Person of Interest 2x14

Person of Interest 2x14

Person of Interest trifft auf The Social Network: Finch und Reese versuchen einen jungen Internet-Milliardär zu beschützen, haben dabei jedoch große Schwierigkeiten, an dem Exzentriker überhaupt dranzubleiben.

Eine Charity-Auktion als Gelegenheit, die Person of Interest zu treffen. / (c) CBS
Eine Charity-Auktion als Gelegenheit, die Person of Interest zu treffen. / (c) CBS

Das passiert in der Person of Interest-Folge One Percent:

Die neueste Nummer führt Reese (Jim Caviezel) und Finch (Michael Emerson) zu Logan Pierce (Jimmi Simpson, Breakout Kings), einem jungen, schnell gelangweilten Milliardär, der sein Vermögen als Mitgründer und technisches Genie hinter der Socia-Networking-Seite FriendCzar gemacht hat. Bevor sie überhaupt nur in Erfahrung bringen können, ob Pierce Täter oder Opfer ist, stellt sich Reese und Finch das Problem, wie sie die Zielperson im Blick behalten sollen.

Pierce ist ein Exzentriker, wie er im Buche steht. Mal braust er mit seinem Sportwagen davon, im nächsten Augenblick entschwindet er mit seinem Helikopter. Und da er aus Angst vor Industriespionage zwei Mal täglich sein Mobiltelefon wechselt, ist es auch überaus schwer, ihn auf die gewohnte Weise abzuhören...

Social Network, again

Man macht nicht 500 Millionen Freunde, ohne sich ein paar Feinde zu machen. Der Werbeslogan von „The Social Network“ würde auch sehr gut zu One Percent passen. Und das ist vielleicht auch ein Stück weit das Problem der Folge. Mark Zuckerberg und Facebook sind inzwischen schon so oft direkt oder in Form fiktionaler Widergänger Gegenstand von Filmen und Fernsehserien gewesen, dass man es schon etwas über hat. So interessant ist Zuckerberg dann auch wieder nicht.

Sein fiktionales Gegenstück in One Percent gibt sich zwar reichlich exzentrisch, lässt den Zuschauer aber im Grunde kalt. Das heißt, er ist weder sympathisch genug, dass man sich wirklich tiefgreifend um ihn sorgen würde, noch ausreichend unsympathisch, dass er starke negative Gefühle hervorrufen würde. So richtig witzig ist er auch nicht, egal wie viel Mühe er sich (etwa bei dem Basketballspiel) gibt. Er ist irgendwie... nichts so richtig. Nein, da hatte Jimmi Simpson in Breakout Kings einen wesentlich dankbareren Part.

Spannungskiller

Nimmt man dann noch hinzu, dass lange Zeit überhaupt nicht klar ist, welche Bedrohung gegen ihn besteht, und der erste Anschlag auch etwas unspektakulär ausfällt, dann ist das ein Rezept, welches nicht gerade dazu geeignet ist, sonderlich viel Spannung zu erzeugen.

Warum das Finale jetzt unbedingt nach St.Petersburg verlagert werden musste? Das bleibt das Geheimnis der Autoren. Vermutlich wollte man damit einen ziemlich mauen Hauptplot etwas aufwerten, der aber auch durch die Auflösung - gleich zwei Freunde wollen unabhängig voneinander Logans Tod - nicht wirklich besser geworden ist.

Jeder braucht einen Freund

One Percent auf Grund der Thematik Social Networking zu einer Folge über Freundschaft und das (nicht nur) menschliche Bedürfnis nach Verbindung und Nähe zu machen, ist derweil ebenfalls nur teilweise gelungen. Harolds Sorge um Bear ist wirklich rührend - ebenso wie am Ende die Erkenntnis, dass der Hund einen gleichartigen Spielkameraden braucht.

Etwas unbefriedigend ist dagegen der Nebenplot mit Carter (Taraji P. Henson) und Fusco (Kevin Chapman). Carter setzt ihre Ermittlungen in den Fällen der beiden im vergangenen Jahr spurlos verschwundenen Polizisten fort. Fusco will sich, wie es scheint, ihr gegenüber offenbaren, doch sie stoppt ihn: Sie mögen Kollegen, vielleicht sogar Freunde sein, aber sie betont, dass sie zu allererst Polizistin ist - und ihn nicht decken würde.

Vielleicht hätte Fusco lieber nicht von seiner dunklen Vergangenheit angefangen sollen, sondern damit, dass Reese die beiden dirty cops erledigt hat. Er, Fusco, hat dann doch lediglich die Leichen beiseite geschafft. Das ist ja schon mal ein beträchtlicher Unterschied. Genau deshalb wirkt dieser Plot auch ein bisschen gezwungen: Er und Carter sind dabei gewesen, wie Reese einen ganzen Wagen voller dirty cops in die Luft gesprengt hat (Firewall) - und Carter hatte keine Probleme damit. Warum sagt Fusco ihr also nicht einfach, dass Reese auch die beiden anderen erledigt hat?

Etwas schade ist es natürlich auf jeden Fall, wie Carter ihn hier abweist.

Gefährliche Neugier

Zu den wenigen guten Momenten von One Percent gehört die Szene, in der Logan auf einmal hinter Reese auftaucht - und auf Harold stößt. Ebenso wie später Harolds Erkenntnis, dass Logan in seiner Neugier, wer oder was die beiden sind, die geschenkte Uhr verwanzt hat. Das gibt zumindest die Hoffnung, dass Jimmi Simpson ja vielleicht noch mal auftaucht. Dann nur bitte in einer besseren Episode!

Fazit

Nachdem Person of Interest in den letzten vier Folgen ein einziges Spannungs-Feuerwerk abgefackelt hat, ist One Percent ein deutlicher Dämpfer. Nicht mal so sehr deswegen, weil es eine Fall-der-Woche-Folge ist, sondern weil die Umsetzung einfach nicht sonderlich gut gelungen ist. Daraus hätte man mehr machen können.

Trailer zu Folge 2x15 „Booked Solid“

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Verfasser: Christian Junklewitz am Samstag, 9. Februar 2013
Episode
Staffel 2, Episode 14
(Person of Interest 2x14)
Deutscher Titel der Episode
Extravaganzen
Titel der Episode im Original
One Percent
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. Februar 2013 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 24. September 2013
Autoren
Denise Thé, Melissa Scrivner-Love
Regisseur
Chris Fisher

Schauspieler in der Episode Person of Interest 2x14

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