Preacher 2x12

© zenenfoto aus der âPreacherâ-Folge âOn Your Kneesâ / (c) AMC
Die Episode On Your Knees der US-Serie Preacher ist dreigeteilt, aber die einzelnen HandlungsstrĂ€nge doch - zumindest stellenweise - miteinander verbunden. Denn immer stĂ€rker wird der massive Einfluss von Grail Industries deutlich - und das ĂŒber die konventionelle Welt hinaus.
Resist!
Hitler (Noah Taylor) und Eugene (Ian Colletti) setzen ihre Flucht aus der Hölle fort, allerdings gilt es einige HĂŒrden zu meistern, denn erneut sitzt Eugene in seiner persönlichen Stacy-Hölle fest, die sich wie „Groundhog Day“ immer und immer wieder mit ein paar Abweichungen wiederholt.
Eugene sieht ein, was fĂŒr eine schlechte Person Stacy eigentlich ist, denn egal, wie er reagiert - ob er sie rettet oder nicht, ob er die Initiative zum Kuss ergreift oder auf ihre Avancen eingeht -, irgendwas ist immer. Seine Feststellungen zu ihrem Charakter sitzen dementsprechend auch und er kann sich von dieser Altlast befreien, die bereit ist, sich fĂŒr Aufmerksamkeit umzubringen und das Leben anderer im gleichen Atemzug zu zerstören.
Erst, als er sich zahlreichen Ăngsten stellt, also der Ablehnung durch Tracy, dem Liebesentzug des Vaters, der ihn fĂŒr einige Familienprobleme zur Verantwortung zieht, und Troop Leader Pedro, der seine HĂ€nde nicht bei sich behalten kann, gelingt es, die Dauerqual zu durchbrechen. Anfeuerung kommt derweil von âCoach Hitlerâ, der stĂ€ndig versucht, das Fluchtfenster zu öffnen und das Weite zu suchen.
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No more killing, no more drinking

Einen Recap (ob nun nötig oder nicht) gibt es derweil beim Saint of Killers (Graham McTavish), der nach seiner Einsperrung in den Laderaum des Autos eine Woche lang unablÀssig versucht, sich mit den FÀusten zu befreien.
Sein Antrieb ist der Gedanke an eine Wiedervereinigung mit Frau und Kind, denn schon damals fĂŒhrte sein Hang zu Alkohol und Gewalt dazu, dass ihm die wichtigsten Personen genommen wurden und dass er zu seinem Leben als Racheengel gebracht wurde. Besonders viele neue Informationen oder Facetten der Figur lernen wir in seinen Szenen aber eigentlich nicht kennen.
Zugegeben, die Picknickszene mit Frau und Tochter vermenschlicht ihn ein klein wenig und auch der Wille zur Taufe zeigt, wie wichtig ihm die Familie ist. Aber eigentlich war uns das auch schon in den vorherigen Flashbacks mitgeteilt worden.
Wie wir bereits aus der letzten Episode wissen, ist es der Grail, in diesem Falle Hoover (Malcolm Barrett), der ihm ein Angebot macht. Nun finden wir heraus, dass es etwas komplexer als bisher angenommen ist.
Druckmittel

Der Grail will den Saint of Killers nĂ€mlich nutzen, um Jesse (Dominic Cooper) davon zu ĂŒberzeugen, dass er der neue Messias werden soll und dementsprechend mit der Organisation zusammenarbeitet. Davon ahnt der Geistliche allerdings nichts, denn dem Killer ist nach Rache fĂŒr seine Einsperrung zumute. Auch wenn ihm seine Waffen abgenommen und nach Rio geschickt wurden, gilt er immer noch als Herausforderung, die die gebĂŒndelten KrĂ€fte von Jesse, Tulip (Ruth Negga) und Cassidy (Joseph Gilgun) benötigt. Warum genau Cassidys Genesis so unzuverlĂ€ssig funktioniert, ist nicht hundertprozentig klar, allerdings dĂŒrfte der Verkauf eines StĂŒcks seiner Seele damit zusammenhĂ€ngen.
Der Saint gewinnt dennoch die Oberhand und möchte Jesses Skalp zu seiner Sammlung hinzufĂŒgen, doch er hat GlĂŒck. Denn die unerwartete Rettung kommt aber dann durch Ms. Mannering (Amy Hill), die den Saint of Killers dazu auffordert seinen vakanten Platz in der Hölle einzunehmen, da sonst seine Frau und seine Tochter womöglich statt seiner dort untergebracht werden. Damit lĂ€sst er sich tatsĂ€chlich fĂŒrs Erste kalt stellen und wir bemerken, dass die Verbindungen des Grals sowohl in den Himmel, als auch in die Hölle reichen. Zwar scheint Gott fort zu sein, der Teufel ist aber nach wie vor auf seinem Thron.
The New God

