunkt, der sich bereits vor einigen Episoden die Waffe seines Vaters angeeignet hatte.
Nach einer unglaublich unterhaltsamen Tanzeinlage von Eltern und Sohn erfĂ€hrt Ray von einem verĂ€rgerten Nachbarn, dass Conor seine HĂŒpfburg fĂŒr ZielĂŒbungen benutzte. Er wollte sich stĂ€rker fĂŒhlen, mehr wie ein Teil des legendĂ€ren Donovan-Clans und weniger wie ein „prick from Calabasas“. Und so bekommen wir einen guten Teil der Episode zu Gesicht, wie die Eltern den jungen Conor von seinem Wunsch nach dem urbanen Gangsterdasein abzubringen versuchen.

WĂ€hrend Ray es mit einer scare straight-Taktik versucht („Did you traumatize him?“ - „I sure fuckin' hope so!“), nimmt Abby (Paula Malcomson) die Sorgen ihres Jungen ernst. Sie versucht, ihn auf einem echten SchieĂstand an Waffen heranzufĂŒhren und erzĂ€hlt ihm dabei von ihrem Krebsleiden.
War Conor auch noch so nervig in den letzten paar Folgen, diesmal funktioniert seine Storyline wirklich gut. Keiner der Elternteile weiĂ wirklich perfekt mit der Situation umzugehen, aber es rastet auch keiner der beiden unvernĂŒnftig aus. Am Ende steht ein hoffentlich etwas reiferer Conor, von dem ich allerdings noch nicht weiĂ, wie er in den nĂ€chsten Episoden eingesetzt werden soll.
The Texan
Ray bekommt derweil einen Blick in seine mögliche Zukunft spendiert, denn er besucht âThe Texanâ (Stacy Keach), den anderen Fixer von Ezra (Elliott Gould) im Krankenhaus. Wieder einmal scheint diese Figur allerdings verschwendet, vor allem da der Fixer/Killer am Ende der Episode verstirbt und sĂ€mtliches Potential fĂŒr einen lĂ€ngeren Handlungsbogen damit verpufft. Gerade in Hinsicht auf den Episodentitel hatte ich mir hier etwas mehr Inhalt erhofft. DafĂŒr möchte ich mich hiermit fĂŒr ein âRay Donovanâ-Spin-off mit dem Texan im Mittelpunkt stark machen, das seine AnfĂ€nge in den Siebziger Jahren zeigt.
There I am, fucking Shawshank Redemption!
Mickey (Jon Voight) macht derweil nach seiner Freilassung eine fĂŒr ihn ungewohnte Erfahrung: Seine Familie ist Stolz auf ihn, dankbar fĂŒr das Opfer, das er gebracht hat. Da wird ihm das Schicksal Teresas (Alyssa Diaz) mitgeteilt, die mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung steckt, weil es wohl Hinweise auf eine SuizidgefĂ€hrdung gibt. AuĂerdem erfahren wir, dass sich die taffe Latina wohl seit ihrer Jugend im Kampf mit ihrer eigenen Psyche befindet und schon mehrfach eine Klinik besuchen musste.

Daher nimmt sich Mickey seinem Sohn Bunchy (Dash Mihok) an und die beiden machen sich auf zu einem Roadtrip der etwas anderen Art: Der eine will seine Freundin aus der psychiatrischen Klinik befreien, der andere seine Freundin aus Primm holen - einem Ort, zu dem Mickey eigentlich nicht mehr zurĂŒckkehren darf.
Das könnte auch glatt die Handlung eines eigenen Independentfilms sein, den entsprechend herausragenden Cast haben wir hier schon. Und gerade Bunchy bringt einige wirklich herzzereiĂende Momente, weil er einfach nicht von seiner geliebten Teresa, seiner „Luchadora“, lassen möchte.
Marisol
Der letzte Handlungsstrang der Episode dreht sich um das GeschwisterpÀrchen Marisol (Lisa Bonet) und Hector (Ismael Cruz Cordova), deren inzestuöse AffÀre nun von der völlig zerstörten Marisol im Fernsehen öffentlich gemacht wird. Hectors Preiskampf wird abgesagt, er und damit auch das Gym von Terry (Eddie Marsan) sind am Boden.
Nach eindringlichen Bitten Terrys erbarmt sich Ray dazu, den beiden aus der Misere zu helfen. Dazu muss er zum einen einen Produzenten zur Mithilfe erpressen und zum anderen den neuen Titelfavoriten und Hector-Ersatz Joxy Maguire (Cathal Pendred) ausschalten. Letzteren Teil des Planes ĂŒbernimmt dabei Daryll (Pooch Hall): Schön, dass „Black Irish“ mal wieder etwas zu tun bekommt - das darf ruhig öfter passieren.

Das einzige, was man sich nach wie vor fragen muss, ist, ob und vor allem wann die Russen wieder ins Leben der Donovans treten. Es scheint wirklich unwahrscheinlich, dass Rays Mord an Belikov (Pasha D. Lychnikoff) ungestraft hingenommen wird.
Fazit
âThe Texanâ schaltet einen Gang zurĂŒck und versucht, an den vielen NebenhandlungsstrĂ€ngen zu arbeiten, die bisher in der vierten Staffel begonnen wurden. Und dieses Ziel erreicht man mit Bravour. Trotz der eher ruhigen, emotionalen Töne, die angeschlagen werden, unterhĂ€lt âThe Texanâ vom Anfang bis zum Ende.
Trailer zur Episode âGoodbye Beautifulâ (4x09) der US-Serie âRay Donovanâ:
Verfasser: Benedikt Pichl am Montag, 15. August 2016Ray Donovan 4x08 Trailer
(Ray Donovan 4x08)
Schauspieler in der Episode Ray Donovan 4x08
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