Orphan Black 3x01

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Sarah (Tatiana Maslany) versucht, das Verschwinden von Helena zu untersuchen, wird aber von Dyads neuer Führung unter Delphine (Evelyne Brochu) in eine gefährliche Situation hineingezogen, in der sie die Rolle der außer Gefecht gesetzten Rachel übernehmen muss.
It's hard to tell who's who these days
Am Horizont von Orphan Black brauen sich in der Staffelpremiere gleich mehrere Gefahren zusammen. Während Helena die Folge über in einer Holzkiste verbringen muss, sind Sarah und Alison gezwungen, für Dyad unter der Leitung von Delphine eine gefährliche Scharade zu veranstalten.
Mit Ferdinand (James Frain) schickt Topside eine einflussreiche Person, um die jüngsten Ereignisse bei Dyad zu untersuchen. Dieser droht, zusammen mit „Rachel“ (Sarah) ein Protokoll einzusetzen, welches die Auslöschung aller weiblichen Klone in die Wege leitet. Derweil sind auch die männlichen Castor-Klone (Ari Millen) nicht untätig: Einer von ihnen stattet Siobhan (Maria Doyle Kennedy) einen unangenehmen Beusuch ab, um Informationen über Duncan und dessen Arbeit zu erhalten.
Alison hat, auch wenn sie Sarah und Delphine bei Dyad unterstützt, ihre eigenen Probleme: Donnies (Kristian Bruun) neu entdecktes Selbstbewusstsein kostet ihn seinen Job, was dieser allerdings eher als Befreiung zu empfinden scheint. Zusammen mit seiner Frau steckt er sich dementsprechend gleich ein neues Ziel: Marcie Coates (Amanda Brugel) muss weg, denn ihre Pläne für die Schule würden die Hendrix-Kinder zum Schulwechsel zwingen.
Während sich Cosima langsam zu erholen scheint, spitzt sich die Situation um Ferdinand zu. Doch dessen eigene Pläne kollidieren mit denen seiner Auftraggeber, so dass Delphine einen Ansatz findet, um ihn unter Kontrolle zu halten und dadurch sich selbst und den Klonen Raum freiräumt, um ihre entführte Schwester zu finden.
Don't falter, Delphine
The Weight of This Combination nimmt den Schwung des letzten Staffelfinales mit und stellt neue Figuren für die kommenden Storylines aufs Spielfeld. Zunächst wird das Ganze durch Helenas Traum der großen, glücklichen Klonfamilie eingeleitet. Doch wie so oft hält Helenas Glück nicht lange an, immerhin leistet ihr der Skorpion Gesellschaft. Den ohnehin psychisch labilen Klon 48 Stunden in eine Holzkiste einzusperren, dürfte ihren Zustand wohl kaum verbessern.
Im Fokus dieser Episode steht neben Sarah vor allem Delphine (Evelyne Brochu). Dieser sind die Veränderungen, die ihre neue Position an der Spitze von Dyad mit sich bringt, deutlich anzumerken. Zunächst gibt es die schmerzhafte Trennung von Cosima, die ihr sichtlich schwer fällt. Doch sie findet einen Weg, ihre Emotionen zu kanalisieren. Das bekommt vor allem Rachel zu spüren, die mit einer für Delphine untypischen mitleidlosen und brutalen Art von dieser behandelt wird, welche in dieser Intensität doch etwas überrascht.
Auch ihr Problem mit Ferdinand bekommt sie auf beeindruckend konsequente Weise in den Griff. Es scheint so, als ob sie ihrer neuen Verantwortung und der damit einhergehenden härteren Gangart in dieser Position gewachsen ist. Doch kann sie wirklich zur neuen Rachel werden - und: Will sie das überhaupt? Ihre Beziehung hat es sie auf jeden Fall bereits gekostet. Unterm Strich glänzt Evelyne Brochu in dieser Episode - ihre Darstellung ist absolut sehenswert. Ähnliches gilt auch für Tatiana Maslany, die mittlerweile nicht nur verschiedene Persönlichkeiten spielt, sondern auch noch die Aufgabe, Klone darzustellen, welche sich untereinander imitieren, mit Bravour meistert.

Für Alison und Donnie (Kristian Bruun) wird gleichzeitig ein Szenario aufgebaut, welches thematisch in ihr Vorstadtleben passt. Diese Storyline verspricht allein schon deshalb, interessant zu werden, da wir seit der zweiten Staffel wissen, dass „Sie muss weg“ in Bezug auf Marcie für die beiden einiges bedeuten könnte. Für sie sind also definitiv die Weichen für eine amüsante Nebengeschichte gestellt. Diese ist vor allem deswegen vielversprechend, da die Szenen um das Team der beiden Eheleute bereits zu den Höhepunkten der letzten Staffel gehörten und gerade Donnie anscheinend den Eindruck vermittelt, durch sein Verhalten ein Garant für einen hohen Unterhaltungsfaktor zu werden.
Ari Millen macht seine Sache als doppelter oder dreifacher Castor bereits durchaus anständig, aber es bleibt abzuwarten, ob er an das Variantenreichtum von Tatiana Maslany anknüpfen kann. Abgesehen von den überwiegend positiven Punkten müssen die Autoren jedoch aufpassen, dass die Übersicht bei den mittlerweile zahlreichen Interessengruppen erhalten bleibt. Selbst ein Teil der Castor-Klone scheint entweder autonom oder für eine weitere Partei zu arbeiten, die nicht zum Militär gehört, was die Reihen der unterschiedlichen Fraktionen weiter auffüllt.
Fazit
Ein schwungvoller Einstieg in die neue Staffel sorgt für einen unterhaltsamen Start. Für mehrere Storylines wird hierbei der Grundstein gelegt, der genügend Raum für spannende Entwicklungen beinhaltet. Als besonders sehenswert zu verbuchen ist hierbei die Entwicklung und Darstellung von Delphine, welche einen großen Sprung ins Zentrum des Geschehens macht.
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 20. April 2015Orphan Black 3x01 Trailer
(Orphan Black 3x01)
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