FĂŒr das Trio scheint die Sache damit vorerst beendet zu sein. Nach einer kurzen Versorgung und einem Besuch in der Gralzentrale, sprechen sie mit Jesse ĂŒber seine Suche nach Gott. Jesse wirkt ĂŒberzeugt, dass Man-Dog derjenige war, den er gesucht hat, und hat das Interesse offenkundig verloren. Vielmehr wirkt der Einfluss von Starr und Co auf ihn und er ĂŒberlegt ernsthaft, das Angebot anzunehmen. Am liebsten mit Tulip und Cassidy, die ihn aber nicht fĂŒr den Richtigen halten und besonders Cassidy spricht einige ehrliche Worte bezĂŒglich seiner Kompetenz als Heiland mit einer Vorliebe fĂŒr SĂŒnden. Tulip meint zwar, dass sie ihn unterstĂŒtzen wird, weil sie ihn ĂŒber alles liebt, doch im Endeffekt taucht er allein bei Starr auf.
Der Gral kriegt also, was er sich wĂŒnscht und Jesse wird bei Herrn Starr vorstellig, der direkt vor ihm auf die Knie geht. Meine Vermutung ist, dass es sich hier um einen Plan handelt, den die Charaktere aushecken, denn das Schlussbild der Episode hĂ€tte man sich sonst auch fĂŒr das Staffelfinale aufheben können und die Worte seiner Freunde ergeben sonst eigentlich keinerlei Sinn. Es ist nicht auszuschlieĂen, dass ich mich irre, weil die Autoren einiges dafĂŒr getan haben, um uns ein zerstrittenes oder getrenntes Team zu prĂ€sentieren.
Andererseits haben wir in dieser Folge eine Tulip gesehen, die sich beim Erscheinen des Saint of Killers sofort waghalsig und ohne RĂŒcksicht auf die eigene Gesundheit auf den ĂŒbernatĂŒrlichen Killer gestĂŒrzt hat, wĂ€hrend fĂŒr Cassidy das Gleiche gilt. Denn neben seinem Lieblingsthema (VorhĂ€ute), seiner ganz eigenen Interpretation zu „Fight Club“ und dem BeschĂŒtzen des Hundes vor seinem Sohn Denis, der sich wieder einmal mit FrivolitĂ€ten beschĂ€ftigt, hat die Figur wieder nur wenig zu tun. Ich wĂŒnsche mir hier einen baldigen Abschluss oder einen Abschied von New Orleans.
Fazit

Eine Folge vor dem Finale geht es wieder etwas aufregender und actionreicher in Preacher zu. Der Gral hat seine manipulierenden HĂ€nde offenbar (fast) ĂŒberall im Spiel und lenkt Jesse dorthin, wo sie ihn haben wollen. Eigentlich werden die Figuren nicht als clever genug dargestellt, um das Spiel zu durchschauen, dennoch hoffe ich auf eine spannende Wendung im anstehenden Staffelfinale - oder ist Jesse wirklich so desillusioniert, dass er glaubt, ein passender Kandidat fĂŒr die Position von Gott zu sein.
Womöglich möchte er aber einfach nur eine gröĂtmögliche BĂŒhne haben, um den Gral und Herr Starr eine Lektion zu erteilen. Analog zu seiner Messe in Staffel eins im kleinen und beschaulichen Annville wĂ€re eine Predigt vor einer groĂen Glaubensgemeinschaft ein ziemlicher Clou. Aber: Jesse wirkt viel zu planlos, um fĂŒr AufklĂ€rung oder irgendeine Art von Revolution zu sorgen. Wir werden in der kommenden Folge sehen, was die Autoren im Sinn haben und hoffen auf einen versöhnlichen Staffelabschluss, der diese wechselhafte Staffel vielleicht noch etwas aufwerten kann.
Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 5. September 2017Preacher 2x12 Trailer
(Preacher 2x12)
Schauspieler in der Episode Preacher 2x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?