Outcast 1x10

In der Episode This Little Light der Serie Outcast verfolgen Kyle (Patrick Fugit) und Reverend Anderson eine besessene Megan (Wrenn Schmidt), um diese aufzuhalten, bevor sie sich und anderen weiteren Schaden zufügen kann.
There's been an accident
Bevor sie ihre Suche fortsetzen, legen sie einen Zwischenstopp bei Chief Giles (Reg E. Cathey) ein, um bei diesem Kyles und Megans verstörte Töchter abzuliefern und bitten diesen, die Spuren des Vorfalls zu verwischen, damit Megan niemals mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert wird. Nach kurzem Zögern entscheidet sich Giles tatsächlich dafür, ihnen diesen riesigen Gefallen zu tun.
Kurz darauf erhält Kyle eine Nachricht von Sidney (Brent Spiner), in welcher dieser ihm ein Treffen nahelegt, da er seine Tochter durch die Hilfe von Aaron (C. J. Hoff) in seine Gewalt gebracht hat. Sidney bringt ihn in seinen Unterschlupf, in dem Ogden (Pete Burris) und seine Frau Kat (Debra Christofferson) bereits eifrig Neuankömmlinge in ihren neuen Körpern versorgen, unter denen sich auch Megan befindet.

Nachdem Sidney Kyle einige Informationen über sich und seinesgleichen offenbart, welche diesen mit mehr Fragen als Antworten zurücklassen, übergibt er die Barnes-Familie eingeschlossen in die Obhut der Ogdens. Doch Reverend Anderson ist ihnen gefolgt und steht bereit, Kyle zur Seite zu stehen. Es entsteht ein Handgemenge zwischen den Parteien, in dessen Zügen Megan Kyle attackiert. Als Kyles Tochter Amber (Madeleine McGraw) das mitbekommt, stürzt sie sich auf die Angreiferin, wodurch sie zur Überraschung aller das Wesen aus Megan vertreibt, ohne dieser Schaden zuzufügen.
Während alle Beteiligten nach diesen Ereignissen versuchen, sich zu erholen und Megan die erschütternde Nachricht vom Tod ihres Mannes (David Denman) erhält, beschließt Anderson zu handeln, um den Teufel endgültig aus der Stadt zu jagen. Was er jedoch nicht erwartet, ist, dass dieser sich nicht in seiner Behausung befindet, als der Priester diese in Brand setzt. Stattdessen teilt Patricia (Melinda McGraw) ihm am nächsten Morgen mit, dass sie ihren Sohn seit dem letzten Abend vermisst.
She's got the touch
Nach This Little Light braucht man erst einmal ein paar Momente, um sich wieder zu sammeln, denn das Geschehen auf dem Bildschirm reißt seine Zuschauer mit und ist dem Anspruch eines Staffelfinales definitiv würdig.
Die beinahe greifbare Spannung fußt zunächst einmal auf den unglaublich wirkungsvollen Bildern und gut durchdachten Einstellungen, welche einen großen Anteil daran tragen, eine Atmosphäre zu kreieren, die einem so dicht wie eine Nebelbank vorkommt. Es entsteht der Eindruck, als ob das Team von Outcast speziell in dieser Episode noch einmal besonders darauf geachtet hat, das ohnehin schon hohe optische Niveau der Serie gekonnt zu unterstreichen.

Nachdem bereits Patrick Fugit und Philip Glenister in den vergangenen Episoden mehrfach ihr Talent als Schauspieler unter Beweis gestellt haben, ist es dieses Mal Wrenn Schmidt, die mit ihrer Performance der besessenen Megan einem das Blut in den Adern gefrieren lassen kann. Dabei passt ihr geflüstertes „Outcast!“ wunderbar zum Ton der Serie, die nicht auf krachende Opulenz, sondern auf präzise platzierte Gänsehautmomente setzt.
Auch wenn Sidney ein paar Dinge über seinesgleichen verrät, bleiben seine Aussagen kryptisch genug, um bei Kyle mehr Fragen als Antworten auszulösen. Er soll einer von ihnen sein? Während er darüber sinniert, wie das überhaupt möglich sein kann, wird er Zeuge der Kräfte seiner Tochter, die den seinen ähneln. Das bedeutet aber auch, dass es immer unwahrscheinlicher wird, dass es für ihn und seine Familie ein Entkommen vor den Unbekannten geben kann. Kyle zieht diese wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit an und hat diese Eigenschaft möglicherweise an seine Tochter vererbt.
Die Ogdens stehen mittlerweile genau so fest hinter Sidney, wie das auf der Gegenseite bei Giles der Fall ist, der sich definitiv auf der Seite von Kyle und Anderson eingefunden hat. Auch wenn zeitweise die Möglichkeit eines Waffenstillstands und einer Koexistenz zumindest dezent im Raum schwebte, haben sich zwei Lager gebildet, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nun als Feinde gegenüberstehen.
Die Gewalt in „Outcast“ wird nicht im Exzess, sondern stets mit Bedacht dargestellt, weshalb die Szenen um Marks Tod zum Ende der letzten und am Anfang dieser Episode wesentlich effektiver ihre Wirkung entfalten, als es der Fall sein würde, wenn wir rund um die Uhr mit blutgetränkten Bildern eingedeckt würden. Denn es wäre nur eine Frage der Zeit, bis der Schockeffekt an uns vorbeigehen würde. Doch angepasst an das ruhige Erzähltempo, wählt die Serie die richtigen Zeitpunkte sorgfältig aus, um bei den passenden Gelegenheiten aufzudrehen.
Fazit
Outcast präsentiert sich mit dem Staffelfinale This Little Light bildgewaltig und äußerst spannend. Eine packende Atmosphäre und jede Menge Gänsehautmomente inklusive starker Darsteller runden den Abschluss der ersten Staffel einer empfehlenswerten Serie ab. Robert Kirkman zeigt, dass er sich in der Welt des subtilen Horrors bestens zurechtfindet und rechtfertigt das Vertrauen von Cinemax, frühzeitig eine zweite Staffel zu bestellen und ihm die kreative Kontrolle zu überlassen.
Verfasser: Tim Krüger am Samstag, 13. August 2016(Outcast 1x10)
Schauspieler in der Episode Outcast 1x10
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